Autor Thema: Uni Würzburg lehnt Schöpfungsvortrag ab  (Gelesen 2498 mal)

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Offline Roland

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Uni Würzburg lehnt Schöpfungsvortrag ab
« am: 28 Mai 2007, 19:03:16 »
Die Evangelische Allianz, die Studentenmission in Deutschland (SMD) sowie „Campus für Christus Würzburg“ gaben am Mittwoch, dem 9. Mai 2007, Herrn Dr. Reinhard Junker von der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ im großen Saal des CVJM Gelegenheit, den eigentlich im Audimax der Universität Würzburg vorgesehenen Vortrag „Spannungsfeld Schöpfung – Evolution: Gibt es eine Antwort!?“ doch noch in Würzburg zu halten. Im Vorfeld gab es heftige Protestmails an den Präsidenten der Universität, Dr. Axel Haase, in welchen Dr. Junker wegen seines Glaubens an die Schöpfung durch Gott als christlicher Fundamentalist verschrien wurde, vor dem ausdrücklich zu warnen sei. Die Universität gab schließlich klein bei und beugte sich dem massiven Druck.

Ein Student begrüßte als Vertreter des Hausherrn die Besucher, eine Studentin ließ den Referenten durch direkte Fragen sich selbst vorstellen. Reinhard Junker kam nach dem Studium der Mathematik und der Biologie für das Lehramt zur Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ und befasst sich dort vorwiegend mit Fragen zu Evolution und Schöpfungslehre und den Antworten, die die Naturwissenschaft hierzu geben kann. Den Doktor hat er übrigens aus einem interdisziplinären theologischen Studium. Pfarrer Niko Natzsckka von der Martin-Luther-Kirche Würzburg begrüßte namens der Evangelischen Allianz und moderierte bei den sich dem Vortrag anschließenden Fragen aus dem Publikum.

Die Besucher der Veranstaltung im voll besetzten CVJM-Saal wurden jedenfalls nicht enttäuscht, und dies, obwohl die Darstellung des komplexen Themas aus Zeitgründen relativ kurz und nur auszugsweise erfolgen konnte. Auch war der Vortrag teilweise auf universitärem Vorlesungsniveau, denn er war ja ursprünglich für Studenten konzipiert, doch wurden die Fachbegriffe durch Herrn Junker stets allgemeinverständlich erläutert. Dr. Junker wählte drei Themenbereiche aus, die sowohl Vertreter der Evolution als auch der Schöpfung in dem damit verbundenen Problemstellungen herausfordern und arbeitete die dabei noch offenen Fragen heraus. Es war selbst für die wohl zum überwiegenden Teil aus christlichen Kreisen kommenden Besucher verblüffend, wie sachlich und fundiert Reinhard Junker die Problemstellungen und die hierzu noch offenen Fragen darzustellen vermochte, ohne Naturwissenschaft und Glaubensüberzeugungen zu vermengen. Da war keinerlei Polemik oder Spott gegenüber Anhängern der Evolutionstheorie zu erkennen, es wurde kein naturwissenschaftlicher „Beweis“ der Schöpfungslehre konstruiert. Wer immer diesem Vortrag unvoreingenommen folgte und die logischen Gedankengänge nachvollzog, konnte unschwer erkennen, dass sich weder das Eine noch das Andere beweisen ließ. Die Naturwissenschaft führt in vielen Bereichen zu guten Erkenntnissen, bei den Ursprungsfragen stößt sie allerdings an ihre Grenzen. Viele hierzu ins Feld geführte „Beweise“ sind häufig unzulässige Analogieschlüsse und vom jeweiligen Glauben oder der Philosophie des Wissenschaftlers abhängig, zumal Erfahrungen in diesem Bereich und jederzeit wiederholbare Experimente fehlen. Dies führt zu einer verengten Sicht und Voreingenommenheit. Dr. Junker zeigte, dass nach den derzeitigen Erkenntnissen sowohl Evolution als auch Schöpfung ableitbar, aber eben nicht beweisbar seien und er verschwieg auch die Argumentationsschwächen im Hinblick auf den Schöpfungsglauben nicht. Eine Besucherin fühlte sich daher sogar herausgefordert, ein deutliches Glaubensbekenntnis an den Schöpfergott und zur biblischen Wahrheit abzugeben und bekundete, dass sie dies hier eigentlich vermisse. Dr. Junker teilte deren Überzeugung ausdrücklich, machte aber klar, dass er Glauben und Naturwissenschaft hier schon auseinander halten wolle und könne.

Nach etwa anderthalb Stunden stellte sich Dr. Junker den durchaus auch kritischen Fragen des Publikums, wich keiner Antwort aus und verschwieg sein Nichtwissen in bestimmten Bereichen nicht.

Die vollkommen unsachlichen Anfeindungen und Angriffe im Vorfeld entbehrten jeglicher Grundlage, sind aber für Gläubige von der Bibel her erklärbar, da es sich ja um deutliche Zeichen für diese Zeit handelt. Der Alma Julia, unserem Hort für Freiheit von Forschung und Lehre und der damit verbundenen demokratischen Kultur der freien Meinungsäußerung hätte diese Veranstaltung zur Ehre gereicht. Diese Chance wurde durch das Einknicken leider verspielt. (Bericht von Werner Gerberich)

Quelle: EGL-Newsletter Nr. 4

Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!