Autor Thema: Äon  (Gelesen 2207 mal)

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Pilger

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Äon
« am: 10 September 2013, 14:42:55 »
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« Letzte Änderung: 23 September 2013, 19:26:51 von Pilger »

Offline Roland

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Re: Äon
« Antwort #1 am: 22 September 2013, 21:21:26 »
Leider bist Du auf die Propaganda der Allversöhnungsirrlehrer reingefallen. Du beziehst Dich in Deinen Ausführungen auf die "Biblische Begriffskonkordanz von Heinrich Langenberg". Langenberg war ein Allversöhnungsirrlehrer.

In Wahrheit jedoch lautet die Grundbedeutung für ÄON Lebenskraft oder Lebensdauer. Es war Platon, der den Terminus  ÄON gebrauchte, um damit eine Zeitdauer anzudeuten, die jede Aufeinanderfolge von Tagen und Jahren ausschließt (Ewigkeit im philosophischen Sinne).

Dieser Begriff kommt in der jüdischen Literatur nicht vor. Hier ist ÄON genau wie OLAM WA-ED die unübersehbare Zeitdauer, mit der ein Geschlecht dem anderen folgt (Pred. 1,4). In der älteren jüdischen Eschatologie gab es zwischen der von keinem Übel anfechtbaren messianischen Zukunft und dem schmerzhaften Heute keinen Bruch; es waren zwei Phasen derselben Weltdauer. Diese Kontinuität wurde in der apokalyptischen Literatur angelehnt; die heutige Zeit ist der „Äon der Ungerechtigkeit” (Hen. 48,7), „befleckt von Sünden”, der einem neuen Äon der Heiligkeit und Glückseligkeit in dem die Gerechten belohnt werden sollen, weichen muss. Man findet in dieser Literatur die Ausdrücke „dieser Äon“, PRAESENS SAECULUM und der künftige Äon, FUTURUM VENTURUM SAECULUM als zwei radikal entgegengesetzte Größen; in der rabbinischen Literatur bekannt als HA-OLAM HA-SEH (diese Welt im Sinne dieses Äons) und HA-OLAM HA-BA (die künftige Welt im Sinne jenes kommenden Äons). Bereits Tobias 14,56 legt diese Auffassung zugrunde. Bei dieser Verwendung geht die Bedeutung von Äon in die von Kosmos (= Welt) über. Damit habe GOTT nicht einen, sondern zwei Äone geschaffen. Der erste, „böse Äon”, erstreckt sich von der Schöpfung bis zum „Tage des Gerichts” (hebr. MISCHPAT ELOHIM); er ist also nach beiden Seiten begrenzt. Der kommende Äon beginnt am „Tag des Gerichts” und endet nicht mehr. Er wird deshalb auch der „große oder endlose Äon” genannt (Hen. 50,2; 61,2). Die rabbinische Literatur lässt diesen Äon zum Teil schon vor dem Weltende beginnen. In dieser Benennung liegt also eine doppelte Gegenüberstellung: einerseits zeitliche Aufeinanderfolge, andererseits Wesensunterschied (unvollkommen und sündig gegenüber vollkommen und heilig).

Im Neuen Bund wird unsere Jetztzeit mit diesem Äon bezeichnet (Matth. 12,32; Luk. 16,8; Röm. 12,2; 1. Kor. 1,20 u. a.). Diesem stellen die Verfasser den kommenden Äon gegenüber (Matth. 12,32; Mark. 10,30; Eph. 1,12). Dass es zwischen beiden einen Gegensatz gibt, zeigt schon Luk. 2,34f., wo das Leben der Kinder dieses Äons vom Leben derer unterschieden wird, die des anderen Äons für würdig erachtet werden. Diese Formulierung weist zugleich auf eine Erwählung hin; wenn man nur bestimmte Bedingungen erfüllt, soll man am Äon teilhaben. Ebenso wie hier ist auch in 1. Tim. 6,17 (die Reichen in diesem Äon) das Wort Äon moralisch neutral. Ein Gegensatz zu einer höheren Ordnung zeigt sich ebenfalls in 2. Tim. 4,10; dies gilt auch für Matth. 13,22; die Sorge in diesem Äon kann eine Gefahr für das übernatürliche Leben bedeuten. In Luk. 16,8 hat dieser Äon in dem Ausdruck Kinder dieses Äons auf Grund der Gegenüberstellung zu Kinder des Lichtes unverkennbar eine moralisch ungünstige Bedeutung: nicht allein physisch steht dieser Äon niedriger als der kommende, sondern auch sittlich. Diese Unterordnung scheint bei diesem Begriff dazugehört zu haben: In 1. Kor. 1,20; 2,6; 3,18 disqualifiziert er die Weisheit, die sich der Weisheit des Kreuzes widersetzt; und in Eph. 2,2 das Verhalten de Epheser vor ihrer Bekehrung. Darum kann Paulus auch von diesem bösen Äon sprechen (Gal. 1,4), über den Satan herrscht, der Gott dieses Äons (2. Kor. 4,4). Daher spornt Paulus den Titus an (2,12), fromm in diesem Äon zu leben, und darum ermahnt er auch die Römer (12,2) nichts mitdiesem Äon gemein zu haben. Über das Ende dieses Äons sprechen Matth. 13,39f; 24,3; 28,20; vgl auch Hebr. 9,26. Auch nach neutestamentlicher Auffassung hat der zukünftige Äon schon im jetzigen Äon seinen Anfang genommen: Der HERR hat die Gläubigen aus diesem bösen Äon entrückt (Gal. 1,4) und sie die Kraft des kommenden Äons verkosten lassen (Hebr. 6,5). Sachlich deckt sich somit der kommende Äon mit dem Reich GOTTES, das weder teilbar noch zeitlich begrenzt ist. Daher sind jedwede Spekulationen über eine bestimmte Zeitdauer der Ewigkeit unbiblisch und unhaltbar.

Wenn wir in der Endzeit prüfen und in der Erkenntnis wachsen sollen, dann dürfen wir nicht der Versuchung verfallen, uns hinsichtlich der Ewigkeit etwas vorzumachen, um nicht eigenem Wunschdenken auf den Leim zu gehen. Also auch in dieser so wichtigen Frage ist Nüchternheit vonnöten, sonst hätte Satan einen zusätzlichen Triumph, wenn Sünde nicht mehr ernst genommen würde, weil wir ohnehin versöhnt und gereinigt wären und zwar ohne unseren Willen und ohne unserer Beteiligung.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Pilger

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Re: Äon
« Antwort #2 am: 23 September 2013, 15:04:58 »
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« Letzte Änderung: 23 September 2013, 19:27:13 von Pilger »

Offline Roland

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Re: Äon
« Antwort #3 am: 23 September 2013, 18:32:44 »
Das sehe ich nicht so, denn Du begrenzt Äon zeitlich. Deine Schlussfolgerung

Zitat
Das Wort Äon oder äonisch ist der Ausdruck für eine längere, unbestimmte, aber doch begrenzte Zeitdauer.

ist falsch, weil Langenberg nicht zwischen dem jetzigen und zukünftigen Äon differenziert.

Im Neuen Bund wird unsere Jetztzeit mit dem jetzigen Äon bezeichnet (Matth. 12,32; Luk. 16,8; Röm. 12,2; 1. Kor. 1,20 u. a.). Diesem stellen die Verfasser den kommenden Äon gegenüber (Matth. 12,32; Mark. 10,30; Eph. 1,12). Und dieser kommende Äon ist nicht zeitlich begrenzt.

Fazit: Jedwede Spekulation über eine bestimmte Zeitdauer der Ewigkeit ist unbiblisch und unhaltbar.
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Offline Peter

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Re: Äon
« Antwort #4 am: 23 September 2013, 19:18:22 »
Zitat: " Fazit: Jedwede Spekulation über eine bestimmte Zeitdauer der Ewigkeit ist unbiblisch und unhaltbar "

Das sehe ich auch so, denn:

Die Schrift spricht von dem Zeitalter ewigen Lebens( MK10,30; LK18,30) Elberfelder/ Weltzeit,äon Schlachter2000...
1.Korinther10,11 redet vom Ende der bisherigen Zeitalter( damit das Zeitalter Ewigen Lebens beginnen kann...)
Epheser2,7 spricht wieder von kommenden Zeitaltern, in unbestimmter Zahl, es bleibt offen, wie lange, aber das ewige leben zeigt uns nun, dass auf ewig und unbestimmte Zeit nach hinten alles offen ist und in der Hand Gottes liegt.

In der Offenbarung lesen wir viele Male " von Ewigkeit zu Ewigkeit" im Sinne von nach hinten offener Zeitdauer.

Eine Sache hat mich besonders gefestigt in meiner Meinung zur Ewigkeit: Wenn der Teufel und der Tod als schlimmster fFeind Gottes weggesperrt werden, so dann für immer, anderes lässt der Willen Gottes nicht zu!

Liebe Grüße,
Peter

Offline Peter

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Re: Äon
« Antwort #5 am: 23 September 2013, 19:38:16 »
Zusatz,
auch dies spricht für die Ewigkeit, ohne Wenn und Aber(= vielleicht "Allversöhnung"):
Hebr 6,6 " und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!
Ein für alle Mal!" 
In alle Ewigkeit! Amen.
Peter  :)
« Letzte Änderung: 24 September 2013, 14:30:46 von Peter »