Autor Thema: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer  (Gelesen 8230 mal)

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Offline Peter

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #15 am: 13 September 2013, 13:16:22 »
Zitat: " Das geht nicht nur am Gedanken des Gesetzes vorbei, sondern ist m.E. sogar eine klare Verletzung des Grundgesetzes."

Sollten wir den Staat dafür verklagen?
Sollen wir, wenn er seine eigenen Gesetze umgeht, ebenso Gesetze brechen, Gesetze und Weisungen, die ER uns gab, damit wir in aller Stille ausharren können im Gebet und Flehen?

Phil 4,6 Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

Nennt mir eine Stelle in der Schrift, die uns auffordert, Ungerechtigkeiten selbst zu regeln!

Eine ähnliche Sachlage, wenn auch anders gestaltet und ausgegangen, war folgende:
der Theologe und Christ Dietrich Bonhoeffer wurde erst ernsthaft angegriffen und schließlich hingerichtet, als er sich aktiv am Widerstand beteiligte. er wurde nicht wegen der Verkündigung des Evangeliums hingerichtet, oder weil er Bedrängten half, sondern weil er sich gegen den nationalsozialistischen Staat aktiv auflehnte.
Ein anderes Beispiel, Oskar Schindler, tat das Gegenteil, er half auf seine Art Juden, der Gaskammer zu entkommen. Ohne sich gegen den Staat oder seine Gesetze aufzulehnen.
( siehe hier:  http://www.judentum-projekt.de/geschichte/nsverfolgung/rettung/schindler.html )

Liebe Grüße, Peter.

Michael Sack

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #16 am: 13 September 2013, 13:54:50 »
Übrigens: Was Bruder Thomas Schaum im ersten Beitrag so groß herausgestellt hat, mit dem riesenrotgelbenen Bild und Hitlerportrait, daß der Schulzwang aus der Hitlerzeit käme, so scheint das nicht richtig zu sein. Hitler und die Braunen haben nur Modifizierungen, wenn ich so sagen darf, am schon vorhandenen Schulzwanggesetz vorgenommen - so las ich neulich - daß wohl aus der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg kam.
Insofern ist es also nicht richtig, also nicht in der Wahrheit, unser heutiges Schulgesetz auf Hitler zu beziehen. Solche Polemik brauchen wir auch nicht, denn wir haben es mit den Kräften der zukünftigen Welt zu tun, auf welche wir in unserer Situation, in der wir stehen, wenn wir gehorsam sind und so wollen, hoffen. Es heißt ja in der SCHRIFT: ´Ziehe einher für die Wahrheit in Sanftmut und Gerechtigkeit, so wird deine rechte Hand Wunder vollbringen`, also: So müssen wir wandeln. Auch die Herren Richter allgemein gesagt eingesperrt zu sehen, ziehmt uns nicht, ihre Lage ist sehr viel dilemmahaft! und: Das Grundgesetz ist kein Märchenbuch. MfG, Michael Sack Sollten wir dies nicht deutlich sagen? 

Offline Jose

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #17 am: 13 September 2013, 21:19:13 »
Liebe Geschwister.

Ja, wir benötigen viel Glauben, aber es entscheidet sich m.E. nicht zuerst daran, ob wir unsere Kinder zur Schule schicken oder nicht. Es entscheidet sich zuallererst an uns selber. Ich möchte auch nicht alles so verallgemeinern, als ob die Schule Schuld wäre an der ganzen Situation und Misere in der Gemeinde Jesu. Ich hörte auf einer Kinderkassette, wie in Rumänien ein Mädchen viele Nachteile in der Schule zu durchleiden hatte, weil die Eltern gläubig waren. Das war für das Mädchen schwer, wie es später bezeugt, weil es selbst noch keine Beziehung zu Jesus hatte. Als sie sich später zu Jesus bekehrte, da musste sie erst recht um Jesu Willen leiden, aber dann war es nicht mehr so schwer, weil eine persönliche Beziehung zu Jesus da war und sie wusste, warum sie so zu leiden hatte.

Ich denke, dass wenn wir Eltern, unsere Kinder zur Schule schicken, und es im Gebet und in den besten Absichten tun; und dann auch die Kinder begleiten, so gut es nur geht, da schenkt Gott auch Seinen Segen und Bewahrung dazu. Und wo es um Themen geht, die absolut verkehrt sind, da müssen wir sicherlich vermehrt lernen, zu Gott zu flehen und auch darin ein Zeugnis zu sein.


Lieber Bruder Michael, zu dieser deiner Aussage:
Zitat
Und wenn wir gläubige Eltern nicht für fähig halten, lieber Jose, ihre Kinder richtig zu unterrichten, dann haben wir keinen Glauben für sie, denn sie sollen ja lernen, noch viel größeres zu tun als ein bisschen Bildung und Kopfrechnen ihren Kindern beizubringen. Außerdem: wir Brüder haben ihnen zu helfen, ihre geheiligten Kinder in der Heiligung zu bewahren.
Was mich anbetrifft, ich hätte meine Kinder nicht richtig unterrichten können. Ich hätte Hilfe gebraucht. Es gibt aber gewiss Eltern, die das sehr gut können und sich auch sehr einsetzen.

Es liegt mir aber fern, gläubige Eltern für unfähig zu halten. Wobei, ob biblisch gläubig oder nicht, was Lehrer und Lehrerinnen in unseren Tagen leisten müssen, das verdient oftmals meine Hochachtung.

In der Bibel heißt es an einer Stelle:
1.Tim 2,1-2 (Schlachter 2000)
1 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen,
2 für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit.

Vielleicht müssen wir es vermehrt lernen, so zu beten. Und wo es wirklich gegen den Willen Gottes ist und nicht zumutbar, da gilt es sicherlich auch: "Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen" Apg 5,29. So las ich auch von einem gläubigen Lehrer, der in der Hitlerzeit sich weigerte, die Hand zum Gruß zu erheben. Möge Gott unseren Kindern gläubige Lehrer und Lehrerinnen schenken.

Herzliche Grüße,
José

Editiert: Es war eine Geschichte aus Rumänien, nicht Russland.
« Letzte Änderung: 14 September 2013, 11:21:36 von Jose »

Offline Peter

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #18 am: 14 September 2013, 00:18:59 »
Ja, es ist so, Jose. :)

Und,
warum ist es nicht immer so einfach wie hier, Dinge zu beurteilen...
Darum lasst uns wachsam ausharren, in den Dingen, die uns der Herr gebietet, in dringlichem Beten und Danken, auf dass er reichlich gibt, was uns fehlt.  :)

Friedliche Nachtgrüße allen,
Peter.

Offline Jose

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Schulpflicht
« Antwort #19 am: 14 September 2013, 11:50:39 »
Vorhin habe ich im BROCKHAUS gelesen:


Schulpflicht,

in einigen Landesverfassungen und der Schulgesetzgebung der Länder (Schulgesetz oder Schulpflichtgesetz) geregelte Pflicht für alle in dem jeweiligen Bundesland wohnenden Kinder und Jugendlichen zu einem Mindestschulbesuch. Die Schulpflicht ist an einer öffentlichen Schule oder einer anerkannten Privatschule zu erfüllen. Die Schulpflicht beginnt nach Vollendung des 6.Lebensjahres (in Berlin ab 5 ½ Jahren) zum 1.8. (Schuljahr); die Einschulung in die Grundschule kann durch den Besuch eines Schulkindergartens verschoben oder durch die Einschulung in die Sonderschule ersetzt werden. Die Dauer der Schulpflicht beträgt zwölf Jahre, davon neun Jahre Vollzeitschulpflicht (allgemeine Schulpflicht) und drei Jahre Teilzeitschulpflicht (Berufsschulpflicht); die Teilzeitschulpflicht ruht, wenn eine Vollzeitschule besucht wird. Falls sich keine Berufsausbildung anschließt oder eine andere Schule besucht wird, beträgt die Vollzeitschulpflicht zehn Jahre (Berufsgrundbildungsjahr); die Schulpflicht endet mit Vollendung des 18. (je nach Land auch 21.) Lebensjahres, falls kein Ausbildungsverhältnis besteht. Einige Länder kennen nur die Bezeichnung Schulpflicht, von der die letzten drei Jahre auch an Teilzeitschulen (Berufsschulen) absolviert werden können, andere Länder wiederum unterscheiden die Grundschulpflicht von der Schulpflicht an anderen Schularten.

Zur Schulpflicht gehören nicht nur der regelmäßige und pünktliche Schulbesuch, sondern auch die Mitarbeit im Unterricht und bei sonstigen schulischen Veranstaltungen sowie die Erledigung der Hausaufgaben.

Schulpflicht im Sinn von Unterrichtspflicht wurde 1717 in Preußen eingeführt, d.h., Kinder, die nicht anderweitig Unterricht erhielten (durch Hauslehrer, in Internaten), mussten die Volksschule besuchen. Die Schulpflicht musste damals gegen die weitverbreitete Kinderarbeit durchgesetzt werden. Allgemeine Schulpflicht im eigentlichen Sinn wurde in der Weimarer Verfassung (Artikel145) 1919 eingeführt, d.h., alle Kinder wurden in eine bestimmte Schulart (die Grundschule) eingeschult.

In Österreich beginnt die Schulpflicht nach Vollendung des 6.Lebensjahrs und dauert neun Schuljahre. In der Schweiz sind Schulwesen, Einschulung und Schulpflicht kantonal geregelt, sie beträgt neun, in einigen Kantonen auch zehn Jahre, das Einschulungsalter ist das 6. oder 7.Lebensjahr.

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Offline Jose

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #20 am: 14 September 2013, 22:14:17 »
Zu diesem Bericht:
Staatlicher Kindesraub durch das Jugendamt bei einer Homeschoolfamilie,
http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/html/wunderlich.html,
gibt es sicherlich auch andere Berichte.

Auf Focus-Online gibt es z.B. den Bericht:
Streng christliche Eltern beharren auf Heimunterricht.

Mit der Thematik hatte ich mich bislang nicht sehr auseinandergesetzt, sehe aber zur Schulpflicht-Verweigerung keine wirkliche Grundlage in der Bibel. Auch wenn bestimmte Lehrthemen von gläubigen Eltern nicht für gut befunden werden können.

Mit freundlichen Grüßen,
José

Offline Jose

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #21 am: 15 September 2013, 18:56:23 »
Lieber Bruder Michael,
danke, dass du noch diesen Hinweis brachtest:

Übrigens: Was Bruder Thomas Schaum im ersten Beitrag so groß herausgestellt hat, mit dem riesenrotgelbenen Bild und Hitlerportrait, daß der Schulzwang aus der Hitlerzeit käme, so scheint das nicht richtig zu sein. Hitler und die Braunen haben nur Modifizierungen, wenn ich so sagen darf, am schon vorhandenen Schulzwanggesetz vorgenommen - so las ich neulich - daß wohl aus der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg kam.

Ob Schulzwangesetz oder Schulpflicht, Hitler hat vieles instrumentalisiert, aber dass er die Schulpflicht eingeführt hätte, ist mir auch fremd.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #22 am: 08 Juni 2014, 20:55:07 »
Weiter oben hat Astrid geschrieben:

Ich persönlich finde dieses Thema sehr schwierig und werde mich ausführlich damit beschäftigen, um hier den richtigen Standpunkt zu finden.

Ich weiß nun nicht, zu welchem Schluss Astrid gekommen ist, aber unabhängig davon, zu welchem Standpunkt man gelangt, stellt sich mir die Frage, was umsetzbar ist oder nicht. Wie bereits zurückliegend erwähnt, die wenigsten Gläubigen, mich eingeschlossen, dürften in der Lage sein die Kinder zu unterrichten. Was soll dann mit ihnen geschehen? Wären sich zumindest viele Christen und Gemeinden eins im Glauben, wäre vielleicht mehr erreichbar, indem man sich auch gegenseitig helfen könnte.

Was ich aber zweifellos wichtig finde, ist das wir uns nicht mit allem abfinden und solange wir die Möglichkeit dazu haben, uns auch gegen schlechte Absichten wehren. Wie z.B. die aktuelle Diskussion über Ganztagsschule als Pflicht. Das würde auch die Familien treffen, in denen die Mütter bewusst und zum Wohl der Kinder Zuhause sind.

Mit freundlichen Grüßen,
José

Offline inchristus

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #23 am: 08 Juni 2014, 22:32:35 »
Lieber José,

mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich ebenso meine Kinder (wären sie noch schulpflichtig) privat unterrichten würde bzw. unterrichten lassen würde.

Ich würde alles daran setzen, dies zu ermöglichen bzw. Jesus bitten, dass ER diesen Weg ebnet. Schließlich wollen wir sie in der Zucht und Ermahnung des HERRN erziehen. Und da kann man die Kinder doch nicht dem Geist des Antichristen überlassen!!!

Wer den Willen Gottes tun will, den wird ER auch segnen und eine private Unterrichtung ermöglichen. Davon bin ich überzeugt.

Das ist mein bisheriger Standpunkt dazu.

Und die gottesfürchtig leben wollen, werden Verfolgung erleiden. Und das sieht man ja bei denen, die ihre Kinder privat unterrichten.

Einen schönen Abend!
Astrid
« Letzte Änderung: 08 Juni 2014, 22:35:07 von inchristus »
Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN; wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod! Spr 8,35.36

Offline Jose

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Re: Staatlicher Schulzwang und seine Opfer
« Antwort #24 am: 09 Juni 2014, 11:46:53 »
Liebe Astrid,
danke für deine Stellungname.

Nach der Internetseite: www.leben-ohne-schule.de, gibt es ca, 1.000 unbeschulte Kinder in Deutschland. Die Bewahrung von christlichen Werten ist oftmals ein Grund für den Hausunterricht - und in Deutschland vermutlich das Hauptanliegen -, allerdings ist die Glaubensüberzeugung nicht immer der Anlass.

Du hast gestern noch geschrieben:
Zitat von: inchristus
Und die gottesfürchtig leben wollen, werden Verfolgung erleiden. Und das sieht man ja bei denen, die ihre Kinder privat unterrichten.

Ich denke, dass es in Deutschland generell geschieht, unabhängig davon, ob es sich um Christen handelt oder nicht, obwohl sich in Deutschland besonders christlich-religiöse Eltern gegen den "Schulbesuchszwang" entscheiden.

Von Verfolgung der Christen würde ich in diesem Zusammenhang aber noch nicht sprechen.

Einen gesegneten Tag!

José