Autor Thema: Vergeben  (Gelesen 3162 mal)

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Schoham

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Vergeben
« am: 12 Dezember 2007, 12:37:34 »
Zitat von: Peter

ich denke, daß der vergebung in unserem alltag viel zu wenig aufmerksamkeit geschenkt wird und daß dies ursache dafür ist, daß wir oft segnungen nicht erlangen, die gott für uns bereitgestellt hat.

ich möchte nochmals auf die frage des petrus zurückkommen, wie oft er seinem bruder vergeben müsse und auf das gleichnis, das jesus ihm als antwort gab:


21 Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal?
22 Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!
23 Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte.
24 Und als er anfing zu rechnen, ward einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
25 Da er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und also zu bezahlen.
26 Da warf sich der Knecht vor ihm nieder und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
27 Da erbarmte sich der Herr dieses Knechtes und gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.
28 Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm hundert Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!
29 Da warf sich sein Mitknecht nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!
30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.
31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn die ganze Geschichte.
32 Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest;
33 solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?
34 Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.
35 Also wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen die Fehler vergebet. (matth. 16/21-35)

was besonders auffällit ist, ist der hinweis jesus, daß es uns allen so ergehen wird, wenn wir unserem bruder nicht vergeben.

jesus sprach in diesem zusammenhang von den peinigern, den der in unvergebenheit lebende knecht übergeben wurde.

diese peiniger könnten die dämonen sein, die sofort auf einen christen anrecht bekommen, wenn er anderen nicht vergibt. wer nicht vergibt, der fällt aus der vergebung gottes und aus seiner gnade und trägt dafür mitunter schlimme kausalitäten.

liebe grüsse
peter

Quellenangabe

Wer seinem Nächsten - der ihn um Vergebung bittet nicht von Herzen vergeben kann - zeigt damit das er die Vergebung Gottes durch den Sohn am Kreuz von Golgatha noch nicht erhalten hat und somit noch nicht erretted ist.

Pilger

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Re: Vergeben
« Antwort #1 am: 10 Januar 2013, 19:55:56 »
Lieber Peter,

Vergebung ist eines der zentralen Themen des NT.
Nur würde ich dem Schluß nicht zustimmen wollen, da sicher auch das Vergeben ein Stück weit "geübt" werden muss.
Zitat:
wer nicht vergibt, der fällt aus der vergebung gottes und aus seiner gnade und trägt dafür mitunter schlimme kausalitäten.

Liebe Grüße
Manfred

Offline Roland

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Re: Vergeben
« Antwort #2 am: 10 Januar 2013, 22:06:56 »
Zum Thema "Vergebung" gibt es einen wichtigen Film, den Ihr hier anschauen könnt.

Der Film dauert ca. 3 Min. und ist mir unter die Haut gegangen, da die Szenen authentisch sind. Das Anschauen lohnt sich!
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Jose

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Re: Vergeben
« Antwort #3 am: 10 Januar 2013, 22:31:59 »
Zitat von: Schoham
Wer seinem Nächsten - der ihn um Vergebung bittet nicht von Herzen vergeben kann - zeigt damit das er die Vergebung Gottes durch den Sohn am Kreuz von Golgatha noch nicht erhalten hat und somit noch nicht erretted ist.

Wenn Jesus hier sagt: "So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt" Mt 18,35, dann möchte ich es sehr ernst nehmen, denn wir lesen auch: "wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben" Mt 6,15.

Der Herr schenke es uns, dass wenn der Heilige Geist uns von Sünde überführt, wir es nicht auf die lange Bank schieben: nicht mit der Buße, nicht mit der Bekehrung, auch nicht mit der Vergebung und mit dem Gehorsam.

Heute können wir abgerufen werden: Sind wir bereit?



Danke Roland, für den Film.

Es gibt auch viele Zeugnisse von Christen, die viel gelitten haben und dann ihre Feinde versorgt oder sogar den Mörder der eigenen Kinder adoptiert haben. Wenn ich solche Zeugnisse lese, werde ich oft beschämt. Das ist Vergebung, ohne die es keine wahre Liebe gibt.

Liebe Grüße,
José
« Letzte Änderung: 10 Januar 2013, 22:54:50 von Jose »

Perle

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Re: Vergeben
« Antwort #4 am: 12 Januar 2013, 08:54:13 »

Wer seinem Nächsten - der ihn um Vergebung bittet nicht von Herzen vergeben kann -

Besonders auch Denjenigen vergeben, die starrhalsig bleiben und uns niemals um Vergebung bitten würden.

Schalom!

Offline Frank Büttner

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Re: Vergeben
« Antwort #5 am: 12 Januar 2013, 15:45:04 »
Da gäbe es wohl viel zu sagen...

Die Vergebung gilt ja hauptsächlich seinen Nächsten gegenüber, aber wer ist mein Nächster?
Weniger, die einem ferne sind, auch nicht, die einem feindlich gesinnt gegenüberstehen.
Klar, Christen sollten sich einander vergeben, und das immer wieder, kein Mensch ist vollkommen,
aber Christen sind auch keine Tiere, oder sollten es zumindest nicht sein. Es geht da viel mehr um lässliche Sünden.
Oder richtet Gott nicht gerecht?
Oder gibt es kein Gericht? Klar, immer handelt Gott gesetzesmäßig, doch er ist ein barmherziger, milder
Richter, mit viel Geduld. Er greift nicht in jedes Geschehen ein, lässt Räume und Zeit offen, lässt Dinge
geschehen die uns grausam erscheinen, oder Gott sogar als rächenden, strafenden Gott erscheinen.
Nun, ein Christ wird nicht gutheißen können, was vom Grunde aus verabscheuungswürdig ist.
Unter Vergebung verstehe ich keinesfalls verabscheuungswürdige Taten, besonders wenn da nichts mehr
menschliches zu erkennen ist. Gnade dem vom Grund aus Bösen gewähren? Damit das Leid kein Ende hat?
Was ist denn das für eine verkehrte und falsche Liebe, die Vergebung einer Person gewährt, ohne erkennbare
Änderung der Person, ohne Reueempfinden für begangenes Unrecht? Muss denn nicht Reue kommen, bevor
man vergeben kann? Wie aber kann vom Grund auf Böses Reue gebähren?
Man schaut bei einem Menschen doch auf dem Charakter, wie viel Gutes und wie viel Böses da vorherrscht
und in der Vergebung schaut man auf das Gute im Menschen, ob es überwiegt oder nicht und das Gute die
Vergehung erkennt und eben Reue kommt. Manchmal aber verdirbt
eine böse Neigung den ganzen Menschen. In der Vergebung wägt doch die Liebe ab...
Ganz klar muss es Gericht geben, und das nicht nur im Himmel, sonst währe kein menschliches Dasein möglich.
Ein gerechtes Urteil, keine Frage. Dem Gericht im Jenseits kann kein Mensch entrinnen, weltliche Gerechtigkeit sieht
da ganz anders aus. Und warum passieren so viele Ungerechtigkeite?
Eben weil der Mensch sich nicht gegen das Böse wehrt, weil der satanische Geist, das weltliche Verlangen die Menschheit
leicht gefangennimmt. Leicht zu gehen sind die Wege in die Tiefe, aber schwer und steinig ist der Weg zur Höhe. Er erfordert
Kraft, er erfordert Gottverbundenheit. Diese aber fehlt den meisten Menschen, eine Selbstbefreiung streben sie nicht an, und doch
ist der Wille frei. Wem es gegeben ist, dem ist es gegeben. Ewig bleibt der Mensch von Gott verlassen, so er das Licht nicht will.
Natürlich gebährt Hass oder Böses immer wieder Böses. Das Empfinden für Hass sollte ein Mensch nicht aufkommen lassen. Es nützt nichts
seinen Nächsten schlechte Gedanken gegenüberzustellen, denn diese Gedanken ziehen ja zu den betroffenen Menschen und vermehren
eher das Schlechte. Das Böse nimmt dann kein Ende, so steht es mit der Macht der Gedanken. Nur die Liebe kann diesem Einhalt
gebieten. Gute Gedanken sollen dem Herz entspringen...
Der Geist Gottes aber weiß was Gut ist, der Mensch nicht. Die Vergebungswege sind Gotteswege, sind Liebeswege, die Liebe also weißt den Weg und fällt das Urteil. Gott liebt keine Dämonen, der Mensch aber zieht sie förmlich an.
Ja, Gott richtet gerecht und er vergibt, wo noch ein Fünkchen Liebe zu sehen ist, wo aber keine Liebe ist, was solls dann werden?
Wo der Baum verdorrt ist und keine Frucht bringt, wird er nicht ins Feuer geworfen?
Ja, so sind Himmel und Hölle eng beieinander und doch so weit voneinander entfernt...
alles Gute
Frank
« Letzte Änderung: 12 Januar 2013, 18:14:57 von Frank Büttner »