Autor Thema: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter  (Gelesen 7340 mal)

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linux

  • Gast
Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« am: 10 November 2007, 18:45:21 »
Hallo,
kennt jemand eine gute Auslegung? (eventuell ein link)
Bisher nichts brauchbare gefunden.

http://www.pastortom.org/parables4.htm

nicht empfehlenswert:
http://bitflow.dyndns.org/german/MartinLuther/Lukas_16_1_9.html

http://www.sippe-w.de/html/eine_unmoralische_aussage.htm

Juergen

mh-ing

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #1 am: 10 November 2007, 20:17:52 »
Diese Frage ist auch in meinem Forum gestellt worden. Ich halte diese Stelle für ziemlich schwer verständlich. Hier der Link zu meiner Auslegung dieser Stelle als Idee oder Möglichkeit. http://www.bibel-info.net/Themen/Bibelexegese/Lukas%2016.8-9.pdf

Andere mit mehr Sprachkenntnis können vielleicht besser Licht in diese dunkle Stelle bringen.

LG

Martin

Schoham

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #2 am: 10 November 2007, 20:19:47 »
Wenn du etwas von einem Troll annehmen willst..

Diesen Text habe ich am 9. Oktober in einem andern Forum gepostet.

Nach dem Lesen eines Bibelkommentares zu dem Gleichnis kurz zusammengefasst so wie ich es verstehe:

So wie der untreue Verwalter weltlich gesehen bei seinem Betrug trotz allem "klug" gehandelt hat - sollen die Jünger Jesu sein: Klug! Aber in Wahrheit klug. Und klug sind sie dann, wenn sie sich im Leben so verhalten - so mit allem ihnen anvertrauten - mit Geld oder sonstigem umgehen, das sie Gott und Jesus zum Freund haben. Denn dann ist ihnen eine ewige Wohnung im Himmel gewiss.

hannes

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #3 am: 10 November 2007, 21:05:19 »
es ist das ganze 16. kapitel des evangeliums nach lukas noch ein großes und ungelöstes rätsel.

die beiden parabolai ("gleichnisse") werden besser verstanden, wenn man sie als paroidiai (spottreden) begreift.

es ist ein frontaler angriff gegen die im judentum der tage Iesu sich maßgeblich wähnende religionsauffassung und -praxis. (auch bereits die parabole von dem barmherzigen vater und seinem sohn, der verloren war und dem anderen, der meinte, nie verloren gegangen zu sein.)

fast alles darin ist provokation. das wort von den söhnen der finsternis die verständiger seien als die söhne des lichts allein ist eine warnung, dass sich niemand durch den anschein täuschen solle: es wird gewinner geben, die keiner jemals für solche gehalten hätte.

die nachgestellte rede (explizit) gegen die pharisäer macht deutlich: es ist wenig hoffnung für sie.

die paroidia über den gestopften und den gottserbärmlichen setzt dann der weisheit der schwätzer ein ende: Er stopft ihnen mit ihren eigenen geschichten das maul.
« Letzte Änderung: 11 November 2007, 08:53:58 von hannes »

linux

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #4 am: 13 November 2007, 08:25:25 »
Also, ich kann das Gleichniss nur verstehen, wenn ich den reichen Herrn als den Mammon, den Götzen des Geldes, ansehe.
Der Hausverwalter dient diesen Mammon, bis sich die Schlinge um seinen Hals zuzieht (etwas, was jeder Anleger und Spieler schon einmal erlebt hat).
Nirgendwo im Gleichnis ist zu lesen, dass er tatsächlich untreu war. Die Untreue bestand wahrscheinlich darin, dass er nicht den maximalen Kurs aus dem verwalteten Vermögen rausgezogen hat. Das ist nicht unehrlich in den Augen Gottes, aber unbrauchbar als Vermögensverwalter.

Durch seinen Trick entzieht sich der Verwalter der Macht des Mammons. Das war Diebstahl, ja. Aber was hat er gestohlen? Er hat andere Abhängige von diesem Herrn herausgerettet, d.h dem Dämon gestohlen.
Warum der reiche Herr (=Mammon) den Verwalter gelobt hat, verstehe ich noch nicht richtig. Vielleicht, weil dieser mit dessen Methoden (Trick und immer auf eigenen Vorteil bedacht) "gespielt" hat, und ihm deshalb sympathisch wurde. Und die geringen Mengen von 50 Barrel Öl und 20 Zentner Weizen sind ja für so einen reichen Herrn kein wirklicher Verlust.

Dann lobt JESUS das Verhalten des Verwalters. Der Grund ist klar: Er hat sich aus den Fängen Mammons befreit, und andere auch zum Teil (Schuldenerlass) vom Einfluss dieses reichen Herrn befreit. Und damit sich auch den Zugang zu den ewigen Hütten verschafft.

Damit das Gleichnis nicht missverstanden werden kann zum unehrlichen materiellen Umgang, folgen die Verse 10-13.


Die denke, die Schwierigkeiten mit diesem Gleichnis rühren daher, da wir durch unser Staats-/Wirtschaftssystem zu großen Respekt vor den reichen Herrn, d.h. Wirtschaftsinstitute, Banken, ... haben. In unseren Schulen wurden wir indoktriniert, dass man diesen reichen Herrn absolute Hingabe und Ehrlichkeit schuldet.
Auch die ganze Diskussion um die Staats-Eide haben mir wieder bewußt gemacht, wieviel Ehrfurcht vor dem Macht-Geld-Regierungs-System manche noch haben.

Gruß, Jürgen
« Letzte Änderung: 13 November 2007, 08:42:56 von linux »

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #5 am: 13 November 2007, 18:07:17 »
Zitat
Ich halte diese Stelle für ziemlich schwer verständlich.
Ja - scheint mir auch recht komplex und "verworren"  - wenn ich mal Zeit habe, muß ich das Ganze mal in Ruhe durchlesen. Grüße  :::52 Michael

hannes

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #6 am: 13 November 2007, 20:57:10 »
ich finde es schön von euch, dass ihr das zugebt.

es ist ein herrliches kapitel, dieses sechzehnte bei lukas. das schwierigste in der ganzen bibel. (nach meinem dafürhalten.) es bedeutet die arbeit der weisheit eines ganzen lebens, es ganz zu erfassen. und nur ganz wenigen wird es gegeben sein.   

ich habe hoffnung, dass einer oder zwei von uns es einmal ganz begriffen haben werden.
begreifen heißt, selbst in einer ähnlichen situation etwas ähnliches zu tun oder zu sagen.
allein die situation richtig zu erfassen ist schon fast ein unerreichbares ziel.

Schoham

  • Gast
Re: Lk 16:1-13 Untreuer Verwalter
« Antwort #7 am: 14 November 2007, 14:52:00 »
Ja wie könnten wir die Bibel auch ganz erfasst haben - wo doch das Wort Gottes Ewig lebt.

Gott ist reich denn Ihm gehört das ganze Universum. Der Haushalter ist vom Glauben abgefallen. Er hat von Gott Gaben erhalten und sie zur eigenen Ehre missbraucht. Gott anvertraute ihm Menschenleben die er hätte zu Ihm hinweiden sollen und nicht zu sich selbst. Der Verkläger des Haushalters ist der Teufel. Er klagt den Menschen vor Gott an. Und das mit Recht. Denn er hat sich über Gott genau so erhoben wie einst Luzifer der aus dem Himmel verbannt wurde.

So steht der Haushalter vor Seinem gerechten Richter. Das Gericht Gottes beginnt bei seinem Haus heute. Gottes Gnade und Geduld hat für ihn sein Ende gefunden. Jetzt kann er nicht mehr für Gott arbeiten. Doch kann er noch im Namen Gottes Menschen verführen als falscher Hirte. Sein Leben galt allem frommen und nur nicht Gott Selbst. So kann er weiterhin dem nachgehen was er immer tat. Gottes Namen missbrauchen in dem er billige Gnade predigt. Sich weiterhin in frommen Kreisen bewegen.

Damit er bei den Sündern gut da steht schmeichelt er sich bei ihnen ein. Und das tut er indem er Sünde nicht Sünde sein lässt. Anstatt das er seine Geschwister ermahnt doch aufzuhören zu sündigen, beruhigt er ihr Gewissen und macht die Sünde zu einer kleinen Schwäche die doch jeder hat und nicht so schlimm ist. Er nimmt den Menschen viel von ihrer Gewissenslast ab und ist so ein beliebter Verkündiger des falschen Evangeliums.

Er ist ein falscher Hirte der die Menschen ins Unglück führt. Weil er selbst für immer verloren ist will er noch viele mit sich in die Hölle mitnehmen. So wie sein Vater – der Satan. So schleicht er sich in die Häuser und Herzen der Menschen ein die gerne solche Reden hören die ihnen in den Ohren juckt. Lüge anstelle von Wahrheit.

Wir Kinder Gottes sollen ebenso sein wie der Haushalter - ebenso klug im Umgang mit den uns von Gott anvertrauten Menschen und Gaben - aber ohne falsch wie die Tauben.

Wenn wir nicht besser sind als der Haushalter so werden wir in der Ewigkeit auch in der Hölle landen.