Bestandsaufnahme
- Details
- Category: Am Puls der Zeit
- Published on Wednesday, 05 October 2011 21:25
- Written by Roland Odenwald
- Hits: 82
Autor: Klaus Schmidt
Christen haben in der Regel nicht öffentliche Ämter anzustreben, in denen sie nur zerrieben werden. Nach Philipper 3,20 ist ihr Bürgertum oder griechisch POLITEUMA ja im Himmel, wovon „Politik” abgeleitet ist. Wie sollten sie auch an dem bauen, das bald zerbrochen und zum Raub apokalyptischer Flammen wird. Niemand mit Verstand renoviert ein Haus, für das der Abbruchbagger schon bestellt ist.
Auch Jeremia 29,7 darf nicht verkürzt werden. Denn häufig wird hier nur der erste Versteil Suchet der Stadt Bestes angeführt, die exakte Ausführungsbestimmung und betet für sie zum HERRN jedoch verschwiegen. Auch 1. Timotheus 2 ermahnt lediglich zur Fürbitte mit der Zielsetzung, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können. Eine Ausnahme bildet Reichskanzler Daniel in Babel, der diese hohe Berufung weder suchte noch sich demokratisch zu ihr küren ließ. Er konnte sich vielmehr dieser Bestimmung durch Nebukadnezar überhaupt nicht entziehen und hatte dazu so die Möglichkeit, seine Hände schützend über die Mitdeportierten zu halten.
Darüber hinaus aber hatten Sprecher des HERRN nie die Aufgabe, um die Gunst des Volkes zu heischen und aktiv Diplomatie zu treiben. Beurteilen aber sollten sie dieselbe, ob sie den göttlichen Geboten entspricht oder nicht. Und so gilt es noch Jünger JESU verweilen nicht auf einer verklärten Insel aktuellen Weltgeschehens, sondern beobachten und kommentieren es anhand der Bibel - und stellen dabei immer neu fest: Eine Nation hat jeweils die Regierung, die es nach Gericht oder Gnade verdient. Früher herrschten dabei in Erbfolge Könige und Kaiser, heute werden die Mächtigen per Mehrheitsentscheid bestimmt. Damit ist die Menge daran beteiligt, den Willen des HÖCHSTEN real werden zu lassen - und weiß allermeist nicht wie die Kriegsknechte bei des Heilands Kreuzigung, was sie eigentlich tut.
Ernste Gläubige entscheiden die Frage nicht alle gleich, ob den Gang ins Wahllokal antreten oder der Urne fernbleiben. Soweit möglich und keine Kollision mit dem Gewissen und Glauben entsteht, ist dieser Obrigkeit dennoch Folge zu leisten. Die Grenze aber markiert Apostelgeschichte 5,29. Danach muss man GOTT mehr gehorchen als den Menschen, was wie bei Johannes dem Täufer leidvollen Konflikt bedeuten kann. Einziger Trost der Erlösten, auch anno 2006: In allen Wirren der Zeit und dem Toben der Dämonie wacht der “HOHE und ERHABENE” persönlich über ihnen.
Quelle: Schmidt, Klaus: Wort zur Zeit, Nummer 6, Crailsheim 2005, S. 3



