Autor Thema: Mitgekreuzigt  (Gelesen 1472 mal)

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Offline Jose

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Mitgekreuzigt
« am: 08 April 2012, 12:13:53 »
"Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt." Gal 2,19

Mit Christus gestorben
Ein Christ ist jemand der weiß, dass Jesus an seiner statt am Kreuz gestorben ist und es im Glauben für sich ganz persönlich angenommen hat. Aber es beinhaltet mehr und mir wird in diesen Tagen wieder bewusst, dass als Christ nur jemand bezeichnet werden darf, der mit Christus gestorben ist, d.h. der im Glauben mitgekreuzigt und durch den Glauben mitauferweckt worden ist, auferweckt, d.h. wiedergeboren zu neuem Leben.

Der Sünde nicht mehr dienen
Gottes Wort spricht Klartext und wir lesen: "da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen" Röm 6,6. Das ist die Erwartung Gottes an Seine Kinder und hier erkenne ich, dass wir nicht passiv beteiligt sind in diesem Werk der Erlösung, sondern Gott von uns die bewusste und aktive Hingabe erwartet. Zur Erlösung können wir nichts hinzufügen, aber wir können dem Werk der Erlösung hindernd im Wege stehen, wenn wir Gott nicht gestatten, das Wesen Christi in uns zu gestalten.

Gekreuzigt der Welt
Dieses mitgekreuzigt beschäftigt mich sehr in diesen Tagen. Ob es damit zusammenhängt, dass wir besonders daran gedenken, dass Christus für uns am Kreuz gestorben ist? Immer wieder daran zu denken ist gut und wichtig, aber es geht auch darum, sich zu prüfen, ob wir immer mehr das Bekenntnis des Paulus mitsprechen können: "Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt" Gal 6,14. Ich darf bezeugen und bin gewiss, dass Gottes Gnade an mir nicht vergeblich war. Allerdings muss ich mich auch darunter beugen, dass ich der Welt noch zu wenig gekreuzigt bin.

Liebe Grüße
José


Offline Jose

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Re: Mitgekreuzigt
« Antwort #1 am: 16 Mai 2012, 22:08:46 »
Nimm mein Alles hin
So lautet ein kurzes, aber schönes Lied im Pfingstjubel, die Liednummer 400. In den wenigen Sätzen ist das Bekenntnis enthalten, dass nur was wir Jesus geben, uns zum Gewinn wird.

Auch unser eigenes Leben, sollen und müssen wir Jesus geben, dazu zählt aber auch der Egoismus, das Selbstmitleid und alles Egozentrische. Das "mitgekreuzigt" enthält so vieles und es ist so wichtig, sich immer wieder neu Gott zu weihen. Vielleicht im Gebet, mit ähnlichen Worten wie in diesem kurzen Lied:

Nimm mein Alles hin, nimm mein Alles hin
ans Kreuz, auf den Altar.
Das nur ist Gewinn, das nur ist Gewinn,
was ich Dir bringe dar!


Z.G. u. A. von A. Friemel - Glogau


Manchmal, im Laufe des Tages, kommen mir manche Melodien in den Sinn. Diese gehört auch dazu. Jesus sagt: "Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden" Mt 16,25. Das Leben verlieren, um Christi willen, um es zu finden. Ich denke, das ist ein Prozess, denn am Anfang des Glaubenslebens haben wir vieles noch nicht erkannt und bestimmt nicht einmal den absoluten Anspruch Gottes an uns. Auch unsere eigene Verderbtheit ist vermutlich niemandem wirklich bewusst, Zumindest ich entdeckte immer wieder noch Eigenschaften und Wesenszügen an mir, die nicht zu Gott passen, die ich aber ablegen darf.

In der Nachfolge des Herrn gilt es immer mehr, sich selbst zu sterben, um für den Herrn zu leben. Ich habe festgestellt, dass selbst der Austausch in einem Forum hierfür eine gute Schule ist. Geht es mir um mich oder geht es darum, mich mit anderen auszutauschen um voneinander zu lernen? Zuweilen ist es nicht erbaulich und mir scheint es, als ob es nicht immer fair zuginge, aber das darf uns auch zur Übung dienen, in diesem "mitgekreuzigt" sein erfunden zu werden.

In diesem Sinne, vielen Dank Roland, dass du dieses Forum zur Verfügung stellst.

Gottes Segen wünschend,
José