Evangelische Allianz setzt ihren Ökumenekurs unbeirrt fort
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- Category: Evangelische Allianz
- Published on Friday, 07 October 2011 19:26
- Written by Roland Odenwald
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Mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zwischen dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und dem Bund der Pfingstkirchen 1996 in Kassel ist, wie sich seither immer wieder zeigte, ein Dammbruch geschehen. Der charismatische Geist wird nicht mehr wie vordem abgelehnt. Vor noch nicht all zu langer Zeit trafen sich beim zweiten „Aufatmen-Forum“ (so genannt nach der charismatisch ausgerichteten Zeitschrift „Aufatmen“) im thüringischen Bad Blankenburg namhafte Vertreter aus Pietismus/Evangelikalismus und dem pfingstlerisch-charismatischen Bereich. Die gegenseitige Verbundenheit wurde zum Ausdruck gebracht und von oberster Stelle der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) wurde freien pfingstkirchlich-charismatischen Gemeinden Hilfe zugesagt. Zwar wurde die Berliner Erklärung von 1909 als für ihre Zeit richtig eingestuft, heute gehe es jedoch darum, aufeinander zuzugehen. Wenn auch die Berliner Erklärung nicht zurückgenommen wird, wie es auf diesem Forum auch gefordert wurde, so wird sie doch faktisch außer Kraft gesetzt. Einheit steht über der Wahrheit. Wer das nicht so ohne weiteres mitmachten will, gilt als ungehorsam. Dass dieses Zusammenrücken nicht auf dem Weg sauberer theologischer Arbeit zu erreichen ist, scheint den Verantwortlichen klar. Deshalb empfahl einer der Referenten: „Wir brauchen mehr Grillfeten als Grundsatzdiskussionen.“ Ob hinter solchen Vorschlägen überhaupt noch eine Theologie steht, kann wohl gefragt werden. Die „vertiefte Zusammenarbeit“ von der bei dem Treffen der etwa 100 Teilnehmer aus pietistischen, charismatisch-pfingstlerischen und katholischen Werken und Gemeinden die Rede war, scheint eine recht oberflächliche zu werden, was aber dem heutigen Empfinden entspricht. Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) wird durch ihre Ökumenebestrebungen letztlich – entgegen ihrem Wollen – rapide an Bedeutung verlieren, da sowohl der charismatische als auch der römisch-katholische Geist ein Herrschaftsgeist sind und zudem eine starke Integrationsfähigkeit haben. Nicht Annäherung, sondern um des Glaubens willen Abgrenzung, wäre das Gebotene. Und das wäre auf die Dauer sogar „erfolgreicher“, denn dann könnten Pietismus und Evangelikalismus als geistig-geistliche Autorität gelten, anders jedoch verlieren sie das evangelische Profil.
Fast gleichzeitig wird bekannt, dass die Weltweite Evangelische Allianz (WEA; sie repräsentiert nach ihren eigenen Angaben etwa 150 Millionen Christen) zum Vatikan Gespräche aufgenommen hat. Damit soll angeblich die Situation kleiner evangelikaler Gemeinden in einer stark überwiegend römisch-katholischen Bevölkerungsmehrheit verbessert werden. Zudem sollen Weltweite Evangelische Allianz und Vatikan gemeinsam Stellung beziehen gegen Säkularismus und für die Gültigkeit der Gebote Gottes. Gegenüber der römischen Weltkirche, deren Irrlehren die Weltweite Evangelische Allianz sieht, will diese ihr biblisches Profil nicht aufgeben. Das mag gut gemeint sein. Aber gut gemeint erscheint auch hier das Gegenteil von gut zu sein. Wer Rom, dazu noch freiwillig, die Hand reicht, dürfte im Laufe der Zeit in diese irrende Institution integriert werden. Diese Institution hat eine starke Integrationskraft und viel Zeit. Je mehr sie sich zur antichristlichen Institution entwickelt, desto stärker wird der Druck auf Gemeinden, die sich an der Heiligen Schrift orientieren, werden. Deshalb handelt mit diesem Vorgehen die Weltweite Evangelische Allianz, von dem sie sich etwas verspricht, letztlich kontraproduktiv und wird selbst noch involviert. Mehr theologisches Selbstbewusstsein stünde ihr gut an; dann suchte sie auch den Weg nicht nach Rom. Während die römisch-katholische Kirche von ihrem Standpunkt aus betrachtet weitsichtig handelt, entsteht der Eindruck, die Evangelische Allianz (Deutsche und Weltweite) handle kurzsichtig, zu ihrem eigenen, irreparablen Schaden. Die »Ökumene Roms« zahlt sich für Rom aus. Die »Ökumene nach Rom« schadet nur, geistig-geistlich und sogar institutionell.
(Quellen: idea-Spektrum, Nr. 11 / 2002 [13. März 2002], S. 8 + 12; Evangelische Allianz intern, 1 / 2002, S. 6; Walter Rominger im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium” Nr. 212, Juni 2002, S. 24 f. )



