Autor Thema: „Zeitjournal" steht vor dem Aus  (Gelesen 2963 mal)

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Offline Roland

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„Zeitjournal" steht vor dem Aus
« am: 14 März 2010, 01:48:08 »
Das Jahr 2009 war für den eingetragenen Verein Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen (AG Welt) ein turbulentes Jahr. Nach über zehn Jahren der Mitarbeit trennte man sich von dem einzigen hauptamtlichen Mitarbeiter, Dr. Lothar Gassmann. Außerdem benannte man das 1975 gegründete Werk Arbeitsgemeinschaft für Religiöse Fragen (A.R.F.) in AG Welt um. Hintergrund der Trennung von Gassmann war seine publizistische Ausrichtung. Als Schriftleiter der kostenlosen Vereinszeitschrift „Zeitjournal" übte Gassmann zunehmend auch Kritik an Strömungen innerhalb des evangelikalen Lagers (z. B. an der staatlichen Anerkennung der FTA Gießen) und der Deutschen Ev. Allianz (DEA). Der Vorstand der A.R.F wollte jedoch wieder zum eigentlichen Kernanliegen des Vereins zurückkehren, „zur Erforschung von Weltanschauungsfragen". Christen sollten „über Religionen, Sekten, Kulte und deren Mischformen aufgeklärt werden" – so heißt es offiziell. Diese Neuausrichtung soll nun von dem „Allianz-Mann" Thomas Schneider vorangetrieben werden. Schneider soll eine halbe Stelle bei der AG Welt bekommen.  Doch daraus wird vorläufig nichts. Deshalb bekleidet er den Posten als Pressesprecher und stellvertretender Geschäftsführer derzeit ehrenamtlich. Nach Gassmans Weggang erlebte die AG Welt nämlich einen heftigen Spendeneinbruch, sodass mittlerweile die gesamte Arbeit der AG Welt gefährdet ist, wie im neuen Zeitjournal zu lesen ist. Wie der Geschäftsführer der AG Welt, Ernst-Martin Borst, in einem Gespräch mit TOPIC sagte, sei die finanzielle Lage „äußerst schlecht". Wenn sich daran nicht bald etwas ändere, müsse man über die Existenz des Zeitjournals nachdenken. Die Arbeit des Vereins soll aber irgendwie weitergeführt werden.
   
Die Neuausrichtung der AG Welt passt verblüffend in ein Konzept, zu dem der Dekan der Freien Theologischen Hochschule (FTH/Gießen), Dr. Stephan Holthaus, der Stichwortgeber ist. Holthaus forderte auf dem Allianz-Tag 2008 in Bad Blankenburg eine „Apologetische Zentrale der Ev. Allianz", die theologische Inhalte bewerten und aus Allianzseitiger Sicht Argumentationshilfen anbieten könnte. Denn, so Holthaus, es tummelten sich an den Rändern der evangelikalen Bewegung mittlerweile Gruppen, mit denen er nichts zu tun haben wolle. Konkrete Namen wollte Holthaus in Bad Blankenburg nicht nennen.

Dieses Vorhaben einer apologetischen Zentralstelle wird inhaltlich seit einiger Zeit vom Arbeitskreis Christlicher Apologeten aufgegriffen. Der Arbeitskreis ging aus dem Arbeitskreis bibeltreuer Publizisten (AbP) hervor, der sich wegen interner Meinungsverschiedenheiten zur Besetzung von Rednern der AbP-Tage in Dillenburg 2007 auflöste. Seinerzeit wurde der AbP von dem ldea-Chef Helmut Matthies und dem Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Dillenburg, Hartmut Jaeger, gegründet.
   
Nun erfährt dieser Kreis unter der Bezeichnung Christliche Apologeten und unter starkem Engagement von Holthaus eine Neubelebung. Personelle Verzahnungen mit der AG Welt ergeben sich dadurch, dass sowohl der neue Vorsitzende der AG Welt, der Dozent Michael Kotsch, als auch Thomas Schneider, zu diesem Arbeitskreis gehören. Inwieweit das Projekt einer apologetischen Zentrale mit einer Fachzeitschrift (dafür würde sich das „Zeitjournal" eignen) für den evangelikalen Raum in vollem Umfang verwirklicht werden kann, muss abgewartet werden.

Quelle: TOPIC  Nr. 01/2010
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!