Autor Thema: Die Sünde wider den Heiligen Geist  (Gelesen 10917 mal)

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Offline Jose

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Die Sünde wider den Heiligen Geist
« am: 15 Februar 2012, 10:08:44 »
Zu diesem Thema sind meine Fragen:
  • Was ist die Sünde wider den Heiligen Geist?
  • Wer kann diese Sünde begehen?
  • Geschieht diese Sünde bewußt?
Ob diese Sünde vergeben vergeben werden kann, dazu habe ich keine Frage, denn Jesus hat gesagt: "Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen" Mt 12,32.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Die Sünde wider den Heiligen Geist (was, wer, wie)
« Antwort #1 am: 29 Februar 2012, 16:14:00 »
Ich will nun versuchen, meine persönlichen Überlegungen zu diesem Thema darzulegen:

Was ist die Sünde wider den Heiligen Geist?
Als Nikodemus zu Jesus kam bezeugte er: "Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm" Joh 3,2. Wenn die Obersten der Juden somit wussten, dass Jesus von Gott gesandt war, dennoch aber das was Jesus tat als Werke des Teufels bezeichneten, dann war es sehr bedenklich und Jesus warnte ernstlich davor, dass hier die Lästerung des Heiligen Geistes erfolgen könnte. Die andere Möglichkeit der Sünde wider den Heiligen Geist sehe ich im Zusammenhang mit dem Abfall von Glauben, den ich in der Bibel gelehrt sehe.

Wer kann diese Sünde begehen?
m.E. nur Gläubige oder solche, die es eigentlich sein sollten, siehe die Pharisäer und Schriftgelehrten.

Geschieht diese Sünde bewusst?
Mit Sicherheit. Es ist doch Gott daran gelegen, uns von den Wegen des Irrtums zurückzuholen. Daher liegt es auch an uns, ob wir uns zu Recht bringen lassen oder nicht. Bei Hananias und Saphira (Apg. 5) finden wir Unaufrichtigkeit und Heuchelei, obwohl es sich um Gläubige handelte. Ich will nicht behaupten, dass sie die Sünde wider den Heiligen Geist begangen hatten, aber sie waren überein gekommen, den Heiligen Geist zu betrügen und die Auforderung zur Aufrichtigkeit zu verachten. Dafür wurden sie gerichtet und ich kann nur hoffen, dass sie dennoch gerettet wurden, habe jedoch große bedenken, denn sie waren nicht aufrichtig vor Gott und haben den Mahnungen des Heiligen Geistes widerstrebt und belogen.


Im Zusammenhang mit der Sünde, die nicht vergeben werden kann, sehe auch die Ermahnung des Apostel Johannes: "Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tod, soll er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen. Es gibt Sünde zum Tod; nicht im Hinblick auf sie sage ich, dass er bitten solle" 1.Joh 5,16. Auch hier ist von einer Sünde die Rede, die Gläubige tun können, und für die wir nicht bitten dürfen. Handelt es sich hier auch um die Sünde wider den Heiligen Geist?


José

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #2 am: 01 März 2012, 00:00:09 »
Der HERR JESUS verurteilt hier die Sünde der Pharisäer, dass sie mutwillig etwas verwarfen, wovon sie wussten, dass es von GOTT war (vgl. Johanes 11,48; Apostelgeschichte 4,16). Sie konnten nicht leugnen, dass die Werke, die der HEILIGE GEIST durch den HERRN JESUS tat, wirklich geschehen waren. So schrieben sie sie Satan zu, obwohl sie wussten, dass es GOTTES Wirken war (Matthäus 12,24; Markus 3,22).

Ich denke, dass es nicht relevant ist, ob jemand (un-)gläubig ist, sondern erkannt hat, dass GOTTES GEIST wirkt und dieses Wirken Satan zuschreibt.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Die Sünde wider den Heiligen Geist - durch wen und wie?
« Antwort #3 am: 03 März 2012, 11:27:27 »
Hallo Roland,
über diese Aussage von dir habe ich viel nachgedacht:

Zitat von: Roland
Ich denke, dass es nicht relevant ist, ob jemand (un-)gläubig ist, sondern erkannt hat, dass GOTTES GEIST wirkt und dieses Wirken Satan zuschreibt.

Das ist wirklich wichtig zu beachten, wobei wir hier sicherlich auch bedenken müssen, dass es für uns im Einzelfall schwerlich ist zu beurteilen, wann die Sünde wider den Heiligen Geist geschehen ist, die ja nicht mehr vergeben werden kann. Man muss sich aber sehr der Gefahr bewusst sein und Buße tun, sobald wir von dem Heiligen Geist ermahnt werden, uns diesbezüglich in Gefahr zu begeben. Es ist meine Überzeugung, dass Gott uns sehr frühzeitig und ernstlich ermahnt, daher erachte ich es für wichtig, dass wir uns nicht unnötig ängstigen, als hätten wir die Sünde wider den Heiligen Geist begangen.

Es gibt Gläubige, die sehr angefochten werden und meinen, die Sünde wider den Heiligen Geist begangen zu haben. Von einem alten und treuen Bruder, der längst beim Herrn ist, habe ich es gehört, dass er in den letzten Stunden vor seinem Tod diesbezüglich sehr angefochten wurde. Von einem anderen Bruder, der unter Depressionen litt, erfuhr ich, dass er ebenfalls diesbezüglich starke Anfechtungen hatte, die so weit gingen, dass er einen Selbstmordversuch unternahm.

Lasst uns aber auch bedenken, dass selbst wenn wir nicht den Heiligen Geist gelästert haben, wir uns doch von Gott so entfernt haben können und den Ermahnungen des Heiligen Geistes widerstrebt, um am Ende schließlich doch wieder in die Sünde einzuwilligen und vom Glauben abzufallen. Wenn man hier nicht Buße tut und wieder umkehrt - was bei der Sünde wider den Heiligen Geist nicht mehr möglich wäre -, geht man am Ende doch verloren.

Mit meiner letzten Aussage habe ich hiermit bezeugt, dass es meine Überzeugung ist, dass Gläubige vom Glauben abfallen können - wer auch sonst? -, und somit keine Gläubige mehr sind. Damit kann die Sünde wider den Heiligen Geist von Gläubigen verübt werden und dann trifft auch sie das Urteil, dass sie nicht mehr Buße tun können.

Die Behauptung, ob ein Christ wieder zu einem Nichtchristen werden kann, ein Gläubiger somit wieder zu einem Ungläubigen, wird von vielen abgelehnt. Aber gerade die Aussage Jesu, dass die Sünde wieder den Heiligen Geist nicht vergeben werden kann, ist m.E. ein Beweis dafür, dass es diese Möglichkeit in der Endkonsequenz doch gibt.

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #4 am: 04 März 2012, 21:04:08 »
Hallo José,

Zitat
Es gibt Gläubige, die sehr angefochten werden und meinen, die Sünde wider den Heiligen Geist begangen zu haben.

Ich bin davon überzeugt, wenn Gläubige hier angefochten werden, dann haben sie nicht die Lästerung gegen den HEILIGEN GEIST begangen. Diejenigen, die diese Lästerung ausgeübt haben, werden keine Angst mehr haben, denn sie sind geistlich tot.

Wir sind auch der gleichen Meinung, dass Wiedergeborene vom Glauben abfallen können. Deine Aussage hier ist absolut biblisch. Aber die Apostasie ist für mich nicht die Lästerung des HEILIGEN GEISTES.

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 04 März 2012, 21:10:11 von Roland »
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Offline Jose

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Apostasie (Hebräer 6,4-6)
« Antwort #5 am: 09 März 2012, 20:26:20 »
Für mich behandelt Hebräer 6,4-6 den schlimmsten Fall von Apostasie, also den Abfall vom Glauben. Wir hätten m.E. auf jeden Fall ein Problem mit der Aufzählung, wenn wir hier keine Gläubigen sehen wollen:
    - diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind
    - und die himmlische Gabe geschmeckt haben
    - und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind
    - und das gute Wort Gottes
    - und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben
Ich kann nicht erkennen, dass es sich hier nur um "angesprochene" aber nicht wirklich bekehrte handelt. Überhaupt, wie kann jemand den Heiligen Geist empfangen, wenn er nicht wiedergeboren ist?
 
Hier geht es nach meiner Überzeugung um einen dermaßen schlimmen Abfall von Gott, vor dem ich fassungslos stehe. Wie kann jemand, der so wunderbares mit Gott erlebt hat, alles hinter sich werfen? So etwas geschieht mit Sicherheit auch nicht von heute auf morgen, erleben ich doch selber - und sicherlich jedes Gotteskind -, wie der Heilige Geist uns mahnt, wenn wir sündigen und unsere Beziehung zu Gott getrübt ist.

Ob so ein ehemaliges Gotteskind aber die Sünde wider den Heiligen Geist begangen hat oder nicht, bin ich mir nicht sicher, aber wenn keine Buße mehr möglich ist, dann deutet es darauf hin.

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #6 am: 18 März 2012, 00:27:42 »
Hallo José,

Du hast recht, dass es sich bei den Apostaten um ehemalige Gotteskinder handelt. Es ist schrecklich, wenn Menschen von dem lebendigen GOTT abfallen. Ich kann dies, genau wie Du, überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich sehe die Lästerung des HEILIGEN GEISTES mehr darin, dass die Wirkungen und die Kraft des GEISTES GOTTES verleugnet und dem Teufel zugeordnet wird.

Allerdings ist im Hebräerbrief die Aussage, dass für Apostaten keine Buße mehr möglich ist, sehr gewichtig. Es läuft tatsächlich in Richtung der Sünde, die nicht vergeben werden kann. Allerdings würde ich hier doch differenzieren.

Shalom
Roland
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Sabine777

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #7 am: 19 März 2012, 22:38:17 »
War es nicht Fruchtenbaum, der erläuterte, dass diese spezifische Sünde gegen den Heiligen Geist nur von jener jüdischen Generation begangen werden konnte?
Er belegte es damit, dass diese Rabbigeneration genau jene Wunder bei Jesus Christus sahen (und auch gründlich untersuchten), die sie als zweifelsfrei messianisch auswiesen.
Und die Ihn dann doch verwarfen und Ihn sehendes Auges eines diabolischen Geistes verdächtigten.
Dieser Aufsatz war gut begründet auch in den Gesamtkontext gestellt, was vorher war und wie es weiterging, wie Christus von da ab mit jenen Pharisäern und Schriftgelehrten umging.

Damit sei nicht gesagt, dass es Christen nicht möglich ist, nicht abzufallen. Bzw. und richtiger gesagt, ist es ja auch Christen nicht möglich verloren zu gehen.
Sie müssen erst zu Nicht-Christen geworden sein, ein gläubiges Kind Gottes an seines Vaters Hand kann und will da ja nicht weggehen, aber ein Abgefallener ist dann ja nicht mehr als Christ zu bezeichnen.

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #8 am: 20 März 2012, 00:21:23 »
Hallo Sabine,

herzlichen Dank für Deine Antwort. Du beziehst Dich dabei auf Fruchtenbaum. Fruchtenbaum ist mir äußerst suspekt. Ich möchte hier nur 2 Gründe anführen:

- F. ist Dispensationalist. Das bedeutet, dass für ihn die Evangelien nicht für Christen, sondern ausschließlich für Juden gelten. Da die Lästerung des HEILIGEN GEISTES ausschließlich in den Evangelien beschrieben wird, ist es für ihn folgerichtig, dass diese Sünde nur durch Juden ausgeführt werden kann.
Ich teile seine Meinung nicht, denn ich halte den Dispensationalismus für eine Irrlehre. Es ist ein menschliches Konstrukt (wie z. B. der Calvinismus, die "Theologie" der Zeugen Jehovas usw.), das der Bibel "übergestülpt" wird. Die Folge davon ist, dass nicht Exegese, sondern Eisegese betrieben wird, d. h. es werden Dinge in die Heilige Schrift hineingelesen, die nicht im Wort GOTTES enthalten sind.

- F. lehrt, dass man nicht zum HERRN JESUS beten darf:
Zitat
Zuerst, Gebete sollten nicht an den Sohn gerichtet werden, oder an den Geist, oder zu irgend jemand sonst
Dass Gebete nicht an den GEIST GOTTES gerichtet werden sollen, kann ich nachvollziehe, da ich keine Bibelstelle kenne, wo zum HEiLIGEN GEIST gebetet wurde. Allerdings lehne ich F. Meinung strikt ab, dass man nicht zum HERRN JESUS beten darf. Die Bibel gibt uns ein anderes Zeugnis, denn der HERR JESUS ist der lebendige GOTT.

Ich könnte hier noch weitere Punkte aufführen, möchte es aber bei diesen beiden lassen.

Soweit meine Gedanken dazu.

Shalom

Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Sabine777

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #9 am: 20 März 2012, 22:08:43 »
Hallo Roland,

es ist immerhin eine interessante Position, die zu durchdenken sich lohnt.
Und nur, weil er nicht in jedem Punkt die eigene Erkenntnis hat, muss der Ansatz falsch sein.

Darf ich - mit Verlaub - sagen, dass es wirklich kein Forum gibt, wo sich die Brüder einig sind?
Bei den Calvinisten wird der Nicht-Calvinist nicht ernst genommen, die Brüdergemeindenforen verurteilen sofort alles, was nicht exakt  ihre Punkten übernimmt, die Liberalen sind unliberal gegen die Bibeltreuen und alle zusammen sind gegeneinander verfeindet, zerstritten und mehr. Wobei jeder wahrheitsgemäß sagen müsste, dass es nur eine Wahrheit gibt und dass auch sie selbst irren könnten.
Am Calvinismus ist ja etwas dran, die eine Seite eben. Aber ebenso wahr ist die Verantwortung des Menschen, die sie leider negieren und fehlinterpretieren.

Ist Herr Fruchtenbaum Dispensationalist? Das ist wohl im Kleinen jeder Christ.
Er geht dann wohl nur etwas weiter, aber ebenso unwahr ist, dass es keine Zeiteinteilung gibt.
Es gab den Alten Bund, den Neuen Bund, es wird das 1000 Jährige Reich geben, den neuen Himmel, die neue Erde.
Ebenso spielt Israel im alten Testament eine besondere Rolle und wird nach der Verwerfung des Messias beiseitegerückt, um diesem großen Geheimnis der Gemeinde damit Platz zu machen. Zur Wiederkunft Jesu wird der Überrest Israels sich bekehren und das Heil geht somit von den Nationen wieder zu den Juden.
Daran sieht man doch ein quasi dynamisches Handeln Gottes, eine bestimmte Ordnung und ein Gefüge. Ob man es Heilszeitalter nennt oder anders.
Diese Begrifflichkeiten, die sofort spalten und polarisieren, ohne dass es überhaupt noch um die Sache geht, ohne dass vom eigenen Standpunkt einmal abgesehen werden kann und über die Dinge ohne Feindbegriffe reden kann, ist schon recht schade.
Ich finde es schade, dass es oftmals nur noch um ein überaus oberflächliches Abgrenzen mit eben jenen Begriffen geht, um ein Einteilen und Abqualifizieren  (nicht dieses Forum hier gemeint).
Ein schleichendes Ende der eigenen Denkprozesse, die früher noch möglich waren.

Ob Fruchtenbaum mit seinen Ausführungen zur Sünde gegen den Heiligen Geist recht hat, weiß sicher nur der Herr genau.
Da er meines Wissens der Erwählungslehre glaubt, ist die Argumentation dann ja schlüssig.

Es ist zurzeit sehr verwirrend, die verschiedenen Positionen von bekannten Brüdern zu sehen, die man nicht teilen kann und die doch in ihrem Leben durchaus ein Vorbild sind.
Ich denke an einen hingebungsvollen Christen, der zuweilen bei uns predigt, wo jetzt zutagegetreten ist, dass er an die Unverlierbarkeit des Heils glaubt und der Erwählungslehre relativ stringent glaubt. Und ebenso erschütternd ist, dass die beiden Seiten der Bibel, die beides lehrt, nicht demütig stehengelassen wird, sondern in Lehrsysteme einzementiert werden muss, damit man sich Calvinist oder Arianer oder sonstwie nennen kann.
Erinnert doch an Pauli Ermahnung, dass der Christus nicht zerteilt ist.


Offline Jose

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Wer kann die Sünde wider den Heiligen Geist begehen?
« Antwort #10 am: 21 März 2012, 00:25:38 »

Hallo Sabine!
Wie bereits erwähnt, bin ich der Meinung, dass nur Gläubige oder solche, die es eigentlich sein sollten, die Sünde wider den Heiligen Geist begehen können.

Du schreibst:
Zitat von: Sabine777
War es nicht Fruchtenbaum, der erläuterte, dass diese spezifische Sünde gegen den Heiligen Geist nur von jener jüdischen Generation begangen werden konnte?

Von Fruchtenbaum hatte ich bislang nicht gelesen, aber unabhängig davon: Wenn Aussagen der Bibel in ihrer Gültigkeit auf einige begrenzt werden, sollten wir m.E. immer besonders vorsichtig sein.

Es wird leider auch häufig von dem Kontext geredet, dabei aber lediglich versucht, die offensichtliche allgemeine geistliche Bedeutung der biblischen Aussage für sich selber außer Kraft zu setzen. Dann kommen weitere, menschlich vielleicht gut gemeinte vernünftige Überlegungen dazu, und man entfernt sich immer mehr von der eigentlichen Botschaft der Bibel. Dann ist es irgendwann, im Umgang miteinander, nicht immer leicht zu erkennen, ob das Fundament noch trägt oder man sich längst von dem Evangelium Jesu Christi entfernt hat.


Zitat von: Sabine777
Darf ich - mit Verlaub - sagen, dass es wirklich kein Forum gibt, wo sich die Brüder einig sind?

Aus deinen Zeilen meine ich viel Schmerz und Enttäuschung herausgelesen zu haben, über die Streitigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen Gläubigen. Es ist aber kein neuer Zustand, sondern bereits in den ersten Gemeinden anzutreffen gewesen. Während es aber damals, durch die Apostel eine gemeinsame Belehrung gab, gibt es heute eine Fülle an unterschiedliche Ausrichtungen mit z.T. sehr gefährlichen Ausprägungen.

Du hast einige theologische Ausrichtungen genannt. Persönlich kann ich zunächst andere gewonnene Erkenntnisse stehen lassen, wenn man es trotz aufrichtiges forschen in der Schrift bislang nicht anders erkannt hat. Aber meine Beobachtung ist, dass wenn man sich über andere Themen austauscht, dann viele weitere Konflikte in der Erkenntnis und leider oft auch in der Gesinnung offenbar werden und ich muss mich fragen: Haben wir wirklich den gleichen Heiligen Geist?   

Und was die Sünde wider den Heiligen Geist anbetrifft: Ich habe die Sorge, dass z.B. unter denen, welche das Wirken des Heiligen Geistes in der Erweckungs- und Heiligungsbewegung generell als von unten abtun, also vom Satan gewirkt, sich auch solche in dieser Gefahr begeben, den Heiligen Geist zu lästern. Das ist meine persönliche Meinung und ehrlich gemeinte Sorge. 

Gottes Segen,
José

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #11 am: 13 April 2012, 16:44:25 »
Hallo Sabine,

danke für Deine Antwort.

Zitat
Und nur, weil er nicht in jedem Punkt die eigene Erkenntnis hat, muss der Ansatz falsch sein.
Mir geht es nicht darum, Fruchtenbaum zu diskreditieren, sondern seine Meinung zu verstehen. Ich kann sie besser verstehen, wenn ich weiß, welchen Hintergrund die Person hat. Leider ist es so, dass er Irrlehren (Dispensationalimus) verbreitet, d. h. er liest Dinge in die Bibel hinein, die nicht in der Bibel stehen.

Zitat
Wenn Aussagen der Bibel in ihrer Gültigkeit auf einige begrenzt werden, sollten wir m.E. immer besonders vorsichtig sein.
Da hast Du recht. Allerdings benötigen wir dazu keine Irrlehre (wie der Dispensationalismus), sondern es genügt, das Wort GOTTES im Kontext zu lesen.

Zitat
Am Calvinismus ist ja etwas dran, die eine Seite eben.
Was genau meinst Du damit?

Zitat
Ist Herr Fruchtenbaum Dispensationalist? Das ist wohl im Kleinen jeder Christ.
Hier muss ich Dir entschieden widersprechen. Christ zu sein bedeutet nicht, Dispensationalist zu sein. Das wäre genau so, als würde jemand behaupten, jeder Christ wäre ein im Kleinen ein Allversöhner, da in der Bibel steht, dass GOTT will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Zitat
Er geht dann wohl nur etwas weiter, aber ebenso unwahr ist, dass es keine Zeiteinteilung gibt.
Es gibt 2 Bündnisse: Der Alte Bund mit dem Volk Israel und der Neue Bund mit allen wiedergeborenen Christen.

Zitat
Es gab den Alten Bund, den Neuen Bund, es wird das 1000 Jährige Reich geben, den neuen Himmel, die neue Erde
. Bereits bei oberflächlicher Betrachtung daran erkennen, dass

(1.) die Bibel überhaupt nicht von unterschiedlichen "Heilszeiten" spricht (als ob das Heil GOTTES in verschiedenen Epochen der Heilsgeschichte auf unterschiedliche Weise zu erlangen wäre - was für ein abwegiger Gedanke !). Die Schrift spricht stattdessen beispielsweise vom "Alten" und "Neuen Bund", vom "jetzigen" und "zukünftigen" Zeitalter etc.

Und (2.) existiert auch unter den Anhängern der darbystischen "Heilszeiten-Lehre" keine einheitliche und präzise festlegbare Struktur jener angeblich unterschiedlichen "Heilszeiten". Hierin stimmen z.B. Darby mit Scofield oder Knoch mit Bullinger keineswegs überein. Jeder bastelt willkürlich an seinem eigenen "Heilszeiten-System" - nichts als pure Willkür! Für Bullinger z.B. - einem früheren Guru unter bestimmten Anhängern der "Heilszeiten-Lehre" - fängt die "Heilszeit der Gemeinde" erst nach Apg. 28 an, der Schweizer Darbyst Hans Peter Wepf wird nicht müde, die 4 Evangelien-Schriften (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) noch dem Alten Testament zuzuordnen etc. - wie verblendet muss ein Mensch eigentlich sein, um auf derart törichte Ideen zu kommen!?

Zitat
Ob Fruchtenbaum mit seinen Ausführungen zur Sünde gegen den Heiligen Geist recht hat, weiß sicher nur der Herr genau.
Selbstverständlich, dennoch haben wir die Pflicht, auch Fruchtenbaums Aussagen anhand der Heiligen Schrift zu prüfen. Das Ergebnis der Prüfung ist, dass seine Vorstellungen nicht mit dem Wort GOTTES vereinbar sind.

Zitat
Es ist zurzeit sehr verwirrend, die verschiedenen Positionen von bekannten Brüdern zu sehen, die man nicht teilen kann und die doch in ihrem Leben durchaus ein Vorbild sind.
Es gibt auch Sektierer, wie z. B. Zeugen Jehovas, NAK, Adventisten usw., die ein vorbildliches Leben führen. Dennoch werden die Irrlehren an die diese Irrlehrer glauben nicht richtig, nur weil sie ein vorbildliches Leben führen.

Zitat
sondern in Lehrsysteme einzementiert werden muss, damit man sich Calvinist oder Arianer oder sonstwie nennen kann.
... oder Dispensationalist usw. Genau das ist mein Anliegen: Wichtig ist es, dass man sich von diesen menschlichen Lehrsystemen verabschiedet und das Wort GOTTES einfach so nimmt, wie es geschrieben steht.

Zitat
Erinnert doch an Pauli Ermahnung, dass der Christus nicht zerteilt ist.
Völlig richtig und deshalb sollten wir nicht irgendwelchen "-ismen" huldigen: Dispensationalismus, Darbysmus, Adventismus, Arianismus usw.

Shalom
Roland


Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Es sollten nicht alle Irrlehrer in einen "Topf" geworfen werden
« Antwort #12 am: 13 April 2012, 17:06:24 »
Es gibt auch Sektierer, wie z. B. Zeugen Jehovas, NAK, Adventisten usw., die ein vorbildliches Leben führen. Dennoch werden die Irrlehren an die diese Irrlehrer glauben nicht richtig, nur weil sie ein vorbildliches Leben führen.

Hallo Roland.
Ich weiß, dass ich mich etwas wiederhole, aber mich stört es einfach und ich kann es nicht nachvollziehen, wenn zu viele Richtungen in einen Topf geworfen werden. Darbysten, z.B., vergleiche ich auf keinen Fall mit Zeugen Jehovas, denn die ZJ haben kein Evangelium, für sie ist nicht einmal Jesus auferstanden.

Vielleicht ist es dir möglich, hier etwas zu differenzieren oder vielleicht lassen sich die Irrlehren etwas besser einteilen.

Danke und herzliche Grüße,
José

Offline Roland

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Re: Die Sünde wider den Heiligen Geist
« Antwort #13 am: 13 April 2012, 17:32:18 »
Hallo José,

wie würdest Du denn die Irrlehren einteilen? Du sprichst jetzt den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an:

Zitat
Darbysten, z.B., vergleiche ich auf keinen Fall mit Zeugen Jehovas, denn die ZJ haben kein Evangelium, für sie ist nicht einmal Jesus auferstanden.
Mit meinem Vergleich Darbysten - Zeugen Jehovas sprach ich jedoch nicht den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an, sondern die Sektenstruktur. Ich finde, dass beide Sekten hier durchaus Ähnlichkeiten aufweisen:

Die Zeugen Jehovas haben als Autorität neben der Bibel die Schriften der Wachtturm-Organisation; die Darbysten haben die Schriften der "Brüder". Mit Autorität neben der Bibel meine ich damit, dass hiermit die Bibel ausgelegt und als unangefochtene Autorität anerkannt wird (also einen ähnlichen Status wie die Bibel).

Die Zeugen Jehovas haben eine eigene Bibelübersetzung herausgebracht, um ihre Irrlehren "biblisch" begründen zu können, ebenso die Darbysten.

Wenn jemand nicht in der Spur bleibt, gibt es bei den Z. J. Gemeinschaftsentzug (das bedeutet, dass niemand mit der Person sprechen darf); ebenso gibt es bei den Darbysten Gemeinschaftsentzug, z. B. darf die entsprechende Person nicht am Mahl des HERRN teilnehmen.

Dies waren jetzt nur 3 Beispiele. Ich könnte noch mehr aufführen, möchte es aber dabei bewenden lassen. Hier wird deutlich, dass die sektiererischen Strukturen der Z. J. und der Darbysten sehr ähnlich sind. Daher halte ich es für legitim, beide Sekten miteinander zu vergleichen.

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Es sollten nicht alle Irrlehrer in einen "Topf" geworfen werden
« Antwort #14 am: 13 April 2012, 17:47:44 »
Zitat von: Roland
wie würdest Du denn die Irrlehren einteilen? Du sprichst jetzt den inhaltlichen Aspekt der Irrlehren an

Ich weiß, dass es schwer ist. Aber vielleicht ist der Anfang einer Bewegung hilfreich. Paulus schreibt: "Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut" 1.Kor 3,10. Wenn z.B. Zeugen Jehovas mit Darbystem zusammengelegt werden, dann wird somit auch indirekt behauptet, dass die Anfänge von beiden Bewegungen gleich falsch waren. Ist es so?

Ausgehend von 1. Kor. 3,10 kann vielleicht ein neues Thema aufgemacht werden, damit wir das Thema hier: "Die Sünde wider den Heiligen Geist", nicht zu sehr verlassen.

Herzliche Grüße,
José