Gnadauer Gemeinschaftsverband
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- Category: Protestantismus
- Published on Sunday, 09 October 2011 16:30
- Written by Roland Odenwald
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Die Basis entfernt sich von der Führung
Dem Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Dr. Christoph Morgner, weht ein zunehmend starker Wind von der Basis entgegen. Dies wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung im Februar in Holzhausen erneut deutlich. Auslöser dafür war u.a. Morgners Haltung gegenüber den Homosegnungen innerhalb einiger Landeskirchen. Er verurteilte zwar auch diese unbiblischen Segenshandlungen, aber dies rechtfertige nicht das „Ausklinken aus der Kirche der Reformation“, so der Präses. Dies sahen etliche Mitglieder jedoch etwas anders.
Jahrelang habe es innerhalb Gnadaus immer geheißen, dass es zum Bruch mit der Kirche komme, sollte die Segnung homosexueller Partnerschaften eingeführt werden. „Nun stehen wir im Regen“, empörte sich der Inspektor des Chrischona-Gemeinschaftswerkes in Deutschland, Pfarrer Rainer Geiss. Viel deutlicher, als es dem kirchentreuen Morgner lieb sein konnte, fiel eine Erklärung aus, die die „Gnadauer“ in Holzhausen verabschiedeten. Darin heißt es: „Die Mitgliederversammlung des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes widerspricht den Synodenbeschlüssen zur Segnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Die Beschlüsse haben zu Kirchenaustritten auch von Gemeinschaftsmitgliedern geführt. Wir ermutigen betroffene Verbände, den aus der Landeskirche Ausgetretenen geistliche Heimat zu bieten.“ Damit Letzteres auch praktisch wird, beschlossen die Gemeinschaftler, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die konkret darüber nachdenken soll, ob ev. Gemeinschaften nicht ein Netz von eigenständigen ev. Gemeinden bilden können. Diese pietistischen Gemeinden könnten ihren Mitgliedern „eine komplette geistliche Heimat bieten“.
Morgner forderte gleich, dass diese Gnadau-„Gemeinden“ aber über ein EKD-weites Verbundsystem den Kirchen angegliedert werden müssten. Von dieser Idee werden vor allem jüngere Gemeinschaftler nicht begeistert sein, weil sie der ev. Kirche längst die innere Kündigung ausgesprochen haben und nicht mehr in ein kirchliches Fahrwasser zurück wollen. Für viele Gemeinschaftler steht fest: Morgner und seine Gnadau-Kirchentreuen konnten und können den geistlichen Untergang des Kirchendampfers nicht aufhalten. Was sie bisher allerdings erfolgreich verhinderten, war, dass viele Gemeinschaftler noch nicht restlos von Bord gegangen sind.
Quelle: TOPIC Nr. 3/2003



