Autor Thema: Nachfolge und Heiligung  (Gelesen 13872 mal)

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Sarah

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Nachfolge und Heiligung
« am: 22 Juli 2007, 12:26:49 »
Ihr Lieben,

mich würde mal interessieren, was Ihr dazu meint, WIE man in der Nachfolge und Heiligung lebt oder was das für Euch ganz persönlich bedeutet in Eurem Leben unserem HERRN JESUS nachzufolgen bzw. wie Ihr die zahlreichen Bibelworte in denen es um HEILIGUNG geht, Gebote halten usw. umsetzt?

Dazu zwei Bibelstellen:

Jagd nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird! (Hebr. 12,14)

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet; dass es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen (1. Thess 4, 3+4)

Liebe Grüße von Sarah

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #1 am: 22 Juli 2007, 13:43:54 »
Hi Sarah,

also bei mir ganz praktisch:

a) kein Fernsehkonsum Mat 5,29 (habe selbst keine Televisions-Gerät mehr im Haus, weder analog noch digital etc, streame mir aber politische Sendungen bzw die Tagesschau über das Internet herunter - wobei da oft auch schon die Schmerzgrenze erreicht ist, hier kann man aber die Auswahl wesentlich besser bestimmen und kontrollieren)

b) keine weltliche Musik mehr Amos 5,23 auch keine christlich-weltliche Musik (sog. Lobpreis, "fleischliche" Schlag-Instrumente wie Gitarre (kann man auch gezupft spielen), Trommeln, E-bzw Bass-Gitarren, also im Grund einfache Glaubenslieder oder christliche Chöre die zur inneren Anbetung geleiten)

c) keine weltlichen Filme mehr (da zu viel Perversion, Gotteslästerung und vor allem Gewalt)

d) kein freundschaftlicher Umgang mit Weltmenschen 1 Kor 5,9;Jak 4,4

e) keine Suchtmittel aller Art 1. Kor 3,16 sich also von nichts körperlich abhängig machen

f) Trennung von Irrlehren Gal 5,7 (auch wenn diese einem "Lieb" geworden sind, die Wahrheit hat immer Vorrang, das Herz nicht verhärten)

g) Trennung von unordentlichen Geschwistern 2. Thess 3,6 (das führt je nach Gemeinde so weit, daß man als jemand, der nach Heiligung strebt, auch diese Versammlung verlassen muß)

h) Das Herz zur Prüfung vor Gott legen Psalm 139,23-24

i) Gemeinschaft mit Gott im Gebet 1. Thess 5,17

...

das Endziel von diesem allem ist der Wandel mit Gott:

Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!« 1 Pet 1:14ff

Und Henoch wandelte mit Gott, und er war nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen. Gen 5:24


Sarah

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #2 am: 23 Juli 2007, 08:30:08 »
Lieber Michael,

danke dafür, dass Du uns so praktisch aus Deinem Leben berichtet hast, wie Du Jesus nachfolgst und in der Heiligung lebst. Ich freue mich so darüber!

Ich bin mit Dir in allen Punkten überein und Jesus hat es geschenkt und gewirkt, dass ich all die von Dir erwähnten Dinge ebenfalls in meinem Leben lassen kann und will. Hinzu kommt bei mir noch, dass ich keine weltlichen Romane oder Zeitschriften mehr lese sondern nur noch Gottes Wort und einige ausgewählte christliche Bücher. Dann hat mir Jesus auch ein Herz für die uneretteten Menschen geschenkt und ich bete jeden Tag, dass er mich als Werkzeug dafür gebrauchen möge, dass Menschen zu IHM finden.

@ das jüngste Gericht

Ich finde, dass Dein Statement nicht gerade konstruktiv zum Thema beiträgt, was sehr schade ist! Sag doch mal, wie sieht es denn bei Dir aus?

Diese Dinge, die Michael angesprochen hat, die er in seinem Leben aus Liebe zu Jesus lässt und die ich ebenfalls aus Liebe zu IHM lasse, sind nicht aus Zwang auferlegt sondern sie wurden von Gott gewirkt bzw. ins Herz gegeben. Es ist die Liebe zu IHM, die dazu geführt hat, dass man "weltliche" Dinge als unwichtig erachtet bzw. sogar als hinderlich in der Beziehung zu Jesus. Man kann halt schlecht zwei Herren dienen.

Ich weiß ja nicht, ob Du ein wiedergeborener Christ bist oder WER bei Dir die Herrschaft in Deinem Leben hat. Du selbst oder JESUS. Aber ich wünsche Dir, dass Du erkennst, dass ein Leben mit Jesus wirklich FREI macht!

Jesus antwortet ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch; jeder der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. (Joh. 8,34)

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. (Joh. 8,36)

Gott segne Dich!

Sarah




« Letzte Änderung: 23 Juli 2007, 08:35:32 von Sarah »

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #3 am: 23 Juli 2007, 15:56:30 »
Habe den Troll gelöscht.

mh-ing

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #4 am: 23 Juli 2007, 19:17:01 »
Lieber Michael,
meinst du, dass das so gut war? Er hat seine Meinung, die deiner nicht entspricht geäußert. Vielleicht sollte man nachfragen und klären, dann erst löschen, wenn die Haltung nicht passt. (Was ja auch häufig vorkommt).

Meine Frage bei deiner Liste ist, ob es eine Reihung mit Gewichtung ist oder nur spontan aufgezählt.

LG

Martin

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #5 am: 23 Juli 2007, 19:39:24 »
Hallo Martin,

ja es war gut, da ich den Schreiber persönlich kenne und ihm nur daran liegt zu spotten und Jesus zu verlästern.

Ne - die Liste ist eher spontan und hat keine "geistliche Gewichtung". Und sie ist sicherlich auch unvollständig, da z.B. Liebe oder Nächstenliebe "fehlt". Wollte aber mal ein paar "gesetzliche" Punkte auflisten.

Du kannst sie natürlich ergänzen :)

Liebe Grüße
Michael


mh-ing

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #6 am: 23 Juli 2007, 21:38:46 »
Lieber Michael,
du kennst meine Vorbehalte von solchen "Heiligungslisten". Da ich nur aus Fauelheit zeitweise einen Bart trage, meine Frau sich in Hosen wohl fühlt (und ich dies als das praktische Kleidungsstück sehe), ich auch gerne Musik höre (quer durch, am besten nur instrumental oder Gesang, den ich nicht verstehe), auch fernsehe (meist Reportagen und Nachrichen, zu mehr habe ich kaum Zeit, aber auch mal Spielfilme), ich mit jedem Umgang pflege (sofern er nicht in Sünde lebt oder den Herrn verlästert, mit einigen bin ich sogar leidlich gut befreundet, sofern sie mein Christsein akzeptieren, viele lassen deswegen schon die Kontakte lieber weitläufig) falle ich vielen durch ihr frommes Raster.

Es ist aber auch so, dass viele andere durch mein frommes Raster fallen bzw. gefallen sind, bis ich eben erkannte, dass da manches nicht bei mir so richtig ist in der Beurteilung.

Gerade meine netten Kontakte mit jenen so frommen Christen zeigten mir, dass diese Äußerlichkeiten nicht alles sind, mancher unter diesen "verwerflichen" Äußerlichkeiten mehr Christsein hatte, als jene unter ihren blanken Weste.

Ich habe lieber eine Frau im "Hosenbund" als eine Frau im Rock, die über mir herrscht. Lieber eine Familie, die vernünftig mit Fernsehen umgeht, als eine, die heuchlerisch die Sachen im Nebenraum versteckt vor den anderen frommen Brüdern  und deren Kinder bei anderen lange alles unmögliche Fernsehen und -sobald der häuslichen Beschränkung frei - alles unkontrolliert im eigenen Fernsehgerät sehen.

Es ist nicht falsch, wenn du für dich das so machst, wie du es oben geschrieben hast. Du kannst auch für dich und deine Familie, sofern du schon eine hast, dies auch so festlegen und handhaben.

Aber: Heiligung ist nicht allein oder überhaupt das Lassen von gewissen Dingen. Heiligung ist ein Leben in Ausrichtung auf den Herrn. Das ist aber je nach Lebenssituation und Mensch anders und unterschiedlich. Daher ist eine Regel nicht so einfach aufstellbar. In den Punkten ab f) sind diese genannt und daher sind mir diese entscheidend und wichtig.

Was mir aufgefallen ist:
Kinder Gottes können verzeihen, Fehler einsehen und umkehren, sich entschuldigen und bereuhen.

Genau aber von jenen besonders Frommen wirst du solches kaum oder gar nicht erkennen. Diese Herzenhärte und Uneinsichtigkeit ist ein Zeichen des Herzenszustands.

Daher meine Bitte:
Heiligung oder Christsein bemisst sich am Herzenszustand, nicht an frommen Regelkatalogen.

LG

Martin

Sarah

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #7 am: 24 Juli 2007, 07:59:30 »
Hallo Martin,

das stimmt und das sehe ich ebenfalls so, dass man nicht alles am Einhalten der sog. "Heiligungslisten" festmachen kann. Ich denke auch, dass Jesus schon aufs Herz schaut und reine "Äußerlichkeiten" sind nicht alles.

In Bezug auf Frauen und Röcke habe ich vor längerer Zeit eine recht unangenehme Erfahrung gemacht. Ich war zu Besuch bei einer doch ziemlich "gesetzlichen" xyz-Gemeinde, in der alle Frauen Röcke trugen und während des Gottesdienstes demütig und schweigsam waren. Hinterher sprach ich einen ehemaligen guten Freund an, den ich von früher kannte und der mittlerweile verheiratet war mit solch einer "berockten" und "demütigen" Person. Kurz darauf kam seine Frau hinzu, übernahm komplett das Gespräch und die "Führung" in einer solch unangenehmen Weise, dass ich total befremdet war und es wurde dann offensichtlich, WER in dieser Ehe in Wahrheit die Hosen anhatte! Und ich glaub es ist oft so. Kenne noch andere Beispiele. Das war für mich dann Lüge und Heuchlerei und ich glaube, dass Jesus soetwas wirklich nicht will. Das wirkt auch abstossend auf Andere.

Letztlich ist jeder für sein eigenes Leben verantwortlich und keiner hat das Recht von außen zu urteilen. Jedoch auch anders herum nicht. Ich merke an mir, dass ich Jesus näher sein kann, wenn ich mich von Dingen distanziere (Fernsehen...usw.) und ich mache es gerne und ich glaub ich bin von meinem Wesen her alles andere als "gesetzlich". Im Grunde sollte man authentisch sein und Anderen nicht mit Gewalt etwas überstülpen.

Jedoch kenne ich auch so einige "weltliche" Gemeinden, wo die Weltlichkeit eingezogen ist, man lebt wie die Welt und meint damit, die Welt für Jesus "gewinnen" zu können. Das halte ich ebenfalls für gefährlich. Das sind dann auch die Gemeinden, in denen viel vom "lieben Gott" die Rede ist und in denen ein doch recht "einseitiges" Evangelium verkündigt wird. Das sind dann Gemeinden, die einen breiten und bequemen Weg zu Jesus propagieren. In diesen Gemeinden wird gerne gesagt "wir dürfen alles machen", "wir sind frei", "Jesus hat auch gerne gefeiert" usw....Alles als Rechtfertigung für den eigenen "unheiligen" Wandel. Ich glaube nicht, dass Jesus daran eine Freude hat.

Es ist wohl ein schmaler Grat, um nicht allzu gesetzlich und allzu weltlich zu sein. Am Wichtigsten ist jedoch, dass man das was man tut oder lässt, aus Liebe zu JESUS tut und nicht, um eine Liste abzuarbeiten. Dann ist man wirklich authentisch und dann wird das eigene Christsein bestimmt "ansteckend"!


Lieben Gruß von Sarah
« Letzte Änderung: 24 Juli 2007, 09:10:21 von Sarah »

Sarah

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #8 am: 24 Juli 2007, 09:12:58 »
Ihr Lieben,

diese beiden Bibelstellen habe ich hierzu gefunden:

Sei nicht allzu gerecht und erzeige Dich nicht übermäßig weise! Warum willst du dich selbst verderben?
Sei aber auch nicht allzu gesetzlos und sei kein Narr! Warum willst du vor deiner Zeit sterben?
(Prediger 7, 16+17)


Aber im Grunde bin ich davon überzeugt, dass es notwendig ist, ganze Sache mit Jesus zu machen, nicht ein bißchen "Welt" auch noch mitzunehmen und auf beiden Seiten zu hinken - denn Jesus ist für uns ja auch nicht ein bißchen am Kreuz gestorben! Entweder wir dienen Jesus oder wir dienen uns selbst und unserem Bauch. Wir sollen uns nicht der Welt anpassen und wir sollen uns absondern steht in der Bibel und von einem bequemen Weg ist auch nicht die Rede. Warum überlesen oder ignorieren das so viele?


Lieben Gruß von Sarah
« Letzte Änderung: 24 Juli 2007, 17:53:31 von Sarah »

offenbarung3-16

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #9 am: 24 Juli 2007, 19:08:57 »
Hallo Martin,

nun, ich hoffe nicht für Dich, daß hinter Deiner Aufzählung Deines real gelebten Glaubens folgender Vers + Kontext zutrifft: (ich sage das eher aus Sorge, als mit erhobenem Finger)

...ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande, sie sind irdisch gesinnt.... Phil 3:19


Der Schande rühmen kann man sich freilich auch durch falsche Lehren.

Ich vermute auch, daß hinter mancher "Heiligkeit" nur die Befriedigung des Fleisches steckt:

die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbst gewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes, [und doch] wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen. Kol 2:23

Aber ich schaue die Dinge nicht von diesen negativen Fällen aus an und baue dann eine Lehre darauf auf, sondern ich nehme das, was die Bibel hier lehrt als Ideal. Was andere daraus machen, ist deren Sache. So versucht man ja oft, durch konstruierte "Grenzfälle" eindeutige Lehraussagen der Bibel zu unterwandern.

Ich glaube nicht, daß Heiligung individuell verschieden ist. Es gibt auch hier nur eine Wahrheit, die der Geist der Wahrheit jedem vermittelt, so er danach strebt und sucht.

Ja klar - das Herz ist der Ausgangspunkt der Heiligung, natürlich gibt auch Gott hier die nötigen Impulse, obwohl es nichts Passives ist. Nur reicht es nicht aus, auf sein ach so treues Herz zu verweisen, wenn das Leben und die Werke dazu im Gegensatz stehen. Wenn keine gute Frucht zu sehen ist, wenn der Glaube ohne Werke tot ist, wenn der Glaube nicht anhand der Werke bewiesen werden kann - warum nennt man sich dann überhaupt "Christ" oder bekehrt, wenn man seine eigene Karikatur ist?

Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot. Jak 2:26

Man hört ja oft den Satz in der Endlosschleife: "Gott schaut nicht auf Äußerlichkeiten". Aber das ist grundlegend falsch. Zum einen geht der Mund über was des Herz voll ist. Weiter ist mein Äußeres ein Spiegel meiner Seele und meines Herzens. Zudem sind die Werke äußere Dinge, das halten der Gebote wird außen sichtbar indem Dinge getan oder gelassen werden. Was soll das für ein Glaube sein, der sich irgendwo innerlich abspielt aber nach außen unsichtbar ist ? Ist doch nichts weiter als Selbstbetrug.

Lieben Gruß
Michael

Ted

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #10 am: 25 Juli 2007, 00:39:28 »
Die Kleidung der gläubigen Frau

 

Eine Publikation von www.Hauszellengemeinde.de

Autor: Andreas Ammann und Roland Odenwald


Die Frage nach der angemessenen Kleidung vermag immer wieder die Gemüter von Christen zu bewegen. Während einige Frauen ohne Hemmungen Miniröcke und Bikinis tragen, bekleiden sich andere prinzipiell nur mit langen Juppes oder Röcken und empfinden alles andere als „nicht angemessen“. Einige Frauen tragen Trägerleibchen ohne Hemmungen, andere bevorzugen Leibchen mit Ärmeln, die einen demonstrieren Ihren Bauchnabel, andere empfinden das als Schande. Wie stellt sich die Frage der Kleidung bei Männern? Offenbar ist hier die Situation nicht gar so problematisch wie bei den Frauen, doch viele Männer können sich ereifern, wenn es um die Kleidung des anderen Geschlechts geht. Bei allen, Frauen und Männern spielt der kulturelle und gemeindespezifische Hintergrund eine wichtige Rolle. Hier will ich versuchen, eine allgemeine biblische Richtlinie für eine angemessene Kleidung zu erarbeiten. Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung geht der Frage nach, ob eine Frau Hosen tragen darf/soll.

Die Botschaft der Bibel gilt für alle Menschen. Deshalb muss die Botschaft auch von allen verstanden werden können. Ob es Inuits oder Schwarze in Afrika sind, ob durchschnittliche Deutsche oder moderne Weltbürger, das Evangelium gilt für alle gleich. Natürlich muss auch, so bin ich fest überzeugt, der restliche Inhalt mit jedem kulturellen und historischen Hintergrund kompatibel sein. Das ist wohl auch der Grund, warum wir im Neuen Testament keine spezifischen Angaben zu Nahrung, Kleidung, Gottesdienstgestaltungen, Umgang mit Krankheiten etc. finden. Paulus selbst gebraucht das Wort „Richtschnur“, um seine „Anweisungen“ im Galaterbrief zu titeln (Galater 6,16).
Also: Es gibt einen „Biblischen Grundsatz" der in jedem Kontext seine verbindliche Gültigkeit hat.

Zum Anfang sei festgehalten dass wir uns nicht nach folgenden Dingen richten wollen

1.   Nach Bildern aus dem 19. Jahrhundert oder alten Gemälden

2.   Nach persönlichen, seelischen Meinungen wie z.B „Mein Gefühl sagt mir........ Jak. 3,15

3.   Nach dem Lexikon der Welt welches meint: Hose, Kleidung, Beinkleid, im Altertum bei Chinesen, Mongolen, Türken, Persern, Arabern und den in der Arktis lebenden Volksstämmen bekannt und auch von Frauen getragen. In der griechischen Antike war die Hose unbekannt; in Rom kam sie um die Zeitenwende auf. Die Germanen trugen Hosen entweder in Form einer bis zu den Knöcheln reichenden Gürtelhose oder als strumpfartige Wadenbekleidung (daher Mehrzahl: ein Paar Hosen), die im Mittelalter an das Unterkleid angenestelt wurden. In den folgenden Jahrhunderten beherrschten die Mode breite, am Knöchel gebundene Pluderhosen, gepolsterte Puffhosen, im 18. Jahrhundert die enge Kniehose, seit der Französischen Revolution die lange Hose. Die Hose als Oberbeinkleid der Frau setzte sich erst im 1. Weltkrieg durch.

 

Sondern wir wollen das Thema allein im Lichte des Wort Gottes betrachten.

Gläubige, die Gottes Wort  ernst nehmen, stellen oftmals aufgrund ihres Schriftverständnisses in äußerlichen Dingen verbindliche Gebote oder Verbote auf.  In manchen Gemeinden wird das gesamte äußerliche Leben der Gemeindeglieder reglementiert, und wer sich diesen Vorschriften nicht unterwirft, kann nicht Mitglied  einer solchen Gemeinschaft sein oder wird nicht akzeptiert.  Viele Spaltungen entstehen im Leib Christi, weil man aufgrund des eigenen Schriftverständnis in zweitrangigen Fragen einen starren Standpunkt einnimmt.  Manche haben eine Furcht vor äußerlicher “Verunreinigung durch die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, die nicht die eigene Lehrmeinung teilen.

Zu diesen „äußerlichen” Dingen gehört auch die Hosenfrage der Schwestern.  (Den Brüdern fällt es anscheinend leicht, hier gewisse Regeln aufzustellen, weil es sie ja nicht betrifft!)  Das äußere Leben muss von innen her erneuert werden, und nicht umgekehrt. Wo durch eine klare Wiedergeburt eine Herzenserneuerung und innere Umwandlung geschehen ist, hat der Gläubige von sich aus ein Verlangen, nicht mehr sich selbst oder der Welt, sondern dem Herrn zu gefallen. Bei einer Überbewertung des Äußerlichen besteht  die Gefahr, dass dem Fehlverhalten in äußerlichen Dingen ein weit größerer Wert beigemessen wird als den “verborgenen” Sünden, und eine Gleichschaltung durch äußeren Druck führt meist in Heuchelei.  Um bei einem Abweichen von der jeweiligen Gemeindenorm „Gemeindezucht zu üben  bedarf es wirklich keiner geistlichen Autorität.

Wir müssen uns jedoch vor einer Überbewertung äußerlicher Dinge, vor Gewissenszwang, Gruppendruck und Gleichschaltung, und den Missbrauch menschlicher Autorität hüten. Wirklich gläubige Geschwister wissen, dass auch unser Äußeres, einschließlich der Kleidung und Haartracht, ein Zeugnis für unseren Herrn ist. Die widergöttliche Verwischung der Geschlechter und die oftmals schamlose Mode sind Ungehorsam und Rebellion gegen Gott.

Die Frage, ob Frauen Hosen tragen dürfen, darf nicht zu einer zentralen Heilsfrage hochstilisiert werden. Insbesondere wenn es  um junge Menschen geht, die man für Christus gewinnen möchte, darf man nicht mit oftmals lieblosen gesetzlichen Forderungen das Werk Gottes in einem Menschen zunichte machen.  Jungbekehrte kann man dann schon mal mit Liebe, Geduld und Feingefühl auf die äußeren Dinge hinweisen. Wo eine wirkliche Wiedergeburt und Überführung von der Sünde erfahren wurde, gibt es in dieser Beziehung in der Regel überhaupt  kein Problem.  Die Schwierigkeiten bestehen in den Gemeinden vornehmlich mit den „Halbbekehrten oder „Mitläufern.

Den Begriff „Hose“ werden wir vergeblich in der Bibel suchen, da es in biblischen Zeiten noch keine Hosen gab und dieses Kleidungsstück bei uns erst seit der Neuzeit bekannt ist. Hosen wurden zuerst als Unterbeinkleid unter einem langen Rock getragen, später zum kurzen Wams.  Schlitz-, Pluder- und Pumphosen folgten im 16. und 17.Jahrhundert, und schließlich im 18.Jahrhundert enge, seiden Kniehosen (culottes). 

Erst mit den röhrenförmigen “pantalons” des Volkes setzten die französischen Revolutionäre das Urbild der heutigen Hosen durch. In manchen Kulturen (z.B. in Pakistan und Nordindien) gehören unter dem Rock getragene lange “Hosen” zur normalen weiblichen Bekleidung.  Niemand würde da auf den Gedanken kommen, diese Frauen tragen „Männerkleidung“.

Wo für weibliche Gemeindeglieder ein „Hosenverbot besteht,  stützt sich dasselbe auf einen einzigen Bibelvers nach der alten Lutherübersetzung: 

Ein Weib soll nicht Mannsgewand tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun (5.Mose 22,5).

Grundsätzlich stellt sich erst einmal die Frage, inwieweit alttestamentliche Gebote und Vorschriften für die neutestamentliche Gemeinde, die nicht mehr unter dem Gesetz ist,  überhaupt verbindlich sind. Will man den Buchstaben des Gesetzes erfüllen, dann dürfte man auch kein Kleidungsstück aus einem Mischgewebe von Wolle und Baumwolle tragen (5.Mose 22,11). Es gibt zwar keine neutestamentliche Kleiderordnung, aber klare Anweisungen  in 1.Tim.2,9.10 und 1.Petr.3,3.4.

5.Mose 22,5 wird in diversen Bibelübersetzungen unterschiedlich übersetzt:

LÜ 1912: Mannsgewand

LÜ 1545: Mannsgeräte

Zürcher 1949: Männertracht

Luther 1984: Männerkleidung

Revidierte Elberfelder 1987: Männerzeug

Elberfelder 1871: Mannszeug

Schlachter 2000: Männersachen

Tafelbibel: Mannesgeräte

DaBhaR: Gerät

Der hebräische Ausdruck für „Mann“ lautet „GäBhäR“ und bedeutet wörtlich: „Ermächtigter“. Zur genauen Differenzierung sollte dieser Begriff nicht mit „Mann“, sondern mit „Ermächtigter“ übersetzt werden. Mit diesem Ausdruck ist ein männliches Wesen gemeint im Hinblick auf seine gegenwärtige oder künftige Bevollmächtigung und seine Befähigung, Macht auszuüben und zu übertragen.

Es gibt auch eine weibliche Form: Die Ermächtigte, aber stets nur im Zusammenhang zwischen einer Magd und der „Herrin“.

Auch durch die Wortfamilie von „GäBhäR“, erkennt man die Bedeutung dieses Wortes:

GaBha’R = mächtig sein;

GöBhI’R = Bemächtigter;

GöBHa’R = Mächtiger;

GiBO’R   = mächtig.

Der Pharao nennt Mose und Aaron „Ermächtigte“; 2.Mose 10,11.

Bileam nennt sich ein „Ermächtigter“; 4.Mose 24,3.

Josua nennt Führer der Stämme „Ermächtigte“; Jos.7,14.

Das AT unterscheidet zwischen „Mann“ = Isch, im allgemeinen und den besonders berufenen Männern, die „Ermächtigte“ genannt werden.

 

Im Grundtext steht nicht: „Mannsgewand, Männertracht, Männerkleidung, Männerzeug“. Bei Mannsgewand müsste stehen: „Isch Bä GäD, bei Männerkleidung: „Isch LöBhu’Sch“.

In dem oben zitierte alttestamentlichen Bibelvers sucht man vergeblich den Begriff „Hose“. Im Grundtext steht aber das Wort für Geräte: „KÖLI“. Es hat eine Vielzahl von Bedeutungen.  Die Grundbedeutung dieses Wortes ist ein hergestellter Artikel, eine Utensilie, ein Gefäß. Es handelt sich hierbei um Geräte der verschiedenen Art: Waffen, Gefäße, Werkzeug, Musikinstrument, Sattelzeug, Jagdgerät, Kriegsgerät, Instrument, Hirtentasche, Schmuckgegenstände, Geräte des Altars, des Heiligtums, des Leuchters und seiner Geräte und alle Geräte des Königs. Nirgendwo sonst im Alten Testament wird das betreffende hebräische Wort mit „Kleider“ übersetzt!

Auch bei der griech. Entfaltung des hebr. KÖLI, als Gerät zeigt klar, dass es nicht um Kleidung geht.

hebr.KÖLI;

griech.: KE’LON = Geschoß, Pfeil (einer Waffe)

KELOo’NiLON   = Pumpe (ein Gerät)

KA’LPIS = Wasserkrug ( ein Gerät)

KA’LYX ) Becher (ein Gerät)

 

Es geht als in 5.Mose 22,5 nicht um die Kleidung eines Mannes, sondern es ging um das Verbot, dass eine Frau sich dadurch Vollmacht aneignen wollte, indem sie die „Ermächtigung“ dadurch an sich riss, dass sie Geräte trug, die einem „Ermächtigten“ zustanden. So übersetzt z.B. die Neue Jerusalemer Bibel genauer: „Eine Frau soll nicht die Ausrüstung  eines Mannes tragen.

Die Übersetzer der Septuaginta ließen sich zu dieser Übersetzung verleiten, weil es gleich im Anschluss heißt: „ Dem Herrn ist es ein Gräuel, wenn ein Ermächtigter die Umhänge einer Frau trägt“. D.h., wenn er sich so verhüllt, dass er nicht mehr als Mann erkennbar ist.

Aber selbst wenn es hier ausschließlich um Kleider ginge, wäre der Vers dennoch nicht auf das Hosentragen von Schwestern anwendbar. Vers 5b macht nämlich deutlich, warum Frauen das Tragen von Männerzeug verboten war, und das entscheidet die ganze Frage:

Denn jeder, der dieses tut, ist ein Gräuel für den Herrn, deinen Gott.

Was bedeutet dieser Ausdruck? Das Wort »Gräuel« steht im 5. Buch Mose (und auch sonst in der Bibel) fast immer mit heidnischem Götzendienst und/oder der damit verbundenen rituellen Hurerei in Verbindung (siehe 7,25f.; 12,31; 13,14; 17,1.4; 18,9.12; 20,18; 23,18; 24,4; 25,16; 27,15; 29,17; 32,16).

Es kann daher kaum anders sein, als dass auch unser Vers mit Götzendienst in Verbindung steht, indem eine Frau sich durch Ungehorsam GOTT gegenüber Vollmacht aneignen wollte, indem sie die „Ermächtigung“ dadurch an sich riss, dass sie Geräte trug, die einem „Ermächtigten“ zustanden.

Bleiben wir nun einmal bei der “Kleiderfrage”. Die Bibel gibt uns keine Auskunft darüber, was Männer- oder Frauenkleidung ist. Die menschliche Kleidung hat eine lange Entwicklungsgeschichte und weist in den verschiedenen Ländern und Erdteilen eine große Vielfalt auf.  Die erste Kleidung für den Menschen fertigte Gott selbst an: er machte ihnen beiden “Röcke (kuttoneth - “Leibröcke”) von Fellen”, und nicht etwa eine Hose für Adam!  Im alten Ägypten trug der Mann einen knie- oder wadenlangen Schurz, die Frau ein knöchellanges Trägergewand.  Die Nomaden im Land Kanaan zur Zeit der Patriarchen kannten in der Kleidung für Mann und Frau so gut wie keinen Unterschied.  Auch zur Zeit der Könige trugen die Juden, sowohl Männer als auch Frauen, Hemdröcke.  Der Unterschied der Geschlechter zeigte sich beim Mann am Bart, an den kurzen Haaren und den Waffen oder Jagdgerät, was eben das “Männerzeug” ist, und bei den Frauen am langen Haar und Schleier.  Die Kleidung der babylonisch-assyrischen Bevölkerung bestand aus dem kurzärmeligen, hemdartigen Gewand, im allgemeinen knielang, ergänzt um ein schräg um den Körper gewickeltes langes Tuch. Beide  Geschlechter der Römer  trugen die Tunika, die  Matronen die  längere Stola.    Die “Miniröcke” der römischen Soldaten sind wohl allgemein bekannt. Übrigens trug auch Jesus einen nahtlosen Leibrock Lukas 8,44 und keine Hosen, ohne sich des Tragens von Frauenkleidung schuldig zu machen.

Von der Schrift her fehlt uns also jede Grundlage, in der „Hosenfrage“ ein ehernes Gesetz aufzustellen und überhaupt einen ungebührlichen Wert auf gewisse Kleidungsstücke zu legen. Als gläubige Christen genügen uns voll und ganz die neutestamentlichen Anweisungen, „anständige bzw. „sittsame Kleidung” zutragen.

Es gibt wirklich weit wichtigere Dinge im Leben der Gläubigen, als über die  Kleidung zu streiten.  Wichtig ist jedoch, dass  wir gegen Schamlosigkeit und Zuchtlosigkeit eine klare Stellung einnehmen müssen. So lange es sich jedoch  um „schickliche“ Kleidung nach den Worten des Neuen Testaments handelt, haben wir kein Recht, verbindliche Gesetze in der Gemeinde nach unseren eigenen Vorstellungen aufzurichten.  „Unschickliche Kleidung können sowohl Frauen als auch Männer tragen!  Jegliche Kleidung, die nicht die Blöße bedeckt, sondern bewusst oder unbewusst sexuell aufreizend wirkt, ist eines Gläubigen unwürdig.

Beim Zusammenkommen der gläubigen Gemeinde in der Gegenwart des HERRN sollte korrekte und entsprechende Kleidung eine Selbstverständlichkeit sein. Für alle, die ihren Herrn lieb haben und Ihm gehorchen wollen gibt es da überhaupt kein Problem.

Tatsache ist, das Wort „Hose oder Hosen findet sich in der Bibel an keiner Stelle!

Man findet in der Bibel jedoch das Wort „Beinkleider“ 5x

2.Mose 28,42: Und du sollst ihnen leinene Beinkleider machen, um ihre Blöße zu bedecken, von den Hüften bis an die Schenkel.

2.Mose 39,28: und den Kopfbund aus feiner Leinwand und die hohen Mützen aus feiner Leinwand und Beinkleider aus gezwirnter feiner Leinwand...

3.Mose 6,3: Und der Priester soll sein leinenes Gewand anziehen und die leinenen Beinkleider für seine Blöße und soll die Asche wegnehmen, die das Feuer des...

3.Mose 16,4: und soll das heilige leinene Gewand anlegen, und leinene Beinkleider sollen seine Blöße bedecken, und er soll sich mit einem leinenen Gürtel gürten...

Hes 44,18: Und sie sollen einen leinenen Kopfbund auf ihrem Haupt haben und leinene Beinkleider um ihre Lenden und sollen sich nicht mit Zeug gürten, das Schweiß wirkt.

 

Und das Wort „Leibrock“ 38x

z.B. 1. Mose 37,3: Und Israel liebte Joseph mehr als all seine Söhne, weil er der Sohn seines Alters war; und er machte ihm einen bunten Leibrock.

 

Am häufigsten finden wir in der Bibel das Wort Gewand

Frauen trugen Gewänder: Es wird bei Frauen wie Männern von „Gewand“ gesprochen z.B. 1.Tim 2,9: Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand,...

Jesus trug ein Gewand: Mk 5,27: Als die von Jesus hörte, kam sie in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand. 5,28 Denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider berühren könnte, ...

....und auch Johannes der Täufer trug ein Gewand: Mk 1,6: Johannes aber trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig...

 

Wie soll sich eine Frau kleiden?

1Tim 2,9 Desgleichen auch, dass die Frauen in bescheidenem {O. anständigem ehrbarem} Äußeren {O. Auftreten} mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit {O. Besonnenheit, gesundem Sinn; so auch V.15} sich schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung,

1Tim 2,15 Sie wird aber gerettet werden in Kindesnöten, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit {Eig. Geheiligtsein} mit Sittsamkeit.

1. Petr 3,1 Gleicherweise ihr Frauen, seid euren eigenen Männern unterwürfig, auf dass, wenn auch etliche dem Worte nicht gehorchen, {O. glauben} sie durch den Wandel {O. das Verhalten; so auch V.16} der Frauen ohne Wort mögen gewonnen werden,

1Petr 3,5 Denn also schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten, indem sie ihren eigenen Männern unterwürfig waren:

 

Vergleiche auch 2.  Kön. 9,30; Jer. 4,30; Hes. 23,40

 

Ich denke, dass durch diese Ausarbeitung deutlich geworden ist, dass es in unserem Vers nicht um Männerkleidung geht. Aber selbst wenn es ausschließlich um das Anziehen von Männerkleidung aus alltäglichen praktischen Gründen ginge, könnte man den Vers dennoch nicht wörtlich und bindend auf christliche Frauen anwenden. Alle äußerlichen (nicht moralischen) Vorschriften  für  Israel müssen für die Gemeinde zuerst und vor allem geistlich interpretiert werden; siehe, wie Paulus das z. B. in 1Kor 9,9f.; 10,1.11 tut; vgl. auch die Anwendung alttestamentlicher Dinge in Gal 4,21.31; Hebr 7,1.3; 9,1.14; 10,1. Offenbar findet dies jeder selbstverständlich; zumindest setzt niemand von uns noch ein Geländer auf sein Haus (V. 8) oder sieht etwas Falsches darin, seinen Acker mit zweierlei Samen zu besäen oder Kleider aus zweierlei Stoff zu tragen (V. 9.11). Und sicher tragen wir auch keine Quasten an den Zipfeln unserer Kleider (V. 12).

In all diesen Fällen gibt es eine wichtige geistliche Interpretation. Es mutet jedoch seltsam an, dass manche unseren Vers 5 niemals geistlich, sondern immer nur wörtlich interpretieren (und dann auch noch auf sehr anfechtbare Weise! siehe oben).

Ein Beispiel dafür sehen wir in 1Petr 3,3.4. Im Osten schmückten sich die Frauen, zumal bei besonderen Anlässen, gerne mit prächtigen Frisuren, sehr viel Gold und prachtvollen Kleidern. Bei christlichen Frauen soll der Schmuck jedoch nicht im Äußeren, sondern im Inneren liegen. Es heißt nicht, dass sie sich das Haar nicht flechten oder sich kein Gold umhängen dürften, denn dann dürften sie auch keine Kleidung anziehen (so steht es wörtlich da!), sondern sie sollen dies so bescheiden und maßvoll tun, dass ihr Schmuck nicht darin besteht, sondern in ihrem Inneren: im Unvergänglichen des sanften und stillen Geistes, der vor GOTT köstlich ist.

 

Literatur:

Ammann, Andreas: Darf eine Frau Hosen tragen o. Jg.

Ouweneel: Bode van het heil in Christus 121 (1978) 4, S. 89.91

www.sinaiticus.de

 

Ted

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #11 am: 25 Juli 2007, 01:40:45 »
Zitat Michael:
Zitat
b) keine weltliche Musik mehr Amos 5,23 auch keine christlich-weltliche Musik (sog. Lobpreis, "fleischliche" Schlag-Instrumente wie Gitarre (kann man auch gezupft spielen), Trommeln, E-bzw Bass-Gitarren, also im Grund einfache Glaubenslieder oder christliche Chöre die zur inneren Anbetung geleiten)


Was die Instrumentierung "geistlicher" Musik anbelangt: im AT werden (nicht nur) Saiten ausdrücklich und vielfach zur Begleitung genannt, um Gott Lob zu singen. Auf welche Art sie "angeschlagen" oder "gezupft" werden, wird nicht gesagt.

  Ps 4, 1Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
  Ps 6, 1Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
  Ps 12, 1Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
  Ps 33, 2Danket dem HERRN mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten.
  Ps 33, 3Singet ihm ein neues Lied; machet's gut auf Saitenspiel mit Schall.
  Ps 54, 1Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel;
  Ps 55, 1Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
  Ps 61, 1Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel.
  Ps 67, 1Ein Psalmlied, vorzusingen, auf Saitenspiel.
  Ps 76, 1Ein Psalmlied Asaphs, auf Saitenspiel, vorzusingen.
  Ps 77, 7(Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muß forschen.
  Ps 92, 4(auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.
  Ps 144, 9Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten,
  Ps 150, 4Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!


Mit "Pauken und Reigen". Mit Tanz also. Das setzt gewisse rhythmische Ausprägung der Musik voraus.

Weitere Hinweise zur Instrumentierung von "geistlichen" Liedern:

  2Sam 6, 5spielte David und das ganze Haus Israel vor dem HERRN her mit allerlei Saitenspiel von Tannenholz, mit Harfen und Psaltern und Pauken und Schellen und Zimbeln.
   1 Chronik
  1Chr 13, 8David aber und das ganze Israel spielten vor Gott her aus ganzer Macht mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Posaunen.
  1Chr 15, 16Und David sprach zu den Obersten der Leviten, daß sie ihre Brüder zu Sängern bestellen sollten mit Saitenspiel, mit Psaltern, Harfen und hellen Zimbeln, daß sie laut sängen und mit Freuden.
  1Chr 15, 19Denn Heman, Asaph und Ethan waren Sänger mit ehernen Zimbeln, hell zu klingen;
  1Chr 15, 28Also brachte das ganze Israel die Lade des Bundes des HERRN hinauf mit Jauchzen , Posaunen, Drommeten und hellen Zimbeln , mit Psaltern und Harfen.
  1Chr 16, 5nämlich Asaph, den ersten, Sacharja, den andern, Jeiel, Semiramoth, Jehiel, Matthithja, Eliab, Benaja, Obed-Edom und Jeiel mit Psaltern und Harfen, Asaph aber mit hellen Zimbeln,
  1Chr 16, 42und mit ihnen Heman und Jedithun, mit Drommeten und Zimbeln zu klingen und mit Saitenspielen Gottes. Die Kinder aber Jedithun machte er zu Torhütern.
  1Chr 25, 1Und David samt den Feldhauptleuten sonderten ab zu Ämtern die Kinder Asaphs, Hemans und Jedithuns, die Propheten mit Harfen, Psaltern und Zimbeln; und sie wurden gezählt zum Werk nach ihrem Amt.
  1Chr 25, 6Diese waren alle unter ihren Vätern Asaph, Jedithun und Heman, zu singen im Hause des HERRN mit Zimbeln, Psaltern und Harfen, nach dem Amt im Hause Gottes bei dem König.


Ich fasse zusammen:

1. Saiteninstrumente: 8-string, 10-string, Harfe, Psalter (auf Holzkörpern)
2. Blasinstrumente:
    - Posaune (nicht aus Blech, sondern Horn des Widders oder des Ziegenbocks)
    - Pfeifen (womöglich die heutigen Orgeln, wenn diese auch aus Blech gefertigt werden, was damals noch nicht der Fall war)
3. Schlaginstrumente (perkussiv):
    - Pauken (heute wohl die grosse Trommel am Schlagzeug "Bass-Drum")
    - Zimbeln (flache, metallene Becken, die als Schlaginstrumente gebraucht werden, heutige Becken am Schlagzeug "Cymbals")
    - Schellen (heute wohl Tambourine = Schellenring; im Zusammenspiel mit einer kleineren Trommel ergibt sich ein Effekt wie bei einer "Snare-Drum" am Schlagzeug)
    - Drommeten (heute wohl die kleineren Trommeln am Schlagzeug "Tom-Toms")

Dass diese Instrumente wie beschrieben im Zusammenspiel eingesetzt wurden, deutet hin auf eine durchaus rhythmusbetonte ("taktrhythmische") Instrumentierung zur Begleitung "geistlicher" Lieder, sogar in physischer Anwesenheit des damals "Allerheiligsten", der Bundeslade, die mit der Gegenwart Gottes gleichgesetzt wurde.


Ted

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #12 am: 25 Juli 2007, 01:43:24 »
Zitat Martin:
Zitat
Heiligung oder Christsein bemisst sich am Herzenszustand, nicht an frommen Regelkatalogen.

Ja, genau!

Ted

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #13 am: 25 Juli 2007, 01:50:26 »
Zitat Sarah auf Schreiben von Michael (Hervorhebungen von mir):
Zitat
Ich bin mit Dir in allen Punkten überein und Jesus hat es geschenkt und gewirkt, dass ich all die von Dir erwähnten Dinge ebenfalls in meinem Leben lassen kann und will.

Dann hast Du bestimmt schon alle Lieder von Ted Richley von Deiner Festplatte gelöscht... So sorry...

Ted

  • Gast
Re: Nachfolge und Heiligung
« Antwort #14 am: 25 Juli 2007, 02:21:05 »
Zuletzt noch zur ursprünglichen Frage von Sarah in diesem Thread:

Zitat
...mich würde mal interessieren, was Ihr dazu meint, WIE man in der Nachfolge und Heiligung lebt oder was das für Euch ganz persönlich bedeutet in Eurem Leben unserem HERRN JESUS nachzufolgen...

1. Ich bekenne, dass ich ganz und gar unfähig bin, den vollkommenen Massstäben Gottes zu genügen.

2. Ich selbst werde niemals im Fleisch vollenden können, was der Herr Jesus im Geist in mir begonnen hat.

3. Ich will dem Herrn Jesus Freude machen, mich Ihm gänzlich ausliefern, anvertrauen.

4. Ich befehle Ihm meine Wege an, im Vertrauen, dass Er es wohl macht, dass Er mich durch Seinen Heiligen Geist auf ebener Bahn leitet, um Seines Namens willen.

5. Ich bin gewiss, dass Er es wohl macht, denn Er hat's zugesagt.

6. Ich bin gewiss, dass ich durch Sein Blut bereits geheiligt, gerecht und abgewaschen bin.

7. Er ist der Töpfer, ich bin Sein Werkstück. Mir geschehe wie Er will.


Ja, ich bin bereits geheiligt, aus der Welt "abgesondert für Gott". Nicht durch meine Anstrengungen, sondern durch das Heilswerk des Herrn Jesus Christus.

Denn nicht auf Grund unserer eigenen Gerechtigkeit machen wir unsere Bitten vor dir geltend, sondern wegen deiner großen Barmherzigkeit! Herr, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und handle und verziehe nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt. (Daniel 9, 18b+19, Schlachter Bibel 1951)

Das ist mein Weg, mein Weg der Heiligung: Jesus Christus.



« Letzte Änderung: 25 Juli 2007, 02:23:25 von Ted »