Autor Thema: Der Kampfzwerg  (Gelesen 3736 mal)

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Kampfzwerg

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Der Kampfzwerg
« am: 28 Oktober 2008, 14:55:01 »
Hallo!
Über meine Mutter bin ich auf diese Seite gestoßen und ich muss schon sagen, sie gefällt mir sehr gut. Da ich sehr gerne diskutiere, bin ich in diversen Foren angemeldet.
Ich wurde am 05. 10. 1985 in Oberösterreich geboren. Den Tag meiner Bekehrung weiß ich nicht mehr so genau, ich bin nämlich in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Trotzdem hatte ich das alles im Alter von ca. 16-18 Jahren ziemlich satt. Ich wurde in der Schule oft vera***ht, wenn ich zu meinem christlichen Glauben stand. Außerdem machte ich mir Gedanken über die Ungerechtigkeit und die Kriege in der Welt, vor allem aber über den Hunger in der sogenannten Dritten Welt. Ich kam zu dem Entschluss, dass es keinen gerechten Gott geben konnte und wenn, dann wäre dieser ein böser Tyrann. Schließlich begann ich auch, meine körperlichen "Gebrechen" auf Gott zu schieben.
Deswegen begann ich in besagtem Alter ins genaue Gegenteil umzuschwanken. Durch die Star Wars-Filme wurde ich mit der Wicca-Religion vertraut, obwohl ich diese damals nicht als solche erkannte. Ich glaubte nur an eine gute und böse Macht und kehrte Gott sozusagen den Rücken zu.
Vom HipHop über den so genannten Crossover lernte ich schließlich auch den Metal kennen. Ich begann mich schließlich nur mehr für diese Musik zu interessieren, vor allem der düstere Gothic- und Dark Metal (bzw. Rock)hatte es mir angetan und ich fand Erfüllung meiner negativen Gedanken in dieser Musik. Ich war auch der Sänger einer Metal-Band, sang jedoch kaum sondern grölte häufig, obwohl ich von Gott mit einer sehr schönen Stimme gesegnet worden wäre. Zu dieser Zeit glaubte ich nicht einmal mehr an gute oder böse Mächte, ich glaubte an einen Gott - aber als dunkler Herrscher über die Welt, der mir böse gesinnt war. Ich versank in Depressionen, die sich in meinen schulischen Leistungen bemerkbar machten. Nach der Schule zog ich mich meistens in mein Zimmer zurück, wo ich oft ritzte oder einfach nur am Boden lag, weil ich mich nicht aufgrund meiner Depressionen nicht mehr bewegen konnte. Wie eine Droge zog ich mir meine dunkle Musik hinein.
Durch endlose Gespräche mit meiner Mutter, die sehr geduldig mit mir war, wurde ich langsam wieder nachdenklich. Schließlich beschloss ich, mich zu bekehren, da ich keinen anderen Ausweg sah. Aber ich hatte noch keine wirkliche Reue und die alten Bindungen waren alle noch da. Ich ließ mich taufen, aber hauptsächlich, um ein Mädchen, in das ich verliebt war, zu beeindrucken.
Trotzdem war meine Bekehrung und Taufe für Gott Anlass genug, mich zu verändern. Ich bekam plötzlich von ihm aufs Herz gelegt, meine Band zu verlassen. Anlass dafür war ein Text des Gitarristen, in dem es darum ging, dass die Dämonen über die Erde kommen und dort alle Menschen töten würden. Es hieß unter Anderem "No shelter will help you to survive", und ich hatte ein schlechtes Gewissen, diesen Text zu singen, da ich ja wusste - es GIBT einen Schutz vor den Dämonen! Zuerst wollte ich den Text umschreiben und sprach mit dem Bandleader darüber. Dieser sagte zu mir, er könne es verstehen und dieser Text wäre ihm nicht wichtig. Es gelang mir aber nicht. In einer langen E-Mail kündigte ich schließlich meinen Posten als Sänger. Rückblickend bin ich Gott dankbar, dass er mich aus dieser Band holte, da es nicht nur die Band war, sondern auch die Musik und die Dinge, die meine Kollegen und ich unternahmen (zum Beispiel der Besuch von Gogo-Bars), die mich immer weiter weg von Gott gebracht hatten.
Mit der Schule war es inzwischen so weit bergab gegangen, dass ich sie beendete. Ich machte jedoch Kurse für die Studienberechtigungsprüfung und leistete nebenbei meinen Zivildienst. Im Zivi ging es mir sehr schlecht, da von mir erwartet wurde, wie ein ausgebildeter Pfleger in diesem Altersheim zu arbeiten. Ich wurde regelrecht ausgenützt, aber aufgrund meiner immer noch fortwährenden Depressionen sah ich die Schuld nur in mir. Trotzdem weiß ich, dass Gott mich auch durch diese Zeit gelenkt hat. Während des Zivildienstes spielte ich sogar Bass in einer christlichen Band, die sich aber rasch wieder auflöste, da ich immer noch Metal hörte und die Einflüsse in die Band bringen wollte. Zwei der übrigen Mitglieder waren aber eher auf Punkrock eingestellt, was ich damals hasste. So verließ ich die Band, die Schlagzeugerin folgte mir, da sie ohne mich nicht mehr in dieser Band spielen wollte. Das zerbrach die Band. Nach dem Zivildienst beschloss ich, im Soziabereich Fuß zu fassen. Ich wurde in der Schule jedoch nicht aufgenommen, leistete deswegen zur Überbrückung ein freiwilliges soziales Jahr. In dieser Zeit spürte ich Gott am Anfang sehr stark, doch dann verfing ich mich in exzessivem Verhalten und zog Nächte lang mit Kumpels um die Häuser, was mich wieder weiter von Gott weg brachte. Dennoch gab es immer wieder Phasen, in denen ich Gottes Nähe suchte und ich bezeichnete mich auch als gläubigen Menschen. An meinem Verhalten war das jedoch nicht zu erkennen.
Meine Lieblings-"Sportart" war damals, mich unglücklich in unerreichbare Mädchen zu verlieben. Dies schützte mich aber davor, Beziehungen einzugehen, an denen ich Schaden genommen hätte. Trotzdem frustrierte mich die im Vorhinein schon programmierte Erfolglosigkeit und ich wurde zunehmend antriebsloser.
Als dann die Schule losging, war ich von Anfang an ziemlich motiviert, dennoch bremsten mich Misserfolge schnell wieder ein. Doch ich verließ mich auf Gott und in zwei Fällen bin ich mir zu hundert Prozent sicher, dass er mir geholfen hatte. Er ließ mich alle Prüfungen bestehen, zwei davon waren ziemlich knapp. In den Praktika hatte ich jedoch ziemliche Probleme und so brannte mich die Arbeit schnell aus. Deshalb musste ich das Krankenhauspraktikum verschieben und pausierte. In dieser Zeit zog Gott mich aber ein für alle Mal zu sich, und das geschah auf folgende Weise.
Über meine Mutter hörte ich von John Todd, einem ehemaligen Hexer. Dieser sagte, dass Star Wars okkult belastet wäre, und in meinem Zimmer befanden sich Figuren, Schwerter, etc. Zuerst wusste ich, dass ich in meinem Zimmer aufräumen musste. Ich schmiss alles, was mit Star Wars zu tun hatte in den Müll und diese Bindungen wurden gelöst. Einmal fühlte ich sogar die okkulte Macht, die von den Star Wars-Figuren ausgingen, als ich vor einem Regal mit solchen stand. Was ich zuvor aber als anziehend empfunden hatte, stieß mich nun stark ab. Dann verliebte ich mich in ein Mädchen, von dem ich wusste, dass es nicht gut für mich war. Trotzdem wollte ich eine Beziehung mit ihr eingehen. Sie brachte mich dazu, Dinge zu tun, an die ich nicht einmal gedacht hätte und die nicht gut für mich waren, dennoch nahm ich das damals als positiv wahr. Schließlich kam ich ihr auf die Schliche, dass sie mich belog und mir etwas vormachte. Ich wollte es aber nicht wahr haben und beschimpfte meine damals beste Freundin, bezichtigte diese der Lügnerei, obwohl ich wusste, dass sie unschuldig war.
Eines Abends fuhr ich mit meinem Auto nach Hause, zuvor hatte ich meine Schwester besucht. Ich war vollkommen fertig und betete laut. Das seltsame daran war, dass Gott mir die Worte aus dem Mund genommen hatte und ich dabei zuhören konnte, wie ich beteten. Ich sagte Gott, er solle alle Bindungen lösen und ließ mich an diesem Abend zu 100% auf ihn ein! Am nächsten Morgen hatte ich das Gefühl, Gott hätte zu mir gesprochen und ich machte mit diesem Mädchen "Schluss". Sie verstand es jedoch nicht und ging aus Rache eine "Beziehung" ein, die ihr sehr viel Schaden zufügte. Mir hat das unglaublich weh getan, da ich ja doch noch Gefühle für sie hatte. Dennoch brachte mich diese Handlung dazu, sie endgültig loslassen zu können.
Seit diesem Zeitpunkt bin ich im Glauben unglaublich gewachsen. Ich leite den Lobpreis in einem Hauskreis und bin auch der Bassist einer christlichen Band geworden, was mir beides großen Spaß macht. Ich werde auch die Ausbildung zum Sozialarbeiter mit Gottes Hilfe beenden. Angst habe ich nur davor, dass im November die Schule wieder losgeht und ich während meiner Schulzeit zu exzessivem Verhalten neige, was den Alkohol und das Rauchen betrifft. Ich habe Angst, mich von Gott wieder etwas zu entfernen. Bitte betet für mich, dass das nicht der Fall sein wird! Auch höre ich immer noch sehr viel Musik, die nicht gut für mich ist. Deshalb brauche ich auch sehr viel Gebet, um davon endlich los zu kommen!

Naja, das ist mein Zeugnis bis jetzt - sorry, dass es ziemlich lang geworden ist.

Offline Roland

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Re: Der Kampfzwerg
« Antwort #1 am: 28 Oktober 2008, 19:14:45 »
Hallo Kampfzwerg,

herzlich willkommen hier im Forum. Ich hoffe, dass Du Dich hier wohlfühlst. Danke für Dein ausführliches Zeugnis. Es ist sehr spannend zu lesen. Schön, dass Du so musikalisch bist. Dann wirst Du Dich sicherlich gut mit Ted verstehen, da auch er Musiker ist. Ich bin leider nicht so sehr mit musikalischen Gaben gesegnet.......

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Kampfzwerg

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Re: Der Kampfzwerg
« Antwort #2 am: 28 Oktober 2008, 21:43:36 »
Hallo, Roland! Danke für deine positive Kritik :) Ich hab mir schon Gedanken gemacht, ob das Zeugnis zu ausführlich ist oder eventuell nicht so gut ankommt. Das liegt aber daran, dass ich ein eher schüchterner Typ bin und immer Angst hab, ich zwänge jemandem etwas auf.
Gottes Segen und einen schönen Abend! :)
« Letzte Änderung: 28 Oktober 2008, 21:48:18 von Kampfzwerg »

Offline Roland

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Re: Der Kampfzwerg
« Antwort #3 am: 28 Oktober 2008, 22:42:42 »
Hallo Kampfzwerg,

hier im Forum musst Du keine "Angst" haben, dass Dein Zeugnis "zu lang" ist. Bei uns gilt die Maxime:
Je länger, desto besser  ;)

Gute Nacht

Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ted

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Re: Der Kampfzwerg
« Antwort #4 am: 30 Oktober 2008, 00:10:28 »
Hallo Kampfzwerg,

Dein Zeugnis hat mich beeindruckt. Nicht weil ich Musiker bin, sondern weil auch ich von ziemlich weit unten aus der Finsternis gekommen bin. Der Herr Jesus hat mich da rausgeholt. Nie dürfen wir den Blick auf Ihn verlieren.

Ich verstehe sehr gut Deine Anfechtungen, und als ich es gelesen habe, habe ich sogleich für Dich gebetet.

Mit dem Herrn Jesus stehst Du auf der Siegerseite und Er selbst wird Dein Leben gelingen lassen.

Viele Grüsse
Ted

Kampfzwerg

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Re: Der Kampfzwerg
« Antwort #5 am: 30 Oktober 2008, 11:23:29 »
Hallo, Ted!
Danke für deine ermutigenden Worte und dein Gebet! Ich hab mich sehr darüber gefreut :) Denn gerade in letzter Zeit habe ich ziemlich mit Anfechtungen zu kämpfen. Unsere Gemeinde befindet sich gerade im Wachstum und jeder aus dieser Gemeinde steht deswegen zur Zeit ziemlich im Kampf. Noch einmal ein herzliches Dankeschön für deine Unterstützung im Gebet! :)
Bist du eigentlich hauptberuflich Musiker?