Autor Thema: Geistlicher Missbrauch  (Gelesen 842 mal)

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Offline Jose

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Geistlicher Missbrauch
« am: 31 Juli 2012, 16:20:20 »
Als ich diesen Bereich hier im Forum sah, überlegte ich: „Wo fängt wohl geistlicher Missbrauch an?“ Die nächste Frage die ich mir stellte war: „Wo stehen wir alle in der Gefahr, geistlich missbraucht zu werden?“ Es gibt sicherlich ganz schlimme Formen des geistlichen Missbrauchs, aber meine Überlegungen gehen weniger in die Richtung der extremen Sekten, sondern in die Gefahren, die uns schneller einnehmen können als wir denken.

Mir ist auch bewusst, dass gerade im Katholizismus schon immer viel geistlicher Missbrauch war und ist, weil letztlich die Gläubigen ausgebeutet werden. Aber an dieser Art von Missbrauch und Ausnutzung denke ich gerade nicht, sondern mir geht es um das Allgemeine.

Geistlicher Missbrauch fängt für mich persönlich bereits dort an, wo ein suchender Mensch in die Abhängigkeit von Menschen und Kirchen geführt wird, anstatt zu der Hingabe an Jesus, in Übereinstimmung mit der biblischen Unterweisung. Wenn dazu die Extremen, wie finanzielle Ausbeutung, soziale Isolierung und familiäre Entfremdung auf dem Programm stehen, dann ist es sehr deutlich, dass hier ein Mensch gefügig und unmündig gemacht werden soll. So handelt Gott nicht!

Eine der Bibelstellen, die mir persönlich sehr wichtig ist und mir bezeugt, dass Gott nicht die Methoden vieler Sekten gebraucht, lautet: "Nicht dass wir über euren Glauben herrschen, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude; denn ihr steht durch den Glauben" 2. Kor. 1, 24. Wie wichtig ist es doch, die Gläubigen so zu lehren, dass sie im Glauben wachsen und stark werden können. Das geschieht zwar nicht in der eigenen Kraft, aber in der selbstständigen und bewussten Hingabe an Gott, aus der Heraus dann auch die Geistesleitung erfolgt. So können wir, kann der Herr, uns vor Gefahren warnen und bewahren.

Wenn z.B. eine Gemeinde, zu der vielleicht der zukünftige Ehepartner gehört, fordert, dass alle Kontakte zur früheren biblischen Gemeinde, abgebrochen werden, so ist das ein Alarmzeichen. Wenn dazu auch noch erwartet wird, dass die Beziehungen zur Familie nicht mehr gepflegt werden, so ist die Absicht offenbar, hier eine geistliche Knechtschaft aufzubauen, die letztlich zur menschlichen Abhängigkeit führen würde. Wessen Glaube nicht auf den Herrn gegründet ist, kann hier leicht unter die Räder kommen, besonders wenn bereits ernste Überlegungen vorhanden sind und eine persönliche Beziehung entsteht.

Welch eine Gnade, wenn man die Kraft empfangen darf und den Mut, eher es zu spät ist, auf die Ermahnung des Herrn einzugehen und den falschen Kurs zu ändern. So habe ich es vor nicht langer Zeit als Zeugnis gehört. Ich staune heute noch über den Mut der dazu gehört, sich aus der beginnende Umklammerung des geistlichen Missbrauchs befreien zu lassen. Das gelingt aber nur, wenn der Herr an erster Stelle steht.

José