Autor Thema: Spitze von Gnadau und Allianz einig gegen sog. christliche Fundamentalisten  (Gelesen 9691 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Große Koalition gegen christliche Fundamentalisten - und die Evangelische Allianz macht mit!

Von Joachim Schmitsdorf / Hans-Werner Deppe

Zur TV-Sendung "Die Hardliner des Herrn", die die ARD am 11. Juli 2007 ausstrahlte und die sich gegen "christliche Fundamentalisten" richtete, bekam der Sender viele kritische Reaktionen. So beschloss man, am 7. Oktober 2007 in einer weiteren Sendung auch mit Repräsentanten der Evangelikalen darüber zu diskutieren.

Teilnehmer waren der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (als Vertreter der Evangelikalen), Prof. em. Erich Geldbach (ehem. Dozent für Ökumenik und Konfessionskunde an der Ruhr-Universität Bo-chum), Pfarrerin Annette Kick (Weltanschauungsbeauftragte der ev. Kirche in Württemberg) und Prof. Peter Steinacker (Präsident der ev. Kirche von Hessen-Nassau). Der Chefredakteur der HR-Kirchensendung "Horizonte" Meinhard Schmidt-Degenhardt leitete die Runde. Dabei zeigten sich die Diskussionsteil-nehmer in ihrer Ablehnung des Fundamentalismus derart einig, dass Schmidt-Degenhardt von einer "Großen Koalition" sprach.

Allianz-Chef Jürgen Werth, ERF: "Ich bin kein Fundamentalist"
Auch Jürgen Werth distanzierte sich ausdrücklich von christlichen Fundamentalis-ten (O-Ton: "Ich bin kein Fundamentalist") und nannte als definierendes Kennzei-chen pauschal ihre "Gesprächsunfähigkeit". Mit seiner Distanzierung folgt er anscheinend der Empfehlung des Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbands Pfr. Christoph Morgner. Dieser rät davon ab, sich Fundamentalist zu nennen, da man sonst "mit Bomben legenden Hamas-Anhängern, fanatischen Hisbollahs und sonstigen religiösen und politischen Radikalinskis gleichgesetzt" würde (idea-Meldung vom 13.02.07). Idea gab Werth wie folgt wieder: "Die Evangelische Allianz sei eine bunte, breite Bewegung, die jedoch nicht für das Aufkommen neuer Gruppen rechts und links von ihr in Verantwortung genommen werden könne." - Das fundamentale Festhalten an der Inspiration der Bibel ist jedoch kein Glaube einer abweichenden, neuen Randgruppe, sondern der herkömmliche christliche Standpunkt schlechthin.

Klare Begriffsdefinition schwierig
Dennoch fiel sowohl Werth als auch den anderen Diskutanten eine Abgrenzung zwischen Fundamentalisten und Evangelikalen schwer, da die Grenzen zwischen beiden manchmal fließend scheinen. Geldbach zufolge sind Fundamentalisten all jene, die die Bibel als irrtumslos und unfehlbar betrachten. Hier ist Jürgen Werths Aussage aufschlussreich, dass die Anzahl derer, die innerhalb der Ev. Allianz noch an der Verbalinspiration der Bibel festhielten, nicht allzu groß sei; die meisten Evangelikalen seien Mitglieder der Landeskirchen und hätten sich deren Position angenähert. Falls diese Einschätzung zutrifft, heißt das nichts ande-res, als dass inzwischen die Mehrheit der Evangelikalen der Bibelkritik huldigt und somit - undiplomatisch gesagt - vom biblischen Glauben abgefallen ist.
Scharfe Worte eines liberal-theologischen Baptisten Prof. Geldbach, der schon in der Vergangenheit bibeltreue Christen mehrfach scharf angegriffen hatte (so behauptete er z. B. in der baptistischen Zeitschrift "Die Gemeinde" vom März 2003, christliche Fundamentalisten seien "durchaus auch zur Gewalt bereit", ja sogar eine "Gefahr für den Weltfrieden"), erwies sich auch in dieser Sendung als streitbarer Mensch. Er sprach vom "Problemwort 'bibeltreu'" und warf den Fundamentalisten vor, sie klebten an Buchstaben, was "Wortterror" sei. Da fragt man sich, ob nach dieser seltsamen Logik ein Richter, der sich an Recht und Gesetz hält, nicht als "Paragraphenterrorist" bezeichnet werden müsste. Geldbach distanzierte sich zudem vom Kreationismus, den er wie auch andere Diskussionsteilnehmer heftig kritisierte. Geldbach warnte davor, dass sich die gemäßigten Gruppen in der Ev. Allianz zu sehr von Fundamentalisten einbinden lassen.

Berufsverbot für bibeltreue Christen?
Frau Kick hielt gar das Engagement von Absolventen bibeltreuer Ausbildungsstät-ten in Kirchengemeinden für eine "Gefahr", ebenso auch die Tätigkeit christlicher Fundamentalisten im Bereich von Medien oder Verlagen. - Das klingt ja ganz wie der Ruf nach einem Berufsverbot für bibeltreue Christen. Sollten also christliche Verlage und Ausbildungsstätten, die von der irrtumslosen Verbalinspiration der Bibel ausgehen, verboten werden?

Zuckerbrot und Peitsche: Entweder Vereinnahmung oder Ausgrenzung
Ähnlich kritisch äußerte sich Prof. Steinacker: "Fundamentalismus ist mit Gewalt verbunden gegen Menschen, die meinen Glauben nicht teilen." - Man darf sich fragen, ob solche Aussagen nicht auf Steinacker und Gesinnungsgenossen zu-rückfallen, denn jahrhundertelang haben schließlich die Landeskirchen friedliche "fundamentalistische" Freikirchen gewaltsam verfolgt. Andererseits würde Steinacker auch gerne die Frommen mit ins Boot von Lan-deskirche oder Ökumene holen. Ebenso wie Werth sieht er eine Annäherung zwischen Landeskirche und Pietisten, die er als "Schatz der Kirche" bezeichnete, "den man nicht herablassend behandeln sollte". Dass er damit nicht alleine steht, zeigt eine idea-Meldung vom 23.09.07. Danach buhlt auch Friedrich Weber, Bischof der braunschweigischen Landeskirche und Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen", um die Evangelikalen: Er nannte die Pietisten "das Salz in der Suppe der Landeskirche"; als "gefährlich" hingegen bezeichnete er "christliche ebenso wie islamische Fundamentalisten", die von Evangelikalen zu unterscheiden seien.

Fazit
Bibelgegründeter Glaube gerät öffentlich immer mehr unter Druck und Verach-tung. Dass diese Diskriminierung auch von liberaltheologischen Landeskirchlern ausgeht, ist nicht neu. Dass Vertreter der Evangelikalen sich aber der Koalition gegen "christlichen Fundamentalismus" anschließen und sich damit u.a. von der Verbalinspiration distanzieren, ist hingegen sehr bedenklich. Ist man vor dem öffentlichen Druck eingeknickt oder ist das wirklich der Standpunkt der Deutschen Evangelischen Allianz?

Was ist eigentlich "Fundamentalismus"?
Die Ausdrücke "Fundamentalismus" und "Fundamentalisten" wurden 1920 in Anlehnung an die Aufsatzreihe "The Fundamentals: A Testimony To The Truth" geprägt ("Die Grundla-gen: ein Zeugnis für die Wahrheit"). Diese wurde zuerst zwischen 1910 und 1915 veröf-fentlicht und danach mehrfach neu aufgelegt (z. T. in überarbeiteter Fassung). Insbeson-dere verteidigte man darin die Heilige Schrift gegen die Bibelkritik, und wie der Titel schon sagt, ging es um das, was von Anfang an die Grundlage des christlichen Glaubens war. Fundamentalismus ist also keine Erfindung des 19. oder 20. Jahrhunderts. Auch die Re-formatoren waren in diesem Sinne "Fundamentalisten". Man kann sich daher nicht auf das reformatorische "Sola Scriptura" berufen und zugleich den Fundamentalismus ablehnen, wie Jürgen Werth es in dieser Fernsehdiskussion tat. Zu den Verfassern der "Fundamentals" zählen namhafte amerikanische und britische Theologen wie Reuben Archer Torrey, James Orr, Arno C. Gaebelein, Benjamin B. War-field, C. I. Scofield, Thomas Spurgeon, Arthur T. Pierson u. a. Unter ihnen sind sowohl Dispensationalisten als auch nicht-dispensationalistische Theologen. Es ist daher unzutref-fend, dass der Dispensationalismus (wie Geldbach behauptet) die Grundlage des Funda-mentalismus bilde. So formulierte z. B. die Generalversammlung der Presbyterian Church (reformierte Kirche in den USA) 1910 in den später "Five Fundamentals" genannten Grundsätzen die Anliegen der Fundamentalisten: 1. die Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit der Bibel; 2. die Geburt Jesu Christi durch eine Jungfrau und seine ewige Gottheit; 3. das stellvertretende Sühne-opfer Jesu Christi am Kreuz; 4. die leibliche Auferstehung Jesu Christi sowie 5. seine leib-liche Wiederkunft (nachzulesen beispielsweise in dem nicht fundamentalistisch, sondern historisch-kritisch geprägten Lexikon "Die Religion in Geschichte und Gegenwart"). Übrigens: was den oft bemühten Vergleich zum Islam betrifft, so könnte kein Moslem alle diese fünf Punkte unterschreiben.

Spätere Bedeutungsverschiebung
"Fundamentalismus" ist also ein genuin christlicher Begriff. Wie kommt es dann, dass man heutzutage darunter meist die Weltanschauung Bomben legender Terroristen versteht? Es ist das Ergebnis jahrelanger Begriffsverdrehung durch Meinungsmacher, die meist durch eine dezidiert antichristliche Haltung auffallen. (Interessant ist dabei, dass dieselben De-magogen gegenüber dem Islam eine oft bemerkenswerte Sympathie an den Tag legen und diesen gerne verharmlosen, wenn sie ihn nicht gerade als Buhmann benutzen, um bibeltreue Christen in ein- und denselben Topf zu werfen.) Zuerst begann die westliche Presse um 1980, im Zusammenhang mit der islamischen Revolution im Iran deren Vertreter (islamische) "Fundamentalisten" zu nennen. Zwar wehr-ten sich anfangs noch Islamkenner wie Peter Scholl-Latour gegen diese Fehlbezeichnung, doch der Begriff setzte sich durch und erfuhr so eine Bedeutungswandlung von "Verteidi-ger der christlichen Glaubensgrundlagen" zu "gemeingefährlicher religiöser Fanatiker".

Quelle: dwg-radio
« Letzte Änderung: 18 Januar 2011, 00:53:05 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

  • Administrator
  • Benutzer
  • Beiträge: 2567
    • Hauszellengemeinde
Generalangriff gegen den biblischen "Fundamentalismus"
« Antwort #31 am: 18 Januar 2011, 00:51:55 »
Generalangriff gegen den biblischen "Fundamentalismus"

Was ist biblischer Fundamentalismus?

von Prof. Dr. Samuel Külling [ A ]



Von verschiedensten Seiten aus werden heute die "Fundamentalisten" oder der "Fundamentalismus" bekämpft. Wenn dies von aussen geschieht, d.h. von Menschen, die nicht im biblischen Sinne gläubig sind, versteht man dies noch. Aber warum distanzieren sich auch sogenannte "Evangelikale", d.h. Gläubige, die sich zu den biblischen Heilswahrheiten bekennen, vom "Fundamentalismus"?

Warum wird z. B. über den am 11. November 2001 in sein Amt als neuer Direktor der Pilgermission St. Chrischona eingesetzten Dr. Markus Müller in der "Riehener Zeitung" vom 9. November 2001 folgendermaßen geschrieben:

"Er macht in diesem Zusammenhang keinen Hehl aus seiner Kritik an gewissen fundamentalistischen christlichen Gruppierungen. Den bisweilen von aussen an die Pilgermission herangetragenen Vorwurf, ihrerseits fundamentalistische Positionen zu vertreten, hält Markus Müller für unberechtigt."
Warum muss Walter Gut, der als Journalist für den Evangeliumsrundfunk arbeitet, anlässlich des Artikels von Dr. Friedhelm Jung "Sind christliche Fundamentalisten gewalttätig?", was letzterer verneint, diesen massiv angreifen? [ 1 ]

So schreibt Walter Gut:

"Der Anspruch, einen 'guten' christlichen Fundamentalismus im gesellschaftlich-kulturellen Gespräch anzubieten, ist eine folgenschwere Verkennung biblisch-geistlicher Eckwerte. Ein Versuch, der schon in seinem Ansatz verfehlt ist und deshalb dem Leib Christi schweren Schaden zufügt."
Walter Gut ruft "die verantwortlichen Leiter unserer Freikirchenverbände, der biblischen Ausbildungsstätten und die Leiter von SEA [ 2 ], VFG [ 3 ], AEM [ 4 ] und Idea dazu auf, als verantwortliche Hirten Stellung zu nehmen zu der bis heute unwidersprochen hingenommenen Propagierung eines christlichen Fundamentalismus." [ 5 ]

Der Bibelbund Schweiz befasste sich am 3. Nov. 2001 mit dem Begriff "bibeltreu". Die Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten hat als Konferenzthema im November 2001 den Begriff "bibeltreu", wobei einige Lehrer theologischer Seminare letztlich nichts anderes versuchen, als das "fundamentalistische" Verständnis von "bibeltreu" in sein Gegenteil zu verwandeln. Dieser Angriff auf die "fundamentalistische" Bibelhaltung erfolgt weltweit. Das ICBI [ 6 ], zu dessen Beirat für das deutschsprachige Europa ich gehörte, hat sich während 10 Jahren gezielt mit diesem Thema befasst. Das war deswegen nötig, weil manche sog. evangelikale Vertreter von Ausbildungsstätten u.a. sich von der sog. «fundamentalistischen» Position entfernten, oder in Gefahr waren, dies zu tun. Sie meinten, nicht mehr an der Wahrheit der Bibel in jeder Hinsicht (Geschichte, Naturwissenschaft u.a.) festhalten zu können, oder glaubten, Widersprüche in der Bibel feststellen zu müssen.

In der Zeitschrift "Diakrisis" [ 7 ] findet sich in einem Beitrag von Pfr. Sven Findeisen zum 100. Geburtstag von Prof. Hellmuth Frey ein Seitenhieb gegen den "Fundamentalismus": Bekanntlich hat Frey die vom biblischen "Fundamentalismus" abgelehnten sog. historisch-kritischen Methoden und Hypothesen in seinem Auslegungswerk "Die Botschaft des Alten Testaments" grundsätzlich eingebaut. Wohl mit Bezug darauf schreibt Findeisen:

"Das gab Frey die Sicht und die Kraft, andere Fundamente und Begründungen, also die gängigen Fundamentalismen aufzudecken, die alle nicht den Weg in der 'Kleinen Kraft' gehen: die Vorstellungen und Bedingungen des bibelkritischen Fundamentalismus wie der idealistisch-gesetzlichen sog. Bibeltreue, des institutionalen Fundamentalismus bei den Kirchen wie des enthusiastischen Fundamentalismus, der sich auf eigene Erfahrungen gründet. Es ist Freys einsamem Kampf zu danken, daß nach dem Kriege der rationalistische Fundamentalismus aus USA nicht über den Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz bei uns als Bibeltreue normativ wurde."
Mit grosser Besorgnis muss auch festgestellt werden, dass einer der früher selbst eine "fundamentalistische" Bibelhaltung vertrat und verteidigte, Prof. Dr. Dr. Dr. Willem Ouweneel in den Niederlanden, nun in der Zeitschrift "Bijbel en Wetenschap" [ 8 ] , deren leitender Redaktor er ist, einen Hauptangriff ausgerechnet gegen die "fundamentalistische" Bibelhaltung richtet, die er zugleich kritisiert.

Wegen all den hier erwähnten Tatsachen gehen wir in dieser Nummer unserer Zeitschrift grundsätzlich auf die Auseinandersetzung um den sog. "Fundamentalismus" ein. Damit geben wir zugleich eine Klärung der Bezeichnung "Bibeltreue".

 

Die Bedeutsamkeit eines "fundamentalistischen" Bibelbekenntnisses

I. Zur Definition des Begriffs

Schon 1965 habe ich an der Europäischen Evangelischen Allianz-Konferenz und Ratstagung in Zürich die Forderung an den Anfang meines Vortrags [ 9 ] gestellt, dass jeder, der sich über "Fundamentalismus" äussert, erst eine Definition abgibt, was er darunter versteht.

1. Gebrauch der Bezeichnung "Fundamentalismus"; "Fundamentalismus" als negatives Schlagwort

"Fundamentalismus" wird oft als Schlagwort benutzt, ohne Beziehung zu einem bestimmten Glaubensinhalt. Es wird als Schimpfwort eingesetzt. Walter Gut vom Evangeliumsrundfunk (Schweiz) bezeichnet es als "Götzendienst" und "ideologisches Denkraster", "zu meiden wie die Pest".[ 10 ]. Das Wort gilt als ideologisches Schreckgespenst zur Bezeichnung von Militanz, gewalttätiger Durchsetzung seiner Überzeugung von Aggression, Sturheit und Fanatismus. Man kann das Wort mit Hansjörg Hemminger "im weiteren Sinne ... für eine bestimmte Haltung zur Umwelt, zur Religion, zur Politik usw., im besten Fall für eine bestimmte soziale oder seelische Befindlichkeit einer religiösen Gruppe" gebrauchen. [ 11 ]

2. Die Entstehung des Begriffs "Fundamentalismus"

Mit obigen Schlagworten und Charakterisierungsversuchen hat der biblische "Fundamentalismus" nichts zu tun.

Entstanden ist der Begriff nach der Publikation von zwölf Bändchen 1910-1915 in den USA [ 12 ] mit dem Titel "The Fundamentals" (=Die Grundlagen). In ihnen werden fünf unaufgebbare "Fundamentals" hervorgehoben:

1. Die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel
2. Die Gottheit von Jesus Christus
3. Seine Jungfrauengeburt
4. Sein stellvertretendes Sühneopfer am Kreuz
5. Seine leibliche Auferstehung und persönliche Wiederkunft

Die sich auf Jesus Christus beziehenden Fundamentalaussagen 2-4 sind auch in den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen enthalten, namentlich im nizänischen, während die 1. Glaubensaussage zur Bibel heute den Hauptstreitpunkt in der Auseinandersetzung mit dem "Fundamentalismus" bildet.


3. Zerrbild und Kritik des "Fundamentalismus" von christlicher Seite

a.) Der Angriff Bergmanns auf die erste Fundamentalaussage der Irrtumslosigkeit und Inspiration

Pfr. Dr. Gerhard Bergmann hat 1963 in Deutschlands grösstem evangelischem Vereinshaus, der Hammerhütte in Siegen, vor 3500 Zuhörern ein Grundsatzreferat im Rahmen der Allianzkonferenz gehalten, das erweitert und überarbeitet unter dem Thema "Vom Geheimnis der Bibel" vom damaligen Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz. Pfr. Paul Deitenbeck, herausgegeben wurde. Hier greift er das angeblich "fundamentalistische" Bibelverständnis an, das die sog. "Knechtsgestalt" der Bibel, ihre "Unebenheiten" (gemeint: Widersprüche) nicht sehen wolle. Die "Fundamentalisten" würden Vogel-Strauss-Politik treiben. Sie steckten den Kopf in den Sand und würden über die menschliche Knechtsgestalt (gemeint: menschlich-irrtümliche Gestalt) der Schrift schweigen, statt sie anzuerkennen. Bergmann stellt den Satz auf:

"Die Heilige Schrift ist irrtumsfrei in allem, was notwendig ist ad fidem (= zum Glauben). Die Bibel aber erhebt nicht den Anspruch rationaler Irrtumslosigkeit." [ 13 ]
Er zitiert Adolf Schlatter:

"Es hat Gott gefallen, uns in der Bibel nicht ein fehlerfreies Buch zu geben, aber ein Buch, das uns fehllos zu Gott heimbringt." [ 14 ]
Es folgt dann auch die Definition der Redaktion:

"'Fundamentalisten' sind streng buchstabengläubige Kreise, die in gesetzlich verengter Sicht die Unfehlbarkeit der Bibel auch in geschichtlichen und naturkundlichen Nebenfragen behaupten." [ 15 ]
Bergmann stellt sich dann in einem ambivalenten, widersprüchlichen Satz gegen den "Fundamentalismus", so wie er ihn definiert, und von dem er sagt: "Der Fundamentalismus ist wirklich von der Heiligen Schrift her nicht haltbar." [ 16 ]. Er hebt hervor: "Dem unbiblischen Fundamentalismus stellt die Gemeinde Jesu die unbedingte Bibeltreue entgegen" [ 17 ] als ob "Fundamentalismus" und "Bibeltreue" Gegensätze wären!

Bergmann greift in diesem Vortrag auch massiv die Inspiration der Bibel an, die er nur für teilinspiriert hält. Unter dem Titel "Es gibt keine durchgängige Verbalinspiration" sagt er:

"Die Inspiration ist aber nicht mechanisch und nicht durchgängig von 1. Mose 1, 1 bis Off. 22, 21 zu verstehen." [ 18 ]
Aber er wird noch massiver, wenn er auf die sog. "Rachepsalmen" zu sprechen kommt, die man meiner Meinung nach besser "Psalmen mit strafenden Vergeltungsworten" oder "Gerechtigkeitspsalmen" nennen würde; denn es geht ja darin nicht um "Rache". Bergmann masst sich an, Ps 137,9 mit folgenden Worten zu kritisieren:

"Was hat das mit dem Geist Jesu zu tun? Gar nichts! Er sagt: 'Liebet eure Feinde.' Was hat das mit dem Hohen Lied der Liebe in 1. Kor. 13 zu tun? Gar nichts! Solche Hass- und Rachegelüste sind wahrhaftig nicht vom Geiste Gottes inspiriert. Sondern das offenbart den giftig-schwelenden Herzenspfuhl des unerlösten Menschen. Wären solche Hassausbrüche aber von Gott inspiriert - oh, welch eine Absonderlichkeit! -, dann könnten sich tatsächlich die Mörder der Hitler-Diktatur auf die Bibel berufen und sagen: wir erfüllen Gottes Befehl, wenn wir Judenkinder der an Steinen zerschmettern." [ 19 ]
Als ob es hier um Judenkinder ginge! Ich habe in FUNDAMENTUM zu den Fragen dieser sog. "Rachepsalmen" Stellung genommen. [ 20 ]

Wir könnten solche Urteile über gewisse Bibelteile, die aus derselben Quelle stammen wie das «Sollte Gott gesagt haben» der Schlange In Gen 3, 1 zur Seite legen, wenn sie nicht noch heute in dieser oder jener Form in den Köpfen heutiger sich "evangelikal" oder "bibeltreu" nennender Theologen herumspukten. Ich erwähne hier nur gewisse Vertreter der CTL-Seminare [ 21 ] , und unter ihnen Dr. Heinzpeter Hempelmann mit seiner Veröffentlichung "Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr." [ 22 ]

In der Gegenschrift von Pfr. Reinhard Möller [ 23 ] sehen wir u.a., dass er den bisherigen Begriff von "bibeltreu" in sein Gegenteil zu verkehren sucht (vgl. dazu den Gegensatz bei Bergmann zwischen "bibeltreu" und "fundamentalistisch"!).
b. Ouweneels Kritik am "Fundamentalismus"

In der letzten Nummer von "Bijbel en Wetenschap" (= Bibel und Wissenschaft), deren Chefredaktor Prof. W. Ouweneel ist, geht es um die Frage der Unfehlbarkeit und historischen Zuverlässigkeit der Schrift. Die Artikel, sagt Ouweneel, seien gegensätzlich. Der Leser solle entscheiden, einerseits, wo jeder der Autoren stehe, und andererseits, wo er sich selbst wiederfinde. [ 24 ]. In seinem Leitartikel "Historische Zuverlässigkeit zwischen Fundamentalismus und Modernismus" nimmt er aber keine neutrale Stellung ein. Er stellt sich eindeutig gegen die "Fundamentalisten", wie ich noch ausführen werde.

Zunächst sucht er nachzuweisen, dass die Diskussion zwischen Modernisten und Klassisch-Evangelikalen als solche veraltet sei, weil beide gleichermassen unter dem Fehler leiden, dass sie den Rationalismus [ 25 ] bzw. Szientismus [ 26 ] überschätzen. Die Diskussion finde nicht länger zwischen "Bibeltreuen" statt, denn der Begriff "bibeltreu" sei doch arrogant "wer bestimme, ob jemand das sei?", und zudem missachte der Begriff die heute besser erkennbare Tatsache, dass die Bezeichnung "Bibeltreue" von der Umwelt bestimmt sei, d.h. durch den Kontext (Zeitgeist, Kultur, Erkenntnishorizont) des Lesers, insbesondere des Theologen. Auf dem Hintergrund von theologischen Diskussionen spielten philosophische, kulturelle, psychologische und soziologische Faktoren immer die entscheidende Rolle. Mit anderen Worten meint Ouweneel, wir wüssten heute besser, wie begrenzt unsere Auffassungen über die Schrift und über Bibeltreue und über die Zuverlässigkeit der Schrift seien. Nur starre Fundamentalisten und Konfessionalisten würden glauben, dass bestimmte grosse Theologen in der Vergangenheit ein für allemal festgestellt hätten, was "Inspiration", "Unfehlbarkeit" und "Zuverlässigkeit" der Schrift genau beinhalten würden. Ouweneel relativiert jede Definition über die Unfehlbarkeit der Schrift als fehlbares Menschenwerk.

In der Aussage, dass die Inspiration der Schrift ein transzendentes Geheimnis ist, stimme ich Ouweneel zu. Aber er geht dann weiter und sagt, die Diskussion zwischen Kreationismus [ 27 ] und Evolution sei veraltet. Es gehe im Evangelium um viel mehr oder um viel höhere Fragen. Und dann kommen die bedenklichen Fragen Ouweneels:

"Ist die Annahme eines wörtlich verstandenen historischen Adams wirklich genauso wichtig wie der wörtlich, verstandene historische Christus? Geht es bei der Glaubwürdigkeit der Schrift auch, oder sogar vor allem um die Frage, ob die geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Aussagen 'stimmen', also um existentielle Fragen? Oder sind dies falsche Gegenüberstellungen?"
Er scheint immer mehr Mühe zu haben mit den wörtlichen Schöpfungstagen von 24 Stunden, mit einer wörtlichen, sprechenden Schlange im Paradies, mit einem Jona, der drei wörtlich genommene Tage im Fisch war. Unter dem Thema "Fundamentalismus" ordnet er den rechten Flügel der klassischen Evangelikalen ein. Und gegen diese richtet er seinen Angriff, was schon aus seiner Definition hervorgeht:

"Mit 'Fundamentalismus' meinen wir, nach dem inzwischen üblichen Sprachgebrauch, einen frömmelnden und verkrampften Konservativismus."
Ouweneel distanziert sich sowohl von den "Modernisten" (gemeint: liberale, bibelkritische Theologen, Red.) als auch von den "Fundamentalisten".

Die "Modernisten" würden grenzenlos der "modernen Wissenschaft" vertrauen und würden uns erzählen, was in der Bibel historisch glaubwürdig sei und was nicht, was von Daniel, Jesaja, Jesus und Paulus selbst stamme, und was später ihnen zugeschrieben worden sei, was der moderne Mensch noch von der Bibel glauben könne und was nicht usw.

Und jetzt kommt wieder eine Spitze gegen den "Fundamentalismus": Sowohl die eben beschriebene liberale Theologie als auch der "Fundamentalismus" würden an der Überschätzung der "modernen Wissenschaft" leiden.
c. Falsche Charakterisierungen des "Fundamentalismus"

Die eine Richtung meine wissenschaftlich belegen zu können, dass die Bibel nicht das unfehlbare Wort Gottes sei, die andere, dass sie es doch sei. Oder anders gesagt: Der "Fundamentalismus" verfalle stets wieder in den Fehler, die Zuverlässigkeit der Schrift im wissenschaftlichen Sinn verstehen zu wollen.

"Die Bibel ist so vertrauenswürdig, dass 'sogar' wissenschaftlich (naturwissenschaftlich und geschichtskundlich) keine Stecknadel dazwischen zu kriegen ist ..."
Die Bibel sei historisch völlig vertrauenswürdig, aber die "Fundamentalisten" würden nach Ouweneel von einer veralteten (tatsächlich durch und durch positivistischen [ 28 ]) Definition von historischer Glaubwürdigkeit ausgehen.

Ouweneel schreibt wörtlich:

"Die Bibel ist historisch durch und durch glaubwürdig - aber nicht von vorneherein im Sinn des Fundamentalismus."
Ouweneel sagt leider nicht, in welchem Sinn sie naturkundlich und historisch glaubwürdig ist und in welchem Sinne nicht.

Am Schluss versucht Ouweneel noch am Buch Jesaja zu illustrieren, dass man zurecht auch vom bibeltreuen Standpunkt aus Fragen an die Einheit des Jesajabuches stellen könne:

"Gibt es nicht grosse Unterschiede zwischen Jes 1-39 und 40-66?", fragt er. "Gibt es keine grossen literarischen Unterschiede, ja müsste man nicht sogar von einem bestimmten "Stilbruch" sprechen? Historisch: spricht nicht jeder Prophet, auch wenn er noch so viel Voraussagen macht, immer die Menschen seiner eigenen Zeit an? Ist es dann nicht fremd und absonderlich, dass Jesaja in Kap. 40ff eine Generation anzusprechen scheint (nämlich die Generation gegen das Ende der Babylonischen Gefangenschaft), die erst einige Jahrhunderte nach ihm leben wird? Wohlverstanden, er weissagt dieser Generation nicht (in dieser Frage gibt es kein Problem), aber er spricht sie an, als ob er in ihrer Zeit lebte. Wohlverstanden: Ich sage nicht, dass es auf diese Fragen keine genialen Antworten gibt, und ich behaupte bestimmt nicht, dass das Buch Jesaja nicht doch eine Einheit sein könnte. Bei Gott sind alle Dinge möglich. Aber ist das blosse Stellen von diesen unvermeidlichen exegetischen Fragen als solchen bereits nicht mehr "bibeltreu"?" [ 29 ]
Was will Ouweneel mit diesem Beispiel des sog. "Deuterojesaja"? Er betont, dass er an supranaturale Gottesoffenbarung und echte Prophetie glaubt. Natürlich darf man alle Fragen stellen. Aber Ouweneel scheint das Beispiel zu brauchen, um zu belegen, dass abgesehen vom Anti-Supranaturalismus [ 30 ] noch andere gute Gründe dafür bestehen würden, um die erwähnten literarischen und historischen Fragen zu stellen. Bezeichnend ist seine gegen die konservative (oder "fundamentalistische") Bibelwissenschaft gerichtete Schlussfolgerung:

"Und dabei sind die konservativen Antworten nicht aus sich selbst heraus besser als die Annahme eines späteren Propheten ("Deuterojesaja")."
Am Schluss seines Artikels lobt Ouweneel noch die Alttestamentler, die, obwohl von konservativer Herkunft, nicht mehr von einem simplizistischen (eigentlich modernistischen!) Schema "bibeltreu gegen bibelkritisch" ausgehen, sondern im Gegenteil die akademische Debatte nicht scheuten.

Mit diesen Äusserungen kreiert Ouweneel aber selbst ein simplizistisches Feindbild von konservativen Bibelwissenschaftlern (sog. "Fundamentalisten") und beweist zugleich, wie wenig er von ihrer Arbeit und von der Geschichte der Kritik kennt, welche zu Deutero- und Tritojesaja und zur Ausscheidung weiterer Teile führte, von welchen Voraussetzungen die Kritiker ausgegangen sind und in welche Probleme sie infolge ihrer kritischen Resultate verwickelt haben.

Die sog. historisch-kritischen Voraussetzungen und Methoden führten dazu, dass - wie eine Seminararbeit bei mir im Alten Testament schon vor mehr als 30 Jahren nachgewiesen hat - wenn man alle als unecht geltenden Stellen abziehen würde, die die verschiedenen Kommentare erwähnen, am Ende vom ganzen Buch Jesaja nur noch kümmerliche Reste übrigbleiben würden. [ 31 ] Sagt Ouweneel dann noch, die konservativen Antworten seien nicht besser als die kritischen? Versucht er auf diese Weise die konservative ("fundamentalistische") Bibelarbeit zu misskreditieren? Warum die kritischen Bemerkungen über die Kreationisten, zu denen er früher selbst gehörte? Warum stört der Begriff "bibeltreu"?

Dieser Vorstoss Ouweneels gegen den "Fundamentalismus" geht eindeutig in eine falsche Richtung. Er karikiert die "Fundamentalisten" in mehrfacher Hinsicht, u.a. auch dann, wenn er meint, sie würden wie die liberalen Theologen an Überschätzung der "modernen" Wissenschaft leiden.


II. Was ist biblischer "Fundamentalismus"?

Der biblische "Fundamentalismus" bezeugt die Glaubensaussage, dass die Bibel uneingeschränkte, absolute Offenbarung von Gott ist, mit allen Konsequenzen (göttlich inspiriert, Wahrheit in jeder Hinsicht, Einheit ohne wirkliche Widersprüche).

Der biblische "Fundamentalismus" bezeugt, dass wir es in der Bibel nicht mit menschlich- irrtümlichen, zeitbedingten Vorstellungen zu tun haben, die veralten würden, sondern vielmehr mit zeitlos gültiger, göttlicher Wahrheit. Die Heilige Schrift hat daher für den, der diese Glaubensaussage teilt, bindende und bestimmende, göttliche Autorität.

Der biblische "Fundamentalismus" geht ganz und ausschliesslich vom Selbstzeugnis der Bibel aus. Die Bibelschreiber bezeugen, dass sie mit göttlicher Autorität sprechen, dass ihre Worte von Gottes Geist eingegeben sind.

Die Scofield-Bibel macht bei 1.Kor 2,9-14 vier erklärende Aussagen hierzu:

a) Die unsichtbaren Dinge Gottes sind vom natürlichen Menschen nicht wahrnehmbar. (V. 9)
b) Diese hat Gott seinen dazu erwählten Menschen offenbart. (Verse 10-12)

c) "... übermittelt in vom Geist gelehrten Worten" - also kein mechanisches Diktat; kein Auslöschen der Persönlichkeit des Schreibers, sondern der Geist leitet in der Wortwahl aus des Schreibers eigenem Wortschatz. (V. 13)

d) Diese geistgelehrten Worte, in denen die Offenbarung ausgedrückt wurde, werden wahrgenommen nur durch geistliche Gläubige. (V. 15f.)

Der biblische "Fundamentalismus" nimmt dieses und andere Selbstzeugungen der Bibel, die den Anspruch erheben, dass dies göttliche Offenbarung ist, ernst (z.B. 2.Petr 1,19-21; 2.Kor 2,17; Gal 1, 11f.; 2,5; Heb 4,12; Offb 1,1 u.a.). Wenn der biblische "Fundamentalist" also die Bibel als Offenbarung Gottes ernst nimmt, ist dies ein Glaubensstandpunkt, der auf dem Selbstzeugnis der Schrift selbst beruht.

Der biblische "Fundamentalist" versucht aber nicht, einen anderen Menschen mit Gewalt zu dieser Haltung zu bekehren. Er hält es mit Calvin:

"Töricht handelt aber, wer dem Ungläubigen beweisen will, die Schrift sei Gottes Wort; denn es kann ohne den Glauben nicht erkannt werden." [ 32 ]
Es gibt aber aber einen nachträglichen Erfahrungsbeweis:

"Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede!» (Joh 17, 17)."
Es gibt für den "Fundamentalismus" keine ausserbiblischen Lehrautoritäten.

Zum Unterschied zur römisch- katholischen Kirche gibt es für "biblische Fundamentalisten" keine der Bibel übergeordnete Autorität. Gegenüber röm.-kath. Kirche hat die Reformation das "sola scriptura" [ 33 ] betont.

"Auch anerkennen wir keine verbindliche kirchliche Tradition zur Auslegung oder zum Verständnis der Schrift und keine päpstliche Lehrautorität, der Schrift übergeordnet ist, und erst recht keine unfehlbare lehre ex cathedra." [ 34 ]

1. Hat der "Fundamentalismus" eine schismatische [ 35 ] Wirkung?

Solange der biblische "Fundamentalismus" in den Kirchen wirken kann und akzeptiert (nicht nur toleriert) wird, gibt es seinetwegen kein Schisma. Zu dieser Auffassung führe ich einen "unverdächtigen" Zeugen an, nämlich Prof. Dr. Helmut Thielicke, der, obwohl er die naiven «Fundamentalisten» aus ihren vielen "Verdrängungen" und "Verklemmungen" befreien will, ihnen folgendes Zeugnis ausstellt:

"Ich habe dankbar und respektvoll bemerkt, dass die Fundamentalisten in diesem Lande [ 36 ]die Substanz des christlichen Glaubens bewahren möchten und dass sie nicht selten die verlässlichsten und zu jedem Opfer bereiten Glieder ihrer Gemeinden sind." [ 37 ]
"Und ich übersehe keineswegs, dass sie die Güter des Glaubens unverletzt von Geschlecht zu Geschlecht weitergeben wollen und sie deshalb dem Wind des jeweiligen Zeitgeistes nicht aussetzen möchten. Sie haben wirklich ein grosses geistliches Kapital in Händen." [ 38 ]
Thielicke sieht auch gut, dass der Verlust der "Fundamentalisten" schwerwiegende Folgen haben könnte:

"Wenn die amerikanische Christenheit diese oft lebendigsten Glieder an ihrem Leibe verliert ..., dann könnte das tödlich für sie sein." [ 39 ]

2. Positive Folgen der "fundamentalistischem" Bibelhaltung

Weil die "Fundamentalisten" die Bibel als Offenbarung Gottes ernstnehmen, gibt sie ihnen echte Antworten auf Fragen des Lebens und des Sterbens. Der biblische "Fundamentalismus" bekennt sich nicht zu einer Kirche, sondern zu einer Bibel in verschiedenen Kirchen und Denominationen. Die Existenz verschiedener Kirchen und Denominationen ist nichts Negatives, solange sich diese dem Wort Gottes unterstellen.

Die Bibel gibt uns, wenn sie göttliche Autorität und Norm für uns ist, auch, Wertmassstäbe für das eigene Leben und das gesellschaftliche Zusammenleben. Wenn unsere Wertmassstäbe verbindlich von Gottes Offenbarung, der Bibel, kommen, sind sie zu unserem Wohl; denn Gott meint es gut mit uns. In unserer Welt braucht es Strukturen und Ordnungen. Wo das nicht der Fall ist, oder wo göttliche Ordnungen nicht mehr gelten, gereicht dies dem Einzelnen und der Gesellschaft zum Nachteil.

Wenn Gottes Wertmassstäbe nach der biblischen Norm nicht mehr gelten, lesen wir in den Zeitungen und hören in den Nachrichten von: Morden, Einbruchsdiebstählen, Entreissungsdiebstählen, Fahrzeugdiebstählen, Raub, Erpressung, Attentaten, Entführungen, Vergewaltigungen, Verbrecherbanden, "Kriminaltourismus", Zunahme krimineller Delikte usw.

Die Bürger werden mehr und mehr beunruhigt, verunsichert, erschreckt, oder, wenn verbindliche göttliche Wertmassstäbe nichts mehr gelten, kommen andere, neue, oder aber gar keine Wertmassstäbe mehr zur Geltung, wie wir dies heute am laufenden Band erleben (z.B. Auflösung des verbindlichen Zusammenlebens in der Ehe, Sanktionieren von sündigen Verbindungen usw.). Unsere Gesellschaft erlebt heute schon die verheerenden Folgen des Verlassens der göttlichen Ordnungen.

Es braucht heute ein grundsätzliches Umdenken über das, was biblischer "Fundamentalismus" ist und was er nicht ist. Es handelt sich bei ihm nicht um eine Gewalt anwendende, sture, extreme, fanatische Bewegung. Das einzige Eigenschaftswort, das meines Erachtens passt, ist konsequent. Er ist eine konsequente Bewegung.
3. Biblischer "Fundamentalismus" ist konsequent

Diejenigen, die, wie Bergmann u.a., sagen wollen, was in der Bibel inspiriert ist und was nicht, was echte Worte Jesu und was unechte, ihm von aussen in den Mund geschobene Äusserungen sind, verkennen die Konsequenz einer solchen Behauptung. Wenn ein Mensch sich anmasst, zu bestimmen, was inspiriert ist und was nicht, was echt ist und was nicht, dann ergibt sich daraus, dass jeder für sich wieder etwas anderes für 'nicht inspiriert' oder 'unecht' erklären kann. In letzter Konsequenz endet diese Haltung in einem völlig unverbindlichen Relativismus [ 40 ] . Damit untergräbt man die Autorität der Heiligen Schrift und vertauscht sie mit der Autorität von sterblichen Menschen. Wenn man mit Ouweneel Werturteile über die Historizität gewisser biblischer Aussagen abgibt (vgl. die Frage über die Historizität Adams im Vergleich mit derjenigen von Jesus), so kann man in der Konsequenz nicht verhindern, dass andere historische Aussagen ebenfalls bezweifelt oder in Frage gestellt werden. Wenn man geschichtliche und naturwissenschaftliche Aussagen mit Bergmann als 'Nebenfragen' bezeichnet, die man von Heils- und Glaubensfragen als nicht massgebend trennen will, dann folgt daraus, dass auch die letzteren bezweifelt werden, weil sie untrennbar mit den ersteren verknüpft sind.

So sagt Jauncey:

"Glaube, Naturwissenschaft und Geschichte sind ja nicht getrennte Gebiete unseres Wissens, sondern lediglich Kategorien, die wir der besseren Verständigung wegen benutzen. Zum Beispiel betrifft der Bericht von der Auferstehung Jesu den Glauben, die Naturwissenschaft und die Geschichte, je nachdem von welchem Gesichtspunkt aus wir diesen Bericht betrachten. Nehmen wir einen Aspekt fort, so stürzt das Ganze zusammen." [ 41 ]
Francis Schaeffer schreibt über die Folgen davon, wenn man die oben genannte konsequente Schrifthaltung verlässt:

"Wenn das geschieht, wird die nächste Generation hinweggefegt werden, und die Gemeinde Christi wird den absoluten Massstab verloren haben ..." [ 42 ]
Und John H. Gerstner schreibt:

"Wenn die Bibel nicht das Wort Gottes ist, besitzt sie keine göttliche Autorität. Wir wissen, dass einige, die mit der Irrtumslosigkeit der Bibel nicht einverstanden sind, doch für Teile der Bibel, für die sogenannten heilsnotwendigen Teile, an der Inspiration festhalten. Nun gut, aber dann können sie ihren Standpunkt nicht als Festhalten an der biblischen Autorität, sondern nur als Festhalten an einer eingeschränkten, partiellen biblischen Autorität bezeichnen". "Sie sprechen zwar von den 'heilsnotwendigen Teilen', aber sie teilen uns nicht mit, wo sich diese Teile befinden und wie wir sie von den nicht inspirierten, mit Irrtum behafteten und nicht heilsnotwendigen Teilen unterscheiden können." [ 43 ]
In der Konsequenz geht es um ein Entweder-Oder: Entweder hat sich Gott offenbart, oder er hat sich nicht offenbart. Eine Halboffenbarung ist unmöglich.

Ouweneel meint, man dürfe doch Fragen stellen. Aber welches Ziel haben solche Fragen? Warum z.B. die Frage nach der Historizität Adams? Die Schlange hat auch Fragen gestellt. Damit fing die Versuchungsgeschichte und der Sündenfall an. Welches Ziel hatten die Fragen der Schlange?

Das Entweder-Oder, für das wir uns entscheiden müssen, möchte ich so formulieren:

"Entweder die grundsätzliche, kritische Infragestellung jeder Aussage der Bibel, die Anerkennung und konsequente Anwendung der sogenannten 'historisch-kritischen' Methoden und ihrer Resultate bis hin zur völligen Auflösung jeder Norm und Autorität und damit zur Auflösung jeder Dogmatik, Ethik, jeden Bekenntnisses, jeder Überzeugung jeder vollmächtigen Predigt und schliesslich auch jeder Theologie."

4. Schlusswort

Nachdem wir uns grundsätzlich mit dem sogenannten "Fundamentalismus" auseinandergesetzt haben, möchte ich am Schluss betonen, dass es mir nicht um die Verteidigung eines "-ismus" geht, sondern um die Bezeugung der «ganzen Inspiration, ganzen Wahrheit in jeder Hinsicht und der ganzen geistgewirkten Einheit» der Bibel als göttlicher Offenbarung. Mit biblischem Fundamentalismus meine ich lediglich diese Bibelhaltung (ich sage bewusst nicht dies "Bibelverständnis"; es geht nicht um ein besseres oder schlechteres Verständnis!).

Wenn man diese Bibelhaltung als blossen Konfessionalismus abtun und r in diesem Sinne mit den erwähnten, 1910 entstandenen "fundamentals" in den USA argumentiert, so zeugt dieses einfach von mangelnder Kenntnis der Bibel- und Kirchengeschichte. Diese Bibelhaltung (oder biblische "Fundamentalismus") war die Haltung von Jesus und den Aposteln.

Jesus hat ohne jede Einschränkung die Inspiration und Autorität der Heiligen Schrift anerkannt. "Die Schrift sagt" war für ihn gleichbedeutend mit "Gott sagt". Der Apostel Paulus bekennt vor dem Stadthalter Felix:

"Ich bekenne dir aber dies, dass ich gemäss der Glaubensrichtung, die sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter diene, indem ich allem Glauben schenke, was dem Gesetz gemäss ist, und was in den Propheten geschrieben steht." (Apg 24,14; damit ist der ganze Inhalt des Alten Testaments zusammengefasst.)
Die "fundamentalistische" Bibelhaltung kennzeichnet auch die Reformation. Im Berner Synodus [ 44 ] von 1532 steht:

"Ordnung, wie sich die Pfarrer und Prediger zu Stadt und Land Bern in Lehre und Leben halten sollen" steht:
"So soll das Buch aufgetan und gelesen werden als Gottes Wort, das es wahrlich auch ist, und nicht als Menschenwort" [ 45 ]
Das Zweite Helvetische Bekenntnis, verfasst vom Reformator Heinrich Bullinger, erstmals erschienen 1566 als Bekenntnis der schweizerischen reformierten Kirchen, ist im oben definierten Sinn ein "fundamentalistisches" Bekenntnis. Auf dieses wurden die Pfarrer und Kirchen bis zur Aufklärungszeit (z.T. bis ins 19. Jh.) verpflichtet.

Für die oben beschriebene "fundamentalistische" Schrifthaltung gingen die Hugenotten nach Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) auf die Galeeren, in die Gefängnisse, auf die Flucht und in den Tod.

Der "biblische Fundamentalismus" war also von Anfang der Kirchengeschichte an ihr Glaubensfundament; wenn er darin keinen Platz mehr hat, bedeutet dies das Ende dieser Kirche.

Mit obiger Abhandlung haben wir auch eine Antwort auf die Frage, was "Bibeltreue" heisst, die an der KBA [ 46 ]behandelt wurde. Die oben beschriebene Bibelhaltung des biblischen "Fundamentalismus" beschreibt genau, was wir unter "bibeltreu" verstehen sollten.



[ A ] Der Autor, Professor Dr. Samuel R. Külling war seit 1970 Professor für Altes Testament an der Theologischen Hochschule Basel, Mühlestiegrain 50, CH-4125 Riehen. Von 1980 - 2004 war er der Schriftleiter von FUNDAMENTUM, der Vierteljahrezeitschrift der Theologischen Hochschule Basel.



Fußnoten:



[ 1 ]   IDEA-Spektrum 42/2001, vom 17. Oktober 2001

[ 2 ]   SEA = Schweizerische Evangelische Allianz.

[ 3 ]   VFG = Verband Freikirchlicher Gemeinden.

[ 4 ]   AEM = Arbeitskreis evangelikaler Missionen

[ 5 ]   Brief von Walter Gut an idea, 10. Nov. 2001

[ 6 ]   ICBI = International Council on Biblical Inerrancy (Internationaler Rat für Biblische Irrtumslosigkeit). Arbeitete von 1978-1988 zusammen und gab die Chicago-Erklärungen zur biblischen Irrtumslosigkeit heraus.

[ 7 ]   "Diakrisis" 4/2001 vom November 2001, S. 226

[ 8 ]   "Bijbel en Wetenschap" Nr. 226. März/April 2001

[ 9 ]   S.R. Külling, Sollen wir den "Fundamentalismus" verteidigen?, Riehen/Basel: Immanuel, 1987

[ 10 ]   Leserbrief an Idea Schweiz, 10. Nov. 2001

[ 11 ]   H.Hemminger, Fundamentalismus in der verweltlichten Kultur, Stuttgart: Quell, 1991 S. 6

[ 12 ]   Finanziert durch eine Spende von 250.000 Dollar von den beiden Ölmilliardären L. und M. Stewart.

[ 13 ]   Gerhard Bergmann, Vom Geheimnis der Bibel, Gladbeck: Schriftenmissions-Verlag. 1964 S.15.

[ 14 ]   Ebd.

[ 15 ]   Ebd., S. 16

[ 16 ]   Ebd.

[ 17 ]   Ebd.

[ 18 ]   Ebd., S. 10.

[ 19 ]   Ebd., S. 10f.

[ 20 ]   "FUNDAMENTUM" 4/1993, S. 45f

[ 21 ]   St. Chrischona, Tabor, Liebenzell.

[ 22 ]   Heinzpeter Hempelmann, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr. Grundsatze und Grundzüge einer Hermeneutik der Demut, Lahr: VLM, 2000.

[ 23 ]   Reinhard Möller, An Bibeltreue nicht zu überbieten?, Dornach: Onesimus, 2001.

[ 24 ]   "Bijbel en Wetenschap", Nr. 230, Oktober 2001.

[ 25 ]   Rationalismus = Geisteshaltung, die das rationale, d.h. vernunftmässige, Denken als einzige Erkenntnisquelle ansieht.

[ 26 ]   Szientismus = Die auf Wissen und Wissenschaft gegründete Geisteshaltung.

[ 27 ]   Kreationismus = biblische Schöpfungslehre.

[ 28 ]   positivistisch = zweifellos feststehende Tatsachen betreffend, unter Ausschluss von allem Übernatürlichen. Hier gemeint: Es gäbe neben der wirklichen historischen Glaubwürdigkeit im Sinne von exakter Geschichtswissenschaft noch eine andere, undeutlicher, die allerdings nicht naher definiert wird.

[ 29 ]   "Bijbel en Wetenschap", Hervorhebung S. K.

[ 30 ]   Anti-Supranaturalismus = Auffassung, die bestreitet, dass Gott sich auf übernatürliche Art und Weise offenbart.

[ 31 ]   Jes 1,1-26; 2,1; 2, 6-21; 3,1-25; 4,1;5.6; 7,1-13; 1,18-25; 8,1-22; 9, 7-10, 4; 28,1-22.

[ 32 ]   Calvin, Institutio I, 8, 12.

[ 33 ]   sola scriptura (lat.) = allein die Schrift.

[ 34 ]   ex cathedra (lat.) = vom «Heiligen Stuhl» aus

[ 35 ]   schismatisch = spaltend.

[ 36 ]   Anm.: Gemeint sind die USA

[ 37 ]   H. Thielicke, Gespräche zwischen Himmel und Erde, Stuttgart: Quell, 1965 (2. Auflage), S.9.

[ 38 ]   Ebd, S. 29. ,

[ 39 ]   Ebd., S. 10.

[ 40 ]   Relativismus = Anschauung, die das Vorhandensein von absoluten Werten leugnet.

[ 41 ]   J. H. Jauncey, Naturwissenschaft auf den Spuren Gottes, Kassel: Oncken, 1964, S. 24.

[ 42 ]   Francis Schaeffer, Gott gibt seinem Volk eine zweite Gelegenheit, in: James N. Bolce, Die Unfehlbarkeit der Bibel, Riehen: Immanuel, 1995 (2. Auflage). S. 161f.

[ 43 ]   John H. Gerstner, Die kirchliche Lehre über die Inspiration der Bibel, in: James N. Boice, a.a.O., S. 9.

[ 44 ]   Synodus = kirchliche Versammlung, Synode, bzw. Beschluss derselben.

[ 45 ]   Berner Synodus, Base/: Niklaus Müller, 1532, S. 94.

[ 46 ]   KBA = Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten.

Quelle: efg-hohenstaufenstr.
« Letzte Änderung: 18 Januar 2011, 00:53:57 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

  • Gast

Zitat
Der biblische "Fundamentalismus" bezeugt die Glaubensaussage, dass die Bibel uneingeschränkte, absolute Offenbarung von Gott ist, mit allen Konsequenzen (göttlich inspiriert, Wahrheit in jeder Hinsicht, Einheit ohne wirkliche Widersprüche).

Der biblische "Fundamentalismus" bezeugt, dass wir es in der Bibel nicht mit menschlich- irrtümlichen, zeitbedingten Vorstellungen zu tun haben, die veralten würden, sondern vielmehr mit zeitlos gültiger, göttlicher Wahrheit. Die Heilige Schrift hat daher für den, der diese Glaubensaussage teilt, bindende und bestimmende, göttliche Autorität.

Der biblische "Fundamentalismus" geht ganz und ausschliesslich vom Selbstzeugnis der Bibel aus. Die Bibelschreiber bezeugen, dass sie mit göttlicher Autorität sprechen, dass ihre Worte von Gottes Geist eingegeben sind.

So sehe ich das auch!

Mein Fundament ist das Wort Gottes, das vom Heiligen Geist inspirierte Wort - der feste Grund meines Glaubens.
Das Wort Gottes, das in Jesus Christus Mensch geworden ist - mein Fels, auf dem ich stehe.

Ich bin also ein Bibel-Fundamentalist...

Zitat
Auch Jürgen Werth distanzierte sich ausdrücklich von christlichen Fundamentalis-ten (O-Ton: "Ich bin kein Fundamentalist") und nannte als definierendes Kennzei-chen pauschal ihre "Gesprächsunfähigkeit".

... kommt, lasst uns reden!


Zitat
Fazit
Bibelgegründeter Glaube gerät öffentlich immer mehr unter Druck und Verach-tung. Dass diese Diskriminierung auch von liberaltheologischen Landeskirchlern ausgeht, ist nicht neu. Dass Vertreter der Evangelikalen sich aber der Koalition gegen "christlichen Fundamentalismus" anschließen und sich damit u.a. von der Verbalinspiration distanzieren, ist hingegen sehr bedenklich. Ist man vor dem öffentlichen Druck eingeknickt oder ist das wirklich der Standpunkt der Deutschen Evangelischen Allianz?

Das ist weniger "bedenklich" als mehr bedenkenswert, bemerkenswert!

Sprach der Herr Jesus zu seinen irdischen Tagen noch von Verfolgung "um seines Namens willlen", spricht das Wort Gottes über die "letzte Zeit", die Zeit des "grossen Abfalls" von Verfolgung um des Wortes Gottes willen (siehe Off 1,9; 6,9; 20,4)

Allein den Namen Jesus zu erwähnen, ist heute keine grosse Sache mehr - das tun alle Religionen, sogar der Islam räumt ein, dass Jesus ein Prophet gewesen wäre, aber was Jesus Christus sagt, Seine Worte, die mag kaum einer mehr hören, ertragen...

Das ganze ist doch nur wieder eine Bestätigung dessen, dass das Wort Gotte präzise Vorhersagungen gibt (irrtumsfreie göttliche Verbalinspiration!) und wir uns in der "letzten Zeit" befinden.

Das alles muss so kommen! Am Ende werden es nur noch 2 Zeugen sein, die Sein Wort verkündigen.
Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. (Off 11:3+4; vgl. Sacharja 4,14!)

In all seinen Bedrängnissen war es stets eines der wichtigsten Anliegen des Paulus, die Heiligen zu ermutigen, unter allen Umständen am Glauben an das Evangelium und den damit verbundenen Verheissungen des Herrn Jesus Christus festzuhalten

...damit nicht jemand wankend würde in diesen Bedrängnissen. Denn ihr wißt selbst, daß uns das bestimmt ist. (1. Thessalonicher 3:3)

Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet wegen der Bedrängnisse, die ich für euch erleide, die für euch eine Ehre sind. (Epheser 3:13)

und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind um so kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. (Philliper 1,14)

Offline engelsbrot

  • Benutzer
  • Beiträge: 18
Daß doch alle ,die dieHeiligung lehren, wie die ,welche sie suchen, sich warnen lassen möchten: Kein Hochmut ist so gefährlich wieder der Hochmut der Heiligkeit, weil keiner so fein und hinterlistig ist wie gerade er ! Zwar wird keiner so direkt sagen : " Bleib stehen, ich bin heiliger als du ! " Solch offensichtlicher Hochmut würden wir mit Abscheu begenen . Aber indem man sich selbstgefällig in irgendeinem seiner Vorzüge spiegelt, kann in unserer Seele ganz unbemerkt eine ungute Haltung entstehen, verborgrner Hochmut. Dieser aber kann nicht immer an plumper Überheblichkeit oder an vordergründigem Eigenlob erkannt werden, sondern sehr oft nur am Fehlen jener tiefen Selbsterniedrigung, die allein ein sicheres Merkmal dafür ist ,daß die Seele Gottes Herrlichkeit geschaut hat. ; Hiob 42,5
Wovon reden wir eigentlich, an christi statt ? Die Liebe ist nicht die.daß wir ihn lieben könnten ,sondern darin, daß Er uns zu erst geliebt hat, als wir noch Sünder wahren ! Diese Liebe vergißt sich selbst und findet ihre Freude und Seligkeit darin , andere zu beglücken, sie zu ertragen und zu ehren . Wo solch eine Liebe eintritt, da tritt Gott ein. Und wo Gott in seiner Herlichkeit und Allmacht sich offenbahrt als Alles, da wird das Geschöpf zum NICHTS . Wo aber das Geschöpf vor Gott nichts wird, da kann es nichts anderes als auch gegen die Mitgeschöpfe demütig sein. Gottes Gegenwart wechselt nicht mit den Zeiten; sie ist vielmehr wie eine Hülle ,unter der die Seele beständig wohnt.Die tiefe Erniedrigung der Seele vor Gott wird zum heiligen Ort seiner Gegenwart , aus der alle Worte und Werke hervorgehen . zit. A. Murray.  Röm. 12,10 Röm.12, 16.17  1 Kor. 13,4.5 Gal. 5,13b.26  Eph.4,2  Eph. 5,20.21 Phil. 2,3.5.8  Kol. 3,12.13  1 Petr. 4,10   Wahre Demut ist da vorhanden, wo man im Lichte Gottes die eigene Nichtigkeit erkennt und bereit ist ,daß eigene Ich aufzugeben, damit Gott alles sein kann . Der Mensch der diesen Schritt vollzogen hat , kann agen :" Ich habe mich selbst verloren ,als ich dich , mein Gott, fand ". Er vergleicht sich nicht weiter mit anderen. Er hat als in Gottes Gegenwart  lebend jeden Gedanken an sich preisgegeben. Er begenet den Mitmenschen als einer , der nichts ist und nichts für sich selbst will; er ist ein Diener Gottes und deshalb ein Diener aller.  Doch und nun ,weil der Christ das nicht WILL , hat er sich zwar vor dem Kreuz gebeugt, doch hat er sich nicht mit Kreuzigen lassen und so LEBT er, zwar fromm getarnt, reitet er nun jedes erdenkliche eigene Steckenpferd .  Jesaja 65, 2.5  Alles, alles aber auch alles kann der Teufel nachahmen, doch eines kann er nicht! Lieben !!!  Woran wird Welt erkennen das wir Gottes Kinder sind ? Das Christus in uns Gestalt annimmt, so daß wir uns selbstlos lieben . Halleluja