Autor Thema: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?  (Gelesen 21211 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Pilger

  • Gast
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #45 am: 28 September 2013, 19:43:42 »
Um zum Thema zurück zukommen, möchte ich an den vers 1.Joh.3,15 erinnern:
Wer seinen Bruder hasst ist ein Menschenmörder und ein solcher hat kein ewiges Leben bleibend in sich.
So wird ein Christ zum Nichtchrist.

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #46 am: 30 September 2013, 21:56:18 »
Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden? So lautet das Thema hier in diesem Thread. Es handelt sich um den Titel eines Buches, der von den Autoren mit viel Sachlichkeit und biblische Argumente, m.E. auch ohne Polemik, geschrieben wurde.

Mir ist in diesen Tagen erneut wichtig geworden, wo wir in der Bibel die Bezeichnung „Christen“ lesen. Wir finden sie in der Apostelgeschichte.

Apg 11,22-26 (Schlachter 2000)
22 Es kam aber die Kunde von ihnen zu den Ohren der Gemeinde in Jerusalem, und sie sandten Barnabas, dass er hingehe nach Antiochia. 23 Und als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben; 24 denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und es wurde dem Herrn eine beträchtliche Menge hinzugetan.

25 Und Barnabas zog aus nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen, 26 und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es begab sich aber, dass sie ein ganzes Jahr zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lehrten; und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.

Es lohnt sich, diese Verse, wenn sie uns gerade nicht gegenwärtig sein sollten, in Ruhe zu lesen. In Antiochien hatte der Herr wunderbar gewirkt, denn wir lesen: "Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn" Apg 11, 21. Auch Barnabas, der ein Mann voll Heiligen Geistes und Glaubens war, sah die Gnade Gottes, die da wirkte, und freute sich. Barnabas und Paulus blieben dann ein ganzes Jahr in der Gemeinde und lehrten. Und wir lesen: „und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt“.

Christen sind also Jünger des Herrn Jesus. Menschen, die gläubig geworden und sich bekehrt haben, die in der Gnade stehen und an der Lehre der Apostel festhalten. Und es gilt, „mit festem Herzen bei dem Herrn zu bleiben“.

Hier lässt sich nun auch die Frage anschließen: Wann fängt man an, sich von Christus zu entfernen und in die Gefahr zu geraten, kein Christ mehr zu werden? Ich denke, dass man es so sagen kann: Indem man das, was das Gläubig Sein ausmacht, immer weniger lebt. Wenn man sich zur Welt zurück bewegt, wenn weltliches, anstatt Christus, wieder mehr Bedeutung gewinnt. Auch die Gnade des Herrn wird dann immer weniger sichtbar. Dann nimmt die Liebe zu dem jetzigen Zeitlauf einen immer größeren Raum im Herzen ein. Wenn aber bei einem Christen die Liebe zur Welt immer mehr einzieht, verkümmert das geistliche Empfinden und verschwindet gar. Irgendwann ist man wieder von Christus abgetrennt. Sollte der Herr nicht Gnade und Raum zur erneuten Buße und Umkehr schenken, dann ist es zu spät und man ist aus der Gnade gefallen.

So sehe ich es, so verstehe ich es, daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass mein Herz nicht überheblich werde, denn ich bin weder stark noch furchtlos, noch bin ich frei davon, in der Anfechtung zu unterliegen, wenn nicht der Herr Jesus mir hilft und mich erhält. Geht es jemanden von meinen Brüdern oder Schwestern in Christo anders?

Herzliche Grüße,
José
« Letzte Änderung: 03 Oktober 2013, 15:27:33 von Jose »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Einmal gerettet - immer gerettet?
« Antwort #47 am: 03 Oktober 2013, 16:24:45 »
Bei der Frage, ob ein Christ zu einem Nichtchristen werden kann, geht es letztlich um die Frage, ob jemand, der gerettet wurde, immer gerettet bleibt.

Uns allen ist sicherlich die Bibelstelle bekannt:

Joh 10,27-29 (Schlachter 2000)
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.

Es handelt sich hier m.E. um eine Verheißung an die, welche Glauben. Es ist keine Zusicherung an die, welche vom Glauben abfallen. Was mich erschreckt ist, wie manche Bibelstellen bewusst in die Richtung gedeutet werden, dass jemand, der von neuem geboren wurde, nicht wieder abfallen und am Ende verloren gehen kann.

Da wäre z.B. die Bibelstelle: "wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer" 1.Kor 3,14-15. Diese Bibelstelle sagt doch nichts darüber aus, dass jeder, der nicht im Glauben geblieben ist, wie „durchs Feuer“ gerettet wird. Es wird hier lediglich hineingelesen.

Auch das Wort: "einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn" 1.Kor 5,5, wird überinterpretiert und passend zur eigenen Überzeugung gedeutet. Das ist nicht hilfreich sondern im Grunde Verführung. "Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder" 1.Kor 6,9.

Was ich aber sehr interessant fand, war die Meinung, dass selbst das Gleichnis vom verlorenen Schaf darauf hindeutet, dass Jesus keines Seiner Schafe verloren gehen lässt: "Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins von ihnen sich verirrte, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen und geht hin und sucht das irrender?" Mt 18,12.

Meiner Meinung ist, dass auf diese Weise, die ernsten Worte des Herrn, dass es gilt auszuharren, entkräftet werden. Gotteskinder können „wie durchs Feuer“ gerettet werden, aber bei Lots Frau geschah es nicht. Gotteskinder werden auch durch Züchtigungen oftmals wieder zur Besinnung geführt, aber nicht alle. Und gewisslich geht der Herr auch den Irrenden nach, aber nicht jeder, der sich erneut verirrt hat, lässt sich wieder zurückbringen. Darüber haben wir auch Beispiele in der Schrift.

Der Herr helfe uns, Sein Gebot zu befolgen, wie es Paulus an Timotheus geschrieben hat:

1.Tim 1,18-20 (Schlachter 2000)
18 Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, gemäß den früher über dich ergangenen Weissagungen, damit du durch sie [gestärkt] den guten Kampf kämpfst, 19 indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Dieses haben einige von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten. 20 Zu ihnen gehören Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern.

Hier könnte wieder eine Diskussion beginnen, was es wohl bedeutet, dass welche dem Satan übergeben wurden. Aber Tatsache ist, dass hier welche im Glauben Schiffbruch erlitten hatten und es uns nicht gesagt ist, dass solche gerettet bleiben.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
War der verlorene Sohn zuvor gerettet gewesen?
« Antwort #48 am: 07 November 2013, 11:17:33 »
Beim Durchlesen der Beiträge fiel mir vorhin eine Aussage erneut auf:

Zitat von: pintalunas
Aber um deine Frage zu beantworten, nein ich glaube das auch ein Wiedergeborener verloren gehen kann. Er ist dann bereits ein Sohn und das Gleichnis vom verlorenen Sohn bezeugt dies!

Es ist m.E. eine wichtige Überzeugung, dass auch ein Wiedergeborener verloren gehen kann. Ob das aber aus dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn hervorgeht, das weiß ich persönlich nicht. Wir sollen sicherlich nicht zu viel in die Gleichnisse hineinlesen, wenn es heißt: "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein" Lk 15,24.

Aber eines dürfen wir und sollen wir mit Sicherheit, uns freuen. Wir sollen nicht zornig werden, wie jener anderer Sohn, zu dem der Vater hinausging und zu ihm sprach: "Aber man muss <doch jetzt> fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden" Lk 15,32.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Wann wird ein Christ zu einem Nichtchristen?
« Antwort #49 am: 08 November 2013, 20:02:08 »
Beim erneuten Durchlesen einiger Beiträge fiel mir auch folgende Aussage wieder auf, die mich nach wie vor etwas irritiert:

Und an jenem Tag wurden 3000 Selen zur Gemeinde hinzugetan. Apg.2:41
Alles wiedergeborene gelle?
Sie sind ja in Christus, dem Leib seiner Gemeinde.
Oh Ihr Blinden Blindenfuehrer. Aber wir kennen ja bereits das Ende.

Vermutlich sollte hier ausgedrückt werden, dass wir nicht annehmen dürfen, dass die 3000 genannten alle von neuem geboren waren. Allerdings frage ich mich, warum wir daran zweifeln sollten, dass es Menschen waren, die wirklich von der Sünde überführt wurden und sich wirklich zu Jesus bekehrt hatten.

Die Teilnahme in einem Forum soll nach meinem Verständnis dazu dienen, dass wir uns über Themen und Lehren der Bibel austauschen. Dabei kann durchaus einiges offenbar werden, worin wir verkehrt liegen mit unserem Verständnis.

Meine Überzeugung ist, dass die Menschen, die sich zu Pfingsten in Jerusalem bekehrt und es auch in der Taufe bezeugt haben, wirklich gläubig und wiedergeboren waren. Ob sie im Glauben standhaft geblieben sind und in der Heiligung zugenommen haben in der weiteren Jüngerschaft, das wissen wir nicht. Aber selbst wenn jemand wieder lau geworden sein sollte, so wird der Christ m.E. nicht unmittelbar zu einem Nichtchristen und verliert den Zustand der Wiedergeburt. Sonst stünde es sehr schlecht um viele Gläubige, die ihrem Taufgelöbnis untreu geworden sind. Wobei, der Abfall aus dem Zustand eines Wiedergeborenen auch sehr schnell geschehen kann, wie es m.E. in tragischer Weise im Fall von Hananias und Saphira deutlich in der Schrift bezeugt wird.

Herzliche Grüße,
José

Offline Evelyn

  • Benutzer
  • Beiträge: 17
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #50 am: 09 November 2013, 07:52:40 »
Lieber Jose

Ich würde es nicht mit Sicherheit sagen das Hananias und Saphira verlorengegangen sind. Die beide mußten sterben aber ob sie verlorengegangen sind steht m.E. nicht da. Sie haben gesündigt, das machen wir ja leider auch immer noch. Stellt euch vor jeder der sündigt müsste auf der Stelle sterben und würde  verloren gehen. Dann hätte keiner eine Chance. Darum müssen wir auch jeden Tag Buße tun und Dankbar sein.

Im HERRN verbunden,
Evelyn
« Letzte Änderung: 09 November 2013, 08:08:37 von Evelyn »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #51 am: 09 November 2013, 11:15:01 »
Liebe Evelyn.
Ohne Zweifel ist es so, dass wir alle von der Gnade und Vergebung leben, und zwar täglich. Es ist auch keineswegs so, dass ich mich hinsichtlich Hananias und Saphira festlegen möchte. Vielleicht darf ich dich auf einen Beitrag hinweisen, den ich in einem anderen Thread geschrieben habe, siehe: hier.

Gewiss war es Gericht an Hananias und Saphira, wie es auch resistnwo in einem anderen Thread geschrieben hat, siehe: hier, aber soll es uns nicht besonders lehren, große Ehrfurcht vor Gott zu haben und in Demut zu wandeln vor IHM? Ich würde mich freuen, Hananias und Saphira im Himmel anzutreffen, aber letztlich überlasse ich es Gott und muss mich selbst prüfen. Was würde geschehen wenn ich an bewusste Sünde festhalten würde, zur Buße aufgerufen werden würde, und zwar vor Zeugen, und den Aufruf zur Buße vorsätzlich nicht befolgen würde? Wenn ich dann augenblicklich ein Unglück erleiden sollte und sterben, würde ich noch Gnade empfangen? Gott weiß es, aber wie ernst ist es doch, wenn man nicht erkennt, dass die Güte Gottes zur Buße leitet und dann ohne Versöhnung und Vergebung stirbt.

Darum ist es gut, wie du geschrieben hast:
Zitat
Darum müssen wir auch jeden Tag Buße tun und Dankbar sein.
Wer sich hierin übt, vermag der Herr sicherlich zu bewahren, diese Hoffnung habe ich.

Im HERRN verbunden,
José

Offline Evelyn

  • Benutzer
  • Beiträge: 17
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #52 am: 09 November 2013, 13:51:48 »
Lieber Jose

Zitat
aber soll es uns nicht besonders lehren, große Ehrfurcht vor Gott zu haben und in Demut zu wandeln vor IHM?

das finde ich gut. Danke.
Ich hab das mal bei einem Vortrag gehört. "Die Menschenfurcht verdrängt die Gottesfurcht"

Zitat
Matthäus 10,28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.

Der HERR segne dich
Evelyn

junkerjörg

  • Gast
Re: War der verlorene Sohn zuvor gerettet gewesen?
« Antwort #53 am: 29 November 2013, 14:08:44 »
Es ist m.E. eine wichtige Überzeugung, dass auch ein Wiedergeborener verloren gehen kann.

Jesus teilt uns mit: ''In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden'' (Johannes 16,33). Auch wenn wir der Sünde definitiv gestorben sind (Römer 6,11) müssen wir noch mit den Folgen leben. Der Unterschied zu Ungläubigen ist, daß wir nun nicht mehr in der Sünde leben müssen, sondern im Glauben leben können. Das bedeutet praktisch, daß wir für Gott leben dürfen, weil uns die Sünden vergeben sind. Es ist unser Teil in dem zu leben, was wir glauben. Da den Christen die Sünden vergeben sind, dürfen sie auch das voll und ganz in Anspruch nehmen, was in 1. Johannes 5,18 geschrieben steht: ''Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern wer aus Gott geboren ist, der bewahrt sich selbst, und der Böse tastet ihn nicht an''. Es ist letztlich nicht in unserer Macht stehend uns selbst zu bewahren und zu erhalten, da ich mich auch nicht selbst erlösen und gerecht machen kann (1. Korinther 6,11). Aber klar sollte dennoch sein, was Paulus in Römer 6, 1-2 schreibt: ''Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?''. Verstandene Gnade führt uns mittels der Heiligung (ohne die keiner Gott sehen wird) zu einer aufrichtigen Nachfolge. Sicherlich nicht zur Perfektion oder Tadellosigkeit in allen Dingen, aber zu einer neue Gesinnung und zur Sündenerkenntnis.

David schreibt in Psalm 37, 28-29: ''Denn der Herr hat das Recht lieb und verläßt seine Getreuen nicht; sie werden ewiglich bewahrt, aber der Same der Gottlosen wird ausgerottet. Die Gerechten werden das Land erben und für immer darin wohnen''. Diese Gerechtigkeit hat den Gläubigen allein Jesus Christus verliehen, keine Eigenleistung, kein Durchhaltevermögen und kein Gesetz. Alles, was uns also zum Kind Gottes und Nachfolger Jesu qualifiziert, ist das teure Blut Jesu, das für uns zur Vergebung der Sünden am Kreuz vergossen wurde (Matthäus 26,28). Gott ist seine Ehre wirklich wichtig. Und wie könnte er das besser deutlich machen, und einem gefallenen Menschen vor Augen stellen, als durch die Gnade im Evangelium und daß er seinen Auserwählten hierfür die Augen geöffnet hat, ihre Seele berührte? In Philipper 2,13 lesen wir: ''...denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen''. Wir haben keinen freien Willen, wenn es darum geht uns für Gott zu entscheiden. Das können wir nicht. Und wenn wir es könnten, würden wir uns gegen Gott entscheiden. Wir können Gott nur dann erkennen, wenn wir zuvor von Gott erkannt sind. Und wir können Gott nur dann lieben, wenn er uns zuvor geliebt hat. In Johannes 6,37 sagt Jesus: ''Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen''. Also müssen wir das so verstehen, daß wir die wahre Freiheit dadurch erfahren, daß wir Gottes allumfassende Gnade in allen Dingen des Lebens und der Erlösung anerkennen, und nicht meinen, ich habe mich für Gott entschieden und Gott musste dann auf mich reagieren.

Sowohl die Buße als auch der Glaube kommt ausschließlich von und durch Gott! Hierin ist der HERR absolut souverän und frei. In Hebräer 10,14 lesen wir: ''Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden''. Das ist eine sehr interessante Formulierung, die wir aufmerksam lesen sollten. Das Wort für ''immer'' heisst im griechischen Urtext soviel wie ''ununterbrochen'' und dies steht im direkten Zusammenhang damit, daß diejenigen, denen Gott diesen rettenden Glauben schenkte, auch die ''geheiligt Werdenden'' (griech.) sind. Wen Gott zieht, den heiligt er auch und trägt sie (die Werdenden) durch bis zum seligen Ziel. Dies ist darum wichtig, weil es allen Gläubigen, die vom möglichen Abfall der Christen reden, die Argumente entzieht. Jeder von oben neu geborene, gläubige Mensch wird erzogen, belehrt, gezüchtigt und ihm wird alles zum Guten mitwirken was er erlebt und manchmal eben auch erleben muss (Psalm 57,3: ''Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt''). Gott lässt sich von niemandem die Ehre nehmen, aus freien Stücken und unbeeinflusst gnädig zu sein. Und dies in einem Ausmaß, das wir nicht selten übersehen.

Alles Liebe!
Jörg  :)

Offline Evelyn

  • Benutzer
  • Beiträge: 17
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #54 am: 29 November 2013, 14:20:39 »
Lieber Jörg,

Wir haben alle den freien Willen uns für oder gegen GOTT zu entscheiden.

Joh 3, 16 sagt es eindeutig.

Gottes Segen,
Evelyn

junkerjörg

  • Gast
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #55 am: 29 November 2013, 14:55:58 »
Wir haben alle den freien Willen uns für oder gegen GOTT zu entscheiden.

Ja, alle die an IHN glauben gehen nicht verloren - das stimmt! Von einem freien Willen steht da nichts. Sicherlich entscheiden wir uns auf eine bestimmte Art und Weise - das ist ja nicht die Frage. Von einer Freiheit des Willens gehe ich aber nicht aus. Wir haben einen eigenen Willen, aber der ist nicht frei. Und selbst wenn der frei wäre, würden wir uns dennoch nicht für Gott entscheiden, denn auch ein freier Wille würde nur dem entsprechen, was einen "natürlichen" Menschen ausmacht. Und der fragt nicht nach Gott laut Römer 3, 10-12 ("...wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer"!). Ich kann das zwar auch nicht logisch erklären, aber daß wir einen freien Willen haben uns für Gott zu entscheiden, steht so nicht in der Bibel.

1. Korinther 2,14: "Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muß".

LG Jörg  :)
« Letzte Änderung: 29 November 2013, 15:04:44 von junkerjörg »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #56 am: 29 November 2013, 20:21:06 »
Lieber Jörg,
beim Lesen einiger deiner Beiträge musste ich an Aussagen denken, die ich in einem calvinistischen Forum gelesen hatte. Darf ich dich fragen, ob du dich mit calvinistischen Lehren beschäftigt hast?

Wenn ja, dann bist du vielleicht davon beeinflusst.

Herzliche Grüße,
José

junkerjörg

  • Gast
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #57 am: 29 November 2013, 22:15:39 »
Darf ich dich fragen, ob du dich mit calvinistischen Lehren beschäftigt hast?

Sicher darfst du fragen. Ich habe mich mit vielen theologischen Lehraussagen beschäftigt und sicherlich auch mal mit Calvin, aber auch Luther, Whitfield, Spurgeon oder Kierkegaard und aktuell auch mit Leuten wie William McDonald, Arnold Fruchtenbaum und Benedikt Peters und anderen - alles Christen von denen man etwas lernen kann. Eigene Gedanken macht man sich selbstredend auch. Aber es geht nicht um den sogenannten Calvinismus (der sowieso erst nach Calvins Tod entstanden ist) sondern um die Aussagen der Bibel und das geistliche Verständnis darüber. Das ist mir wichtig und sonst nichts. Ich weiß, daß es zu einigen Themen unterschiedliche (biblische) Ansichten gibt. Und die Diskussion um das Heil in Bezug zur Erwählung und dem Abfall vom Glauben ist schon seit langem ein heißes Thema. Ich will das hier aber gewiss nicht wieder aufflammen lassen und habe auch schon gesehen, daß dies in vergangenen Zeiten hier auch mal ein Thema war. Ich kann die Meinung anderer aber stehenlassen. Schon Whitfield hat mit Wesley darüber eifrig debattiert oder auch Luther mit Erasmus von Rotterdam und andere. Die Hauptsache ist der Glaube an das Evangelium und die Gnade Gottes in Jesus Christus. Jeder behalte das was er hat ohne anderen etwas aufzubürden oder in Abrede zu stellen.

Liebe Grüße!
Jörg  :)
« Letzte Änderung: 30 November 2013, 11:49:09 von junkerjörg »

Offline Jose

  • Benutzer
  • Beiträge: 1709
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #58 am: 30 November 2013, 11:58:04 »
Lieber Jörg,
danke für die Aussage:

Die Hauptsache ist der Glaube an das Evangelium und die Gnade Gottes in Jesus Christus.

Persönlich sehe ich es so, dass der Glaube an das Evangelium mehr ist, als Menschen meinen daraus machen zu müssen. Vor allem ist entscheidend, dass wir Jesu stellvertretendes Opfer am Kreuz und das Heil in Seinen Wunden, persönlich angenommen haben und Kinder Gottes geworden sind. Durch Jesu Blut sind wir erlöst.

Warum ich dich direkt gefragt habe, war z.B. deine Aussage im Thread „Heilssicherheit“:

Das Evangelium ist ganz alleine Gottes Werk und sein Ruhm und seine Ehre - ewiglich. Selbst wenn es mancher Eiferer gut meint (es gibt laut Römer 10,2 auch einen ''Eifer ohne Erkenntnis'') ist die Ansicht, daß ein Kind Gottes aus seiner heilsgewisslichen Sicherheit wieder herausfallen kann, ein verdrehtes Evangelium. So jemand schmäht den Geist der Gnade (Hebräer 10,29).

Das sind starke und vorwurfsvolle Worte und stehen, nach meinem Verständnis, nicht im Einklang mit deiner Aussage:

Zitat
Jeder behalte das was er hat ohne anderen etwas aufzubürden oder in Abrede zu stellen.

Liebe Grüße,
José

junkerjörg

  • Gast
Re: Kann ein Christ zu einem Nichtchristen werden?
« Antwort #59 am: 30 November 2013, 15:14:24 »
Naja, mit dem "verdrehten Evangelium" meinte ich nicht, daß jemand, der daran glaubt (trotz seiner Neugeburt) wieder aus der Erlösung hinauszufallen kein Christ ist. Das steht mir gar nicht zu so etwas zu meinen und zu sagen. Unser Wissen und unsere Erkenntnis ist Stückwerk - auch in dieser Frage. Und Gottes Gnade ist für mich immer größer als mein Versagen. Für mich ist das Evangelium aber kein Stückwerk, sondern Gottes hundertprozentig funktionierender ewiger Heilsplan für alle diejenigen, die Gott seinem Sohn Jesus Christus gegeben hat (Johannes 17). Daß wir das nicht verstehen und erfassen können in seiner Tiefe und Wahrheit ist einsichtig. Für mich ist das Evangelium aber abgeschnitten (verdreht), wenn ich als ein an Jesus Christus gläubiger Mensch durch Fehlverhalten das wieder beenden kann, was Gott angefangen hat. Dann ist Jesus nämlich nicht der Anfänger und Vollender des Glaubens. Und es ehrt Gott aus meiner Sicht auch nicht, wenn wir das ewig gültige (zeitlich unabhängige) Heil meinen unter Bedingungen stellen zu können oder das theologisch meinen begründen zu können. Ich weiß, daß es Argumente für und gegen ein Abfallen der Neugeborenen gibt. Und so wie die Befürworter eben ihren Glauben biblisch bestätigt sehen, ist es auch umgekehrt. Nur widerspricht sich die Bibel ja nicht. Der ganze biblische Kontext ist für mich klar. Andere sehen es nicht so und damit kann (will) ich auch leben. Ich sage es einmal salopp: Wer sich in den Himmel zittert ist auch erlöst! Aber Angst ist eben nicht in der Liebe - und das ist für mich das Entscheidendste wenn wir von Gnade reden und daran glauben.

Alles Gute!
Jörg  :)
« Letzte Änderung: 30 November 2013, 15:19:41 von junkerjörg »