Autor Thema: Geistlicher Hintergrund der Darbysten (AV)  (Gelesen 8338 mal)

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Offline Jose

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Ist die AV missionarisch aktiv?
« Antwort #15 am: 10 März 2012, 15:26:37 »
Zitat von: Silas
Hallo Roland,
ich habe mich einige Zeit mit der AV beschäftigt. Aber nirgendwo behaupten diese Brüder, es würden nur 4.000 Gläubige in den Himmel kommen. Außerdem könnten etliche Dinge die fishx behauptet auch auf Euch und andere christliche Gruppen zutreffen.

Insofern solte man sich hüten unreflektiert solche Meinungen zu übernehmen. Empfindet ihr diese ganze Diskussion nicht auch als unchristlich?

Hallo Silas!
Über deinen Diskussionsbeitrag habe ich mich sehr gefreut. Das mit den 4000 bezieht sich vielleicht auf die noch lebenden, die eben dazu gehören. Bei den Zeugen Jehovas wird die Zahl 144000 verwendet, um die Gesamtzahl deren anzuzeigen, welche in den Himmel kommen werden. Hier sind auch die bereits verstorbenen, die noch "schlafen", bei den ZJ auch mitgezählt.

@Hallo Roland
Es fällt mir immer noch schwer, von Darbysten pauschal als Sektierer zu sprechen. Die Beiträge im Zusammenhang mit der AV zeigen aber, dass es sich um eine Minderheit handelt. Weiß du, ob sie missionarisch aktiv sind?

Ich habe erst vor einiger Zeit von einer Schwester ein Zeugnis gelesen, wie sie durch Geschwister aus einer exklusiven Brüderversammlung zum Glauben kam, die sich sehr in Liebe um sie mühten. Sie ist ihnen für ihren Dienst sehr dankbar.

Gruß und Gottes Segen,
José

« Letzte Änderung: 10 März 2012, 15:35:48 von Jose »

Offline Roland

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Re: Geistlicher Hintergrund der Darbysten (AV)
« Antwort #16 am: 10 März 2012, 16:27:24 »
Hallo José,

danke für Deine Antwort.

Zitat
Es fällt mir immer noch schwer, von Darbysten pauschal als Sektierer zu sprechen.
Das kann ich gut verstehen. Mir ging es ähnlich. Als ich zum Glauben kam, hielt eine Schwester aus einer "Brüdergemeinde" brieflich Kontakt zu mir (E-Mails gab es damals nicht) und beantwortete meine Fragen so gut wie sie konnte. Sie arbeitete damals mit der "Anzeigen Missions Gesellschaft" (AMG) zusammen. Ich besuchte sie auch einmal in ihrer "Versammlung" (Wuppertal). Das war Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts  :) Im Nachhinein beeindruckte mich die Tatsache, dass sie sich auch zu Wort meldete, obwohl Redeverbot für Frauen bestand (ist üblich bei den Darbysten).

Je mehr ich mich mit der Propaganda-Literatur der Brüderbewegung beschäftige, desto leichter fällt es mir, die Sekte der Darbysten beim Namen zu nennen. Verstärkt wird das Ganze noch dadurch, wenn man erfährt, was hinter den Kulissen läuft. Ein Beispiel: In einer Darbysten-Versammlung kam es zu einer Spaltung, weil sich die "Brüder" nicht einigen konnten, ob Frauen Lieder vorschlagen durften oder nicht. In einem anderen Fall kam es zu einer Spaltung, weil sich die Sekten-Funktionäre ("Brüder") nicht einigen konnten, ob Frauen schon eine Kopfbedeckung tragen sollten, wenn sie das "Versammlungslokal" betreten.

An diesen beiden Beispielen sieht man, wie abgehoben die Darbysten sind und wie wenig ihre Lehre mit der Bibel konform geht.
 
Zitat
Die Beiträge im Zusammenhang mit der AV zeigen aber, dass es sich um eine Minderheit handelt.
Die Aussage stimmt, wenn Du die ganze Brüderbewegung (also auch die "offenen") Brüder berücksichtigst.

Zitat
Weiß du, ob sie missionarisch aktiv sind?
Die Frage kann man pauschal nicht beantworten. Es ist allerdings erkenntbar, dass in den letzten beiden Jahrzehnten einzelne darbystische Gruppierungen ("Versamlungen") ihre missionarischen Aktivitäten verstärkt haben. Offensichtlich ist ihnen bewusst geworden, dass sie zu einer aussterbenden Spezies gehören.

Die "Raven-Brüder" zeigen wenig Interesse an missionarischen Aktivitäten.

Zitat
die sich sehr in Liebe um sie mühten. Sie ist ihnen für ihren Dienst sehr dankbar.
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Dieses "Zeugnis" wirst Du aber auch bei vielen anderen Sekten finden (z. B. bei den Zeugen Jehovas). Auch hier mühen sich die Zeugen mit viel Liebe um die Menschen. Das Ziel hinter diesen liebevollen Aktivitäten jedoch ist, dass die Leute "in die Spur gebracht" werden, d. h. dass sie das Glaubenssystem der Sekte verinnerlichen. Interessant wird es, wenn die Sekten-Ideologie kritisch hinterfragt wird. Dann wird sich zeigen, ob es wirklich Liebe oder einfach nur Berechnung war.

Mir fällt da gerade ein Beispiel ein, das ich mit Zeugen Jehovas erlebt habe (dies geschah vor ca. 20 Jahren): Meine Frau war damals schwanger und ich musste eine Schrankwand in den Keller tragen. Unsere Freunde wollte ich deswegen nicht extra anrufen. Ich stand also vor der Schrankwand und überlegte mir, wie ich am besten vorgehen sollte. Plötzlich klingelte es an der Haustüre und meine Frau sagte mir, dass uns gerne zwei Zeugen Jehovas sprechen wollten. "Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätten sie sich nicht aussuchen können", dachte ich mir. Doch plötzlich kam mir eine Idee. "Sind das Männer oder Frauen?", fragte ich meine Frau. "Männer" bekam ich zur Antwort. "Ist doch super, bitte sie doch herein!" antwortete ich meiner Frau. Sie stellten uns kurz ihre Sekten-Ideologie vor und wir vereinbarten einen Termin für ein Bibelstudium. Es waren zwei sehr nette und freundliche Menschen. Ich fragte die beiden, ob sie mir helfen könnten, die Schrankwand in den Keller zu tragen? "Natürlich!" rief der Wortführer, sprang auf und zog sein Jackett aus und wir beiden wuchteten die Schrankwand in den Keller (der andere Zeuge trug das Jackett seines Kameraden). Als wir fertig waren, war sein schickes Hemd total verschwitzt.

Wir trafen uns zum Bibelstudium und ich stellte einige kritische Fragen. Plötzlich war es es schnell vorbei mit der Freundlichkeit und die beiden hatten dann leider keine Zeit mehr (auch nicht für Folgetermine). Hätte ich sie jetzt gebeten, mir bei der Schrankwand zu helfen, hätte ich sie alleine in den Keller tragen können.

Fazit: Solange sie in mir einen potenziellen Zeugen gesehen haben, waren sie sehr freundlich zu mir. Als sie merkten, dass ich der falsche Adressat für ihre Propaganda war, war es schnell vorbei mit der Freundlichkeit.

In diesem Sinne......

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 10 März 2012, 16:30:07 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Geistlicher Hintergrund der Darbysten (AV)
« Antwort #17 am: 05 Mai 2012, 11:01:34 »
Hallo Roland,
als ich vorhin von deiner Erfahrung mit den Zeugen Jehovas erneut las, habe ich mich gefreut über die praktische Hilfe die du erfahren hattest. Du hast dann auch geschrieben:

Zitat von: Roland
Wir trafen uns zum Bibelstudium und ich stellte einige kritische Fragen. Plötzlich war es es schnell vorbei mit der Freundlichkeit und die beiden hatten dann leider keine Zeit mehr (auch nicht für Folgetermine). Hätte ich sie jetzt gebeten, mir bei der Schrankwand zu helfen, hätte ich sie alleine in den Keller tragen können.

Es kann durchaus sein, dass wenn du, wenn du später erneut um Hilfe gebeten hättest, tatsächlich keine Hilfe mehr erfahren hättest, es muss aber m.E. nicht unbedingt sein. Es könnte dir mit ehemaligen Glaubensgeschwistern aber übrigens auch geschehen.

Es ist mir ein grundsätzliches Anliegen bzw. es ist eine grundsätzliche Not, wenn Menschen einander die Gemeinschaft verwehren bzw. auch Gläubige einander nicht einmal mehr grüßen. Möglicherweise berufen sie sich z.B. auf biblische Gebote wie diesen: "Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht!" 2.Joh 10, aber ich denke, auch hier gilt es mit Weisheit vorzugehen.

Wenn von der Alte Versammlung (AV) die Rede ist so habe ich gelesen, dass die Anhänger keine Gemeinschaft haben mit "Brüdern" aus anderen Kreisen bzw. Spaltungen der Brüderbewegung. Das finde ich generell sehr schade und persönlich möchte ich lernen, mich von dem Geist Gottes leiten zu lassen und am Wort zu bleiben, anstatt mich von Menschengeboten beherrschen zu lassen.

Im Hebräerbrief lesen wir das Wort: "Gehorcht und fügt euch euren Führern! Denn sie wachen über eure Seelen, als solche, die Rechenschaft geben werden, damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre nicht nützlich für euch" Hebr 13,17, aber gerade dies "Gehorcht und fügt euch euren Führern!" darf m.E. besonders in unserer heutigen Zeit nicht blind befolgt werden, denn es gibt sehr viele vermeintliche Lehrer.

Christus muss an erster Stelle stehen und der Gehorsam zu Seinem Wort. Dann auch der Gehorsam zu denen, die Er, der Herr, in Seine Gemeinde als Hirten eingesetzt hat. Dabei müssen wir aber darauf achten, ob ihre Anweisungen und Ermahnungen mit den Lehren der Schrift übereinstimmen.

Gottes Segen,
José