Autor Thema: Die Taufe im HEILIGEN GEIST  (Gelesen 10021 mal)

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Offline Roland

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Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« am: 03 November 2007, 13:34:06 »
In diesem Thread soll es um die Taufe im HEILIGEN GEIST ("Geistestaufe") gehen.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Nicolino

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #1 am: 03 November 2007, 14:19:11 »

Damit der Thread nicht zu unübersichtlich wird, schlage ich vor, dass wir das Bibelstudium hier durchführen. Du kannst ja gleich mal anfangen und schreiben, was Du unter "Wiedergeburt" und "Versiegelung" verstehst.


Lieber Roland,

Du hast mich gebeten, hier anzuführen, was ich unter Wiedergeburt und Versiegelung verstehe.

Dann will ich das mal versuchen:

Was ist Wiedergeburt?

Joh 1:12  so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,
Joh 1:13  welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Joh 3:3  Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Joh 3:5  Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.

1Jo 5:1  Jeder, der da glaubt, daß Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, welcher geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist.

Tit 3:4  Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien,
Tit 3:5  errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes,
Tit 3:6  welchen er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland,
Tit 3:7  auf daß wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens.

Die Wiedergeburt ist also ein neues "aus Gott geboren werden" durch den Glauben an Jesus Christus.

Wodurch empfangen wir nun den Heiligen Geist?

Gal 3:2  Dies allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen, oder aus der Kunde des Glaubens?

Gal 3:13  Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist (denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jeder, der am Holze hängt!";
Gal 3:14  auf daß der Segen Abrahams in Christo Jesu zu den Nationen käme, auf daß wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben.

Gal 4:6  Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater!
Gal 4:7  Also bist du nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.

Als wir glaubten, sandte Gott den Heiligen Geist in unsere Herzen.

Was ist nun die Versiegelung mit dem Heiligen Geist?

2. Kor 1:21  Der uns aber mit euch befestigt in Christum und uns gesalbt hat, ist Gott,
2. Kor 1:22  der uns auch versiegelt hat und hat das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.

Eph 1:12  damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben;
Eph 1:13  auf welchen auch ihr gehofft, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung,
Eph 1:14  welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.

Die Versiegelung findet also statt, nachdem wir geglaubt haben, und sie ist ein Unterpfand auf unser künftiges Erbe.

Rom 8:9  Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

Wenn wir den Heiligen Geist also NICHT unmittelbar bei unserer Wiedergeburt erhalten, können wir nicht Gottes Kinder sein!

Es folgt also alles unmittelbar aufeinander: Glaube, Buße, Wiedergeburt und Versiegelung mit dem Heiligen Geist.

Liebe Grüße,
Nicole






« Letzte Änderung: 03 November 2007, 14:23:12 von Nicolino »

Offline Roland

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #2 am: 03 November 2007, 14:54:05 »
Hallo Nicole,

danke für die gute und umfassende Darstellung. Ich schreibe nachher noch meine "Vorstellungen" zu "Wiedergeburt" und "Versiegelung" (wird sich von Deiner Darstellung jedoch nicht viel unterscheiden).

Ich habe noch eine Frage: Du hast völlig zu Recht geschrieben, dass bei der Versiegelung uns der HEILIGE GEIST als Unterpfand des Erbes gegeben wurde. Was bedeutet das für Dich? Kannst Du den Akt der Versiegelung noch etwas näher ausführen?

Off Topic: Ich finde, dass Gal. 3,2 sehr gut übersetzt ist. Aus welcher Übersetzung hast Du zitiert?

Viele Grüße
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Nicolino

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #3 am: 03 November 2007, 16:14:13 »
Hallo Roland,

ich habe leider nur ganz kurz Zeit jetzt, kann mich aber heute Abend wieder ausführlicher äußern.

Das "Unterpfand des Geistes" verstehe ich so: Der Heilige Geist in uns bezeugt uns die Gotteskindschaft und ist sozusagen eine Art "Voranzahlung" des späteren Erbes, das wir im Himmel antreten werden.

Bei der Bibelübersetzung handelt es sich um eine ältere Elberfelder Version, die ich im Programm "E-Sword" habe. Es steht leider nicht dabei, welche Elberfelder es ist. Ich benutze am PC meistens E-Sword, da ich dort schnell (meine Zeit ist leider knapp) Bibelstellen in verschiedenen Übersetzungen vergleichen kann, auch Englische, Lateinische und die Strongs.

Grüßli und bis später,
Nicole

Nicolino

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #4 am: 03 November 2007, 20:00:48 »
Wie von Roland gewünscht, werde ich nun versuchen, noch etwas mehr zum Thema der Versiegelung zu schreiben.


2. Kor 1:21  Der uns aber mit euch befestigt in Christum und uns gesalbt hat, ist Gott,
2. Kor 1:22  der uns auch versiegelt hat und hat das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.

Hier wird die Versiegelung im gleichen Atemzug mit dem Unterpfand des Geistes genannt, also muss sie in dem Moment passieren, wo wir den Geist erhalten.

Eph 1:12  damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben; Eph 1:13  auf welchen auch ihr gehofft, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, Eph 1:14  welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.

Hier genauso: Nachdem wir geglaubt haben, wurden wir versiegelt.

Eph 4:30  Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung.

Hier wird davon gesprochen, dass wir durch den Heiligen Geist Gottes versiegelt wurden auf den Tag der Erlösung hin, also auf den Tag Christi bzw. den Tag des Herrn, an dem die Söhne Gottes offenbar werden.

Diese Stellen zeigen meiner Meinung nach, dass die Versiegelung auf Glauben hin geschieht. Ohne die Versiegelung mit dem Geist sind wir ja nicht Sein (vgl. Röm 8,9). Sie zeigen außerdem, dass JEDER Gläubige mit dem Geist versiegelt wurde. Paulus spricht in diesen Versen ja alle Geschwister an.

Was bedeutet nun diese Versiegelung?

So wie ich das Wort Gottes verstehe, bedeutet die Versiegelung, dass Gott gleichsam Sein Siegel auf uns setzt und somit Seinen Besitz kennzeichnet:

2Ti 2:19  Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!

Für Abraham war die Beschneidung dieses Siegel:
Röm 4:11  Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er in der Vorhaut war, damit er Vater aller wäre, die in der Vorhaut glauben, damit [auch] ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet würde;

In der Offenbarung wird geschildert, wie Gott die Seinen in der Drangsal mit Seinem Siegel kennzeichnet:

Offb 7:2  Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, welcher das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln, welchen gegeben worden war, die Erde und das Meer zu beschädigen, und sagte:
Offb 7:3  Beschädiget nicht die Erde, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.

Offb 9:4  Und es wurde ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen sollten das Gras der Erde, noch irgend etwas Grünes, noch irgend einen Baum, sondern die Menschen, welche nicht das Siegel Gottes an ihren Stirnen haben.

Eine Versiegelung durch Gott bedeutet also Seinen Schutz und Bewahrung im geistlichen Sinn. Gott möchte uns tragen und im Glauben halten auf den Tag der Erlösung hin, denn NOCH sind wir ja nicht endgültig erlöst.

Also Roland, soweit ich es verstehe, ist die Versiegelung mit dem Geist gleichbedeutend mit dem Erhalten des Geistes. Das stellen die oben genanneten Verse m.E. auch so dar.

Liebe Grüße einstweilen,
Nicole

« Letzte Änderung: 03 November 2007, 20:30:44 von Nicolino »

Offline Roland

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #5 am: 04 November 2007, 16:14:34 »
Hallo Nicole,

erst einmal vielen Dank für Deine umfassende Ausarbeitung und für Deine Off Topic-Antwort.

Ich will jetzt mein Versprechen einlösen und versuchen, die Begriffe zu definieren:


Wiedergeburt

Mit Wiedergeburt (W.) (Tit. 3,5) und dem entsprechenden Zeitwort wiedergeboren werden (1. Petr. 1,3.23) umschreibt meiner Meinung nach das NT den Vorgang, durch den GOTT einen Menschen zum Kind GOTTES macht. Der Mensch erhält dadurch Anteil am ewigen Leben (im Gegensatz zu der Welt des Todes, der er als gefallener Mensch angehört). Die W. gibt dem Menschen Anteil am Reich GOTTES, ja sie bildet nach Joh. 3,3.5 die Voraussetzung dafür, dass er Bürger dieses Reiches sein und dessen Wirklichkeit wahrnehmen kann. Bei Johannes wird dieser Vorgang durch die Worte umschrieben:

von GOTT (Joh. 1,13),
aus dem GEIST (Joh. 3,8) oder
von oben her (V. 3)

geboren werden.

Gerade das zugrundeliegende Bild der natürlichen Geburt macht deutlich, daß der Mensch zur W. - abgesehen von seiner voraufgehenden Hinwendung zu GOTT in der Bekehrung - nichts hinzutun kann, sondern dass es sich dabei um ein ausschließliches Werk GOTTES handelt, da ja das neue Leben GOTTES Gabe ist (vgl. 1. Petr 1,3.23). Deshalb kann auch von einer Zeugung durch GOTT die Rede sein (Ps. 2,7; Jak. 1,18); GOTT zeugt den neuen Menschen durch Sein Wort, das Wort der Wahrheit (Jak. 1,18), das Evangelium (1. Kor. 4,15). Dies Wort gilt als der unvergängliche, Leben schaffende Same (1. Petr. 1,23), und so wird verständlich, warum Paulus auch von sich sagen kann, dass er Menschen durch dieses Wort als Glaubende gezeugt habe (1. Kor. 4,15; Philemon 10).

Was bei der W. geschieht, ist also eine radikale Änderung des natürlichen Menschen - in Erfüllung der Verheißung von Hes. 36,26f - zu seiner Errettung (Tit. 3,5) und Erneuerung, die ihn zum Kind GOTTES macht.

Der Wiedergeborene kann vom Glauben abirren, aber auch wieder zurechtkommen (Jak. 5,19f). Weil die W. eine Frucht des Wortes JESU ist, kann der nicht wiedergeboren werden, der dieses Wort nicht annimmt, also dagegen verhärtet ist (vgl. Joh. 8,43-47).

Die Bibel leitet uns nicht an, den Vorgang der W. zu beobachten, sondern vielmehr die geschehene W. an ihren Auswirkungen zu erkennen und sie lediglich als einen von GOTT gesetzten Anfang des Weges zu betrachten, auf dem es nun im Glaubensgehorsam zu leben gilt. Um dieses Leben, das Ziel der W., geht es. Als solche Auswirkung und Folge der W. wird ein unmittelbares Verhältnis zu GOTT dem VATER genannt (vgl. Röm. 8,15), der Glaube, daß JESUS der CHRISTUS GOTTES ist (1. Joh5,1). Wer aber wiedergeboren ist, liebt nicht nur CHRISTUS als seinen HERRN und GOTT, Der ihn wiedergeboren hat, sondern in gleichem Sinne auch die Brüder (und natürlich auch die Schwestern), die ebenfalls von GOTT geboren sind (vgl. 1. Joh 4,7; 5,1). Weil er nun als Kind GOTTES vom GEISTE GOTTES getrieben wird (Röm. 8,14), überwindet er die Welt (1. Joh 5,4), tut in seinem Leben das, was vor GOTT recht ist (1. Joh. 2,29) und läßt sich nicht mit der Sünde ein (1. Joh 3,9; 5,18), er bewahrt sich also als Gotteskind (1. Joh. 5,18) und hat die Verheißung, dass ihn der Böse dann nicht antastet.

Es gibt noch eine andere Bedeutung des Begriffes "Wiedergeburt" in der Bibel (hat aber nichts direkt mit unserer Thematik zu tun):  In Mt. 19,28 bezeichnet W. die eschatologische Erneuerung der Welt (vgl. 2. Petr. 3,12 f.; Offb. 21,1-5). GOTTES Vorsatz der endzeitlichen Welterneuerung ist schon im Alten Testament vorgebildet (Jes. 65,17; 66,22) und dem antiken Judentum geläufig.

Dies aber nur nebenbei.........

Zu den anderen Begriffen kann ich aus zeitlichen Gründen erst später etwas schreiben.

Was denkst Du über die Ausführungen?

Viele Grüße

Roland


Literatur:
- Lexikon zur Bibel
- Taschenlexikon Religion und Theologie, Band 73:  S. 3936
« Letzte Änderung: 04 November 2007, 16:16:38 von Roland »
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Nicolino

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #6 am: 04 November 2007, 19:10:53 »
Hallo Roland!

Danke für Deine Ausarbeitung zum Thema Wiedergeburt! Ich kann Deinen Worten in allem zustimmen.

Man könnte noch hinzufügen, wie sehr auch Gott den Glaubenden bewahrt und alles daransetzt, dass Seine Schafe nicht straucheln. Aber es ging Dir wohl mehr um dem einzelnen Gläubigen und woran man von außen erkennen kann, dass derjenige aus Gott geboren ist. Dabei hast Du das Optimum beschrieben ("lässt sich nicht mit der Sünde ein"), was nicht immer so perfekt klappt (1. Joh. 1,8), schon gar nicht am Anfang des Glaubenslebens.
Mir kommt sogar so vor, dass je länger man im Glauben seinen Weg geht, desto mehr erkennt man die eigene Verdorbenheit und somit das Angewiesensein auf den Herrn  --heard-- Jesus, unseren Erlöser und Retter. --> 1. Joh 1:9  Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
Dennoch sollte das Leben eines Christen natürlich nicht von gewohnheitsmäßiger Sünde gekennzeichnet sein, aber gänzlich frei von Sünde werden wir erst in der Ewigkeit sein.

Du hast sehr gut betont, dass die Wiedergeburt komplett von Gott her geschieht, ein Geschenk an uns aus Gnade, ohne dass WIR etwas dazu beisteuern könnten. Wir müssen allerdings unsere Sündhaftigkeit erkennen und das stellvertretende Opfer des Herrn Jesus für unsere Sündenschuld und unseren verdienten Tod im Glauben annehmen.


Bin gespannt, was zu den anderen Begriffen noch erörtert werden wird.

Liebe Grüße,
Nicole
« Letzte Änderung: 04 November 2007, 19:13:46 von Nicolino »

Offline Roland

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #7 am: 04 November 2007, 20:54:29 »
Hallo Nicole,

danke für Deinen Kommentar.

Zitat
Man könnte noch hinzufügen, wie sehr auch Gott den Glaubenden bewahrt und alles daransetzt, dass Seine Schafe nicht straucheln.
Ja, das ist eine gute Ergänzung.

Zitat
Dabei hast Du das Optimum beschrieben ("lässt sich nicht mit der Sünde ein"), was nicht immer so perfekt klappt (1. Joh. 1,8), schon gar nicht am Anfang des Glaubenslebens.
Stimmt. Ich bin jetzt schon einige Jahre Christ und es klappt bei mir leider immer noch nicht perfekt.  :-\

Zitat
Wir müssen allerdings unsere Sündhaftigkeit erkennen und das stellvertretende Opfer des Herrn Jesus für unsere Sündenschuld und unseren verdienten Tod im Glauben annehmen.
Sehe ich auch so (alles andere wäre Prädestination). Das habe ich auch gemeint, als ich folgendes schrieb:
"Gerade das zugrundeliegende Bild der natürlichen Geburt macht deutlich, daß der Mensch zur W. - abgesehen von seiner voraufgehenden Hinwendung zu GOTT in der Bekehrung - nichts hinzutun kann, sondern dass es sich dabei um ein ausschließliches Werk GOTTES handelt....."

Danke für Deine wichtigen Anmerkungen und Ergänzungen. Ich hoffe, dass ich morgen dazu komme, die anderen Begriffe zu "bearbeiten".

Bis dahin

Shalom
Roland
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Offline Roland

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #8 am: 07 November 2007, 22:22:33 »
Die Versiegelung mit dem HEILIGEN GEIST

1) Versiegeln bezeichnet die Handhabung des Siegels und bedeutet also: rechtlich beglaubigen, bestätigen, unterzeichnen (1. Kön. 21,8; Neh. 10,1; Jer. 32,10), außerdem auch: verschließen, sichern, für andere unantastbar machen (Dan. 6,18; Mt. 27,66). Die Kennzeichnung als Eigentum durch Versiegeln wird meiner Meinung nach in der Bibel im profan-rechtlichen Sinn nicht erwähnt.

2) Sehr viel häufiger werden die Wörter "versiegeln" und "Siegel" im übertragenen Sinn gebraucht:

a) Das Apostelamt des Paulus wird durch die Frucht seiner Arbeit wie durch ein Siegel bestätigt (1. Kor. 9,2), die Beschneidung Abrahams beglaubigt seine schon vorhandene Glaubensgerechtigkeit (Röm. 4,11). Wer das Zeugnis JESU annimmt, "besiegelt", dass GOTT wahrhaftig ist (Joh. 3,33), der auf JESUS sein "Siegel" gesetzt hat (Joh. 6,27).

b) GOTT kann die Sterne versiegeln, d.h. am Aufgehen hindern (Hiob 9,7). Er versiegelt zunächst manche Offenbarungen, d.h. verbietet ihre Bekanntgabe (Dan. 12,4; Offb. 10,4; Vgl. Jes. 8,16), andere dürfen nicht geheimgehalten werden (Offb. 22,10). Was vorher verschlossen war, kann das Lamm GOTTES öffnen und zur Ausführung bringen (Offb5f).

c) Als sein Eigentum läßt GOTT vor den Katastrophen der Endzeit Seine Knechte versiegeln (Offb7,2 - 8), um sie innerlich und viell. auch äußerlich unangetastet durch Gerichte hindurchzuführen (vgl. Offb. 3,10; 9,4).


3) Die verschiedenen Bedeutungen des Siegels werden m. E. zusammengefasst in der Versiegelung mit dem HEILIGEN GEIST (2. Kor. 1,21f; Eph. 1,13; 4,30). Hierdurch nimmt GOTT von dem Menschen als seinem bzw. CHRISTI Eigentum offiziell Besitz und bestätigt seine Erlösung. Der Sünder ist erkauft durch das Blut CHRISTI (1. Petr. 1,18f), gerechtfertigt durch die Annahme dieses Opfers im Glauben (Röm. 3,23 - 26) und erhält nun durch den GEIST die gewissmachende Bestätigung, Kind GOTTES und Miterbe JESU zu sein (Röm. 8,16f). Das schließt auch die Bewahrung vor den gottfeindlichen Mächten mit ein (1. Thess 5,23f; 1. Petr1,5; Judas 24). Ebenso wie der menschgewordene Sohn Gottes der Siegelabdruck (LÜ: Ebenbild) des Wesens GOTTES ist (Hebr. 1,3), trägt das durch die Wiedergeburt empfangene Siegel des GEISTES im Christen die Züge des Menschensohnes JESUS CHRISTUS; in dieses Bild wird er durch den HEILIGEN GEIST von einer Klarheit zur andern verwandelt bis zur vollen Ausgestaltung des Ebenbildes GOTTES in ihm (Röm. 8,29; 1. Kor. 15,49; 2. Kor. 3,18).

Viele Grüße
Roland
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Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #9 am: 12 Mai 2008, 21:31:29 »
Die Taufe im HEILIGEN GEIST

Wenn der Begriff Taufe im HEILIGEN GEIST in dem Gesamtrahmen der Heiligen Schrift eingeordnet werden soll, stoßen wir auf zwei Positionen, die scheinbar in einem Gegensatz zueinander stehen. Die erste Position vertritt die Auffassung, dass das Neue Testament die Notwendigkeit im HEILIGEN GEIST getauft zu werden, nicht in einer umschriebenenen und abgefassten Lehre über die Taufe im HEILIGEN GEIST darstellt. Der Ausdruck "Geistestaufe" in der Substantivform kommt in der Bibel nicht vor. Wir werden erkennen, dass dafür äußerst plausible Gründe gibt. Im Neuen Testament findet sich die Tätigkeitsform "im GEIST taufen" oder "getauft" werden mehrfach und läßt keinen Zweifel darüber dass die Aufforderung, sich im GEIST GOTTES taufen zu lassen, für alle Christen gilt.

Die zweite Position, die das Element des Lehrhaften herausstellt, entnehmen wir dem Hebräerbrief. Der Verfasser dieses Briefes zählt hier die Grundlagen der christlichen Lehre auf:

Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von CHRISTUS lassen und zur vollen Reife übergehen, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an GOTT, mit der Lehre von Waschungen, von der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.  (Hebräer 6,1.2).

Zu den Grundlagen des biblischen Glaubens gehört demnach auch die Lehre von den Taufen. Die Lutherübersetzung vom Taufen, die die Substantivform des Verbes gebraucht, ist nicht richtig. Der Grundtext redet von der Lehre der Taufen. Es muss also mehrere Taufen geben, die als selbstverständliche Grundlage der Nachfolge JESU den Christen, angesehen wurden.

Das Neue Testament unterscheidet zwischen vier Arten von Taufen:

1. Die Bußtaufe des Johannes
2. Die biblische Wassertaufe ("Glaubenstaufe")
3. Die Taufe im HEILIGEN GEIST
4. Die Leidenstaufe

Dass die Taufe des Johannes als Lehrgrundlage des biblischen Glaubens gilt, wird von seriösen Lehrern nicht bestätigt. Wie abwegig eine derartige Lehre als für uns verbindliche Auflage oder Praxis ist, können wir an der Auseinandersetzung von Paulus mit den Ephesern erkennen. In dieser Kontroverse lehnte Paulus die Gültigkeit der Johannestaufe rundweg ab und nach entsprechender Belehrung nahm er die Wiederholung der Taufe im Namen JESU vor. Die johannitische Bußtaufe ist somit keine Lehrgrundlage und damit auch kein Gebot des Gehorsams für uns. Ihre Bedeutung liegt vielmehr als ein historisch einmaliges Ereignis im Rahmen der Vorbereitung des Kommens unseres HERRN auf die Erde. So kann sie also im Hebräerbrief als eine Grundlage der christlichen Lehre nicht gemeint sein.

Von der Leidenstaufe JESU berichtet das Neue Testament dreimal:

- Lukas 12,49.50
- Matthäus 20,20-23
- Markus 10,38.39

Wir dürfen diesen Bibelstellen entnehmen, dass JESUS Seinen Kreuzestod als außerordentliches Leiden verstanden hat und es mit einer Taufe vergleicht, vor der Ihm sehr bange ist. ER prophezeit den beiden Jüngern, dass sie eine ähnliche Taufe erleiden werden. Insofern haben diese beiden Jünger etwas von der Taufe der Leiden erfahren.

Das Neue Testament bezeugt, dassjeder Christ Verfolgung erleiden kann, aber eine entwickelte Lehre im Sinne der Leidenstaufe als obligate Erfahrung eines jeden Christen, ist im Neuen Testament nicht zu finden. Darum haben wir wohl das Recht, auch diese Taufe aus den in Frage kommenden Taufen, die der Hebräerbrief meinen könnte, auszuklammern.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Roland

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Charles H. Spurgeon über die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #10 am: 21 Oktober 2010, 16:27:04 »
Ein interessantes Zitat von Charles H. Spurgeon, welches ich in Spurgeons Buch "Mein Geist soll unter euch bleiben" aus dem Oncken Verlag Wuppertal auf Seite 16 gefunden habe:

?
Zitat
Der Prediger studiert seinen Text - bittet er aber auch um die Taufe des Heiligen Geistes? Ich fürchte, dass diese geistliche Ausrüstung, wesentlichste von allem, häufig übersehen wird.


Charles Spurgeon definiert die Taufe des Heiligen Geistes als eine Ausrüstung zum Dienst - lange bevor es pfingstliche Denominationen gab. Dies stimmt exakt mit den Worten JESU überein:

Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der HEILIGE GEIST auf euch gekommen ist und werdet Meine Zeugen sein (Apostelgeschichte 1,8)

Da Spurgeon in diesem Zitat einem Prediger empfiehlt, um die Taufe im HEILIGEN GEIST zu beten, macht deutlich, dass er die Wiedergeburt und die Taufe im HEILIGEN GEIST nicht gleichsetzt. Dies sollte manchen Christen, die Spurgeon sehr gerne lesen und auch seine Bücher verbreiten, zu (um)denken geben........

Quelle: Helmut & Margarita Richert, Bielefeld
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #11 am: 17 Mai 2012, 20:39:00 »
Zitat von: Roland
Ein interessantes Zitat von Charles H. Spurgeon, welches ich in Spurgeons Buch "Mein Geist soll unter euch bleiben" aus dem Oncken Verlag Wuppertal auf Seite 16 gefunden habe:
?
Zitat
Der Prediger studiert seinen Text - bittet er aber auch um die Taufe des Heiligen Geistes? Ich fürchte, dass diese geistliche Ausrüstung, wesentlichste von allem, häufig übersehen wird.

Hallo Roland.
In der Tat ein interessantes Zitat von Spurgeon.

Ob sich daraus ableiten lässt:
Zitat
Da Spurgeon in diesem Zitat einem Prediger empfiehlt, um die Taufe im HEILIGEN GEIST zu beten, macht deutlich, dass er die Wiedergeburt und die Taufe im HEILIGEN GEIST nicht gleichsetzt. Dies sollte manchen Christen, die Spurgeon sehr gerne lesen und auch seine Bücher verbreiten, zu (um)denken geben........

Spurgeon ist m.E. leider nicht so einfach zu "fassen" in seinen Überzeugungen, sei es in seiner Neigung zur UdH oder zum Calvinismus. Wir merken aber an ihm und an vielen anderen ernsten und gesegneten Menschen, die uns Gott sehr zum Segen geschenkt hat, wie wichtig es ist, wirklich unter der Leitung des Heiligens Geistes zu stehen, "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi" Eph 4,13. Bis dahin, sollten wir uns bemühen, in der Gesinnung und besonders in der Liebe Jesu erfunden zu werden.

Was aber die Taufe mit dem Heiligen Geist anbetrifft, so wird darüber viel diskutiert. Wenn wir aber z.B. in der Apostelgeschichte lesen: "»Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden in Träumen Visionen haben;  und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen" Apg 2,17-18., so befinden wir uns m.E. mittendrin im Kern des Problems. Es wird nicht der Heilige Geist abgelehnt, sondern die Gaben. Diese aber stehen besonders in Verbindung mit der Taufe bzw. der Erfüllung mit dem Heiligen Geist, wonach wie uns ausstrecken sollen.

Gottes Segen wünschend,
José

BOB

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #12 am: 05 November 2012, 10:22:58 »
Das Thema ist eigentlich jedem klar, der/die sich in der Bibel auskennt.
Es gibt KEINE 2.Geistestaufe für Gläubige!
Es gibt nur EINE WIEDERGEBURT, damit ist alles klar.
Spurgeon ist nicht empfehlenswert, er schrieb auch klar, daß Gott NICHT will daß alle Menschen gerettet werden.
Wäre das Gottes Wille, so schreibt er, würden alle gerettet werden.
Auch schreibt er, daß Jesus NUR für die Auserwählten gestorben sei und daher die Nichterwählten nicht in den "Himmel" kommen können.
Nachzulesen sind diese Schreiben auch in Englisch auf bifo.
Mit der Geistestaufe haben sich die Pfingstler verrannt und anderen Geistern geöffnet. Nur so sind die Entgleisungen Torontosegen und die vielen Lügen und Betrügereien der Pfingst/Heilungsevangelisten (Bonnke, Hinn usw.) zu erklären.

Offline Roland

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Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #13 am: 05 November 2012, 22:04:40 »
Ich finde auch, dass das Thema für jeden klar ist, der sich in der Bibel auskennt:

Er verwechselt nicht Wiedergeburt mit Geistestaufe

Jeder, der die Geistestaufe mit der Wiedergeburt verwechselt, sollte nachsitzen und die Bibel studieren.

Zitat
Mit der Geistestaufe haben sich die Pfingstler verrannt und anderen Geistern geöffnet. Nur so sind die Entgleisungen Torontosegen und die vielen Lügen und Betrügereien der Pfingst/Heilungsevangelisten (Bonnke, Hinn usw.) zu erklären.
Solange Vorurteile bedient werden, ist jede "Erklärung" willkommen. Allerdings hat die biblische Geistestaufe nichts mit irgendwelchen Betrügereien zu tun.

Auch mit der Bibel werden Betrügereien begangen (z. B. Zeugen Jehovas, Darbysten, NAK usw.). Bedeutet das jetzt, dass wir die Bibel verwerfen sollen, nur weil einige Leute damit Betrügereien begehen und sich anderen Geistern geöffnet haben?

Diese "Erklärung" empfinde ich als äußerst plump und unangemessen.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

BOB

  • Gast
Re: Die Taufe im HEILIGEN GEIST
« Antwort #14 am: 08 November 2012, 19:00:22 »
Wenn es die Pfingst/Geistestaufe gäbe, würde sie in den Lehrbriefen erwähnt werden. Christen würden in vielen Briefen dazu aufgefordert, diese anzustreben.
Es steht aber NIE in den Briefen, daher gibt es sie auch nicht!
Mir ist das völlig klar! :)