Autor Thema: 3 bis 6, 4 bis 8, 5 Stunden und mehr  (Gelesen 2114 mal)

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offenbarung3-16

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3 bis 6, 4 bis 8, 5 Stunden und mehr
« am: 02 August 2007, 17:12:50 »
Eieiei - in der Rubrik "Gebet" herrscht wohl der Stillstand. Da der wohl auch bei mir ist, hier mal was von anderen Geschwistern:


( Der Text wurde gescannt - Fehler können noch drin sein) aus dem Buch:
Kraft durch Gebet von E. M. Bounds

"Die größten Meister und Lehrer der Christenheit haben immer im Gebet ihre höchste Quelle der Erleuchtung gefunden. Von dem anglikanischen Bischof Andrewes wird berichtet, daß er fünf Stunden täglich auf seinen Knien verbrachte. Die größten praktischen Entschlüsse, die das Menschenleben im christlichen Zeitalter bereicherten und verschönerten, wurden im Gebet gefaßt.
— Canon Liddon

Während viele private Gebete naturgemäß kurz sein müssen, während öffentliche Gebete in der Regel kurz und konzentriert sein sollten, während viel Raum für Stoßgebete da ist, — spielt in unserem persönlichen Umgang mit Gott die Zeit eine wesentliche Rolle Viel Zeit mit Gott zu verbringen ist das Geheimnis allen erfolgreichen Betens. Gebet, das sich als mächtige Kraft auswirkt, ist das mittelbare oder unmittelbare Ergebnis vieler Stunden, die mit Gott verbracht wurden. Unsere kurzen Gebete verdanken ihre Wirkung den langen, die ihnen vorausgegangen sind. Das kurze, überwindende Gebet kann nicht einer beten, der nicht schon in einem langen Ringen mit Gott überwinden lernte. Jakobs Sieg des Glaubens hätte nicht errungen werden können, hätte Jakob nicht die ganze Nacht hindurch gebetet. Wir lernen Gott nicht durch einen kurzen Anruf kennen. Gott schenkt Seine Gaben nicht dem flüchtigen Besucher. Viel mit Gott allein sein ist das Geheimnis, Ihn kennenzulernen und Einfluß bei Ihm zu gewinnen. Seine größten Gaben reicht Er denen dar, die ein Verlangen danach zeigen, - sowohl durch ihre Beständigkeit als auch durch den Ernst ihres anhaltenden Bittens. Christus, der hier wie in anderen Dingen unser Vorbild ist, verbrachte ganze Nächte im Gebet. Er betete viel. Er hatte Seinen bestimmten Platz, an dem Er zu beten pflegte. Viele Stunden des Gebets formten Sein Leben und Sein Wesen. Paulus betete Tag und Nacht. Daniel schob wichtige Regierungsgeschäfte beiseite, um dreimal täglich zu beten. Davids Morgen-, Mittag- und Abendgebete waren zweifellos oft lang. Wenn wir auch keine besonderen Anhaltspunkte haben, wieviel Zeit diese Heiligen der Bibel im Gebet verbrachten, so deuten die Angaben doch darauf hin, daß sie viel beteten und bisweilen lange Zeit im Gebet ausharrten. Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, als ob der Wert ihrer Gebete mit der Uhr gemessen werden könnte. Aber wir möchten die Notwendigkeit betonen, viel mit Gott allein zu sein. Wenn unser Glaube das noch nicht bewirkt hat, dann ist er schwach und oberflächlich. Die Menschen, die in ihrem Wesen Christus am nächsten gekommen sind und die Welt in mächtiger Weise für Ihn beeinflußt haben, waren Menschen, die soviel Zeit mit Gott verbrachten, daß es ein beachtliches Merkmal ihres Lebens wurde. Charles Simeon verbrachte die Zeit von vier bis acht Uhr morgens im Gebet vor Gott. John Wesley betete zwei Stunden täglich. Er begann um vier Uhr morgens zu beten. Jemand, der ihn gut kannte, schrieb: »Er betrachtete das Gebet mehr als seine Aufgabe als irgendetwas anderes. Ich habe gesehen, wie er aus dem Gebetskämmerlein kam mit leuchtendem Gesicht.« Der Hauch der Gebete John Fletchers bedeckte die Wände seines Zimmers. Manchmal betete er die ganze Nacht hindurch, immer inbrünstig und mit großem Ernst. Sein ganzes Leben war ein Leben des Gebets. Er sagte: »Ich würde nicht von meinem Stuhl aufstehen, ohne mein Herz zu Gott emporzuheben.« Er begrüßte seine Freunde immer mit den Worten: »Treffe ich dich betend an?«

Erzbischof Leighton war so oft allein mit Gott, daß er ständig zu meditieren schien. »Gebet und Lobpreis waren seine Arbeit und sein Vergnügen«, berichtet der Schreiber seiner Biographie. Bischof Ken war soviel mit Gott allein, daß man von ihm sagte, er sei in Gott verliebt. Er stand jeden Morgen vor drei Uhr vor dem Herrn. Bischof Asbury sagte: »Ich nehme mir vor, so oft ich kann, vor vier Uhr aufzustehen und zwei Stunden zu beten und zu meditieren.« Samuel Rutherford stand um drei Uhr morgens auf, um Gott im Gebet zu begegnen. Joseph Alleine stand um vier Uhr auf und verrichtete seine Gebetsarbeit bis acht Uhr. Wenn er hörte, daß andere Geschäftsleute ihrem Gewerbe nachgingen, ehe er auf den Beinen war, pflegte er zu sagen: »O wie beschämt mich das! Hat nicht mein Meister mehr Anspruch auf Pflichttreue als der Ihre?« Wer dieses Geschäft gut gelernt hat, hat stets Zutritt zur Himmelsbank.

Ein schottischer Prediger sagte: »Ich sollte die besten Stunden in Gemeinschaft mit Gott verbringen. Es ist meine vornehmste und fruchtbarste Aufgabe, die ich nicht In eine Ecke schieben darf. Die Morgenstunden zwischen sechs und acht Uhr sind die ruhigsten und sollten für diese Aufgabe genutzt werden. Nach dem Frühstück ist meine beste Stunde; die sollte feierlich Gott geweiht werden. Ich sollte nicht die gute alte Gewohnheit aufgeben, vor dem Schlafengehen zu beten; aber man muß sich dann gegen den Schlaf wehren. Wenn ich während der Nacht aufwache, sollte ich aufstehen und beten. Nach dem Frühstück sollte der Fürbitte einige Zeit eingeräumt werden.« Das war der Gebetsplan von Robert McCheyne. Die denkwürdige methodistische Gebetsgruppe beschämt uns. Ihr Grundsatz war: »Von vier bis fünf Uhr morgens privates Gebet; von fünf bis sechs Uhr abends privates Gebet.«
John Welch, der gesegnete schottische Prediger, hielt den Tag für nicht gut genutzt, wenn er nicht acht oder zehn Stunden im Gebet verbrachte. Er hatte eine Decke bei sich, in die er sich einhüllen konnte, wenn er nachts aufstand, um zu beten. Seine Frau beklagte sich, wenn sie ihn weinend auf dem Fußboden fand. Er pflegte darauf zu antworten: »O Frau, ich habe die Verantwortung für dreitausend Seelen, und ich weiß nicht, wie es um viele von ihnen steht!«

Das Gebet ist die höchste Energie, die sich im Geist des Menschen entfalten kann. Beten erfordert äußerste Sammlung. Die große Masse weltlicher wie gelehrter Menschen ist absolut unfähig zum Gebet.« -Coleridge

Bischof Wilson sagt: »In H. Martyns Tagebuch fällt mir als erstes der Geist des Gebets ins Auge, wie audr die Zeit, die er dieser Aufgabe widmete, und seine Inbrunst.« Paysons Knie drückten Vertiefungen in die harte Holzdiele seines Zimmers. In seiner Lebensbeschreibung heißt es: »Seine ständige Dringlichkeit im Gebet, in welchen Umständen er sich auch befand, ist die beachtenswerteste Eigenschaft seines Lebens und deutet auf die Aufgabe aller hin, die ihm gleichkommen möchten. Sein besonderer und fast ununterbrochener Erfolg muß zweifellos zum großen Teil seinen glühenden und anhaltenden Gebeten zugeschrieben werden.«
Der Marquis DeRenty, dem Christus sehr kostbar war, wies seine Diener an, ihn nach einer halben Stunde von seiner Andacht abzurufen. Der Diener, der ihn rufen wollte, sah durch einen Spalt das Gesicht seines Herrn Es lag eine solche Weihe darüber, daß er ihn nicht stören wollte. Seine Lippen bewegten sich, aber er war ganz still. Der Diener wartete, bis drei halbe Stunden um waren; dann rief er ihn. Als sein Herr dann von den Knien aufstand, sagte er, daß die halbe Stunde der Gemeinschaft mit Christus so kurz war. Brainerd sagte: »Ich bin gern allein in meiner Hütte, wo ich viel Zeit im Gebet verbringen kann.« William Bramwell, der durch sein Predigen und seine wunderbaren Gebetserhörungen bekannt wurde, verbrachte am Tag Stunden im Gebet. Er lebte fast auf den Knien. Er ging wie eine Feuerflamme durchs Leben. Sein Feuer wurde im Gebet entzündet. Oft verbrachte er vier Stunden hintereinander in der Zurückgezogenheit. Bischof Andrewes widmete täglich nahezu fünf Stunden dem Gebet und der Andacht.
Sir Henry Havelock verbrachte die ersten beiden Stunden des Tages allein mit Gott. Wenn seine Pflicht ihn um sechs Uhr rief, stand er um vier Uhr auf. Graf Cairns stand täglich um sechs Uhr auf, um einundeinhalb Stunden zum Bibelstudium und Gebet zur Verfügung zu haben, ehe er um 7.45 Uhr seine Familienandacht hielt.

Dr. Judsons Gebetserfolg beruht auf der Tatsache, daß er dem Gebet viel Zeit einräumte. Er sagt dazu: »Richte deine Arbeit, wenn möglich, so ein, daß du mühelos zwei oder drei Stunden täglich nicht nur der stillen Zeit im allgemeinen, sondern speziell dem persönlichen Gebet und der Gemeinschaft mit Gott widmen kannst. Bemühe dich, dich siebenmal am Tag von deinen Verpflichtungen und der Gesellschaft loszulösen und deine Seele in der Stille zu Gott zu erheben. Beginne den Tag, indem du nach Mitternacht aufstehst und einige Zeit inmitten der Stille und Dunkelheit der Nacht dieser heiligen Aufgabe widmest. Laß dich von der Morgendämmerung bei der gleichen Arbeit antreffen. Um neun, zwölf, drei, sechs und wieder neun Uhr tue dasselbe. Sei konsequent, wenn es um Seine Sache geht. Bringe alle möglichen Opfer, um deine Gebetszeiten aufrechtzuerhalten. Denke daran, daß deine Zeit kurz ist und daß dich die Arbeit und die Umgebung nicht deines Gottes berauben dürfen.« - Unmöglich, sagen wir, fanatische Ratschläge! Dr. Judson beeindruckte ein ganzes Land für Christus und legte den Grundstein für Gottes Königreich im Herzen von Burma. Seine harte Arbeit war mit Erfolg gekrönt. Er war einer der wenigen Menschen, die in der Welt einen gewaltigen Eindruck zur Ehre Christi hinterließen. Viele Menschen mit größeren Gaben und besserer Ausbildung hinterließen keinen solchen Eindruck. Ihre religiöse Tätigkeit gleicht den Spuren im Sand, während sein Werk in Stein gehauen ist. Das Geheimnis seiner Gründlichkeit und Dauerhaftigkeit ist darin zu suchen, daß Judson viel Zeit im Gebet verbrachte. Durch das Gebet hielt er das Eisen glühend, und Gott formte es mit anhaltender Kraft. Niemand kann ein großes und bleibendes Werk für Gott tun, wenn er kein Mensch des Gebetes ist, und niemand kann ein Mensch des Gebets sein, wenn er dem Gebet nicht viel Zeit einräumt.

Stimmt es, daß das Gebet einfach das eintönige, mechanische Nachkommen einer Gewohnheit ist, eine unbedeutende Verrichtung, zu der wir uns erzogen haben, bis sie harmlos, kurz und oberflächlich wird? »Stimmt die Annahme, daß das Gebet nicht viel mehr ist als das halb passive Spiel der Gefühle, das gleichgültig durch die Minuten oder Stunden leichter Träumerei dahinfließt?« Canon Liddon fährt fort: »Laßt diejenigen, die wirklich gebetet haben, die Antwort geben. Sie beschreiben das Gebet manchmal wie der Erzvater Jakob als ein Ringen mit einer unsichtbaren Macht, welches in einem ernsten Menschenleben bis in die späten Nachtstunden oder sogar bis zum Tagesanbruch währen kann. Manchmal sprechen sie von gewöhnlicher Fürbitte mit dem Apostel Paulus als von einem gemeinsamen Kampf. Sie halten, wenn sie beten, ihre Augen auf den großen Fürbitter von Gethsemane gerichtet, auf die Blutstropfen, die in jenem Todeskämpf auf den Boden fielen. Eindringlichkeit ist das Kernstück erhörlichen Betens. Eindringlichkeit bedeutet nicht Träumerei, sondern anhaltende Arbeit. Vor allem durch das Gebet leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, reißen es an sich.« Bischof Hamilton sagte: »Niemand wird im Gebet viel erreichen, wenn er es nicht im Lichte einer Arbeit sieht, auf die man sich vorbereiten und in der man mit allem Ernst durchhalten muß, wie man es in Fällen tut, die unsrer Meinung nach äußerst interessant und höchst notwendig sind."