Autor Thema: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?  (Gelesen 7470 mal)

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Offline Jose

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #15 am: 30 August 2013, 20:36:09 »
Wenn Paulus schreibt:

Philipper 3,17 (Schlachter 2000)
17 Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. 18 Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe und jetzt auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus; 19 ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande, sie sind irdisch gesinnt.

So gab es schon damals, unter den Gläubigen, solche, die nicht als Vorbilder taugten. Sie waren irdisch gesinnt, daher war ihr Gott ihr Bauch.

Was mich hinsichtlich der fleischlichen Lüste sehr ermahnt; sind folgenden Worte:
Röm 13,13-14 (Elb. 1985, 1992)
13 Lasst uns anständig wandeln wie am Tag; nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht; 14 "sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch, dass Begierden wach werden!

Gerade dieses: „und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch“, finde ich eine ernste Ermahnung. Es gilt den Anfängen zu wehren.

Auch diese Ermahnung hat für mich ein hohes Gewicht: "Geliebte, ich ermahne <euch> als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet" 1.Petr 2,11.

Der „fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten“, sollen wir uns enthalten. Es muss wohl alles sein, was wir innerlich erkennen als solches: Es passt nicht zu Jesus. Daraus schließe ich: Bevor wir „äußerlich“ als „Feinde des Kreuzes Christi“ offenbar werden, sind wir es „innerlich“ schon geworden. Darauf gilt es m.E. sehr zu achten.

Herzliche Grüße,
José

Ruth

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #16 am: 22 September 2013, 21:16:16 »

Eben sehe ich, lieber Roland, daß Du "im Lande" bist. Dieses Thema läßt mich nicht los. Gestern las ich im Römerbrief folgende Stelle:

"Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen." - Römer 16, 17-18

Könnte es sich bei den "Feinden des Kreuzes Christi" um falsche Lehrer und Verführer handeln, die - statt den Herrn Jesus Christus - ihr eigenes Ich in den Mittelpunkt stellen? Deine Meinung in Bezug auf diese beiden Stellen wäre mir ziemlich wichtig. Denn egal, welche "Auslegung" ich zum Thema "Feinde des Kreuzes Christi" las, konnte sie mir doch keinen wirklichen Aufschluß geben über das, was "Bauch" bedeuten soll. Erst als ich den Römerbrief las, brachte ich den "Bauch" in o. g. Versen mit den Versen im Philipperbrief in Verbindung.

Liebe Grüße.

Offline Roland

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #17 am: 22 September 2013, 22:18:45 »
Liebe Ruth,

in Bezug auf Philipper 3,17 ("Feinde des Kreuzes des CHRISTUS) bin ich der Meinung, dass Paulus zunächst die Judaisten meint. Ich verbinde damit folgende Bibelstellen:

Galater 5,11: Was mich aber betrifft, liebe Brüder: - wenn ich wirklich noch die Beschneidung predige, warum verfolgt man mich da noch? Dann ist ja das Ärgernis des Kreuzes aus der Welt geschafft!

Galater 6,12: ... solche, die im Fleische etwas Besonderes vorstellen wollen, suchen euch die Beschneidung aufzunötigen, lediglich um nicht wegen des Kreuzes Christi Verfolgungen zu erleiden.

1. Korinther 1,23: ... verkünden wir dagegen CHRISTUS als den Gekreuzigten, der für die Juden ein Ärgernis und für die Heiden eine Torheit ist.

In V. 18 spricht die Bibel jedoch von "vielen" und dies bedeutet m. E., dass wir den Personenkreis ("Judaisten") erweitern müssen. Paulus beschreibt nicht, wer diese "vielen" sind und wir sollten daher diese Unbestimmtheit stehen lassen. Dies ist auch wichtig, dass wir uns nicht dem erschreckenden Ernst der Stelle entziehen, indem wir historisch die Schuldigen von damals ermitteln (z. B. die"Judaisten" seien hier gemeint usw.). Wenn hier von "vielen" die Rede ist, sind wir - alle Christen - damit gemeint. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier Paulus Tränen des Mitleids für die "vielen" vergießt, sondern es sind m. E. Tränen des Jammers und des Zornes im Blick auf die Verwüstungen, die diese "vielen" in den Gemeinden anrichteten.

Christen, die "auf das Irdische bedacht sind", werden notwendig zu "den Feinden des Kreuzes des CHRISTUS".

Paulus hatte ja von der "Teilhabe an Seinen Leiden" gesprochen. Dagegen lehnt sich jeder notwendig auf, der auf das Irdische bedacht ist. Das wird sich immer auch "theologisch" bemerkbar machen. Wer anfängt, auf das Irdische bedacht zu sein, der macht notwendig den "Bauch" zum bestimmenden Faktor in allem, also zu seinem "Gott".

Hier sehe ich auch (wie Du) die Verbindung zu Römer 16,17.18. Ich denke, dass hier "Bauch" synonym für "fleischliches Wesen" steht. Diese fleischlichen Irrlehrer traten außerordentlich werbewirksam auf. Deshalb bestand die Gefahr, dass so mancher der Ausstrahlung dieser "Lichtgestalten" (2. Korinther 11,13-15; 2. Timotheus 4,3.4; 2. Petrus 1,3) und ihrer vorgespiegelten Scheinwelt erliegen würde. Das Evangelium jedoch koppelte nicht vom Alltag ab und verabreichte nicht "seelische Drogen" nur für den Sonntag.  Das biblische Evangelium machte auch die Tiefe der Sünde nicht platt. Das alles hätte die menschliche Natur gern einfacher und bequemer.

Was denkst Du darüber?

Shalom
Roland
Besser ein Patient CHRISTI als ein Doktor der Theologie!

Ruth

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #18 am: 23 September 2013, 07:37:54 »
Ja, lieber Roland, ich habe die von Dir angegebenen Stellen im Korinther-, Timotheus- und Petrusbrief noch dazu gelesen. Jetzt ergibt sich ein sog. roter Faden für mich. Paulus hat sogar in mehreren Briefen in Bezug auf diese "Feinde des Kreuzes des Christus" gewarnt.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier Paulus Tränen des Mitleids für die "vielen" vergießt, sondern es sind m. E. Tränen des Jammers und des Zornes im Blick auf die Verwüstungen, die diese "vielen" in den Gemeinden anrichteten.
-

Und diese Art von Tränen tun unglaublich weh, nicht wegen der äußerlichen Verfolgungen, nicht wegen der Angriffe der Welt, denn letztere sind m. E. "harmlos" im Gegesatz zu den Angriffen, die aus den Reihen derer kommen, die durch eigene Gesetzlichkeit die Gnade unwirksam zu machen versuchen, was ihnen nicht gelingt, weshalb sie auch so wüten gegen die, die täglich und ganz bewußt das Kreuz auf sich nehmen, sich selbst verleugnen und aus der Gnade leben. - Die schlimmste Verfolgung wird m. E. am Ende vonseiten dieser falschen Kirche mit ihren unzähligen "Feinden des Kreuzes des Christus" ausgehen gegen all die, die bis zuletzt am Wort der Wahrheit festhalten und treu überwinden. - Ich würde mir wünschen, Deine bibeltreuen Beiträge hier öfter lesen zu dürfen, denn es spricht die Kraft aus ihnen, die dem Geist der Wahrheit entspringt und diejenigen auferbaut, die manchmal meinen, ihre Kraft wäre zu klein, um den endzeitlichen Verfolgungen standzuhalten. (Und ich weiß, daß ich hier nicht die einzige bin, die Deine fundierten Beiträge vermißt.) - Dir und den Deinen eine segensreiche Woche!

Offline Jose

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #19 am: 23 September 2013, 18:31:35 »
Zitat von: Roland
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier Paulus Tränen des Mitleids für die "vielen" vergießt, sondern es sind m. E. Tränen des Jammers und des Zornes im Blick auf die Verwüstungen, die diese "vielen" in den Gemeinden anrichteten.

Ich sehe es auch so, dass Paulus hier nicht lediglich die Judaisten gemeint hatte, sondern m.E. gerade solche, die nicht in der Wahrheit geblieben waren, weil sie die eigene Ehre suchten.

Herzliche Grüße,
José

Offline Jose

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Re: Was meint die Bibel mit "Feinde des Kreuzes CHRISTI"?
« Antwort #20 am: 28 September 2013, 18:35:27 »
Beim Lesen der gestrigen Andacht im Kalender „Der Herr ist nahe“ musste ich an das Thema hier denken.


Jesus spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi ..., wo hältst du dich auf? Johannes 1, 38

Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Kolosser 3, 1


Wir erfahren nicht, was die beiden Jünger des Johannes, die Jesus folgten, nun genau suchten. Aber eins ist klar: Das, wonach sie zutiefst verlangten, glaubten sie bei Ihm zu finden.

Was suchst du? Auf viele Menschen trifft zu, was in einem Lied so ausgedrückt wird: „Sie suchen, was sie nicht finden, in Liebe und Ehre und Glück.“ Was unser Herz wirklich beglücken kann, können wir nur bei Christus finden, dem Sohn Gottes.

Damals war der Herr Jesus hier auf der Erde, jetzt aber sitzt Er im Himmel zur Rechten Gottes. Darum fordert Paulus die Gläubigen auf: „Sucht, was droben ist."

Das fortwährende Streben nach irdischen Interessen, das auch bei Gläubigen vorkommt, ist im Grunde eine Leugnung der Tatsache, dass wir „mit Christus gestorben" sind. Ähneln wir dann nicht diesem Demas, der „den jetzigen Zeitlauf lieb gewonnen" hatte? Unterscheiden wir uns dann noch von solchen, die Paulus „die Feinde des Kreuzes des Christus" nennt, „die auf das Irdische Sinnen"? (Römer 6,8; 2.Timotheus 4,10; Philipper 3,18.19).

Wir sind aber nicht nur mit Christus gestorben, sondern auch mit Ihm auferweckt worden. Deshalb soll unser Interesse jetzt dem verherrlichten Christus gelten und den Reichtümern des Himmels, die uns in Ihm geschenkt sind.

Wann habe ich mich das letzte Mal mit himmlischen Dingen beschäftigt?

Quelle: Der Herr ist nahe 2013 - CSV-Verlag