Pfingstlertum und Katholizismus
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- Category: Charismatik
- Published on Monday, 10 October 2011 02:09
- Written by Roland Odenwald
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Autor: Arnold Bittlinger
Pfingstlertum und Katholizismus
oder: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört
Seit 1972 eröffnete der „Päpstliche Rat für die Förderung der Einheit der Christen“ (Rom) den Dialog mit den Pfingstkirchen. Wie verliefen die einzelnen Sitzungen und welches ist die ökumenische Relevanz des Dialogs?
Autor: Arnold Bittlinger
Pfingstlertum und Katholizismus
oder:
Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört
Inhaltsverzeichnis:
01. Beurteilung des Katholizismus durch Pfingstler
03. Die Vorgeschichte des Dialogs
04. Die 1. Vorbesprechung zu Rom vom 02. – 03.09.1970
05. Die 2. Vorbesprechung zu Rom vom 22. – 23.06.1971
06. Die 1. Dialogsitzung zu Zürich vom 19. – 24.06.1972
07. Die 2. Dialogsitzung zu Rom vom 18. – 23.06.1973
08. Die 3. Dialogsitzung zu Craheim vom 10. - 14.06.1974
09. Die 4. Dialogsitzung zu Venedig vom 21. – 27.05.1975
10. Die 5. Dialogsitzung zu Rom vom 23. – 28.05.1976
11. Die ökumenische Relevanz des Dialogs
12. Die Auswirkungen der Dialogphasen auf die Pfingstkirchen
Seit 1972 eröffnete der „Päpstliche Rat für die Förderung der Einheit der Christen“ (Rom) den Dialog mit den Pfingstkirchen. Wie verliefen die einzelnen Sitzungen und welches ist die ökumenische Relevanz des Dialogs? Um diese Fragen zu beantworten, hat Arnold Bittlinger neben allgemein zugänglichen Quellen auch eine große Anzahl von nicht veröffentlichten Dokumenten in seinem Buch „Papst und Pfingstler“ (1978, Auflage: 300 Ex.) verwendet, insbesondere die Protokolle der einzelnen Sessionen des Dialogs und des Steering-Komitees, Nachschriften von Interviews mit Dialogteilnehmern, unveröffentlichten Referate und das gesamte vervielfältigte oder handschriftliche Material, das von einzelnen oder von Ausschüssen in den Dialog eingebracht wurde. Ergänzende Informationen sind dem Buch „Pfingstler und Katholiken im Dialog“ entnommen, das 1999 im Charisma-Verlag (Düsseldorf) erschienen ist bzw. der Broschüre von Gregor Dalliard „Kommentar zum Buch ‚Pfingstler und Katholiken im Dialog’ (1972 – 1997)“.
Die unten aufgeführten fünf Dialogsitzungen bildeten die erste Dialogphase. Insgesamt gibt es vier Dialogphasen (1972 – 1997) zwischen Pfingstlern und Katholiken. Die Priorität in diesem Aufsatz hat die erste Phase (1972 – 1976).
01. Beurteilung des Katholizismus durch Pfingstler
Es ist erstaunlich, dass Funktionäre des Pfingstlertums an diesem Dialog teilgenommen haben, da es innerhalb der Pfingstbewegung eine klare und biblische Beurteilung des Katholizismus gibt. Die römisch-katholische Kirche wird als die Hure Babylon identifiziert. Am ausführlichsten wird diese Beurteilung von der Pfingstlerin Mildred Duncan in ihrem Buch „A Revelation Of End-Time Babylon“ vertreten. Sie erbringt den Nachweis, dass Babylon, „der Sitz Satans“ mit all seinen religiösen Einrichtungen bis heute in der röm-kath. Kirche fortdauert (Duncan, S.30f.). Insbesondere gilt dies vom Marienkult (Duncan, S.31) und vom Papst (Duncan, S.55). Zur Unterstützung der Tatsache, dass in der Kirche des Abfalls ein Mensch an die Stelle JESU CHRISTI getreten ist, zitiert M. Duncan die „Civilta Catholica“, das offizielle Organ Papst Pius IX:
„Der Papst ist nicht nur der Repräsentant Jesu Christi, sondern er ist Jesus Christus selbst, verborgen unter dem Vorhang des Fleisches. Spricht der Papst? Es ist Jesus Christus der redet. Gewährt der Papst eine Gnade oder spricht er ein Anathema? Es ist Jesus Christus, der das Anathema spricht oder die Gnade gewährt. Wenn also der Papst spricht, dann haben wir keine Veranlassung zu prüfen. Wir haben nur zu gehorchen.“ (Civilta Catholica vom 18.03.1871)
Als Zusammenfassung ihrer Ausführungen über die Hure Babylon schreibt M. Duncan:
„Dieses schlechte Weib repräsentiert, wie wir mit Bestimmtheit glauben, die abgefallene Christenheit und ihre vielen Verzweigungen ….. sie hat alle Kennzeichen des Papsttums und ist ganz bestimmt römisch …… Die Römische Kirche behauptet zwar, sie sei die einzige fleckenlose Braut Jesu Christi, sie ist jedoch in Wirklichkeit die Mutter der Huren und Gräuel auf Erden….“ (Duncan, S.217)
Mildred Duncan schließt deshalb ihre Ausführungen mit dem Ausruf:
„Werden die sogenannten Protestanten niemals glauben, dass Rom sich niemals ändert und dass in dem Augenblick, wo es die Macht hat, in gleicher Weise Verfolgung, Folter und Tod herrschen werden, wie zu den Zeiten, als Johannes Hus auf dem Scheiterhaufe verbrannt wurde?“ (Duncan, S.250)
Wenn auch nicht alle einschlägigen Aussagen der Pfingstler die katholische Kirche in dieser Deutlichkeit als Hure Babylon entlarven, so spiegeln doch viele Aussagen die Erkenntnis wider, dass das Papsttum am Errichten einer antichristlichen Welt-Einheitskirche beteiligt ist. Als Beispiel möchte ich die Aussage von Conrad Lemke anführen:
„Selbst ein nur flüchtiger Überblick über das christliche Heerlager in der ganzen Welt zeigt eindeutig, wie Rom zielbewusst und beharrlich in den Vordergrund rückt. Ohne Tarnung, Diplomatie und Verhüllung meldet der Vatikan und die hinter ihm stehenden Weltorganisationen ihren geistigen und auch politischen Herrschftsanspruch an. Die große europäische Wirtschaftsvereinigung, deren Folgen wir bald sehr bitter auch im Kaufladen spüren werden, ist ….. ein Stück vereinigtes Weltreich unter römisch-katholischem Zeichen“(Lemke, Conrad: Konzil – Ökumene – Pfingstbewegung, S. 4)
Der ehemalige Präses des BFP („Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden“), Reinhold Ulonska, begründet den Abfall der katholischen Kirche vom biblischen Christentum damit, dass die „Drang- und Erweckungsperiode abgelöst wurde, durch den Weg in eine feste Anstalt – die katholische Institution“ (Ulonska, Reinhold: Urchristliche Gemeindebewegung oder katholische Institution, S. 5). Er fragt weiter: „Wo liegt die Ursache aller katholisierenden Tendenzen?“ und antwortet: „Im Beginn einer Tradition neben der Apostellehre.“ (a .a. O., S. 6)
Ulonska erkennt die Gefahr der Katholisierung für alle Erweckungsbewegungen, denn „sobald die ursprüngliche Lehre aufgegeben wird, wird aus der Erweckung Traditionskirche – eine neue Art katholischer Kirche ….. Zunächst werden die Einflüsse bekämpft, dann geduldet und schließlich lehrmäßig untermauert, - die katholische Kirche beginnt“ (a .a. O., S. 6)
Ein anderer Pfingstler, Russell Spittler (der später am Dialog teilnahm), bezeichnet die katholische Kirche als eine „defekte“ (defective) Form des Christentums, die besonders deshalb eine ernsthafte Herausforderung des wahren christlichen Glaubens ist, weil sie eine seltsame Mischung von Wahrheit und Irrtum darstellt:„Rechtgläubige Segnungen und häretische Flüche kommen aus demselben theologischen Mund“ (Spittler, Russell: Cults and Isms, S. 109).
Durch die katholische charismatische Bewegung kam es zu einer spürbaren Wendung in der Beurteilung der katholischen Kirche durch die Pfingstler. Die Pfingstler entdeckten in dieser Bewegung Elemente, die ihnen selber wesentlich sind. Das Statement eines Pfingstlers zu einer katholisch-charismatischen Messe (!) ist eindeutig: „Das alles hätte auf dieselbe Weise unter Pfingstlern geschehen können. Es war genau gleich……“(Gespräch mit einem Pfingstler während einer „charismatischen“ Messe in Notre Dame, Juni 1972; vgl. auch „Wort und Geist“ 1973/10, S. 2 und 75/8, S. 7).
Die Pfingstler waren äußerst verwirrt, wenn katholische Charismatiker (angeblich) Geistesgaben ausübten und dabei an den katholischen Irrlehren festhielten. So hieß es z. B. in einer Leserzuschrift des „Pentecostal Evangel“:
„Ich verstehe nicht, wie man diese Dinge tun kann, die doch direkt gegen Gottes Wort sind. Wenn diese Leute den Heiligen Geist empfangen, wie können sie noch zur zur Beichte gehen und noch ihre Götzen haben?“ (PE 3018 vom 12.03.1972, S. 30).
Die gleiche Verwirrung wird deutlich in einem Artikel in „Wort und Geist“:
„Wir historischen Pfingstler finden uns so etwa in der Lage der Jerusalemer Gemeinde. Ist das, was da so deutlich an die Tür klopft Erhörung jahrzehntelanger Gebete – oder etwa ein Gespenst? Sollen wir jubeln oder unbeirrt weiterbeten?“ („Wort und Geist“ 1973/10, S. 2).
Jakob Zopfi sagte in einem Interview mit der katholischen Nonne Mary Francis (die zur charismatischen Bewegung gehört):
„Sie sind sicher nicht überrascht, wenn wir Pfingstler von dieser Bewegung beeindruckt sind. Sie geht ja in die Zehntausende. Sie hat auch viele Jugendliche, besonders auch die akademische Jugend erfasst. Viele Priester bezeugen, im Heiligen Geist getauft zu sein. In manchem aber sehen wir nicht klar. Ich denke an den Leiter der großen portugiesischen Pfingstbewegung, der einmal meinte: Als wir errettet wurden, wurden wir auch von den Irrtümern des katholischen Glaubens errettet.“ („Wort und Geist“ 1973/3, S. 12 f.).
In der allgemeinen Verwirrung auf Seiten der Pfingstler verstieg sich Lewis Pethrus, der führende Mann der schwedischen Pfingstbewegung, zu folgender Aussage:
„Wer diese Erweckung angreift, weil sie unter Katholiken geschieht, macht sich an etwas schuldig, das der Sünde gegen den Heiligen Geist nahe kommt. Als Jesus erklärte, dass die Pharisäer die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen hatten, war das, als sie meinten, das Werk, das durch Jesus getan wurde, sei vom Teufel“ (Pethrus, Lewis: Die Jesu-Erweckung, die größte, die ich je sah in: „Wort und Geist“ 1972/7, S. 5).
Durch das Aufkommen der „Catholic Pentecostals“ und die dadurch ausgelöste Ratlosigkeit unter den Pfingstlern wurde der Boden zubereitet für widerbiblische Kompromisse und das Anerkennen des römisch-katholischen Götzendienstes.
03. Die Vorgeschichte des Dialogs
Die Vorgeschichte des Dialogs zwischen Pfingstlern und Katholiken wurde hauptsächlich von zwei Personen geprägt: Der Pfingstler David du Plessis und der Charismatiker Ray Bringham.
David du Plessis
David du Plessis war der Exekutiv-Sekretär der südafrikanischen Pfingstbewegung. Er hatte eine bibeltreue Einstellung und lehnte den römisch-katholischen Götzendienst ab. Im Jahr 1936 erschien eines Morgens Smith Wiggelsworth (ein alter englischer Evangelist) in seinem Büro und richtete ohne zu grüßen folgende Worte an ihn:
„Gott sagt, dass du lange genug in Jerusalem warst, jetzt musst du bis an die Enden der Erde gehen. Gott wird ein neues Werk tun in der ganzen Welt und wird die Ordnung der Dinge auf den Kopf stellen. Er wird eine wunderbare Erneuerung durch den Heiligen Geist herbeiführen und du wirst einen Teil an dieser Erneuerung haben. Wenn du demütig und treu bleibst, dann wirst du lange genug leben um zu sehen, wie diese Erneuerung sich ereignet“ (Logos-Journal 1940/6, S. 11).
David du Plessis stand dieser „Prophetie“ skeptisch gegenüber. 1948 hatte er in den USA einen Verkehrsunfall und lag zwei Monate lang im Krankenhaus (es handelte sich dabei um einen Zusammenstoß mit einer Lokomotive, vgl. Harper: Beginning, S. 55). Im Krankenhaus kam ihm in den Sinn, dass er bald zu den Volkskirchen gehen müsse. Zuerst wehrte er sich gegen diese Gedanken unter Hinweis auf die unbiblischen Lehren und Praktiken dieser Organisationen. Etwas später unterlag er jedoch dem fatalen Irrtum, dass er faule Kompromissbereitschaft mit Vergebung verwechselte.
1951 hatte du Plessis eines Tages den „Eindruck“, dass er vor den Verantwortlichen des National council of Christian Churches (NCCC) in New York sprechen sollte. So fuhr er in eines Tages nach New York in die dortige Zweigstelle des Ökumenischen Rates. Ganz gegen sein Erwarten wurde er sehr freundlich aufgenommen und die Vertreter der verschiedenen Kirchen interessierten sich außerordentlich für die Pfingstbewegung (du Plessis, David: The Spirit, S. 13ff.). Danach wurde du Plessis zu weiteren ökumenischen Veranstaltungen eingeladen. 1961 nahm du Plessis als Beobachter zur 3. Vollversammlung des Ökumenischen Rates zu New Delhi teil. Später wurde du Plessis als Gast, jedoch mit den Rechten eines offiziellen Beobachters zum Vatikanischen Konzil eingeladen.
Ray Bringham
Im Jahre 1962 hatte Ray Bringham, Pastor der „Church of God – Anderson“ ein „ökumenisches Erlebnis“, als er an einer katholischen Messe teilnahm und dadurch die völlig unbiblisches und gotteslästerliche Lehre der Eucharistie übernahm (Bittlinger: Papst und Pfingstler, S 21).
Im Jahre 1968 traf Bringham einen spanischen katholischen Priester und diesem erzählte er, dass er durch die Begegnung mit der katholischen charismatischen Bewegung ein völlig neues Verständnis zum „Abendmahl“ gewonnen hätte. Er glaube nun an die wirkliche Präsenz Jesu Christi im Sakrament. (ebd., S. 21).
04. Die 1. Vorbesprechung zu Rom vom 02. – 03.09.1970
Teilnehmer:
Pfingstler:
David du Plessis – USA
John McTernan – Rom
P. P. Möller – Südafrika
Charismatiker:
Ray Bringham (Church of God, Anderson) – USA
Robert Frost (Episcopalian) – USA
Robert Whitaker (Presbyterian) – USA
Katholiken:
Kilian McDonnell OSB
Basil Meeking
Pierre du Prey WF
Du Plessis berichtete auf dieser Besprechung, dass die Pfingstkirchen einen bestimmten Typ des traditionellen Protestantismus darstellten, wobei die Pfingstler sich ursprünglich nicht von ihren Mutterkirchen gelöst hätten, sondern aus ihnen vertrieben worden seien, so dass sie gezwungen waren, eigene Kirchen zu bilden. (Bittlinger: Papst und Pfingstler, S. 25).
Kilian McDonnell und David du Plessis wurden als Vorsitzende für den Rest der Meetings gewählt. Später ließ sich du Plessis zu folgender Aussage hinreißen:
„In unseren Konversationen wird es schwierig sein, zu dem Punkt zu kommen, wo es sinnvoll ist, die Pfingstbewegung mit den Lehren des Katholizismus zu vergleichen. Es ist unsere Erfahrung, dass in der Tat pfingstliche Lehre katholische Lehre ist (‚Pentecostal doctrine is Catholic doctrine’). Wir sollten deshalb lieber das Leben der Kirche betrachten, als ihre Lehre. Dies sollte der eigentliche Schwerpunkt des Dialogs sein“(Übersetzung aus dem Protokoll der 1. Vorbesprechung Rom, Oktober 1970).
Leider wurde der Vorschlag du Plessis’ richtungsweisend für die weiteren Gespräche.
05. Die 2. Vorbesprechung zu Rom vom 22. – 23.06.1971
Teilnehmer:
Pfingstler:
David du Plessis – USA
John McTernan – Italien
P. P. Möller – Südafrika
Christian Krust – Deutschland
R. O. Covin -USA
Charismatiker:
Ray Bringham (Church of God, Anderson) – USA
Arnold Bittlinger – Deutschland
Michael Harper – England
Rodman Williams – USA
Katholiken:
Kilian McDonnell OSB
Basil Meeking
Pierre du Prey WF
Charles Moeller – Vatikan
Albert de Monleon OP – Frankreich
Gäste:
Kardinal Willebrands
Jerome Hamer
Anmerkung: Bei den Katholiken war noch Heribert Mühlen nominiert, der jedoch verhindert war.
David du Plessis berichtete, dass die Verantwortlichen der Pfingstbewegung mit denen er gesprochen hatte, mit dem Ergebnis der 1. Vorbesprechung einverstanden gewesen seien (die Konferenz von Verantwortlichen der Pfingstbewegung fand vom 03. – 08. November 1970 in Dallas/Texas statt). Sie begrüßten das gute Klima, das zwischen Katholiken und Pfingstlern bei der 1. Vorbesprechung geherrscht hätte, wünschten jedoch keine offiziellen Dokumente und Entscheidungen.
Christian Krust bedauerte als Vertreter der klassischen Pfingstbewegung die historische Spaltung. Er war der Ansicht, dass es zwei Formen von Christsein gäbe, nämlich ein intellektuelles und ein auf individueller Erfahrung beruhendes Christsein. Für ihn war es eine Tragödie, dass es zwischen beiden Formen zu einem Bruch gekommen sei. Er betonte dabei, dass die Pfingstler meistens aus den Volkskirchen ausgeschlossen worden seien.
Zusammenfassend wurde festgehalten, dass es auf der theologischen Ebene keine wesentlichen Unterschiede zwischen Katholiken, Pfingstlern und Cahrismatikern gäbe. Unterschiede bestünden nur in dem Stil, wie die Charismen praktiziert würden.
06. Die 1. Dialogsitzung zu Zürich vom 19. – 24.06.1972
Diese Sitzung wurde von pentekostaler Seite organisiert. Es sollte die „biblische Basis“ der pentekostalen Spiritualität besprochen werden. Es war geplant, dass diese Thematik in vier Referaten mit anschließender Diskussion dargestellt werden sollte.
Da die Pfingstler sich beim 1. Dialog überfordert fühlten, um in ein direktes theologisches Gespräch mit den Katholiken einzutreten, übertrug David du Plessis die beiden „pentekostalen“ Referate den Charismatikern Roman Williams und Arnold Bittlinger. Auf der katholischen Seite agierten Jean Giblet und Donatien Mollat als Referenten.
Teilnehmer :
Pfingstler:
David du Plessis
John McTernan
F. Hölscher
John Meares
F. P. Möller
Russell Spittler
Charismatiker:
Arnold Bittlinger
Michael Harper
Rodman Williams
Athanasios Emmert
Jean-Daniel Fischer
Katholiken:
Kilian McDonnell
Basil Meeking
Pierre du Prey
Juan Michael Carrigues
Heribert Mühlen
Jean Giblet
Donatien Mollat
Das Ergebnis war, dass von pentekostaler Seite befriedigt festgestellt wurde, dass die Katholiken ihre Erfahrungen ernst nähmen und grundsätzlich als echt anerkennen würden. Die Katholiken waren der Ansicht, dass die Pfingstler die Sakramente mehr schätzen müssten (Protokoll der 1. Dialogsitzung Zürich Juni 1972, S. 11).
07. Die 2. Dialogsitzung zu Rom vom 18. – 23.06.1973
Teilnehmer:
David du Plessis
Albert de Monléon
Arnold Bittlinger
Balthasar Fischer
Kilian McDonnell
John McTernan
Vinson Synan
Heribert Mühlen
Louis Bouyer
Athanasios Emmert
Rodman Williams
Michael Harper
Kilian McDonnell
Basil Meeking
Pierre du Prey
Albert de Monléon wies darauf hin, dass eine Wurzel der Pfingstbewegung in der mystischen Tradition der katholischen und orthodoxen Kirche läge, besonders in den Homilien des Makarios und in den katechetischen Predigten Simeons des neuen Theologen. Die katholische Mystik hätte vor allem Einfluss auf den deutschen Pietismus gehabt, der wiederum Wesley beeinflusst habe (Bittlinger: Papst und Pfingstler, S.75).
08. Die 3. Dialogsitzung zu Craheim vom 10. - 14.06.1974
Teilnehmer:
Heribert Mühlen
P. P. Möller
Rodman Williams
Michael Harper
Somon Tugwell
John McTernan
Jean Giblet
David du Plessis
John McTernan
Arnold Bittlinger
Kilian McDonnell
Basil Meeking
Pierre du Prey
Justus du Plessis (Pfingstler)
Leonard Lovett (Pfingstler)
Rossell Spittler (Pfingstler)
Francis Whiting (Charismatiker)
Balthasar Fischer (Katholik)
Mühlen betonte, dass eine Geistestaufe auch ohne Verbindung mit dem Sakrament der Firmung möglich sei – aber normalerweise würde Gott durch Sakramente handeln. Die Pfingstler bezweifelten, dass Gott überhaupt durch Sakramente handeln würde. Die Katholiken entgegneten, dass es falsch sei, Geistestaufe und Firmung zu eng zu koppeln, da die Firmung ein „obskures“ Sakrament sei. Die Taufe dagegen sei ein Grundsakrament, so wie die Sprachengabe Grundcharisma sei. Beide seien Quellen und Tore, die weiterführen würden(Bittlinger: Papst und Pfingstler, S. 97).
09. Die 4. Dialogsitzung zu Venedig vom 21. – 27.05.1975
Teilnehmer:
David du Plessis
John McTernan
Arnold Bittlinger
Michael Harper
Rodman Williams
Kilian McDonnell
Basil Meeking
Pierre du Prey
Balthasar Fischer (Katholik)
John Meares (Pfingstler)
Walter Smet (Katholik)
P. P. Möller (Pfingstler)
Alois von Orelli (Charismatiker)
John Mahoney (Katholik)
Larry Christenson (Charismatiker)
Heribert Mühlen
John McAlister (Pfingstler)
Tom Roberts (Pfingstler)
David Collins (Charismatiker)
Daniel Tappeiner (Charismatiker)
Francis Whiting (Charismatiker)
Alle Teilnehmer begrüßten, dass innerhalb der katholischen Messfeier offiziell Raum für “charismatische” Beiträge gegeben sei. Die Katholiken wiesen darauf hin, dass solche Beiträge nicht den normalen Lauf der Liturgie „unterbrechen“ dürften. Ein besonders geeigneter Ort für die Ausübung der „Geistesgaben“ sei die Zeit nach der Austeilung der Kommunion (die „Kommunion“ hat nichts mit dem Herrenmahl zu tun, sondern ist reiner Götzendienst). Aber auch sonst könnten liturgische Beiträge durch charismatische Elemente aufgelockert werden.
Auch bei den Pfingstlern bestünde ein Hang zur Liturgie. Mühlen berichtete von charismatischen Gottesdiensten in Paderborn, wo er erlebte, dass „Charismen“ vor allem in Verbindung mit der Messfeier auftraten. Von pentekostaler Seite wurde daraufhin betont, dass auch in Pfingstkreisen die Realpräsenz beim Abendmahl immer stärker anerkannt würde. Anschließend erfolgte eine längere Aussprache über das Wesen des Sakraments, wobei eine erstaunliche Übereinstimmung erzielt wurde (Bittlinger: Papst und Pfingstler, S. 124).
Larry Christenson behauptete, dass Geistesgaben auch geweckt werden könnten. So hätte er (angeblich) die Gabe prophetischer Visionen erhalten, als er sich mit den Büchern von Morton Kelsey beschäftigt habe, der im Anschluss an C. G. Jung die freie Imagination empfehle (Bittlinger: Papst und Pfingstler, S. 128).
10. Die 5. Dialogsitzung zu Rom vom 23. – 28.05.1976
Teilnehmer :
Pfingstler:
David du Plessis
Justus du Plessis
Robert McAlister
Allan Hamilton
Clément le Cossec
John Meares
Carlton Spencer
Charismatiker:
Arnold Bittlinger
Michael Harper
Rodman Williams
Katholiken:
Kilian McDonnell
Basil Meeking
Pierre du Prey
John Leclercq
Joseph Lécuyer
Heribert Mühlen
Ignaz de la Potterie
Anmerkung: John McTernan ist zwischenzeitlich verstorben.
Kilian McDonnell legte einen Entwurf des Schlussreports vor. Von den Pfingstlern wurde zunächst kritisiert, dass der Zungenrede zu wenig Raum eingeräumt würde. Auch sei zuviel von Übereinstimmungen (agreements) die Rede. Wegen der Weltpfingstkonferenz wäre es besser, die Gegensätze zu betonen. Von katholischer Seite wurde darauf hingewiesen, dass am Anfang des Dialogs gerade die Pfingstler darauf bestanden hätten, Übereinstimmungen herauszuarbeiten.
Es wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, die den Schlussreport stellenweise überarbeiten sollten. Jede Arbeitsgruppe bestand aus einem Katholiken, einem Pfingstler und einem Charismatiker.
Nach Verabschiedung des Schlussberichtes wurde darüber diskutiert, dass bei einem zukünftigen Dialog anstelle der Charismatiker Vertreter von Pfingstkirchen teilnehmen sollten, die bisher nicht vertreten waren, z. B. die unabhängigen afrikanischen Kirchen. Von pentekostaler Seite wurde dagegen gehalten, dass die „offiziellen“ Pfingstler zu wenig über diese Kirchen wüssten, um hier zustimmen zu können. Die Katholiken hatten auch ihre Bedenken, weil es sich bei diesen Christen vielfach um Ex-Katholiken handeln würde. Der katholische Dialogvorsitzende meinte, dass die unabhängigen Kirchen zwar anthropologisch zu den Pfingstlern gerechnet werden mussten, theologisch jedoch nicht. Man einigte sich schließlich darauf, dass ein neuzubildendes pentekostales Core-Team über die Einzuladenden entscheiden sollte (nach der 2. Vorbesprechung wurde ein ständiger Mitarbeiterausschuss („Core-Team“) gebildet, der gleichzeitig als „Steering-Komitee“ diente).
11. Die ökumenische Relevanz des Dialogs
Von entscheidender ökumenischer Bedeutung war die Teilnahme des katholischen Systematikers und Konzilstheologen Heribert Mühlen. Mühlen wurde zum Sprachrohr der katholisch-charismatischen Bewegung. Für den deutschen Sprachraum ist er darüber hinaus der Promotor und Organisator der katholisch-charismatischen Gemeinde-Erneue- rung geworden.
Die von Mühlen in Kooperation mit Kardinal Suenens geprägten katholischen Gruppierungen meiden jede offizielle Vermischung mit Nicht-Katholiken, stellen aber auch eine Weiche für eine ökumenische Öffnung der katholischen Kirche (vgl. hierzu Mühlen, Heribert: Morgen wird Einheit sein, Paderborn 1974).
Vertreter der Pfingstbewegung revidierten ihre Haltung gegenüber der katholischen Kirche. Bevor der Dialog ins Leben gerufen wurde, hatten die Pfingstler eine klare und entschiedene Position gegenüber der Kirche des Abfalls. Im Laufe des Dialogs stellte sich heraus, dass pentekostale Vertreter (insbesondere David du Plessis, Russell Splitter und Justus du Plessis) Irrlehren des römischen Katholizismus akzeptierten, z. B. der Götzendienst in der sog. Messfeier. Mühlen freute sich über diese verhängnisvolle Entwicklung: „Zwischen diesen [den Pfingstlern] und der Römisch-Katholischen Kirche hat ein bis vor kurzem noch unvorstellbarer Rezeptions-Prozess eingesetzt, der vorbildlich sein könnte für den heute notwendigen Prozess einer Rezeption geistlicher Erfahrungen unter allen jetzt noch getrennten christlichen Kirchen“ (Mühlen, H. in Heitmann/Mühlen: Erfahrung und Theologie des Heiligen Geistes, S. 12).
Selbst an einem Fest (Fronleichnam), das durch den römischen Katholizismus entstanden ist, nahmen die nicht-katholischen Diskutanten während der 3. Dialogsitzung in Craheim in der evangelischen Schlosskapelle teil.
Aber auch außerhalb des Dialogs sind die ökumenischen Auswirkungen auf die Pfingstkirchen zu spüren. Die „Arbeitsgemeinschaft freier Christengemeinden“ (ACD = Vorläufer des BFP) bat Anfang 1975 einen evangelischen Dialog-Teilnehmer, einen Dialog zwischen der ACD und der charismatischen Erneuerung zu ermöglichen. Von pfingstlicher Seite wurde explizit gewünscht, dass auch Vertreter der katholisch-charismatischen Erneuerung an diesem Gespräch teilnehmen. Auch diese Gesinnungsänderung der Pfingstler ist das Resultat einer kontinuierlichen Ökumenisierung:
- 1966 fand ein erstes Treffen in Gunten statt zwischen dem Ökumenischen Rat und europäischen Vertretern des etablierten Pfingstlertums (bei diesem Meeting nahmen allerdings noch keine Katholiken teil).
- 1969 organisierte die ACD in Frankurt/Main eine Veranstaltung, bei der es zur ersten Begegnung zwischen Katholiken und Pfingstlern kam.
- 1974 traf sich Justus du Plessis, auf der Hinreise zum 3. Dialogstreffen, mit Vertretern des Pfingstlertums im Zentrum der ACD zu Erzhausen. Er informierte die deutschen Pfingstler von seinem Vorhaben, am Dialog mit den katholischen Repräsentanten teilzunehmen. Die Erzhausener Pfingstler waren sehr skeptisch, baten ihn jedoch, sie nach dem Dialog zu unterrichten. Auf der Rückreise erfüllte er den Wunsch der Erzhausener. Nach den positiven Schilderungen du Plessis’ beschlossen die Vertreter der ACD ebenfalls einen Dialog mit der charismatischen und der katholisch-charismatischen Erneuerung zu führen.
(Quelle: Bittlinger: Papst und Pfingstler, S. 453f.)
12. Die Auswirkungen der Dialogphasen auf die Pfingstkirchen
Der Schlussbericht der zweiten Dialogphase führt aus:
„Die römisch-katholischen Teilnehmer wurden durch das Sekreteriat für die Einheit der Christen offiziell ernannt. Auf der Seite der klassischen Pfingstler gab es verschiedene Arten der Vertretung: Einige Teilnehmer wurden durch ihre jeweiligen Kirchen ernannt; in einigen Fällen gehörten sie der Kirchenleitung an; andere Teilnehmer kamen mit Billigung ihrer Kirchen; in noch anderen Fällen kamen sie als Teilnehmer, die in guter Beziehung zu ihren Kirchen stehen.“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 4, S. 17).
In der dritten Phase zeigt sich eine wachsende Akzeptanz des Dialogs durch das weltweite Pfingstlertum:
„Zum ersten Mal haben mehrere Pfingstkirchen die Teilnahme offiziell ernannter Vertreter für diesen Dialog genehmigt.“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 4, S. 36).
Im Abschlussbericht der vierten Phase (1990 – 1997) wird festgestellt, dass die pentekostalen Diskutanten im Dialog das vertreten, was ihrer Ansicht nach „die gemeinsame Meinung der großen Mehrheit der Pfingstler weltweit“ ist (Katholiken und Pfingstler, Art. 3, S. 60).
Spätestens die vierte Phase läßt den tragischen geistlichen Zustand der pfingstlichen Leiter zu Tage treten. Immer wieder fallen Bemerkungen wie diese auf:
„Es ist nicht das Ziel, strukturelle Einheit zu schaffen. Es soll vielmehr Respekt und gegenseitiges Verständnis zwischen der katholischen Kirche und den klassischen pfingstlichen Gruppen gefördert werden. Wir, die Teilnehmer, haben einander in der Erfüllung dieser Aufgabe als gleichwertige Partner gesehen“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 3, S. 59).
Von welcher Aufgabe ist die Rede? Es wird klar ausgesagt:
„Die Einheit der Kirche ist Katholiken und Pfingstlern gleichermaßen wichtig. Die ausdrückliche Absicht dieses Austausches ist es, ein Klima von gegenseitigem Respekt und Verständnis im Bereich von Glaube und Praxis zu entwickeln. Es soll nach echten Übereinstimmungen gesucht werden und auf Bereiche hingewiesen werden, wo weiterer Dialog notwendig ist“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 2, S. 59).
Dabei übersehen die Funktionäre des Pfingstlertums, dass der Vatikan von seinem dogmatischen Rechts- und Herrschaftsanspruch als alleinseligmachende Institution der Welt, sich nicht damit begügen kann, als „gleichwertiger Partner“ mit anderen eine Aufgabe zu erfüllen. Von seinem dogmatischen Selbstverständnis her sind diese Aussagen erlogen, denn die Dogmen bestätigen genau das Gegenteil. Das Ziel der vatikanischen Delegation ist aufgrund des katholischen Selbstverständnisses in bezug auf Lehre und Ziel unmissverständlich: Durch Manipulation wird der Dialogpartner unterwandert und durch Suggestionen wird ihm eine falsche Hoffnung vorgegaukelt.
Weiter heißt es:
„Pfingstler und Katholiken stimmen darin überein, dass die bedauerliche Spaltung der Christen kontraproduktiv ist für die Glaubwürdigkeit des Evangeliums und dass sie die effektive Förderung der Gerechtigkeit in der Welt behindert“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 64, S. 75).
Die pfingstlichen Funktionäre haben also erkannt, dass die Katholiken Glaubensgeschwister sind und die Lehre CHRISTI und der Apostel Spaltung bewirkt und damit kontraproduktiv ist!
Katholiken und Pfingstler sind sich einig geworden:
„Die Uneinigkeit isoliert uns voneinander. Sie verleitet uns zu gegenseitigen Verdächtigungen. Im Zustand der Isolation haben unsere unterschiedlichen Lesarten des Evangelium zu Differenzen in der Lehre geführt“(Katholiken und Pfingstler, Art. 78, S. 77)
Die Pfingstler sind so verzaubert, dass sie die Sonder- und Irrlehren des Vatikans als eine „unterschiedliche Lesart des Evangeliums“ akzeptieren und bejahen!
Den Vertretern des Vatikans ist es sogar gelungen, die pfingstlichen Funktionäre davon zu überzeugen, dass sie in einer gemeinsamen Erklärung falsche historische Tatsachen mitunterschreiben:
„Vom vierten Jahrhundert an waren Staat und Kirche stark miteinander verflochten. Seitdem haben beide gelegentlich auf Zwang zurückgegriffen, um die politisch-religiöse Einheit in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 79, S. 80)
In der vierten Phase des Dialogs wurde eine „erste Arbeitsdefinition“ zum Thema Proselytismus schriftlich fixiert:
„Proselytismus ist der respektlose, insensible und lieblose Versuch, die Zugehörigkeit eines Christen von einer kirchlichen Gemeinschaft zu einer anderen herbeizuführen. Von einigen Kirchen wurden schon Maßnahmen ergriffen, die zeigen, dass sie „Proselytismus“ für etwas halten, das zu verurteilen ist“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 80, S. 83)
Was mit dieser Definition gemeint ist, wird noch genauer ausgeführt:
„Die legitime Verkündigung des Evangeliums wird die Zeichen der christlichen Liebe tragen (vgl. 1. Kor. 13). Sie wird nie ihre eigenen, selbstsüchtigen Ziele verfolgen: etwa durch die Ausnutzung der Gelegenheit, gegen eine christliche Gemeinschaft zu sprechen oder sie zu diffamieren, oder einen Wechsel in der christlichen Zugehörigkeit vorzuschlagen oder dazu zu ermutigen. Sowohl die pfingstlerischen als auch die katholischen Mitglieder des Dialogs verstehen unter Proselytismus solche egoistischen Handlungen, die die Kraft der Überzeugung auf illegitime Art gebrauchen …. Proselytismus muss vermieden werden.“ (Katholiken und Pfingstler, Art. 84, S. 94)
Selbstverständlich muss 1. Kor. 13 im ganzen Kontext des 1. Korintherbriefes gelesen werden. Erst dann können wir die Zeichen der christlichen Liebe, die Paulus setzt und die des CHRISTUS sind, in der Liebe zu JESUS CHRISTUS auswerten. Diesem biblischen Zusammenhang versperrt sich der Vatikan und beabsichtigt in seinen „egoistischen Handlungen“ auf illegitime, gottlose Art, die Menschen zu vereinnahmen.
Die vorliegenden Dokumente sind ein tragischer Beweis für die vielen Kompromisse, die die Pfingstbewegung weltweit bereits mit der römisch-katholischen Kirche eingegangen ist. In der Praxis sind gemeinsame Veranstaltungen mit führenden Vertretern der röm.-kath. Kirche und Leitern der pentekostalen Bewegung längst alltäglich geworden.
Wie sollen sich nun Christen, die Mitglieder im etablierten Pfingstlertum sind, verhalten? Sollen sie einfach nichts hören, nichts sehen und nichts sagen wie die berühmten drei Affen? Oder ist es nicht an der Zeit, biblisch zu handeln?
Es ist eine Tatsache, dass Empörung alleine nicht genügt. Aus Liebe zum HERRN JESUS CHRISTUS, dem Haupt der Gemeinde, müssen Konsequenzen folgen.
Denn ein Aufseher muss untadelig sein als ein Haushalter GOTTES, nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht der Trunkenheit ergeben, nicht gewalttätig, nicht nach schändlichem Gewinn strebend……. einer, der sich an das zuverlässige Wort hält, wie es der Lehre entspricht, damit er imstande ist, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen. Titus 1,7.9
Die beiden Bibelverse bezeugen:
- die Leiter sind nur Verwalter, nicht Besitzer
- sie müssen in Lehre und Wort an GOTTES Willen festhalten
- erst so sind sie fähig, mit der gesunden Lehre zu ermahnen
- erst so sind sie fähig, Menschen zu überführen, die GOTT und Seinem Wort widersprechen
Die zitierten Dokumente belegen, dass die Leiter des organisierten Pfingstlertums auf der ganzen Linie versagt und sich nicht als GOTTES Verwalter erwiesen haben. Es ist eine traurige Tatsache, dass die Ermahnung des Apostels Paulus auf die weltweite Pfingstbewegung zutrifft:
Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag, dass ich rein bin von aller Blut. Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluss GOTTES verkündigt. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der HEILIGE GEIST euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde GOTTES zu hüten, die Er durch Sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiss ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. Darum wacht……… Apostelgeschichte 20,26-30
Literatur:
Bittlinger, Arnold: Papst und Pfingstler. Der römisch katholisch – pfingstliche Dialog und seine ökumenische Relevanz, Frankfurt/Main-Bern-Las Vegas (Verlag Peter Lang) 1978 (Studien zur interkulturellen Geschichte des Christentums, Bd. 16)
Dalliard, Gregor: Kommentar zum Buch „Pfingstler und Katholiken im Dialg“ (1972 – 1997), 2. Aufl., Hinwil (Schweiz) 2000
Baumert, Norbert; Bially, Gerhard (Hrsg.): Pfingstler und Katholiken im Dialog. Die vier Abschlussberichte einer internationalen Kommission aus 25 Jahren, Düsseldorf (Charisma-Verlag) 1999
Duncan, Mildred H.: A Revelation of the End-Time, Edgemort/South Dakota 1950
Harper, M. C.: As at the Beginning, London 1965
Du Plessis, David: The Spirit Bade me go, Oakland 1963
Heitmann, C; Mühlen, H. (Hrsg.): Erfahrung und Theologie des Heiligen Geistes, Hamburg 1974



