Autor Thema: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?  (Gelesen 1901 mal)

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Offline Jose

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Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« am: 10 Februar 2012, 00:03:27 »
In der Kurzangabe zu dem Bereich "Christliche Vereine" ist zu lesen:

Zitat
Hier werden alle Themen behandelt, die die christlichen Vereine (wie z. B. Baptisten, Methodisten, Pfingstler usw.) betreffen

Es geht hier sicherlich um Gemeinden, die rechtlich einen e.V. Status haben (eingetragener Verein), und ich möchte betonen, dass es mir auch wichtig ist, nicht zu einer Gemeinde zu gehören, die einen solchen Status hat. Allerdings, wenn eine Freikirche oder irgendeine Zusammenkunft von Gläubigen einen e.V. Status hat, so leite ich daraus nicht sofort einen ungeistlichen Stand der Zugehörigen ab. Es geht m.E. auch nicht um den e.V. Status alleine, sondern auch um viele Andere Verstrickungen, wie zur Allianz und Ökumene.

Ich würde somit nicht so weit gehen zu behaupten, dass eine biblische Gemeinde kein e.V. sein darf, zudem ich gar nicht beurteilen kann, ob es zuweilen Gründe geben kann, die es sinnvoll und empfehlenswert machen. Die Frage ist allerdings, welche Verpflichtungen können einer Gemeinde, mit einem e.V. Status, durch die Behörden auferlegt werden, die der geistlichen Entwicklung der Gemeinde nicht förderlich sind. Hierüber müssten sich die Verantwortlichen dann Gedanken machen.

Die Gemeinde, in der ich Anfang der 80er Jahre zum Glauben kann, hatte einen e.V. Status. Aber nicht das war der Grund, warum ich die Gemeinde verlassen habe, sondern fehlendes festhalten am Wort Gottes. Diese Gefahr kann man aber überall begegnen, auch in Hauskreisen, wo ich manchmal denke, dass dort zuweilen solche zusammenkommen, die sich nirgends unterordnen wollen und sich nirgendwo verbindlich zu einer lokalen Gemeinde bekennen wollen.

Persönlich hätte ich ein Problem, zu einem Hauskreis zu gehören, der nicht im Sinne einer biblischen Gemeinde, wie sie uns im NT gezeigt wird, gegliedert ist und wo die Verantwortlichkeiten nicht definiert sind. Gibt es eigentlich für Hauskreise in diesem Forum auch einen Bereich?

José


Offline Roland

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Re: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« Antwort #1 am: 10 Februar 2012, 19:01:07 »
Hallo José,

ich möchte auch niemandem, der Mitglied in einem "christlichen" Verein ist unterstellen, dass er/sie ungeistlich ist. Allerdings ist mir ein Rätsel, wie man Verein und Gemeinde unter einen "Hut" bringen will, denn der Verein ist eine juristische Person. Wie verträgt sich eine "juristische Person" mit der Gemeinde JESU?

Shalom
Roland
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Offline Jose

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Eine biblische Gemeinde sollte kein e.V. sein
« Antwort #2 am: 10 Februar 2012, 20:47:44 »
Hallo Roland.
Danke für deine klaren Worte, aber auch für die Klarstellung, dass wir niemand aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Freikirche mit e.V. Status beurteilen dürfen.

Ich stimme dir zu, wenn du schreibst:
Zitat
Allerdings ist mir ein Rätsel, wie man Verein und Gemeinde unter einen "Hut" bringen will, denn der Verein ist eine juristische Person. Wie verträgt sich eine "juristische Person" mit der Gemeinde JESU?
Persönlich kann ich es mir auch nicht vorstellen und bin froh, dass ich seit 1987 in eine Gemeinde bin, die kein e.V. ist.

In der ersten Gemeinde wo ich war, da wurde nach Vereinsregeln viel Demokratie geübt, d.h. die versammelten Mitglieder haben über verschiedenes, selbst über den neuen einzustellenden Prediger, mit entschieden. Ich denke aber, dass dort in der Gemeinde es so geregelt war, aber nicht von der Obrigkeit auferlegt worden war.

Ob eine Gemeinde, die beispielsweise Missionare aussendet oder verschiedene überkonfessionelle Aktivitäten hat, irgendwie juristisch organisiert sein muss, kann ich allerdings nicht beurteilen, da ich mich rechtlich zu wenig auskenne. Ich bin aber so informiert, dass eine Gemeinde mit e.V. Status im Grunde dazu verpflichtet werden kann, ihre Räumlichkeiten auch für weltliche Zwecke zur Verfügung zu stellen, z.B. als Wahllokale. Das spricht aber somit eindeutig gegen den Status sprechen, wenn wir Gemeinde Jesu bilden wollen.

Herzliche Grüße, José
 

Pilger

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Re: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« Antwort #3 am: 12 September 2012, 19:14:58 »
Liebe Geschwister, darf ich eine Frage stellen zu diesem Thema:
Wie wird in diesen Gemeinden ohne e.V. das Geld verwaltet?

Es gab in den letzten Jahren verschärfte Kontrollen durch das Finanzamt und wenn keine klare Buchhaltung da war, wurden die Einnahmen dem Gemeindeleiter als Einnahmen berechnet,

Das galt bis in die "Sonntagschulkassen" oder Jungscharkassen usw.

Liebe Grüße
Pilger

Offline Jose

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Eine biblische Gemeinde muss kein e.V. sein
« Antwort #4 am: 12 September 2012, 19:36:51 »
Zitat von: Pilger
Liebe Geschwister, darf ich eine Frage stellen zu diesem Thema:
Wie wird in diesen Gemeinden ohne e.V. das Geld verwaltet?

Lieber „Pilger“.
Ohne, dass ich dir alles genau erklären kann, kann ich dir zumindest sagen, dass man kein e.V. sein muss, um von freiwilligen Spenden getragen zu werden, die aber dann natürlich nicht steuerabzugfähig sind. Die biblische Gemeinde, zu der ich gehöre, ich kein e.V., aber bislang gab es mit dem Finanzamt m.W. keine Probleme. Es wird alles ordnungsgemäß gebucht und daher hat das Finanzamt bislang wohl auch keinen Grund gehabt, unserer Gemeindeleitung Hindernisse in den Weg zu legen.

Wenn du nähere Infos benötigst, dann setze dich bitte mit mir persönlich in Verbindung.

Herzliche Grüße,
José

Offline Roland

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Re: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« Antwort #5 am: 12 September 2012, 19:39:38 »
Hallo Pilger,

ich kann jetzt nicht für alle Gemeinden schreiben, sondern Dir nur mitteilen, wie ich die Sache sehe: Ich sehe es so wie das Finanzamt: Die Einnahmen werden dem Verantwortlichen als Einnahmen berechnet, d. h. er muss sie bei seiner Steuererklärung angeben und versteuern.

Sonst besteht die Gefahr, dass "schwarze Kassen" existieren, was ich aus biblischen Gründen ablehne, denn wir sollen dem Staat geben, was dem Staat gehört (freies Bibelzitat).

Shalom
Roland

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Offline Mikki

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Re: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« Antwort #6 am: 02 Juli 2018, 06:26:53 »
denn der Verein ist eine juristische Person.

Kann mann das so sagen, Juristikative (Gewaltenteilung)  = Staat = Welt

Eine e.V-Gemeinde verbunden mit dem Staat? - der Welt?

Offline Roland

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Re: Kann eine biblische Gemeinde ein e.V. sein !?
« Antwort #7 am: 02 Juli 2018, 10:40:25 »
Hallo Mikki,

hier ein Auszug aus Wikipedia zum eingetragenen Verein:

"Organe
Für eingetragene Vereine sind zwei Organe vorgeschrieben, Vorstand und Mitgliederversammlung. Das Verhältnis dieser Organe zueinander kann von der Vereinssatzung unterschiedlich geregelt werden. Einige Satzungen sehen auch zusätzliche Organe wie einen Beirat, Aufsichtsrat oder Kuratorium vor, wobei diese fakultativen Organe nicht unbedingt die gleiche Bedeutung haben wie in anderen Rechtsformen. Einige Vereine bezeichnen wahlweise die Mitgliederversammlung oder den Vorstand als Kuratorium. In nicht eingetragenen Vereinen sind alle Mitglieder hinsichtlich ihrer Kompetenzen gleichgestellt, wenn nicht Organe wie beim eingetragenen Verein gebildet werden.

Vorstand
Die Einrichtung eines Vorstands ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 26 BGB). Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Die Vertretungsmacht des Vorstandes kann allerdings in der Vereinssatzung mit Wirkung gegen Dritte beschränkt werden. Die Satzung kann beispielsweise bestimmen, dass Rechtsgeschäfte ab einem bestimmten Geschäftswert nur mit vorheriger Zustimmung der Mitgliederversammlung vorgenommen werden können. Dies ist gegenüber Dritten nur wirksam, wenn die Satzung im Vereinsregister eingetragen ist. Fehlen die Mitglieder des Vorstands, kann das zuständige Amtsgericht auf Antrag einen Notvorstand bestellen. Der Vorstand wird in der Regel von der Mitgliederversammlung gewählt, abweichende Regelungen sind aber möglich. Manche Vereinsvorstände haben zum Beispiel das Recht, durch Kooptation weitere Vorstandsmitglieder ohne Befragung der Mitgliederversammlung zu ernennen.

Mitglieder- oder Hauptversammlung
Je nach Art und Größe eines Vereins ist gemäß dessen Satzung das oberste Organ die Mitgliederversammlung. Bei mitgliederstarken Vereinen und bei Verbänden (Zusammenschluss von Vereinen) wird diese auch Delegiertenversammlung oder Hauptversammlung genannt. Sie entscheidet in allen Vereinsangelegenheiten, die nicht vom Vorstand oder einem anderen in der Satzung bestimmten Organ zu besorgen sind. Zu einer Mitglieder- oder Hauptversammlung hat der Vorstand in den von der Satzung bestimmten Fällen und wenn die Interessen des Vereins es gebieten einzuberufen. In der Praxis ist üblich, dass die Satzungen eine regelmäßige jährliche Mitgliederversammlung vorsehen.

Die Mitgliederversammlung entscheidet mit der von der jeweiligen Satzung bestimmten Mehrheit.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung muss in Fällen einberufen werden, welche die Satzung vorsieht, oftmals wenn 10 % der Mitglieder eines Vereines dieses verlangen (Minderheitenvotum).

Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft im Verein wird entweder durch Mitwirkung als Gründer oder durch Beitritt erworben. Der Beitritt ist ein Vertrag zwischen dem Verein und dem neuen Mitglied, setzt also dessen Antrag und die Annahme durch den Verein, vertreten vom Vorstand voraus. Die Rechte aus der Mitgliedschaft sind nicht übertragbar (das Stimmrecht ist unter Umständen übertragbar, wenn die Vereinssatzung dies ausdrücklich vorsieht) und nicht vererblich. Die Ausübung der Mitgliedschaftsrechte kann niemandem anderen überlassen werden. Die Mitgliedschaft endet durch Tod, Ausschluss, Austritt oder Auflösung des Vereins. Die Austrittserklärung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung. Die Satzung kann – was in der Praxis üblich ist – vorsehen, dass der Austritt nur zum Ende des Geschäftsjahres wirkt.

Echte Mitgliedsbeiträge sind in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit, wobei echte von unechten Mitgliedsbeiträgen abzugrenzen sind, etwa von Beiträgen für eine Inanspruchnahme der Vereinstätigkeit (Abschnitt 1.4. UStAE). Umsatzsteuerbefreit sind zudem kulturelle und sportliche Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine, soweit das Entgelt in Teilnehmergebühren besteht (§ 4 Nr. 22 Buchstabe b UStG)."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Verein#Eingetragener_Verein

Ich denke schon, dass man hier eine "Gewaltenteilung" in christlichen Vereinen erkennen kann, d. h. ein Verein ist eine "Demokratie im Kleinen". Damit ist auch eine e.V.-Gemeinde mit dem Staat, d. h. mit der Welt verbunden und auch davon beeinflusst.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!