Autor Thema: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche  (Gelesen 2931 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« am: 07 Januar 2012, 00:28:30 »
Die Römisch-Katholische Kirche hat viele Sonderlehren eingeführt, die sich nicht durch klare Aussagen der Heiligen Schrift belegen lassen, sondern die im Widerspruch zu Gottes Wort stehen, so etwa die folgenden, nach Jahreszahlen geordnet:

• 355: Der römische Bischof beansprucht: Er sei der Papst, der direkte Nachfolger des Apostelfürsten Petrus.

• 375: Heiligenverehrung (nach Röm 1,25 Götzendienst) wird offiziell eingeführt.

• 397: Als Folge davon entwickelt sich der Reliquienkult (Überreste von verstorbenen Bischöfen und Heilig gesprochenen           
          werden als wundertätig verehrt; magisches Denken).

• 431: Maria, die Mutter Jesu, wird als »Mutter Gottes« oder »Gottesgebärerin« dogmatisiert.
 
• 529: Es bilden sich die ersten Mönchsorden (Benediktiner) in Italien.

• 550: Einführung des »Sterbesakraments« (letzte Ölung)

• 592: Behauptung eines »Fegefeuers« nach dem Tod

• 688: Kreuze aus Holz, Stein oder anderen Materialien sollen angebetet werden.

• 715: Heilige sollen im »Gebet« angerufen werden können (nach 3. Mo 19,31 Spiritismus).

• 787: Bilder können verehrt werden (entgegen dem Bilderverbot aus 2. Mo 20,4).

• 1074: Die Priester sollen ehelos bleiben (Zölibat; entgegen 1. Tim 4,1-5; 1. Kor 9,5).

• 1100: Seelenmessen für Verstorbene werden eingeführt.

• 1115: Der Ablass wird eingeführt (Freikauf von zeitlichen Sündenstrafen aus dem Fegefeuer durch Bußleistungen oder Geld). Gibt es auch heute noch!

• 1208: Das Rosenkranzbeten wird eingeführt (»Gebet« zu Maria; Spiritismus).

• 1215: Die Transsubstantiationslehre wird dogmatisiert (substantielle Verwandlung des Brotes und Weines in den Leib und das Blut Jesu Christi zur Sündenvergebung).

• 1246: Einführung von »Fronleichnam« (Verehrung des »Leibes Christi« bzw. der Hostie im Tabernakel).

• 1414: Der Wein wird dem Kirchenvolk vorenthalten, es bekommt nur noch die Hostie (das Brot) – gegen Mt 26,27: 
            »Trinket alle daraus!«.

• 1545: Tridentinisches Konzil mit folgenden Beschlüssen der katholischen Kirche. Unter anderem: 1563:
1. Wer behauptet, allein durch den Glauben werde der Sünder gerechtfertigt, der sei ausgeschlossen! (aus der Kirche, von der Erlösung)
2. Wer behauptet, die empfangene Gerechtigkeit werde nicht vor Gott durch gute Werke vermehrt, sondern diese Werke seien nur Früchte und Zeichen der erlangten Rechtfertigung, der sei ausgeschlossen!

• 1564: Die Apokryphen werden zum Wort Gottes erklärt.

• 1854: Unbefleckte Empfängnis Marias wird dogmatisiert (Maria habe Jesus geboren, weil sie selbst sündlos war. Wäre
            Maria sündig gewesen, hätte auch Jesus Sünden gehabt) – gegen Röm 3,10: »Da ist keiner, der gerecht ist,       
            nicht einer!«

• 1871: Die »Unfehlbarkeit« des Papstes wird behauptet und dogmatisiert.

• 1950: Maria sei leibhaftig zum Himmel aufgefahren (Mariä Himmelfahrt) (findet sich nirgends in der Heiligen Schrift)


Auszug aus: Dr. Lothar Gassmann, KLEINES KATHOLIZISMUS-HANDBUCH, 167 Seiten, 5,80 Euro - beim Autor erhältlich
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Drafi

  • Benutzer
  • Beiträge: 19
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #1 am: 23 August 2013, 18:18:23 »
Wenn hier einer unbiblisch ist, dann ist es Lothar Grassmann selbst! Er verbreitet Lehren, die nirgends in der Hl. Schrift stehen. Oder können Sie mir eine Bibelstelle sagen, in der steht: "Reliquienkult ist magisches Denken"? Quatsch! Aber dass es schon bei Lukas Reliquien vom Hl. Paulus gab, darüber sieht Grassmann hinweg (Apg 19,11-13). So ein Heuchler!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Reliquienkult ist Okkultismus
« Antwort #2 am: 23 August 2013, 21:46:53 »
Hallo Drafi,

offensichtlich ist Dir die Bedeutung des Begriffes "Reliquie" nicht bekannt und kommst daher zu einer falschen Schlussfolgerung. Die religionsgeschichtliche Bedeutung der "Reliquie" ist folgende:

Zitat

"Die Überreste (lat. reliquiae) des Körpers, der Kleidung oder von Gebrauchsgegenständen rel. Persönlichkeiten werden für Gläubige Objekte der Verehrung, weil man sich durch die Reliquien nicht nur an den Toten [Hervorheb. von mir] erinnert, sondern hofft, seiner Macht teilhaftig zu werden oder seinen Segen zu erhalten......"
Quelle: Kasper, Walter u.a. (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Herder (Freiburg im Breisgau) 2009, Band 8, S. 1091


In Apg. 19,11-13 war Paulus nicht gestorben und das bedeutet, dass  Deine Theorie unzutreffend ist. Die Bibelstelle lautet:

Auch wirkte GOTT ungewöhnliche Krafttaten durch die Hände des Paulus, so dass sogar Schweißtücher oder Schürzen von seiner Haut weg auf die Kranken gebracht wurden. Und die Krankheiten verließen sie. Auch fuhren die bösen Geister aus von ihnen.Aber es unternahmen etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern, auf die, die böse Geister hatten, den Namen des HERRN JESUS zu nennen: "Wir beschwören euch", sagten sie, "bei dem Jesus, den Paulus verkündet!"

Die Schweißtücher und Schürzen versinnbildlichten die Macht, die GOTT Paulus verliehen hatte. Es muss jedoch festgehalten werden, dass sie aus sich selbst heraus keinerlei magische Kräfte besaßen und es daher keine Grundlage dafür gibt, derartige Wunder heute wiederholen zu wollen. Wie es auch sonst in der Apostelgeschichte meist der Fall ist, dienten die Wunder zur Bestätigung der Werke des Apostels (vgl. auch Apg. 2,43; 4,30; 5,12; 6,8; 8,6.13 u.v.m.)

Fazit: Reliquienkult hat keine biblische Grundlage, sondern ist reiner Okkultismus. Wenn Du an Reliquien glaubst, treibst Du Okkultismus!

Gruß
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Drafi

  • Benutzer
  • Beiträge: 19
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #3 am: 24 August 2013, 11:25:16 »
Dein Argument, dass "sie aus sich selbst heraus keinerlei magische Kräfte besaßen" ist zwar richtig, aber die katholischen Reliquien besitzen auch keine Kraft aus sich selbst, sondern aus den Heiligen durch die Reliquien: "Als heilbringende Quellen gab uns der Herr Christus die Reliquien der Heiligen, die auf mannigfache Weise die Wohltaten ausströmen, wohlriechendes Öl hervorquellen" (Kirchenvater Johannes v. Damaskus). Wenn du sagst, Reliquien seien okkult, dann sag mir eine Bibelstelle, die das behauptet. Denn die Abtuung der Reliquien als okkult ist eine menschliche Tradition, die nirgends in der Bibel steht!

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #4 am: 24 August 2013, 12:46:28 »
Hallo „Drafi“

Auch die sogenannten katholischen Heiligen haben aus sich keine Kräfte und es ist verkehrt, sie zu verehren oder gar anzubeten. Irgendwelche Reliquien von ihnen natürlich auch nicht. Vielleicht solltest du dich zuerst biblisch damit beschäftigen: Wer sind Heilige?

Eine für mich sehr lehrreiche Begebenheit steht in der Apostelgeschichte. Es wird daraus deutlich, dass
  • persönlicher Glaube erforderlich ist.
  • der Glaube an und die Anbetung des lebendigen Gottes erforderlich sind
  • alles andere Götzendienst ist
  • Götzendiener sehr schnell bereit sind, die Kinder Gottes zu hassen

Die Heilung eines Lahmen in Lystra
Apg 14,8-20 (Schlachter 2000)
8 Und in Lystra saß ein Mann mit gebrechlichen Füßen, der von Geburt an gelähmt war und niemals hatte gehen können. 9 Dieser hörte den Paulus reden; und als der ihn anblickte und sah, daß er Glauben hatte, geheilt zu werden, 10 sprach er mit lauter Stimme: Steh aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher.

11 Als aber die Volksmenge sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und sprachen auf lykaonisch: Die Götter sind Menschen gleichgeworden und zu uns herabgekommen! 12 Und sie nannten den Barnabas Zeus, den Paulus aber Hermes, weil er das Wort führte. 13 Und der Priester des Zeus, dessen Tempel sich vor ihrer Stadt befand, brachte Stiere und Kränze an die Tore und wollte samt dem Volk opfern.

14 Als aber die Apostel Barnabas und Paulus das hörten, zerrissen sie ihre Kleider, und sie eilten zu der Volksmenge, riefen 15 und sprachen: Ihr Männer, was tut ihr da? Auch wir sind Menschen, von gleicher Art wie ihr, und verkündigen euch das Evangelium, daß ihr euch von diesen nichtigen [Götzen] bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist! 16 Er ließ in den vergangenen Generationen alle Heiden ihre eigenen Wege gehen; 17 und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen; er hat uns Gutes getan, uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. 18 Obgleich sie dies sagten, konnten sie die Menge kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

Paulus wird in Lystra gesteinigt
19 Es kamen aber aus Antiochia und Ikonium Juden herbei; die überredeten die Volksmenge und steinigten Paulus und schleiften ihn vor die Stadt hinaus in der Meinung, er sei gestorben. 20 Doch als ihn die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Und am folgenden Tag zog er mit Barnabas fort nach Derbe.

Aus der Begebenheit wird doch sehr deutlich, wem Anbetung und Ehre gebührt, nämlich Gott. Und so wie hier die Apostel jegliche Verehrung ihrer selbst gewehrt haben, so gewiss auch, wenn jemand etwas von ihnen verehren würde. Die Ehre gebührt immer Gott. Alles andere ist immer Götzendienst.

Mit freundlichen Grüßen,
José

Pilger

  • Gast
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #5 am: 24 August 2013, 13:27:45 »
Lieber Drafi,
entweder ist die Bibel die Norm, oder die römische Lehre.
Kein Gestorbener kann vom Jenseits her irgend etwas bewirken an den Menschen, keine "Heiligen" und auch keine "Maria".
Da ist alles kath. Irrlehre, die keinen Bestand in der Bibel hat, sondern aus dem Dogma:
"Neben der heiligen Schrift ist die Tradition gleichberechtigt."

Und die "Tradition" hat alle diese Irrlehren hervorgebracht, mit denen dir rrK die Menschen vom biblischen Glauben wegführt zum Irrglauben und mit ihrer Verbindung zur Totenwelt, in den Okkultismus.

Perle

  • Gast
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #6 am: 24 August 2013, 17:03:01 »
Wenn du sagst, Reliquien seien okkult, dann sag mir eine Bibelstelle, die das behauptet. Denn die Abtuung der Reliquien als okkult ist eine menschliche Tradition, die nirgends in der Bibel steht!

Hallo Drafi,

vielleicht gibt dir diese Bibelstelle zu denken:

Haggai 2,11-14 (Schlachter)

So spricht der Herr der Heerscharen: Frage doch die Priester über das Gesetz und sprich: 
Wenn jemand heiliges Fleisch im Zipfel seines Gewandes trägt und mit seinem Zipfel Brot oder ein Gericht oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise berührt, wird dieses dadurch heilig? Und die Priester antworteten und sprachen: Nein! Da sprach Haggai: Wenn aber jemand, der sich an einer Leiche verunreinigt hat, eines von diesen Dingen anrührt, wird es dadurch unrein? Und die Priester antworteten und sprachen: Es wird unrein!  Da antwortete Haggai und sprach: Ebenso ist auch dieses Volk und diese Nation vor mir, spricht der Herr; so ist jedes Werk ihrer Hände und was sie dort opfern: unrein ist es!


Schalom!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Re: Sonderlehren der Römisch-Katholischen Kirche
« Antwort #7 am: 25 August 2013, 23:43:18 »
Hallo Perle,

schön wieder von Dir zu lesen. Das ist ja wirklich eine Überraschung.....   :D

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Reliquienkult ist okkult und pervers
« Antwort #8 am: 26 August 2013, 00:49:57 »
Hallo Drafi,

 
Zitat
aber die katholischen Reliquien besitzen auch keine Kraft aus sich selbst, sondern aus den Heiligen durch die Reliquien: "Als heilbringende Quellen gab uns der Herr Christus die Reliquien der Heiligen, die auf mannigfache Weise die Wohltaten ausströmen, wohlriechendes Öl hervorquellen" (Kirchenvater Johannes v. Damaskus).
Das ist leider nicht ganz richtig, denn schon Cyrill von Jerusalem (†386) spricht von einer den Reliquien innewohnenden "Kraft", und Johannes von Damaskus (um 800) nennt sie


"heilbringende Quellen ..., die auf mannigfache Weise Wohltaten ausströmen".


Außerdem spielt im Volksglauben die Reliquienverehrung oft die größte Rolle: man erhofft von der Berührung der Reliquie oder des Reliquienschreines Heilwirkungen der verschiedensten Art.

Die katholischen Funktionäre fördern aktiv diesen Volksglauben, denn in den letzten 70 Jahren haben mindestens vier Päpste besonderen Wert auf Reliquien gelegt. Eine katholische Zeitschrift enthüllte, dass Pius XII. wie sein Vorgänger, Pius XI.,

Zitat
Reliquien von der Heiligen von Lisieux bei sich trug.


Paul VI.
Zitat
hatte einen Finger des Apostels [Thomas] auf dem Schreibtisch in seinem Studierzimmer
, und Johannes Paul II. bewahrt
Zitat
in seinen Privatgemächern Stücke der . . . sterblichen Überreste
der "Heiligen" Benedikt und Andreas auf (Quelle: 30 giorni, März 1990, Seite 50). Angesichts dieses päpstlichen "Vorbilds" überrascht es nicht, dass die Nachfrage nach Reliquien für die private und kirchliche Verehrung steigt.


Zitat
Wenn du sagst, Reliquien seien okkult, dann sag mir eine Bibelstelle, die das behauptet. Denn die Abtuung der Reliquien als okkult ist eine menschliche Tradition, die nirgends in der Bibel steht!
Eine biblische Antwort auf Deine Behauptung hast Du bereits von Perle, José und Pilger erhalten. Ich möchte noch kurz einige Dinge ergänzen:

Allgemein kann man einen orendistischen und einen animistischen Reliquienglauben unterscheiden. Bei ersterem denkt man sich die Kraft in den Reliquien selbst wirksam; das Orenda erfüllt sie mit einem unerschöpflichen Fluidum, das wirkend von ihnen ausgeht. Die Reliquie gilt als orendistischer, krafterfüllter Gegenstand wie etwa ein Amulett. Beim animistischen Reliquienglauben erwartet man die Wirkung von der Person, der die Reliquie angehörte, als sie noch am Leben war, und die ein persönliches Leben noch nach dem Tode führt und noch selbsttätig wirken kann.

So ist der Reliquienkult in beiden Formen eine Erscheinungsform des Totenkults, und zwar insbesondere des Heroen- und Heiligenkults (= Totenbeschwörung).

Hier noch eine weitere Bibelstelle, die zu diesen Erscheinungsformen Stellung bezieht und den okkulten Hintergrund aufzeigt:

dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der ... Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste (Magie / Okkultismus) oder Zauberei treibe oder ein Bannsprecher oder ein Medium, oder einer, der einen Wahrsagergeist hat, oder jemand, der die Toten befragt. (5. Mose 18,10-11).


Die Perversion der Reliquienverehrung

Nachdem wir den okkulten Ursprung der Reliquien geklärt haben,  möchte ich noch auf die Perversion der katholischen Reliquienverehrung hinweisen:

Im Mittelalter wurden an mehr als einem Dutzend Orten in Europa einst Vorhäute "Jesu" verehrt. Am intensivsten war die Vorhautverehrung in Frankreich (wo man sich auch im Besitz einiger Nabelschnüre des Heilands glaubte). "Praeputia Christi" gab es in Besançon, Boulogne, Compiègne, Conques, Fécamp, Langres, Le Puy, Coulombs, Metz, Nancy und Paris, doch die berühmteste nannte die Abtei von Charroux bei Poitiers ihr Eigen. Karl der Große höchstpersönlich soll sie den Mönchen von Charroux vermacht haben. Sehr zum Verdruss der Römer, die dasselbe von ihrer noch älteren Vorhaut behaupteten. Auch im spanischen Santiago de Compostela zog es Jakobspilger aus ganz Europa vor den Vorhaut-Altar: Dabei wären deutsche Pilger schon in Hildesheim fündig geworden. Eine Windel "Jesu" wird im Aachener Dom übrigens bis heute verehrt.

An Weihnachten des Jahres 800 soll Karl der Große die Reliquie Papst Leo III. geschenkt haben, als dieser ihn in Rom zum Kaiser krönte. Ein Engel, so Karl, habe ihm die Vorhaut überbracht, als er am Heiligen Grab betete. Eine Reise Karls ins Heilige Land gehört zwar ins Reich der frommen Legenden. Weil sich Karl für die Christen in Jerusalem einsetzte, hat er von dort aber tatsächlich einige wertvolle Reliquien erhalten.

Aufbewahrt wurde diese älteste Vorhaut "Jesu" in der Kapelle Sancta Sanctorum. Sie gehört zu den Resten des antik-mittelalterlichen Lateranpalastes der Päpste. Die "echten" Sandalen "Jesu" hortete man hier, den Stuhl, auf dem "Jesus" beim letzten Abendmahl saß – und eben seine Vorhaut.

Im Hochmittelalter und bis in die Reformationszeit hinein trieb der Vorhautkult grotesk anmutende Blüten: Die heilige Katharina von Siena (1347-1380) trug die Vorhaut "Jesu" als unsichtbaren Fingerring, während sie sich Augenzeugen zufolge ekstatisch am Boden wälzte und die spirituellen Umarmungen "Christi" genoss. Der spanische Jesuit Alfonso Salmerón (1515-1585), einer der ersten Schüler des Ignatius von Loyola (1491-1556), dichtete:

Zitat
"Jesus" schickt seinen Bräuten den fleischlichen Ring des höchst kostbaren Präputiums. Der Hersteller ist der Heilige Geist, seine Werkstätte ist Marias reinster Schoß. Das Ringlein ist weich!

Der vatikanische Gelehrte Leo Allatius (ca. 1586-1669) spekulierte in seiner Schrift "De Praeputio Domini Nostri Jesu Christi Diatriba" völlig ernsthaft, dass es sich bei den 1610 neu entdeckten Saturnringen um die Vorhaut des "Herrn" handeln müsse, die mit "Jesus" in den Himmel aufgefahren sei und sich nun in dieser Gestalt dem irdischen Betrachter zeige.

Die Geschichte ihrer Vorhaut-Reliquien war der katholischen Kirche nämlich zunehmend peinlich. Seit der Aufklärung sah sie sich deswegen immer ätzenderem Spott ausgesetzt. Im Februar 1900 erließ der Vatikan schließlich ein Dekret, das es Katholiken bei Strafe verbietet, über die Heilige Vorhaut zu schreiben oder zu sprechen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist aus dem katholischen Feiertagskalender sogar jegliche Erinnerung an die "Circumcisio Domini" am 1. Januar verschwunden. Statt über die Erinnerung an die Beschneidung Jesu dessen jüdische Wurzeln hervorzuheben, entschied sich die katholische Kirche in ihrem Ringen mit der Moderne dafür, die Marienverehrung zu stärken. Der 1. Januar ist für Katholiken heute das "Hochfest der 'Gottesmutter' Maria". (Quelle)

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dich von diesen okkulten und perversen Praktiken der rkk lossagen kannst!

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!