Autor Thema: Grundtexte für Bibelübersetzungen  (Gelesen 26581 mal)

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Pilger

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #30 am: 12 September 2012, 18:58:29 »
Hallo Roland,

ich muss dich leider korrigieren:
Die deutsche NWÜ ist eine Übersetzung des B-Textes von Westcort und Hort aus dem englischen
die EÜ hat weitestgehend den NA Text.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Bibelübersetzungen, Grundtexte, Vergleich TR und NA
« Antwort #31 am: 12 September 2012, 19:06:55 »
Zitat von: Pilger
Siehe dazu eine interessante Aussage darüber:
http://www.grundtexte.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=288

Lieber "Pilger",
danke für den Erinnerung an der m.E. siehr hilfreichen Ausarbeitung aus dem "Grundtexte-Forum". Darauf hatte ich hier in diesem Forum bereits im Mai auch hingewiesen, siehe den Beitrag: hier.


Lieber Roland,
danke, dass du immer wieder gerne einlenkst und deine Kritik, z.B. an der REÜ wieder etwas abschwächt:

Zitat von: Roland
Die rev. EÜ hat eine ähnliche Textgrundlage wie die NWÜ der Z. J., d. h. hier gibt es durchaus Parallelen.
Die rev. EÜ ist keine tendenziöse Übersetzung wie die NWÜ der Z. J., d. h. hier verbietet sich ein Vergleich.

Wenn sich ein Vergleich verbietet, dann würde ich die zwei Bibelübersetzungen auch in keine Weise zusammen erwähnen. Wenn ich die NWÜ oder die Recovery (Wiedererlangungsübersetzung von Witness Lee) mit anderen bewährten Übersetzungen in einem Atemzug erwähnen würde, von wegen, dass sie die gleiche Basis verwenden, dann würde ich diese Übersetzungen, die bewusst Irrlehren verbreiten, aufwerten. Das könnte ich persönlich nicht verantworten.


Herzliche Grüße,
José

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #32 am: 12 September 2012, 19:11:37 »
Lieber Pilger,

leider muss ich Dich erneut korrigieren. Ich zitiere aus der "Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift mit Studienverweisen", revidiert 1986, S. 7:

Zitat
Griechischer Text: Für die Erstellung des deutschen Textes der Christlichen Griechischen Schriften der Neuen-Welt-Übersetzung ist das Werk von Westcott und Hort, The New Testament in the Original Greek (ursprünglich 1881 veröffentlicht), zugrunde gelegt worden. Ebenso wurden die griechischen Texte von Nestle, Bover, Merk, UBS, Nestle-Aland [Hervorhebung von mir] und anderen berücksichtigt (...)

Damit ist belegt, dass die NWÜ eine ähnliche Textgrundlage wie die rev.EÜ hat. d. h. es handelt sich bei beiden Bibel um textkritische Übersetzungen.

Shalom
Roland

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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #33 am: 12 September 2012, 19:24:43 »
Hallo José,

Zitat
danke, dass du immer wieder gerne einlenkst und deine Kritik, z.B. an der REÜ wieder etwas abschwächt:
Du interpretierst meine Aussagen falsch, denn ich nehme  nichts an meiner Kritik an der REÜ zurück. Die REÜ ist, auf den Grundtext bezogen, eine "Bibel Light", genauso wie die NWÜ der Z. J. Was den Grundtext der beiden Übersetzungen anbelangt, sehe ich keinen qualitativen Unterschied zwischen diesen beiden ÜS.

Einen Unterschied sehe ich in der Qualität der Übersetzung, da die REÜ nicht so tendenziös übersetzt ist, wie die NWÜ.

Zitat
Wenn sich ein Vergleich verbietet, dann würde ich die zwei Bibelübersetzungen auch in keine Weise zusammen erwähnen.
Es verbietet sich nur ein Vegleich in bezug auf die Übersetzungsqualität. Sowohl die NWÜ als auch die REÜ sind textkritische Übersetzungen und aus diesem Grund habe ich auch keine "Hemmungen" beide ÜS in einem Atemzug zu nennen und gleichzusetzen.

Zitat
Wenn ich die NWÜ oder die Recovery (Wiedererlangungsübersetzung von Witness Lee) mit anderen bewährten Übersetzungen in einem Atemzug erwähnen würde, von wegen, dass sie die gleiche Basis verwenden, dann würde ich diese Übersetzungen, die bewusst Irrlehren verbreiten, aufwerten. Das könnte ich persönlich nicht verantworten.
Das mag sein, dass Du es nicht persönlich verantworten kannst. Allerdings entspricht es der Wahrheit, dass alle 3 Übersetzungen (Recovery, NWÜ und REÜ) eine ähnliche Textgrundlage haben. Alle 3 Übersetzungen gehören zur Gattung der textkritischen Übersetzungen und insofern ist es kein Frevel, die 3 Übersetzungen (in diesem Punkt) miteinander gleich zu setzen.

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #34 am: 12 September 2012, 21:13:48 »
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
danke, dass du immer wieder gerne einlenkst und deine Kritik, z.B. an der REÜ wieder etwas abschwächt:
Du interpretierst meine Aussagen falsch, denn ich nehme  nichts an meiner Kritik an der REÜ zurück. Die REÜ ist, auf den Grundtext bezogen, eine "Bibel Light", genauso wie die NWÜ der Z. J. Was den Grundtext der beiden Übersetzungen anbelangt, sehe ich keinen qualitativen Unterschied zwischen diesen beiden ÜS.

Schade, Roland.
Du weißt z.B. dass die NWÜ so verändert wurde, dass die Lehre, dass wenn die Gläubigen sterben, sie zuerst in einem Seelenschlaf sich befinden; du weißt, dass die NWÜ so verändert wurde, dass Jesus nicht als Gott bezeichnet wird; du weißt, dass in der NWÜ das Kreuz nicht erwähnt wird. Bestimmt weißt du noch viel mehr.

Ich möchte dir in aller Liebe sagen, dass du dich widersprichst, wenn du die REÜ als „Bibel Light“ bezeichnest und qualitativ auf den gleichen Stand bringst wie die NWÜ. Das „tendenzielle“ ist für die Qualität besonders verantwortlich. Nein, die EÜ ist keine „Bibel Light“ sondern eine gute Übersetzung, wie du es im Übrigen auch mal geschrieben hast:

Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
Die revidierte Elberfelder ist die von mir am meisten benutzte. Sollte ich die nun ablehnen, weil die auch den Grundtext nach Nestle-Aland berücksichtigt?
Nein, denn die Qualität der Übersetzung ist gut. Allerdings würde ich parallel zur REÜ noch eine Bibelübersetzung lesen, die den T. R. als Grundlage hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Die REÜ ist eine gute Übersetzung, aber sie ist nicht vollständig.

Siehe den ganzen Beitrag: hier

Wenn ich deine Aussagen nehme und nebeneinander stelle, dann wäre die NWÜ „auch“ eine qualitativ „gute“ Übersetzung. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass du es so behaupten wolltest. Bitte überdenke deine Aussagen.

José

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #35 am: 12 September 2012, 21:44:06 »
Hallo José,

offensichtlich besteht immer noch ein Kommunikationsproblem. Ich weiß im Moment leider nicht, wie ich mein Anliegen anders ausdrücken kann.

Ich unterscheide zwischen
a) Wahl des Grundtextes
b) Qualität der Übersetzung.

Schauen wir uns jetzt nur einmal a) an: Hier gibt es lediglich marginale Unterschiede zwischen der REÜ, NWÜ und der Recovery, da die Wahl des Grundtextes sehr ähnlich ist. Alle 3 Übersetzungen sind gehören zur Klasse "Bibel Light", da mind. 300 Bibelstellen fehlen, die sich im Wort GOTTES befinden. Die REÜ und die NWÜ führen einige dieser weggelassenen Bibelstellen in den Fußnoten auf (bei der Recovery weiß ich es nicht). Alle 3 Bibeln sind daher als textkritische Übersetzungen anzusehen.
Oder anders ausgedrückt: Alle 3 Bibelübersetzungen sind in diesem Punkt gleich schlecht.
Mir ist bewusst, dass Du diesen Punkt völlig anders siehst. Deine Beurteilung beruht auf emotionalen Gesichtspunkten. Jedoch ist es Fakt, dass die Textgrundlage der Übersetzungen sich ähnelt. Du kannst jederzeit die Textgrundlage der REÜ und der NWÜ überprüfen und wirst dann die Gemeinsamkeiten dieser Übersetzungen feststellen.

Ein völlig anderer Punkt ist die Qualität der Übersetzung: Die NWÜ ist ein stark tendenziöse Übersetzung und das trifft auf die REÜ nicht zu.

Zitat
Schade, Roland.
Du weißt z.B. dass die NWÜ so verändert wurde, dass die Lehre, dass wenn die Gläubigen sterben, sie zuerst in einem Seelenschlaf sich befinden; du weißt, dass die NWÜ so verändert wurde, dass Jesus nicht als Gott bezeichnet wird; du weißt, dass in der NWÜ das Kreuz nicht erwähnt wird. Bestimmt weißt du noch viel mehr.
Hier hast Du völlig recht. Die Fakten, die Du hier nennst, betreffen jedoch ausschließlich die Qualität der Übersetzung und nicht die Wahl des Grundtextes.

Zitat
dass du dich widersprichst, wenn du die REÜ als „Bibel Light“ bezeichnest und qualitativ auf den gleichen Stand bringst wie die NWÜ.
Dieser Widerspruch besteht nur, weil Du nicht zwischen der Qualität der Übersetzung und der Wahl des Grundtextes unterscheidest.

Zitat
Nein, die EÜ ist keine „Bibel Light“ sondern eine gute Übersetzung
Der Ausdruck "Bibel Light" bezieht sich nicht auf die Qualität der Übersetzung, sondern auf die Wahl des Grundtextes, d. h. ca. 300 Bibelstellen fehlen in der REÜ. Wenn Du die REÜ liest, dann liest Du nicht das vollständige Wort GOTTES.

Zitat
Wenn ich deine Aussagen nehme und nebeneinander stelle, dann wäre die NWÜ „auch“ eine qualitativ „gute“ Übersetzung.
Nein, die NWÜ ist eine qualitativ schlechte Übersetzung, weil sie tendenziös übersetzt wurde. Dies trifft auf die REÜ nicht zu.

Zitat
Das „tendenzielle“ ist für die Qualität besonders verantwortlich.
Genau. Aber dieser Punkt betrifft die Qualität der Übersetzung und nicht die Wahl des Grundtextes.

Fazit: In der Wahl der Textgrundlage sind REÜ und NWÜ gleich schlecht.
         In der Qualität der Übersetzung ist die REÜ um Klassen besser als die NWÜ.

Mir ist bewusst, dass sich diese Aussage nicht mit Deinem gefühlsmäßigen Befinden in Einklang bringen läßt. Aber ich hoffe zumindest, dass ich mich jetzt etwas verständlicher ausdrücken konnte?

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #36 am: 12 September 2012, 22:10:14 »
Danke für deinen Versuch, Roland, es zu erklären wie du es meinst. Wenn du bedenkst, dass die Bezeichnung „Light-Version“ bedeutet, dass wesentliche Aussagen fehlen, dann wüsstest du wahrscheinlich besser, warum ich mich an deiner „versuchten“ Argumentation störe, denn sie verwirrt mich leider nur und schmerzt sicherlich allen, die mit großen Segen die REÜ lesen.

Zitat von: Roland
Mir ist bewusst, dass sich diese Aussage nicht mit Deinem gefühlsmäßigen Befinden in Einklang bringen läßt. Aber ich hoffe zumindest, dass ich mich jetzt etwas verständlicher ausdrücken konnte?

Mit Gefühl hat es nichts zu tun und ich finde es auch nicht besonders gut, es mit ins Spiel bringen zu wollen. Ich habe bereits mit verschiedenen Bibeln gearbeitet. Mit Bruns angefangen am Anfang meines Glaubenslebens, habe ich jedoch nicht sehr intensiv gelesen, denn wechselte ich zu einer Luther, aber nicht von 1912, die ich sehr intensiv gebraucht habe. Dann, bzw. parallel die unrevidierte Elberfelder, die ich auch sehr intensiv las, und seit Jahren im Wesentlichen nur die Revidierte Elberfelder, die mich sehr überzeugt. Einiger meiner Brüder in der Gemeinde lesen in Zusammenkünften aus der „Neue Luther“, die auch den TR als Grundlage hat, daher habe ich da auch Gelegenheit es zu vergleichen. Die King James, auch TR, ziehe ich zuweilen heran, oder die Luther 1912, auch TR. Aber wesentliche Unterschiede, oder Lehren, die in der REÜ fehlen, fand ich nicht.

Ich habe mich früher auch mit der NWÜ der ZJ beschäftigt, als ich mich mit ihrer Lehre auseinandersetzte, daher kann ich sie nur ablehnen. Ich bin wie gesagt mit der REÜ sehr zufrieden und wenn die Befürworter des TR mir sagen könnten, was denn wesentliches, und zwar wesentlich für die Lehre, an der REÜ fehlt, dann könnte ich ihre Argumentation ernst nehmen, aber so nicht. Da scheint mehr Idealismus als Sachlichkeit dahinter zu stehen.

José

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #37 am: 12 September 2012, 22:39:26 »
Hallo José,

schön, dass das Kommunikationsproblem beseitigt werden konnte.

Zitat
und wenn die Befürworter des TR mir sagen könnten, was denn wesentliches, und zwar wesentlich für die Lehre, an der REÜ fehlt, dann könnte ich ihre Argumentation ernst nehmen, aber so nicht. Da scheint mehr Idealismus als Sachlichkeit dahinter zu stehen.
Die Aussage überrascht mich jetzt, denn wir hatten uns bereits über dieses Thema unterhalten.

Du kannst hier eine Tabelle downloaden, woraus Du entnehmen kannst, an welchen Stellen die REÜ vom Wort GOTTES abweicht. Ich wollte zuerst die Datei an mein Posting hängen, doch sie war leider zu groß. Aber mit dem Link sollte es auch funktionieren.

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Frage nach den wesentlichen Lehrpunkte zwischen TR und NA
« Antwort #38 am: 12 September 2012, 23:06:32 »
Zitat von: Roland
Zitat von: Jose
und wenn die Befürworter des TR mir sagen könnten, was denn wesentliches, und zwar wesentlich für die Lehre, an der REÜ fehlt, dann könnte ich ihre Argumentation ernst nehmen, aber so nicht. Da scheint mehr Idealismus als Sachlichkeit dahinter zu stehen.
Die Aussage überrascht mich jetzt, denn wir hatten uns bereits über dieses Thema unterhalten.

Sicherlich erinnere ich mich an das Thema. Du hattest mir im April bereits den Link genannt, siehe: hier. Nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, hatte ich dir auch bereits geantwortet. Worauf du aber überhaupt nicht eingegangen bist, ist auf die Antwort mit Hilfe der Ausarbeitungen aus dem Grundtexte-Forum, siehe hier, obwohl ich dich zwischenzeitlich zweimal darauf hingewiesen habe.

Es haben sich auch andere ernsthafte Gedanken gemacht und haben wesentliche Gründe, warum sie dem textus receptus nicht blind vertrauen.

Erwähnen möchte ich noch, dass WESENTLICH, wesentlich meint. Ob in eine Bibelübersetzung am Ende des Vaterunser steht: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." Mt 6,13, das ist z.B. nicht wesentlich für die Lehre.

Kannst du mir wesentliche Lehrpunkte nennen, die in der REÜ fehlen, im Gegensatz z.B. zur Schlachter 2000?

José

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #39 am: 12 September 2012, 23:20:17 »
Hallo José,

offensichtlich haben wir unterschiedliche Vorstellungen von dem Begriff "wesentlich". Sind die gewichtigen Worte

Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen

nun Bestandteil des Wortes GOTTES oder nicht? Hat der Herr JESUS sie gesprochen, oder wurden sie (wie die textkritischen Fußnoten in modernen Bibeln es behaupten) von späteren Abschreibern nachträglich hinzugefügt? Für den gläubigen Bibelleser, der an die Inspiration der ganzen Heiligen Schrift glaubt, bedeutet das, daß er verunsichert wird: Sind diese Worte inspiriert? Darf ich sie als Wort GOTTES annehmen und auslegen, oder muß ich sie als Menschenwort weglassen?

Wie antwortest Du einem Fragenden?

Shalom
Roland
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Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #40 am: 12 September 2012, 23:32:40 »
Da Du gerne nur Lehrpunkte lesen möchtest, beginnen wir mit Matth. 5,44

Das Wort GOTTES:
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen

REÜ:
"Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde *** und betet für die, welche euch *** verfolgen,"
In einer Fußnote heißt es zwar, dass die fehlenden Worte von späteren Hss. hinzugefügt werden. Das bedeutet jedoch, dass sie nicht zum ursprünglichen Wort GOTTES gehören.

Lieber José, tust Du denen wohl, die Dir fluchen und betest Du für die Leute, die Dich beleidigen oder ist dies unbiblisch? In Deiner Bibelübersetzung ist davon in Matth. 5,44 nichts zu lesen. Was lehrt nun die Bibel?

Ich muss noch einige wichtige Dinge erledigen, deshalb morgen mehr.......

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 12 September 2012, 23:34:29 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Grundtexte für Bibelübersetzungen: Matthäus 6,13
« Antwort #41 am: 13 September 2012, 00:27:12 »
Zitat von: Roland
Für den gläubigen Bibelleser, der an die Inspiration der ganzen Heiligen Schrift glaubt, bedeutet das, daß er verunsichert wird: Sind diese Worte inspiriert? Darf ich sie als Wort GOTTES annehmen und auslegen, oder muß ich sie als Menschenwort weglassen?

Wie antwortest Du einem Fragenden?

Hallo Roland.
Auch ich bin ein gläubiger Bibelleser, und auch ich glaube an die Inspiration der ganzen heiligen Schrift, dennoch weiß ich, wie die fragenden Menschen auch -, dass es die ursprünglichen Handschriften nicht mehr gibt. Daher bin ich dankbar, wenn durch Schriftenfunde bewiesen wurde, dass der Inhalt der Bibel sehr zuverlässig ist. Wenn es nun in verschiedenen Handschriften das eine oder andere mehr steht, wie es eben der Fall ist, dann können wir entweder sagen: „Wir nehmen alles“, oder aber „wir nehmen das als zuverlässig“, wo die Übereinstimmung gegeben ist, ohne unbedingt das andere ablehnen zu müssen. Und ja: »Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen« ist für mich nicht wesentlich und nicht wert, darüber zu streiten. Ich habe aber auch kein Problem, es zu erwähnen.

Die Jünger baten Jesus, dass Er sie beten lehrt (Lukas 11,1), und das Vaterunser, auch ohne den Zusatz der nicht in allen Handschriften steht, ist die Antwort auf ihre Bitte.


Mir ist diese Aussage sehr wichtig geworden:
Zitat

Seit einigen Jahren regt sich in konservativen christlichen Kreisen heftige Kritik gegen diese Art der Textforschung. Dabei wird die Auffassung vertreten, dass Gott sein Wort nicht nur auf vertrauenswürdige Weise geoffenbart hat, sondern dass er auch die Überlieferung begleitet und selbst für eine zuverlässige Textgrundlage gesorgt habe. Diese meinen die Vertreter dieser Ansicht im sogenannten textus receptus zu erkennen.

Quelle:
Handbuch - Bibelübersetzungen - Von Luther bis zur Volxbibel



Ich befürchte, dass in den textus receptus einiges an Überlieferung mit hineingenommen wurde. Die Aussagen müssen nicht verkehrt sein, wie z.B. Matthäus 6,13. Aber überbewerten würde ich es nicht.

José

Offline Jose

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Grundtexte für Bibelübersetzungen: Matthäus 5,44
« Antwort #42 am: 13 September 2012, 00:28:55 »
Zitat von: Roland
Lieber José, tust Du denen wohl, die Dir fluchen und betest Du für die Leute, die Dich beleidigen oder ist dies unbiblisch? In Deiner Bibelübersetzung ist davon in Matth. 5,44 nichts zu lesen. Was lehrt nun die Bibel?

In meiner Bibel ist zu lesen: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen" Mt 5,44. Schon das „liebt eure Feinde“ beantwortet eigentlich alles, und Jesus sagt auch: „betet für die, die euch verfolgen“. Außerdem haben wir noch viele andere Bibelstellen, die uns das lehren, z.B. "Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht!" Röm 12,14. Nicht zu vergessen, es ist das Vorbild, dass uns Jesus hinterlassen hat.

Im Lukasevangelium steht geschrieben: "Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen" Lk 6,27. Was du somit als wesentlich bezeichnet ist nichts, was nicht auch in „meiner“ Bibel steht, d.h. es fehlt nicht.

Herzliche Grüße,
José

Pilger

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #43 am: 13 September 2012, 19:17:18 »
Lieber Roland, was die NWÜ betrifft hast du in dem Sinn Recht, dass diese Quellenbemerkung "NA" zwar im Vorwort steht, aber in den Fußnoten nie erscheint. Ich habe alle Fußnoten angeschaut. Sie schreiben, sie hätten den NA Text berücksichtigt. Wie das aussieht, haben sie nicht näher erwähnt.

Wie dem auch sei: Auch ich möchte dich darauf hinweisen, dass die angeblich fehlenden Stellen in unserern Bibeln gegenüber dem TR faktisch nicht stimmt.
http://www.grundtexte.de/index.php?option=com_attachments&task=download&id=288

Auch das noch als Hinweis:
Erasmus und sein Handschriftenchaos:
http://www.bsb-muenchen-digital.de/~web/web1041/bsb10410355/images/index.html?l=de&digID=bsb10410355&v=100&nav=0

Liebe Grüße
Pilger

Offline Roland

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Re: Grundtexte für Bibelübersetzungen
« Antwort #44 am: 14 September 2012, 01:16:48 »
Hallo Pilger,

Zitat
aber in den Fußnoten nie erscheint. Ich habe alle Fußnoten angeschaut. Sie schreiben, sie hätten den NA Text berücksichtigt. Wie das aussieht, haben sie nicht näher erwähnt.
Hier musst Du Dir die Kritik gefallen lassen, dass Du Dir offensichtlich den Fußnotenapparat nur sehr oberflächlich angeschaut hast, denn bereits auf der 1. Seite des NT der NWÜ wird in den Fußnoten auf Nestle-Aland verwiesen:

Matthäus 1,8: "In WH, UBS und Nestle-Aland (Hervorheb. von mir) fehlen Ahasja, Joas, Amazja. Siehe aber 1CH 3:11, 12"


Quellen für den Text der NWÜ (NT):

Quellen für den Text der Neuen-Welt-Übersetzung Christliche Griechische Schriften
griechische Urschriften und frühe Abschriften
    armenische Übersetzung
    koptische Übersetzungen
    syrische Übersetzungen — Cureton-Syrer, Philoxeniana,
     Harklensis, palästinisch-syrische Version, Sinai-Syrer,
     Peschitta
    Vetus Latina
       Vulgata (lateinisch)
           Sixtina und Clementina (revidierte lateinische Texte)
    griechische Kursivhandschriften
        Textausgabe von Erasmus
        Textausgabe von Stephanus
            Textus receptus
               griechische Textausgabe von Griesbach
                   Emphatic Diaglott
    Papyri — (z. B. Chester Beatty P45, P46, P47; Bodmer P66,
     P74, P75)
    frühe griechische Majuskelhandschriften — Codex Vaticanus
     1209 (B), Codex Sinaiticus (?), Codex Alexandrinus (A),
     Codex Ephraemi Syri rescriptus (C), Codex Bezae (D)
        griechische Textausgabe von Westcott und Hort
        griechische Textausgabe von Bover
        griechische Textausgabe von Merk
        griechische Textausgabe von Nestle und Aland
        griechische Textausgabe der United Bible Societies


Zitat
Wie das aussieht, haben sie nicht näher erwähnt.
Die Übersetzer der NWÜ zeigen bzgl. des verwendeten Grundtextes eine große Transparenz. Hier können sich andere (z. B. die Übersetzer der rev. Elberfelder Übersetzung) sich ein Beispiel nehmen. Der textkritische Apparat ist um Längen besser als der textkr. Apparat der REÜ.

Zitat
Auch ich möchte dich darauf hinweisen, dass die angeblich fehlenden Stellen in unserern Bibeln gegenüber dem TR faktisch nicht stimmt.
Auch diese Aussage ist falsch. Hierkannst Du Dir die entsprechende Liste herunterladen.

Zitat
Erasmus und sein Handschriftenchaos:
Hat Erasmus bei der Zusammenstellung des Textus Receptus schludrige Arbeit geleistet?

Daß Erasmus bei der Herausgabe der ersten Ausgabe des Textus Receptus unter Zeitdruck stand, ist unbestritten, und er hat es auch nicht beschönigt. Dennoch ist mit nichts bewiesen, daß dies auch seine Textentscheidungen selbst betroffen hätte. Diese Textentscheidungen sind ja mit großer Wahrscheinlichkeit, wie oben erwähnt, großenteils schon Jahre vorher bei der Arbeit an seiner lateinischen Übersetzung gefallen.

Objektiv beweisbar ist die Tatsache einer großen Zahl von Druckfehlern. Wenn man die damals verwendete griechische Schrifttype kennt und berücksichtigt, daß die Schriftsetzer selbst wahrscheinlich kein Griechisch konnten, darf man annehmen, daß diese Fehler in erster Linie auf den Schriftsatz zurückgehen und aus Zeitnot nicht mehr ausreichend korrigiert werden konnten (Korrektor war übrigens laut Scrivener Oekolampatius und nicht Erasmus selbst).

Daß Erasmus, wie man in jeder Darstellung lesen kann, die letzten Verse der Offenbarung für seine Erstausgabe vom Lateinischen rückübersetzt hat, ist für die Verhältnisse der damaligen Zeit nicht so ungeheuerlich, wie es heute hochgespielt wird. Es wäre sicherlich nicht einfach und sehr zeitraubend gewesen, eine andere Handschrift der Offenbarung zu bekommen (sie sind auch heute recht selten und wurden damals nicht ohne weiteres von den Besitzern verliehen). Erasmus hat diesen Notbehelf offen zugegeben (ob das jeder heutige Wissenschaftler machen würde?) und später den Abschnitt entsprechend überarbeitet.

Es ist unredlich, wenn man die Qualität der ganzen, fünf Auflagen umfassenden Pionier-Textausgabe unter Hinweis auf die Fehler und Schwächen der Erstausgabe herabsetzen will. Dahinter steckt die parteiische Absicht der Textkritik, die Notwenigkeit ihrer kritischen Gegenausgaben zu „beweisen“!

Shalom
Roland
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