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Taufe im HEILIGEN GEIST

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Roland:
Liebe Geschwister,

ein Bruder im HERRN, Andreas, rief mich heute an. Er frage, wie er die Geistestaufe erleben kann? Er hatte sich vorher bei einem anderen Bruder erkundigt und der erzählte ihm, dass es keine seperate Geistestaufe geben würde, da man bei der Wiedergeburt bereits mit dem HEILIGEN GEIST versiegelt ist. Diese Aussage ist natürlich falsch, da die Versiegelung mit dem HEILIGEN GEIST identisch ist mit der Taufe im HEILIGEN GEIST.

Wir haben verschiedene Bibelstellen am Telefon durchgesprochen und er möchte die Geistestaufe erleben.

Andreas bat darum, für ihn zu beten, damit der die Taufe im HEILIGEN GEIST empfängt.

Ich möchte dieses Gebetsanliegen und Zeugnis an Euch weitergeben!

Shalom
Roland

Ted:
Hallo Roland,

Du schreibst:

--- Zitat ---Er hatte sich vorher bei einem anderen Bruder erkundigt und der erzählte ihm, dass es keine seperate Geistestaufe geben würde, da man bei der Wiedergeburt bereits mit dem HEILIGEN GEIST versiegelt ist. Diese Aussage ist natürlich falsch, da die Versiegelung mit dem HEILIGEN GEIST identisch ist mit der Taufe im HEILIGEN GEIST.
--- Ende Zitat ---

Jetzt wie, was??? Ist das nun identisch oder nicht?

Ich gehe davon aus, dass jedem bei seiner Wiedergeburt in Jesus Christus der Heilige Geist gegeben wird.

Genau das ist doch das neue Leben. Das ewige Leben des Herrn Jesus Christus, der Geist Gottes:
Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. (Gal 2,20)

Und dieses ewige Leben erhält man nur durch Glauben an den, der dieses Leben schenken will. Durch "Aufnehmen" dessen, der dieses Leben in Person ist:
Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; ... (Joh 7,39)

Und (@offenbarung3-16): die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist ist an keine weiteren Voraussetzungen oder Bedingungen gebunden als alleine den Glauben an Jesus Christus. Der Glaube an Jesus und die daraus folgende Wiedergeburt ist ein Geschenk. Gegeben aus Seiner Gnade, ohne menschliche Verdienste. Das Wort "Geschenk" impliziert ja bereits, dass es ohne Bedingungen angeboten wird, sonst wäre es ein Geschäft oder eine Entlohnung.
Die einzige Vorraussetzung dafür, dass man in den Besitz eines Geschenkes kommt, ist die Annahme desselben.
Ebenso verhält es sich mit der Gnade. Das Wort Gnade impliziert "unverdient". Meine Schuld wurde erlassen, bezahlt. Müsste ich mir diese Hilfe verdienen, wäre es keine Gnade mehr, sondern ein Finanzierungsgeschäft. Leistung gegen Leistung. Dann bräuchte ich mich dafür auch nicht zu bedanken.

Wer Das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Mk 10,15).
Kleine Kinder nehmen Geschenke für gewöhnlich freudig an, ohne sich selbst Bedingungen zur Annahme derselben zu stellen. Erst später im Leben, bereits misstrauisch, machen sie sich Gedanken über die eventuell stillschweigend an ein "Geschenk" geknüpften Bedingungen, die Motivation des Schenkenden. Wenn man ein Geschenk bekommt, denkt man darüber nach, zu welchem "Gegengeschenk" man sich damit verpflichtet. Vergeltung. Wer kennt nicht den ausgeprägten Geschenkult zu gewissen Festen, wo man überlegen muss, von wem man in etwa was bekommt um ein adäquates "Gegengeschenk" bereit zu haben. Dasselbe gilt für Hilfeleistungen, die man von anderen bekommt. Typisch menschliche Denkweise: man will ja nicht in jemandes Schuld stehen. So fällt es der menschlichen Natur schwer, Geschenke einfach nur dankend anzunehmen, ohne Hintergedanken an damit verbundene Verpflichtungen dem Schenkenden gegenüber. Ja, wir Menschen werden auf dieser Welt zu Misstrauen geprägt. Dieses Misstrauen Gott gegenüber wieder zu "verlernen", das möge der Heilige Geist in uns wirken!
Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! (Römer 8,15)

Man überlege sich einmal: wenn der Geist Gottes mir erst dann gegeben würde, wenn ich selbst gewisse Voraussetzungen hinsichtlich meines Verhaltens erfüllt hätte, dann würde es nie besser werden mit mir, denn erst der Heilige Geist in mir kann mich ja im Sinne Gottes zum Guten hin verändern. Das wäre ein echter Teufelskreis, aus dem ich nie herauskommen könnte!

offenbarung3-16:
Also ich denke, daß die Lehre von einer sogenannten "Geistestaufe" eine große Irrlehre ist. Also eine zweiter weiterer "Akt" nach der Bekehrung bzw Wiedergeburt.

Im Grund findet man nach der Apostelgeschichte "nur" noch, daß wir VOLL des Heiligen Geistes werden sollen (z.B. Eph 5,18) und keine extra Taufe mehr - diese muß man im Kontext der Apg sehen, wo zum ersten mal der Heilige Geist ausgegossen wurde. Deshlab distanziere ich mich auch wieder von Schriften wie Finney und Torrey, die so etwas verbreitet haben - man sollte wirklich nur noch die Bibel lesen - mea culpa - mea maxima culpa.

Es macht auch wenig Sinn, ist doch jeder Wiedergeborene bereits mit dem Heiligen Geist versiegelt (Eph 1,13) worden.

Liebe Grüße
Michael

Nicolino:
Huch,

das ist ja erschreckend!

Roland, Du glaubst an eine separate Geistestaufe :::3 :::3 :::3

Da fehlen mir jetzt doch die Worte.  :-\

Roland:
Liebe Nicole,
lieber Michael,
lieber Ted (sorry, ich hatte Deinen Eintrag völlig übersehen),

ich denke, dass man zwischen dem Pfingstereignis und der Pfingsterfahrung der Jünger unterscheiden sollte. Das Pfingstereignis ist einmalig und unwiederholbar. Es hat eine heilsgeschichtliche Dimension.

Die Pfingsterfahrung (= die eigentliche Geistestaufe) war für die Jünger keine nebensächliche Hobbyerfahrung. Der HERR JESUS befahl ihnen, dass sie nicht von Jerusalem wichen, sondern auf die Verheißung des VATERS, auf das Getauft werden mit dem HEILIGEN GEIST warteten. Diese Geistestaufe war nicht die Heilserfahrung der Jünger, sondern Ausrüstung zum Dienst mit Kraft aus der Höhe (Apostelgeschichte 1,8): Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der HEILIGE GEIST auf euch kommen wird, und werdet Meine Zeugen sein.

Zu Pfingsten kam der Heilige Geist in die Welt, aber die Welt wurde nicht geistgetauft, sondern nur die Menschen, die schon das Heil hatten. Das heilsgeschichtliche Pfingstereignis ist unwiederholbar im Gegensatz zur Pfingsterfahrung der Jünger. Die Geistestaufe als Erfahrung war und ist wiederholbar.

In Apostelgeschichte 8,12-16 wird uns berichtet, dass durch den Dienst des Philippus in Samaria eine Erweckung ausbrach und viele Menschen gläubig wurden, u. a. auch Simon der Zauberer. Sie wurden gläubig und ließen sich taufen. Aber der nächste Satz sagt: Da es aber vor die Apostel in Jerusalem kam, dass Samaria das Wort GOTTES angenommen hatte, da sandten sie Petrus und Johannes, dass sie mit ihnen beteten, damit sie den HEILIGEN GEIST empfingen, denn Er war noch auf keinen von ihnen gefallen. Sie waren also gläubig, hatten das Wort angenommen und doch: Eine bestimmte Erfahrung, das Fallen des Geistes auf sie, hatten sie noch nicht gemacht. Diese Erfahrung wurde erst später unter der Handauflegung und dem Gebet von Petrus und Johannes geschenkt.

Ähnlich ist es in Apostelgeschichte 9,17. CHRISTUS begegnet auf dem Wege nach Damaskus dem Saulus von Tarsus. Er erkennt JESUS als den HERRN, erblindet, betet und wartet auf GOTTES Wegweisung. GOTT sendet einen Boten, der mit ihm beten soll, dass er wieder sehend und mit dem HEILIGEN GEIST erfüllt würde. Dass es sich hier nicht um die Wiedergeburt handelt, geben alle zu, die sonst immer sagen, die Pfingsterfahrung ist die Wiedergeburt. Paulus hatte ja JESUS durch den HEILIGEN GEIST einen HERRN genannt und sich ganz unter Seinen Willen gestellt. Er war schon ein auserwähltes Werkzeug GOTTES und berufen zu dem Dienst unter den Völkern. Was er jetzt empfing war eine Erfüllung mit dem HEILIGEN GEIST.

In Apostelgeschichte 10 haben wir den bekannten Bericht über Kornelius. Wir sehen an dem Verhalten des Petrus, wie schwer es doch ist, sich von Vorurteilen zu lösen. Seine Vorurteile hinderten ihn, ein klares Wort JESU richtig zu verstehen. Die Worte Gehet hin in alle Welt, predigt aller Kreatur, erfuhren durch seine nationalorientierte Frömmigkeit starke Einschränkungen. Petrus weigerte sich zunächst, in das Haus des Kornelius zu gehen. GOTT musste ihn durch ein Gesicht erst willig machen, diesen Weg zu gehen. Heiden gehörten für ihn immer noch nicht zur erlösten Kreatur. Dass GOTT auch "unreine Heiden" reinigen kann, das war ihm zuviel. Erst nach der göttlichen Belehrung geht er zu ihm und fängt an zu predigen. Während er predigt, fällt der HEILIGE GEIST auf die "Heiden", und sie preisen GOTT in neuen Zungen. Die Männer, die mit Petrus gekommen waren, verwunderten sich, dass auch auf die Heiden der HEILIGE GEIST ausgegossen wurde. Petrus sagt: Sie haben den HEILIGEN GEIST empfangen gleich wie auch wir. Als er später wegen der Heidentaufe angegriffen wird, verteidigt er sich mit den Worten: Sie haben doch den HEILIGEN GEIST empfangen gleich wie wir am ersten Anfang (Apostelgeschichte 11,13-15).

Die Geistestaufe ist also nicht das "Versiegelt werden mit dem HEILIGEN GEIST" usw., sondern die Ausrüstung mit Kraft aus der Höhe. Deshalb ist die Geistestaufe ein wichtiges Thema und ich freue mich, dass wir uns darüber austauschen können.

Shalom
Roland

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