Autor Thema: Grundtexte für Bibelübersetzungen  (Gelesen 18582 mal)

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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #45 am: 14 September 2012, 01:34:00 »
Hallo José,
Zitat
Was du somit als wesentlich bezeichnet ist nichts, was nicht auch in „meiner“ Bibel steht, d.h. es fehlt nicht.
Das ist nicht ganz korrekt, denn in Matth. 5,44 fehlen ganz entscheidende Wörter in "Deiner" Bibel.
Was hat der HERR JESUS nun wirklich gesagt?

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen
oder
"Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde *** und betet für die, welche euch *** verfolgen,".

Dann nutzt es auch nichts, dass Du Dich auf Paulus berufst. Es kommt darauf an, was der HERR JESUS in Matth. 5,44 gesagt hat. Was stimmt nun? Sollen wir denen, uns uns fluchen wohl tun oder nicht?

In einem Deiner Beiträge hast Du Fragen beantwortet, die ich gar nicht gestellt habe. Dafür hast Du meine Frage übersehen. Deshalb stelle ich Sie noch einmal:

Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen
Hat der HERR JESUS diese Aussage nun getätigt oder handelt es sich hierbei um ein Märchen?

Zitat
Seit einigen Jahren regt sich in konservativen christlichen Kreisen heftige Kritik gegen diese Art der Textforschung. Dabei wird die Auffassung vertreten, dass Gott sein Wort nicht nur auf vertrauenswürdige Weise geoffenbart hat, sondern dass er auch die Überlieferung begleitet und selbst für eine zuverlässige Textgrundlage gesorgt habe. Diese meinen die Vertreter dieser Ansicht im sogenannten textus receptus zu erkennen.
Mit solch einer Aussage disqualifiziert sich der Autor, denn er bedient lediglich alte Klischees. Ich hatte mir überlegt, das Buch zu kaufen. Wenn ich allerdings solche Worthülsen lese, weiß ich, dass ich das Geld besser investieren kann.

Zitat
Ich befürchte, dass in den textus receptus einiges an Überlieferung mit hineingenommen wurde.
Diese Aussage läßt tief blicken. Das bedeutet, dass in der Bibel Märchen stehen, die entfernt werden müssen. Hat GOTT doch nicht über sein Wort gewacht?

Ich würde mich freuen, wenn Du noch die offenen Fragen beantwortest.

Shalom
Roland
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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #46 am: 14 September 2012, 01:41:09 »
Kommen wir zum nächsten Punkt, José:

Ein Sektierer (Darbyst) hat folgendes geschrieben:
Zitat
Volksokkultismus in modernen Bibel "Uebersetzungen"
Liebe Geschwister
In gewissen Übertragung findet sich im Johannes Evangelium sogar Okkultismus:

Hier als Beispiel für andere Übertragungen

Joh 5,4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.

Als Christ, das Wort im Zusammenhang lesend, merkt man sofort, wie gutmütige unwissende jüdische Fabeln in Übertragungen hineinbringen.

Der ganz Satz ist eine jüdische Fabel, geschickt im Textus Rezeptus und andere Zusammenschnitten als Fabelschleuder untergebracht.
Bist Du auch der Meinung, dass die Bibel eine Art "Volksokkultismus" verbreitet oder gehört dieser Abschnitt zum Wort GOTTES? Müssen wir die Bibel von "jüdischen Fabeln" reinigen?

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #47 am: 14 September 2012, 02:04:39 »
Zitat von: Roland
Ich würde mich freuen, wenn Du noch die offenen Fragen beantwortest.

Hallo Roland.
Ich meine, alles beantwortet zu haben, auch zu dem Zusatz am Ende des Vaterunser. Der Zusatz dürfte überliefert sein und nicht ursprünglich geschrieben gewesen sein.

Mir ist übrigens erst im Laufe des Tages aufgefallen, dass du zwischen Wort Gottes und z.B. rev. EÜ trennst.

Nein, der textus receptus ist nicht DAS Wort Gottes und alles andere nur schwache Übersetzungen. Deine Haltung bestätigt aber im Grunde genau die Aussage, in dem von mir empfohlenen Buch, über die Verfechter des TR.

Ich finde deine Haltung nicht gut.

José


Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #48 am: 14 September 2012, 02:22:44 »
Zitat
Bist Du auch der Meinung, dass die Bibel eine Art "Volksokkultismus" verbreitet oder gehört dieser Abschnitt zum Wort GOTTES? Müssen wir die Bibel von "jüdischen Fabeln" reinigen?

Hallo Roland,
ich schätze dich so ein, dass du weißt, wie ich dazu stehe. Über deine Ablehnung des Darbysmus möchte ich hier aber nicht schreiben.

José

Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen: Matth. 5,44
« Antwort #49 am: 14 September 2012, 10:33:47 »
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
Was du somit als wesentlich bezeichnet ist nichts, was nicht auch in „meiner“ Bibel steht, d.h. es fehlt nicht.
Das ist nicht ganz korrekt, denn in Matth. 5,44 fehlen ganz entscheidende Wörter in "Deiner" Bibel.
Was hat der HERR JESUS nun wirklich gesagt?

Hallo Roland,
ich hatte diesbezüglich auf diese Frage bereits geantwortet, übrigens grundsätzlich auch schon zurückliegend. Der textus receptus, und daraus folgend die Übersetzungen die darauf aufbauen, verwendet, nach meiner Beobachtung, viele Textpassagen als zuverlässig, die nicht in allen älteren Handschriften stehen. Ich finde es aber nicht weiter schlimm, weil im Kontext der ganzen Bibel und im Vergleich mit Parallelstellen, die Aussagen nicht falsch sind.

Somit, wie bereits gesagt, die Anweisung des Herrn Jesus in Matth. 5,44 steht auch in der REÜ, obgleich nicht zuverlässig überliefert in Matth. 5,44. Können wie uns so verständigen?

Gott hat über Sein Wort gewacht, denn was die Lehre der Heiligen Schrift anbetrifft so gibt es keine Diskrepanzen zwischen der REÜ oder einer Schlachter 2000. Kannst du das bestätigen? Es erscheint mir aber nicht sinnvoll, behaupten zu wollen, eine Übersetzung die auf dem textus receptus aufbaut, das ist eine ECHTE BIBEL und als WORT GOTTES anzusehen und die anderen nicht. Nebenbei gefragt: Was machst du mit den Übersetzungen in anderen Sprachen, wo z.T. bessere Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung stehen?

Meine Bitte bleibt somit, nicht unnötig über das Thema zu diskutieren und unbedingt darauf zu achten, nicht die Bibelausgaben von echten Sektierern, wie die NWÜ, aufzuwerten.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Grundtexte für Bibelübersetzungen: Johannes 5,4
« Antwort #50 am: 14 September 2012, 10:49:24 »
Hallo Roland.
Vielleicht antworte ich dir doch noch konkret auf deine Frage zu Johannes 5,4.

Zitat von: Roland
Zitat
Joh 5,4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.
Bist Du auch der Meinung, dass die Bibel eine Art "Volksokkultismus" verbreitet oder gehört dieser Abschnitt zum Wort GOTTES? Müssen wir die Bibel von "jüdischen Fabeln" reinigen?

Es ist sicherlich eine schwierige Stelle und könnte manche verleiten zu Irrlehren, wie sie z.B. im Katholizismus verbreitet sind (Weihwasser usw.), aber die Schilderung steht in der Bibel, einschließlich der Aussage des kranken Mannes: "Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, daß er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe; während ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab" Joh 5,7. Die ganze Schilderung des Kranken am Teich Betesda ist eine Begebenheit, die wir mit großer Ehrfurcht betrachten müssen, weder „ablehnen“ noch „überdehnen“ und missbrauchen für eigene Irrlehren.

Ich gehe aber davon aus, dass diese meine Stellungnahme dich nicht überrascht hat.

Gottes Segen wünschend,
José

Pilger

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #51 am: 14 September 2012, 13:26:41 »
Lieber Roland,
Du schreibst:
Zitat:
Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen
Hat der HERR JESUS diese Aussage nun getätigt oder handelt es sich hierbei um ein Märchen?

Ich würde es nicht Märchen nennen, sondern ein Zusatz aus dem Buch Chronik.
Ich persönliche glaube nicht, dass Jesus dieses ausgesprochen hat.

Nachdem Vers 13 damit endet: "sondern erlöse uns von dem Bösen", passt das: denn dein ist das Reich usw. überhaupt nicht.

Dieser Schluß findet sich in der DIDACHE des 2. Jhd; während es in allen Handschriften bis weit über diesen Zeitpunkt fehlt.

Dasselbe ist mit dem sogenannten Zusatz in 1.Joh.5, 7: das Wasser, das Blut und der Geist.

Dieser Zusatz stammt erst aus dem 14. Jhd.
siehe dazu hier:
http://www.grundtexte.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=27

Ich wiederhole mich:
Ein Text, der zusammengeschustert wurde aus Handschriften des 13. und 14. Jhd, die also schon sehr oft angeschrieben wurden, ist doch nicht so zuverlässig wie Handschriften aus dem 2.-5-Jhd.

Man müsste es andersrum machen:
Eine Aufstellung von Stellen, die in den TR zusätzlich aufgenommen wurden.

Liebe Grüße
Pilger


Pilger

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #52 am: 14 September 2012, 14:00:10 »
Liebe Brüder,
es ist übrigens interessant, dass die Stelle mit dem Engel, der das Wasser bewegt, nur im Codex Alexandrinus steht!
Weder der Sinaiticus, noch der Vaticanus erwähnt dies!
Liebe Grüße
Pilger

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #53 am: 17 September 2012, 00:33:48 »
Hallo José,

Zitat
Der Zusatz dürfte überliefert sein und nicht ursprünglich geschrieben gewesen sein.
Das bedeutet, dass wir nicht das reine Wort GOTTES vorliegen haben, denn wenn dies ein Zusatz ist, müssen wir davon ausgehen, dass es noch weitere Zusätze gibt. Das heißt, dass wir mit der Bibel ein Konglomerat von GOTTES Wort und religiösen Märchen besitzen. Das wiederum bedeutet, dass jeder Bibelleser selbst herausfinden muss, was in der Bibel das Wort GOTTES ist und was nur religiöse Phantasien sind.

Pilger plädiert dafür, dass das "Wort Gottes" nur aus dem Codex Sinaiticus besteht. Das bedeutet, dass die REÜ viele Zusätze hat, da die Textgrundlage die gesamte alexandrinische Familie und zum Teil den TR umfasst.

Zitat
Deine Haltung bestätigt aber im Grunde genau die Aussage, in dem von mir empfohlenen Buch, über die Verfechter des TR.
Lieber José, lass uns bitte nicht auf dem Niveau dieses Buches diskutieren. Das Buch muss verkauft werden - und es ist nun mal eine Tatsache, dass sich ein Buch besser verkaufen läßt, wenn es Vorurteile anspricht und weniger sich mit "trockenen Fakten" auseinandersetzt. Wir wollen hier mit dem Forum kein Geld verdienen, deshalb lass' uns lieber mit den "trockenen Fakten" auseinandersetzen.

Zitat
Gott hat über Sein Wort gewacht,
Das kann ich bestätigen. Die Textkritik ist ja noch recht jung (ca. 200 Jahre). Die Jahrhunderte vorher war ausschließlich der Mehrheitstext die Grundlage der Bibelübersetzungen.

Zitat
so gibt es keine Diskrepanzen zwischen der REÜ oder einer Schlachter 2000. Kannst du das bestätigen?
Nein, das kann ich nicht bestätigen. Die Diskrepanzen zwischen den beiden Bibelübersetzungen werden wir uns in diesem Thread noch genauer anschauen.

Zitat
Was machst du mit den Übersetzungen in anderen Sprachen, wo z.T. bessere Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung stehen?
Es geht nicht um "bessere Ausdrucksmöglichkeiten", sondern um die Wahl des Grundtextes.

Zitat
nicht die Bibelausgaben von echten Sektierern, wie die NWÜ, aufzuwerten.
Lieber José, Du hast Dir die Beurteilungskriterien von ungläubigen Wissenschaftlern zu eigen gemacht. Diese Kriterien berücksichtigen nicht den geistlichen Gehalt einer Übersetzung, d. h. es ist egal, ob es um eine Bibelübersetzung, um den Koran oder um ein historisches Kochbuch geht. Ich habe die NWÜ mit der REÜ anhand dieser Kriterien, mit denen Du Dich identifizierst, verglichen. Und hier schneidet die REÜ wesentlich schlechter ab als die NWÜ, da die Übersetzung der Zeugen Jehovas sich wesentlich stärker an den "wissenschaftlichen" Kriterien orientiert.

Zitat
aber die Schilderung steht in der Bibel, einschließlich der Aussage des kranken Mannes
Pilger hat bereits darauf hingewiesen, dass diese Schilderung in den beiden ältesten Hss. fehlt. Für Dich ist doch das Alter der Hss. maßgebend. Wieso diese Schilderung kein Zusatz wie z. B. Matth. 5,44?

Meine konkrete Frage: Warum ist Matth. 5,44 ein Zusatz und Joh. 5,4 kein Zusatz Deiner Meinung nach?

Shalom
Roland

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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #54 am: 17 September 2012, 00:39:56 »
Hallo José,

bevor wir uns noch weitere Diskrepanzen zwischen dem TR und der REÜ anschauen, möchte ich noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen:

Nach einem Abkommen zwischen dem Vatikan und den United Bible Societies liegt der von Nestle-Aland erstellte Text allen Bibelübersetzungen und Überarbeitungen in ihrem Bereich zugrunde. Also fast allen neuen Bibelübersetzungen weltweit, die es überhaupt gibt.

Das bedeutet, dass Dir indirekt (und jedem, der den Textkritikern folgt) die röm. kath. Kirche vorschreibt, was zum Wort GOTTES gehört und was nicht. Im Mittelalter hatte die rkk die Macht, direkt auf die Gläubigen einzuwirken (z. B. dass das Lesen der Bibel für "Laien" verboten war). Diese Macht hat der Vatikan heute nicht mehr und versucht daher indirekt seinen Einfluss (mit diesem Abkommen) auszuüben.

Shalom
Roland
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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #55 am: 17 September 2012, 01:02:57 »
Hallo Pilger,

Zitat
Ich würde es nicht Märchen nennen, sondern ein Zusatz aus dem Buch Chronik.
Ich persönliche glaube nicht, dass Jesus dieses ausgesprochen hat.
Wenn der HERR JESUS diese Worte nicht ausgesprochen hat, handelt es sich un ein religiöses Märchen. Entweder es die die Wahrheit (d. h. der HERR JESUS hat diese Worte tatsächlich ausgesprochen) oder es ist eine Lüge. Einen "Graubereich" gibt es hier nicht.

Zitat
Nachdem Vers 13 damit endet: "sondern erlöse uns von dem Bösen", passt das: denn dein ist das Reich usw. überhaupt nicht.
Warum "passt" dieser Schluss nicht?

Zitat
Dieser Schluß findet sich in der DIDACHE des 2. Jhd; während es in allen Handschriften bis weit über diesen Zeitpunkt fehlt.
Wenn die Didache aus dem 2. Jh. diese Worte JESU bezeugt und in Hss. aus dem vierten Jh. fehlt, dann spricht dieses dafür, dass diese Hss (Sinaiticus und Vaticanus) keine gute Qualität besitzen, sondern fehlerhaft sind.

Zitat
Dasselbe ist mit dem sogenannten Zusatz in 1.Joh.5, 7: das Wasser, das Blut und der Geist.
Du findest hier konkrete Informationen, weshalb 1.Joh. 5,7 in die Bibel gehört:
http://www.hauszellengemeinde.de/index.php/de/bibliologie/245-warum-1-johannes-57-in-die-bibel-gehoert

Zitat
Ich wiederhole mich:
Ein Text, der zusammengeschustert wurde aus Handschriften des 13. und 14. Jhd, die also schon sehr oft angeschrieben wurden, ist doch nicht so zuverlässig wie Handschriften aus dem 2.-5-Jhd.
Statt falsche Thesen zu wiederholen, wäre es besser, wenn Du meine Frage beantworten würdest (die ich Dir schon mehrmals gestellt habe):
Warum sollen Hss. aus dem 4.-5 Jh. (Du plädierst ja für die Sinaiticus und der stammt aus dem 4. Jh.) qualitativ besser sein als der TR?

Zitat
es ist übrigens interessant, dass die Stelle mit dem Engel, der das Wasser bewegt, nur im Codex Alexandrinus steht!
Auch diese Behauptung ist falsch. Johannes 5,4 wird nicht nur im Alexandrinus bezeugt, sondern auch in folgenden Quellen:

- Vetus Latina (2. - 4. Jh.)
- Vulgata
- Philoxeniana
- Hierosolymitanum

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #56 am: 17 September 2012, 09:00:11 »
Lieber Roland, vielen Dank für deine interessanten und hilfreichen Antworten. Da die Gefahr besteht, Aussagen zu vermischen, bemühe ich mich bei den Zitaten auch den Namen des Autors einzutragen bzw. zu belassen, damit es nicht zu Verwirrungen kommen, wer hat was gesagt. Dir dürfte sicherlich bereits aufgefallen sein, dass ich keineswegs einfach die Argumentation von „Pilger“ teile, allerdings auch nicht deine „uneingeschränkte“ Befürwortung des textus receptus einfach übernehme.

Du schreibst:
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
Der Zusatz dürfte überliefert sein und nicht ursprünglich geschrieben gewesen sein.
Das bedeutet, dass wir nicht das reine Wort GOTTES vorliegen haben, denn wenn dies ein Zusatz ist, müssen wir davon ausgehen, dass es noch weitere Zusätze gibt. Das heißt, dass wir mit der Bibel ein Konglomerat von GOTTES Wort und religiösen Märchen besitzen. Das wiederum bedeutet, dass jeder Bibelleser selbst herausfinden muss, was in der Bibel das Wort GOTTES ist und was nur religiöse Phantasien sind.
Nein, so sehe ich es nicht, daher freue ich mich, dass im Grunde die Elberfelderübersetzung, verglichen mit anderen Übersetzungen die auf dem textus receptus aufbauen, keine wesentlichen Unterschiede hat. Das spricht für mich dafür, dass Gott über Sein Wort wacht und Menschen als Werkzeuge findet, die Er gebrauchen kann, um Sein Wort zuverlässig zu übersetzen. Darüber habe ich mich aber bereits geäußert.

Was mir besondere Sorgen macht sind solche Aussagen:
Zitat von: Pilger
Wir haben keinen Urtext sondern Handschriften und Übersetzungen.

Es sind ja auch nur ganz wenige falsch übersetzten Worte in unseren Übersetzungen und die meisten kommen daher, dass die "Übersetzer" vielfach von anderen abschauen.

Ansonsten ist es ja so, dass die ewigen Heilswahrheiten in unseren gängigen Übersetzungen alle klar herauskommen.

Den ganzen Beitrag von „Pilger“ siehe: hier

Ich stimme „Pilger“ in der ersten Aussage zu, der zweiten kann ich nicht mehr zustimmen, weil die alternative Auslegung zu 1. Korinther 11 und der Hinweis auf von Siebenthal für mich unzuverlässig und gefährlich ist.


Aber nochmal zu dir, Roland.
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
so gibt es keine Diskrepanzen zwischen der REÜ oder einer Schlachter 2000. Kannst du das bestätigen?
Nein, das kann ich nicht bestätigen. Die Diskrepanzen zwischen den beiden Bibelübersetzungen werden wir uns in diesem Thread noch genauer anschauen.
Eine Bitte hätte ich: Lass uns bei den Unterschieden bei echte lehrmäßige Unterschiede bleiben, d.h. biblische Aussagen die von der einen oder anderen Bibelübersetzung nicht bestätigt werden.

Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
aber die Schilderung steht in der Bibel, einschließlich der Aussage des kranken Mannes
Pilger hat bereits darauf hingewiesen, dass diese Schilderung in den beiden ältesten Hss. fehlt. Für Dich ist doch das Alter der Hss. maßgebend. Wieso diese Schilderung kein Zusatz wie z. B. Matth. 5,44?

Meine konkrete Frage: Warum ist Matth. 5,44 ein Zusatz und Joh. 5,4 kein Zusatz Deiner Meinung nach?

Das mit dem Zusatz bezog sich m.E. auf Matthäus 6,13 und das Vaterunser, siehe meine Antwort: hier. Wobei ich auch damit kein Problem habe, wie ich in meinem Beitrag bereits zu erklären versuchte.

Johannes 5,4 hast du erwähnt mit dem Hinweis auf einen Sektierer (Darbyst), der offensichtlich ein Problem hat mit der ganzen Begebenheit am Teich Betesda. In meiner Antwort: hier, ging es mir mehr darum, dass die Begebenheit in der Bibel steht und somit nicht als solche in Frage gestellt werden darf. Selbst wenn Johannes 5,4 später hinzugefügt worden wäre, so bliebe die Frage nach Vers 7 offen: "Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe; während ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab" Joh 5,7. Offensichtlich ist dieser Vers in allen Handschriften zu finden und somit wird die Begebenheit als solche bestätigt.


Lieber Roland,
ich bin kein Experte in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen sogenannten „Handschriften“, nehme aber Hinweise darauf gerne zur Kenntnis und zur Prüfung. Aus jetziger Sicht lehne ich es ab, den textus receptus als einzige zuverlässige Grundlage für die Bibelausgaben zu sehen. Es geht m.E. darum, anhand aller Schriftenfunde zu beweisen, dass die Bibel in allen darin enthaltenen Lehren zuverlässig ist, ob es dabei um eine REÜ oder Schlachter 2000 handelt. Für mich macht es keinen wirklichen Unterschied.

Wenn du etwas zu der „alternative Auslegung“ von 1. Korinther 11 2-16 schreiben würdest (siehe Beitrag von Pilger: hier), würde mich das freuen. Auch der Hinweis auf von Siebenthal, siehe: hier, halte ich für gefährlich, denn die Behauptung lautet am Ende: Alle Bibelübersetzungen sind im Grunde unzuverlässig, weil es auf die Gelehrsamkeit es Übersetzers ankommt, und das wäre fatal. Vielleicht kannst du dich auch dazu äußern.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #57 am: 17 September 2012, 14:37:19 »
Lieber Roland und Jose,

der Apostel Paulus sagt einmal, wir sollen das Diskuttieren lassen.
Das will ich ab jetzt tun.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #58 am: 17 September 2012, 22:02:36 »
Ja, lieber Bruder,
wenn es um Rechthaberei geht, ist diskutieren verkehrt, und auch wenn es darum geht, an der Wahrheit vorbei einen eigenen Weg zu finden.

Aber wie wollen wir die Bitte unseres Herrn erfüllen, dass wir eins sein sollen, wenn wir nicht in Liebe und Demut, um die rechte Erkenntnis ringen? Gerade im Austausch erfahren wir auch, was uns trennt und was wir vielleicht noch nicht richtig erkannt haben.

Ich möchte dich aber nicht überreden, sondern Gottes Segen wünschen.

In der Liebe Jesu,
José

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #59 am: 18 September 2012, 02:08:15 »
Hallo José,

zum Thema "Kopfbedeckung der Frau" hab ich hier meine Überzeugung zu dieser Thematik gepostet.

Shalom
Roland
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