Autor Thema: Hiob  (Gelesen 209 mal)

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Offline Jose

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Hiob
« am: 28 Oktober 2017, 13:09:53 »
Was bedeutet dir das Buch Hiob? Wann hast du das letzte Mal darüber nachgedacht und wann hat Gott das letzte Mal durch das Zeugnis Hiobs zu dir geredet?

Vor einiger Zeit hörte ich eine Predigt in der gesagt wurde, dass Hiob versagt hätte. Innerlich lehnte ich die Aussage ab. Später, als ich unterwegs im Auto die Lesung von dem Buch Jakobs hörte, da freute ich mich über die Aussage: "Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen" Jak 5,11. Hier ist nicht vom Versagen Hiobs die Rede, sondern von seinem standhaften Ausharren. Hiob wurde durch das Leiden weiter im Glauben geführt, in seinem Ringen und Fragen hatte er nicht aufgehört auf Gott zu harren. Wer kann beurteilen, was er erfahren und durchlitten hat?

Zuhause lesen wir abends zurzeit als Bibellese im Buch Hiob. Im Abendgebet bewegte ich in meinem Herzen auch die Reaktion der Freunde Hiobs vor Gott und meine Fragen dazu. Da wurde mir erstmalig bewusst, dass ich sicherlich genauso so verkehrt geurteilt hätte wie sie. Wenn jemand, der als fromm und gerecht bekannt ist, plötzlich so viel Schlimmes erfährt, da liegt es menschlich nahe zu denken, es geht nicht mit rechten Dingen zu, sondern es ist Gericht und Strafe. Im Fall Hiob war es aber verkehrt so zu denken und ich meine, wir sollten allgemein vorsichtig sein in unserem Urteilen, z.B. wenn wir über Unwetterkatastrophen denken. Wir sollten vorsichtig sein mit der Aussage, es ist Gericht Gottes über dies und jenes. Die ganze Welt müsste erschüttert sein von Gerichten, wenn wir an die zunehmende Ungerechtigkeit denken.

Aus Hiob können wir lernen, dass Gott über unser Leben verfügen möchte, wie ER will - und ER möchte Sich durch uns verherrlichen. ER wusste, dass Hiob treu bleiben würde, glauben wir das? Gott will uns Menschen gebrauchen, auch zu Seiner Verherrlichung gegenüber der unsichtbaren Welt. Das ist was ich auch aus dem Wort entnehme: "Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet; und er hält immer noch fest an seiner Tadellosigkeit, obwohl du mich gereizt hast, ihn ohne Ursache zu verderben!" Hiob 2,3. Kann Gott das auch von uns sagen, egal wie ER uns führt?

Darf ich nochmal fragen, wann hast du das letzte Mal dein Leben und deine Erfahrungen mit dem Erleben und Zeugnis von Hiob verglichen?
« Letzte Änderung: 28 Oktober 2017, 13:15:46 von Jose »

Offline Nico

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Re: Hiob
« Antwort #1 am: 28 Oktober 2017, 13:52:04 »
Das Leid. Zur Zeit muß ich immer wieder daran denken wieviel Leid um uns herum existiert. Besonders den Kindesmißbrauch oder das Leid der Kinder in Kriegsgebieten, aber auch schlimme Krankheiten die unsagbares Leid mit sich bringen. Gott hat das mit bedacht, als er sprach: „Es werde Licht...“ Hiob spricht uns aus diesem Leiden an. Er hat seine Kinder verloren. Er hat keine Stelle an seinem Leib die gesund ist. Satan hat alles was er hatte zerstört. Doch da ist eine Sache, die der Feind nicht zerstören konnte. Hiobs Glauben. Diesen Glauben sucht Gott. Dieser Glaube, der alles überwinden kann. Diesen Glauben wollte er den Engeln zeigen. Gott hat den Glauben erschaffen. Ist das Leid unersetzbar dazu? Ist das der hohe Preis der Herrlichkeit? Ich glaube es gibt einfach keinen anderen Weg, so sehr ich es mir menschlich auch wünsche.
Ein zweites beschäftigt mich auch immer mehr. Die Freunde irrten sich, als sie Hiob verdächtigten und beschuldigten. Wir haben Gottes Plan so oft missverstanden. Israel hat Gott so oft missverstanden. Wir brauchen das Vertrauen Hiobs im Leid und wir brauchen den Geist Gottes der uns leitet, damit wir Gottes Willen nicht missverstehen. Dinge die wir absolut nicht verstehen sollten wir Gott neu hinlegen. Wir sollten Ihn fragen was er dazu sagt. Wir sollten unsere Urteile überdenken, immer wieder. Möge der Herr uns führen und leiten, daß wir in der ganzen Fülle seiner Kraft, sein Reich bauen.
...des Herrn Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist...

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Re: Hiob
« Antwort #2 am: 01 Dezember 2017, 23:40:56 »
Zitat
Wer kann beurteilen, was er erfahren und durchlitten hat?

Ich denke Gott kann das, ich denke auch der junge Mann der zuletzt vor Gott mit ihm geredet hat sich in ihn einfühlen konnte und ich denke auch wir können, vielleicht der eine mehr der andere weniger erkennen was er erlitten hat. Unter anderem darum ist uns sicherlich auch dieses Buch in den Schriften überliefert.  Und Vielleicht hat ja auch der eine oder andere ähnliches wie er erlebt.

Zitat
Zuhause lesen wir abends zurzeit als Bibellese im Buch Hiob. Im Abendgebet bewegte ich in meinem Herzen auch die Reaktion der Freunde Hiobs vor Gott und meine Fragen dazu. Da wurde mir erstmalig bewusst, dass ich sicherlich genauso so verkehrt geurteilt hätte wie sie.
Wenn jemand, der als fromm und gerecht bekannt ist, plötzlich so viel Schlimmes erfährt, da liegt es menschlich nahe zu denken, es geht nicht mit rechten Dingen zu, sondern es ist Gericht und Strafe.

Umso schöner ist es zu sehen, dass es nicht so sein muss. Ich denke der jüngere hat Recht mit Hiob geredet. Er hat sich nicht über ihn erhoben sondern sich mit ihm auf die gleiche Stufe gestellt. Zugute halten muss man den drei Freunden aber dass sie dem Hiob herbeigekommen sind und ganze 7 Tage bei ihm saßen und schwiegen.



Zitat
Darf ich nochmal fragen, wann hast du das letzte Mal dein Leben und deine Erfahrungen mit dem Erleben und Zeugnis von Hiob verglichen?

Wann es genau war weiß ich nicht, aber ich weiß, dass ich es getan habe. Auch mir ging es sehr schlecht und da lag es natürlich auf der Hand sich auch viel mit Hiob zu beschäftigen.

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #3 am: 02 Dezember 2017, 13:33:57 »
Ja, es lohnt sich, über Elihu nachzudenken. Er hatte eine andere Erkenntnis über Gott, als die drei Freunde, obwohl er letztlich die Situation von Hiob auch nicht überblickte. Aber er war noch jung und noch anders offen für Gottes Offenbarungen, während die anderen 3 Freunde offensichtlich irdisch gesinnt waren.

Zu Elihu habe ich aus der App „Bibellexikon“ folgendes entnommen:
Zitat
Ein Sohn Barakeels des Busiters, vom Geschlecht Ram. Er wird plötzlich in der Geschichte Hiobs erwähnt. Er war jung und sprach erst, als Hiob und seine drei Freunde aufgehört hatten zu sprechen. Sein Zorn entbrannte gegen Hiob, weil dieser eher sich selbst rechtfertigte als vielmehr Gott, und gegen seine drei Freunde, weil diese Hiob verurteilten, obgleich sie seine Angelegenheit nicht verstanden. Nach den Worten Elihus handelt Gott in Gnade und Segen, um den Menschen vom Bösen zu befreien, ihn zu züchtigen und ihn zu beugen. Hiob war ein gerechter Mann, aber er musste in der Schule Gottes seine Lektion lernen (Hiob 32 - 36).

Die Schilderung über die 3 Freunde und auch über Elihu, ist auch für mich eine Ermahnung: Wenn wir nicht ständig mit Jesus unterwegs sind und auf Ihn blicken, da können wir leicht den geistlichen Blick und die Weisheit von oben verlieren und dann so reden, wie die irdisch gesinnten drei Freunde es taten. Am Ende hat Gott sie auch zurechtgewiesen und Hiob musste für sie Fürbitte tun.

Hiob 42,7.8
Und es geschah, nachdem der HERR jene Worte zu Hiob geredet hatte, da sprach der HERR zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und gegen deine beiden Freunde: Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet wie mein Knecht Hiob.
Und nun nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und opfert ein Brandopfer für euch! Und Hiob, mein Knecht, soll für euch Fürbitte tun. Nur ihn will ich annehmen, damit ich euch nicht Schimpfliches antue. Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet, wie mein Knecht Hiob.
 

Und mir wurde auch wichtig, dass wenn wir Jesus kennen, wir dann auch lernen die Geschehnisse von der Warte Gottes aus zu sehen und sind stets dabei die Lektion zu lernen, die Jesus Seinen Jüngern gab:

Joh 9,1-3
Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. 
Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? 
Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.


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Re: Hiob
« Antwort #4 am: 02 Dezember 2017, 13:37:51 »
Hallo Jose danke für deine Worte.

Wie kommst du zu der Aussage, dass Elihu die Situation von Hiob nicht überblickte? Ich sehe das momentan anders. Glaube kaum, dass er sich sonst so zu Wort gemeldet hätte.

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #5 am: 02 Dezember 2017, 18:57:25 »
Hallo Thomas. Ich will versuchen, einige meiner Gedanken über Elihu zu erklären. Vielleicht sind auch andere schon zu solchen Überlegungen gekommen.

Wenn ich von Elihu lese: "Da entbrannte der Zorn Elihus, des Sohnes Baracheels, des Busiters, aus dem Geschlecht Ram; über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er meinte, er sei Gott gegenüber im Recht" Hiob 32,2, dann empfinde ich das als ein Richten. Einblick in die Führung Hiobs hatte er nicht. Hiob hatte nicht gesündigt, weswegen er in diese Situation kam. Es war keine Strafe Gottes. Das aber hatte auch Elihu nicht erfasst. In seiner zweiten Rede sagte er: "O dass doch Hiob fort und fort geprüft würde, weil er antwortet, wie gottlose Männer antworten! Denn zu seiner Sünde fügt er Frevel hinzu; er verhöhnt uns und redet viel gegen Gott!" Hiob 34,36-37. Für mich ist es offensichtlich, dass auch Elihu, wie die anderen drei Freunde, der Überzeugung war, dass Hiob sich sündig verhielt und zu recht in seiner Lage war.

Was mich aber beim Elihu immer wieder erschreckt, wobei so sind sicherlich viele junge und eifrige Christen, ist sein Anliegen, für Gott zu streiten, als ob Gott es nötig hätte. Schlimm seine jugendliche Selbstüberschätzung, so mein Eindruck, wenn er zu Anfang seiner vierten Rede sagt: "Gedulde dich noch ein wenig, so will ich es dir mitteilen; ich habe noch mehr Worte für Gott. Ich will mein Wissen von weither holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren lassen! Denn wahrlich, meine Reden sind keine Lügen; vor dir steht ein Mann mit vollkommener Erkenntnis" Hiob 36,2-4. Wir müssen Gott nicht verteidigen. Das kann ER selbst. Und vollkommene Erkenntnis werden wir hier auf Erden nie haben. Ob wir im Himmel alles erfassen werden, weiß ich nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Elihu, und auch die anderen drei Freunde, wären wohl nie auf den Gedanken gekommen, dass nachdem Gott dem Hiob die Augen geöffnet hat und IHM gezeigt hatte, dass ER als Schöpfer mit Seinen Geschöpfen tun kann was ER will, ER dennoch über Hiob zu den anderen sagt: "Und es geschah, als der Herr diese Worte an Hiob vollendet hatte, da sprach der Herr zu Eliphas, dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob" Hiob 42,7. Gott muss Hiob sehr geliebt haben und Sein Werk an Ihm so völlig gehabt haben, dass ER an Hiob die Treue und Hingabe eines gläubigen Menschen dem Satan demonstrieren konnte. Auf so etwas wäre niemand gekommen, auch Hiob selbst nicht, weswegen er irgendwann anfing mit seinem Leid zu ringen und Gott nicht mehr verstehen konnte.

Wir kennen das Buch Hiob nun und ich stehe immer wieder staunend davor, was mich aber wirklich sehr ermuntert hat in Hinblick auf Hiob, ist das Zeugnis des Wortes Gottes über Hiob im Jakobusbrief. Ich hatte es schon erwähnt: "Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen" Jakobus 5,11. Bei den drei Freunden und auch bei Elihu, finde ich dieses Mitleid und Erbarmen nicht. Am Anfang noch, als die Freunde sieben Tage und sieben Nächte still bei ihm saßen und Mitleid mit ihm hatten, ihn durch ihr Schweigen trösteten.

Im Kapitel 16 finden wir eine schöne Antwort Hiob an Eliphas:

1 Und Hiob antwortete und sprach:
2 Dergleichen habe ich oft gehört; ihr seid allesamt leidige Tröster!
3 Haben die geistreichen Worte ein Ende? Oder was reizte dich, zu antworten?
4 Auch ich könnte reden wie ihr! Befände sich nur eure Seele an meiner Stelle – da wollte ich Worte gegen euch zusammenreimen und den Kopf schütteln über euch!
5 Ich wollte euch mit meinem Mund stärken und mit dem Trost meiner Lippen euren Schmerz lindern!
Hiob 16,1-5

Sollte Elihu schon zu dem Zeitpunkt dabei gewesen sein, hatte er sich die Worte Hiobs (Vers 5) leider auch nicht zu Herzen genommen.

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Re: Hiob
« Antwort #6 am: 02 Dezember 2017, 20:05:57 »
Hallo Jose, ich finde es erschreckend wie du über Elihu denkst und wünsche mir dass du hier zum umdenken kommst. Ich sehe bei Elihu kein Fehlverhalten im Gegenteil. Im übrigen fordert er Hiob dazu auf ihm zu widersprechen falls er nicht im Recht ist, was Hiob nicht tut, aus gutem Grund, Elihu war im Recht. Er war nicht nur im Recht er ging im Gegensatz zu den drei Freunden wirklich mitfühlend mit Hiob um aber wie auch in einem deiner Zitate ging er auch ermahnend mit ihm um da Hiob nicht im Recht war so zu reden wie er es tat auch wenn Hiob richtiges gesagt hatte, denn auch Gott hatte ihn ermahndtweil Hiob geredet hatte wie er es eben tat. Elihu wurde zurecht zornig und eben genau so wie es Vorbildlich ist ohne zu sündigen und er war langsam zum Zorn er wartete den rechten Augeblick ab und traf dennoch die rechten Wort ohne sich über Hiob zu überheben. Elihu war ein Mann von vollkommener Erkenntnis denn: es ist der Geist im Menschen und der Atem des Allmächtigen, der sie verständig werden lässt. Nicht nur Hiob erwidert dem Elihu nicht, auch Gott tadelte den Elihu nicht, denn er war tadellos.

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #7 am: 02 Dezember 2017, 22:33:11 »
Hallo Thomas,
deine Argumentation zu Elihu finde ich interessant. Von Willem Johannes Ouwenneel habe ich vorhin eine Auslegung gelesen, die in ähnliche Richtung geht: Die besondere Botschaft des vierten Freundes Elihu. Ouwenneel geht darin sogar so weit zu sagen, dass Elihu wohl ein Hinweis auf Jesus sei. Nun, das geht mir eigentlich zu weit und bringt m.E. die eigentliche Botschaft des Buches Hiob in den Hintergrund.

Interessant ist auch, dass weder Hiob, noch die drei Freunde noch Gott auf die Rede Elihu‘s eingehen und dass Elihu im Grunde eine geheimnisvolle Persönlichkeit bleibt.

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Re: Hiob
« Antwort #8 am: 02 Dezember 2017, 22:39:01 »
Noch bevor du diesen Beitrag schriebst, waren mir Gedanken gekommen, dass Elihu ein Gleichnis auf Jesus darstellt. Elihu war sozusagen wie Jesus der Mittler zwischen Mensch und Gott zwischen Hiob und Gott. Ich denke dass Gott hier Elihu auf wunderbare und friedenbringende und vorbereitende und selbstlose Art und Weise gebraucht hat, als Vorläufer und Vorbereiter seiner eigenen Rede um Hiob zuvor durch einen Menschen zurecht zu bringen.

Gnade und Friede werde dir immer reichlicher zuteil.

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #9 am: 03 Dezember 2017, 09:13:55 »
Mich beschäftigt gerade, wann das Buch Hiob wohl verfasst und fertigstellt wurde. An der Glaubwürdigkeit zweifle ich nicht, wird es ja im Neuen Testament im Jakobusbrief bestätigt. Interessant ist, dass auch Hesekiel im Alten Testament den Hiob erwähnt in einem interessanten Zusammenhang:

Hes 14,13-14
13 Menschensohn, wenn ein Land gegen mich sündigt und einen Treubruch begeht und ich meine Hand gegen es ausstrecke und ihm den Stab des Brots zerbreche und eine Hungersnot hineinsende und Menschen und Vieh daraus vertilge, 14 und es wären die drei Männer Noah, Daniel und Hiob darin, so würden diese durch ihre Gerechtigkeit nur ihre eigene Seele retten, spricht Gott, der Herr.

Hes 14,19-20
19 Oder wenn ich die Pest in dieses Land senden und meinen grimmigen Zorn mit Blut darüber ausgießen würde, dass ich Menschen und Vieh daraus vertilgte, 20 und Noah, Daniel und Hiob wären darin: So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, sie könnten weder Sohn noch Tochter retten, sondern sie würden durch ihre Gerechtigkeit [nur] ihre eigene Seele retten!

Ich fand die Verse schon immer interessant und besonders die drei erwähnten Personen: Noah, Daniel und Hiob. Warum wohl diese 3 für Hesekiel so wichtig waren?

Was mich gestern auch beschäftigt hat ist die Aussage, die ich gelesen habe, dass die Kapitel Hiob 32-37 später zu dem Buch Hiobs hinzukamen, also die Kapitel wo von Elihu die Rede ist. Kennt jemand diese Aussagen und hat sich schon damit beschäftig.

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #10 am: 03 Dezember 2017, 18:21:41 »
Was mir noch wichtig ist zu ergänzen hinsichtlich Elihu, ist, dass Elihu nicht Jesus war in einer altestamentlichen Erscheinung. Er selbst sagte von sich: "Siehe, ich bin vor Gott gleich wie du; auch ich bin aus Lehm gebildet" Hiob 33,6. Mit diesen Worten stellte er sich auch nicht über Hiob, was ich schön finde und zuvor mit entgangen war. Ja, er sagte auch zu Hiob: "Siehe, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken, und meine Hand soll dich nicht niederdrücken" Hiob 33,7. Er wollte gewiss dem Hiob helfen.

Hiob hat sich dann auch, als Gott zu ihm geredet hatte, sich durch Gottes Gnade im Licht Gottes erkennen können und die Größe Gottes viel besser ermessen. Er war sehr gläubig gewesen, aber wir haben immer zu lernen und sollen auch im Glauben wachsen, solange wir auf Erden sind. Auch das will ich von Hiob lernen. Und das Gott uns oft durch Leiden zu höhere Erkenntnis führt.

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Re: Hiob
« Antwort #11 am: 04 Dezember 2017, 17:44:52 »
In der Septuaginta finden sich zusätzliche Verse im Hiobbuch.

http://www.bibel.com/jesus-forum/herkunft-hiob-septuaginta-t15913.html#p452676

in Kapitel 42 Vers 16:
Zitat
Und Job lebte nach dem Schlag 170 Jahre, im Ganzen aber lebte er 248 Jahre.

http://www.bibel.com/jesus-forum/herkunft-hiob-septuaginta-t15913.html#p452582

Offline Jose

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Re: Hiob
« Antwort #12 am: 04 Dezember 2017, 22:59:00 »
Vielen Dank, Thomas, für die Hinweise. Ich denke auch, dass es hilfreich sein kann, Übersetzungen zu vergleichen. Vorhin habe ich eine lesenswerte Antwort von Roland zur septuaginta gelesen: hier.

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Re: Hiob
« Antwort #13 am: 05 Dezember 2017, 23:03:39 »
Die Septuaginta wird auch in den üblichen Übersetzungen oftmals herangezogen. Wenn man in der Elberfelder Übersetzung die unten aufgeführten Hinweise liest merkt man das oft.